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  5. › Netzneutralität: US-Behörde FCC…

brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

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  1. brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: Wurly 23.11.17 - 12:38

    weshalb sollte es bei den Hardware-Netzen eine Netzneutralität geben, sonst aber nicht im Leben : Es gibt schnelle und langsame.... Internetanschlüsse, mobilfunktarife... gute und schlechte Plätze im Theater... ist doch so im Kapitalismus. Warum sollte bei den Netzen Sozialismus herrschen? sorry, etwas sehr plakativ, aber ich verstehe es nicht.

  2. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: gumnade 23.11.17 - 13:05

    Ist hier ganz gut dargestellt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Netzneutralit%C3%A4t

  3. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: Wurly 23.11.17 - 13:28

    sorry, meine Kernfrage "Kapitalismus - Sozialismus" finde ich darin nicht beantwortet.

  4. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: UP87 23.11.17 - 13:34

    Es geht nicht um gute und schlechte Internetanschlüsse, sondern darum, dass Daten von Google genau so behandelt werden wie Daten von Bing. Ohne Netzneutralität kann es sein, dass Bing hin geht, bezahlt und dafür eine schnellere Verbindung hat, weil dein Anbieter alles andere künstlich verlangsamt.

    Und die Abschaffung der Netzneutralität nutzt eigentlich nur größeren Anbietern (die das aber selbst aktuell nicht wollen) - und dem Telekommunikationsanbieter, der die Hände aufhalten kann für schnellere Übertragung einzelner Dienste.

  5. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: mnementh 23.11.17 - 13:46

    Wurly schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > weshalb sollte es bei den Hardware-Netzen eine Netzneutralität geben, sonst
    > aber nicht im Leben : Es gibt schnelle und langsame.... Internetanschlüsse,
    > mobilfunktarife... gute und schlechte Plätze im Theater... ist doch so im
    > Kapitalismus. Warum sollte bei den Netzen Sozialismus herrschen? sorry,
    > etwas sehr plakativ, aber ich verstehe es nicht.
    Sieh es mal so: Firma X baut eine Straße. Aber sie verlangen von den Läden an der Straße Zugangsgebühren, sonst sperren sie den Verkehr vor dem Geschäft. Und natürlich darf man nur mit Autos von Herstellern darauf fahren, die mit Firma X einen Vertrag abgeschlossen hat. Also beispielsweise ein Mercedes darf darauf fahren, ein VW nicht. Das ist fehlende Netzneutralität. Bei uns passiert das nicht, weil Straßenbau als staatliche Aufgabe angesetzt ist und in anderen Ländern ist man schon auf die Idee gekommen dass so ein Szenario schlecht wäre und reguliert private Straßenbetreiber.

  6. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: chefin 23.11.17 - 14:08

    Wurly schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sorry, meine Kernfrage "Kapitalismus - Sozialismus" finde ich darin nicht
    > beantwortet.


    Weil es sich nicht auf diese 2 Schlagworte runterbrechen lässt. Neutralität hat nichts mit Sozialsmus zu tun. Hier gehts eher um Kapitalismus und brutalen Kapitalismus. Also zwischen bezahlen für Leistung und zweimal bezahlen für die selbe Leistung.

    Neutralität abschaffen ermöglicht es den Providern ihre Netze einfach von Daten die sie umsonst durchleiten zu befreien. Wir haben ja immer mal Situationen in denen Peaks vorkommen, die das Netz nicht abfangen kann und so jeder etwas seine Ansprüche runter dreht (aus 100Mbit Aschluss kommen 50Mbit Daten raus maximal).

    Bei Neutralität bleibt einem Provider nichts anders über als alle daten gleich zu behandeln. Die ganzen IPTV-Kunden die dadurch in ihrer Bandbreite ausgebremst werden, haben ziemlich hohe Motiviation zu wechseln und bieten damit auch anderen Anbietern eine Motivation dort auszubauen. Der aktuelle Provider wird also kaum umhin kommen, schnell nachzurüsten bevor die Leute gehen.

    Ohne Neutralität drosselt er Kleinkram weg. Der Peak macht ja meist nur einen kleineren Prozentsatz aus. Wenn wir also 80% der Kunden zufrieden stellen indem wir 20% so drosseln das es wieder funktioniert, haben wir nur 20% wechselwillige. Zuwenig für andere Provider um dort zuzuschlagen. Und den 20% bleibt garnichts anderes über als zu bleiben, mangels Alternativen.

    Auch in Städten wo man viele Angebote hat, sieht das nicht besser aus. Der Provider der nun seine 20% verliert, wird die dem Konkurrenten aufhalsen, der aber genauso diese wegdrosselt. Die Kunden kommen vom Regen in die Traufe. Das liegt eben an ihren aufgerufenen Seiten. Wer für traffic bezahlt, bezahlt bei allen Providern etwas dazu. Und wenn ein Provider statt drosseln, nachrüstet, muss er seine Preise erhöhen und verliert damit vieleicht seinerseits Kunden, die wegen dem Preis gehen.

    Nur solange wir alleine für das Internet bezahlen, haben wir auch einen Einfluss auf die Provider. Sobald unser Anteil an den Kosten sich schmälert im Gesamtpott, sinkt auch unser Einfluss. Stell dir einfach mal vor, was auf den Strassen los wäre, wenn Firmen für ihre LKWs die linke Spur "mieten" könnten und damit eine Speederhöhung von 80 auf 90 bekommen. Nur wenn gerade mal wenig los ist auf der Autobahn darfst du auch Gas geben. Statt LKW Überholverbot und wenigstens 130 auf der Linken spur, fahren alle 80-90 und überholen kannst praktisch vergessen. Rechts sind ja trotzdem noch genug LKWs die es sich nicht leisten können. So würde kein Verkehrsfluss zustande kommen.

  7. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: 0xDEADC0DE 23.11.17 - 16:26

    Unfair wird es bereits, wenn man eine unbegrenzte Flatrate hat, aber der Provider beschließt ein Maximalvolumen von z. B. 2 GB für z. B. Video-Streams einzuführen. Nutzt du nun IP-TV, YouTube, etc. dann kommst du recht schnell auf 2 GB und musst Aufpreis zahlen um es weiterhin im Monat nutzen zu können.

    Natürlich könnte man den Provider wechseln, aber das werden dann andere auch tun, denn die meisten Provider mieten ja Netze, z. b. von der Telekom und wodurch lässt sich der Kunden-Datentraffic einfacher reduzieren umd mehr Kunden über die bereits gemieteten Leitungen zu versorgen, als wenn man künstliche Knappheit produziert?

  8. DANKE!

    Autor: Wurly 23.11.17 - 18:03

    Danke an euch für die hilfreichen Antworten!

  9. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: specialsymbol 23.11.17 - 23:46

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wurly schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > sorry, meine Kernfrage "Kapitalismus - Sozialismus" finde ich darin
    > nicht
    > > beantwortet.
    >
    > Weil es sich nicht auf diese 2 Schlagworte runterbrechen lässt. Neutralität
    > hat nichts mit Sozialsmus zu tun. Hier gehts eher um Kapitalismus und
    > brutalen Kapitalismus. Also zwischen bezahlen für Leistung und zweimal
    > bezahlen für die selbe Leistung.
    >
    > Neutralität abschaffen ermöglicht es den Providern ihre Netze einfach von
    > Daten die sie umsonst durchleiten zu befreien. Wir haben ja immer mal
    > Situationen in denen Peaks vorkommen, die das Netz nicht abfangen kann und
    > so jeder etwas seine Ansprüche runter dreht (aus 100Mbit Aschluss kommen
    > 50Mbit Daten raus maximal).
    >
    > Bei Neutralität bleibt einem Provider nichts anders über als alle daten
    > gleich zu behandeln. Die ganzen IPTV-Kunden die dadurch in ihrer Bandbreite
    > ausgebremst werden, haben ziemlich hohe Motiviation zu wechseln und bieten
    > damit auch anderen Anbietern eine Motivation dort auszubauen. Der aktuelle
    > Provider wird also kaum umhin kommen, schnell nachzurüsten bevor die Leute
    > gehen.
    >
    > Ohne Neutralität drosselt er Kleinkram weg. Der Peak macht ja meist nur
    > einen kleineren Prozentsatz aus. Wenn wir also 80% der Kunden zufrieden
    > stellen indem wir 20% so drosseln das es wieder funktioniert, haben wir nur
    > 20% wechselwillige. Zuwenig für andere Provider um dort zuzuschlagen. Und
    > den 20% bleibt garnichts anderes über als zu bleiben, mangels Alternativen.
    >
    > Auch in Städten wo man viele Angebote hat, sieht das nicht besser aus. Der
    > Provider der nun seine 20% verliert, wird die dem Konkurrenten aufhalsen,
    > der aber genauso diese wegdrosselt. Die Kunden kommen vom Regen in die
    > Traufe. Das liegt eben an ihren aufgerufenen Seiten. Wer für traffic
    > bezahlt, bezahlt bei allen Providern etwas dazu. Und wenn ein Provider
    > statt drosseln, nachrüstet, muss er seine Preise erhöhen und verliert damit
    > vieleicht seinerseits Kunden, die wegen dem Preis gehen.
    >
    > Nur solange wir alleine für das Internet bezahlen, haben wir auch einen
    > Einfluss auf die Provider. Sobald unser Anteil an den Kosten sich schmälert
    > im Gesamtpott, sinkt auch unser Einfluss. Stell dir einfach mal vor, was
    > auf den Strassen los wäre, wenn Firmen für ihre LKWs die linke Spur
    > "mieten" könnten und damit eine Speederhöhung von 80 auf 90 bekommen. Nur
    > wenn gerade mal wenig los ist auf der Autobahn darfst du auch Gas geben.
    > Statt LKW Überholverbot und wenigstens 130 auf der Linken spur, fahren alle
    > 80-90 und überholen kannst praktisch vergessen. Rechts sind ja trotzdem
    > noch genug LKWs die es sich nicht leisten können. So würde kein
    > Verkehrsfluss zustande kommen.


    Das mit den LKW ist ein verdammt schlechtes Beispiel.

    Ich hatte heute keinen Bock mehr und bin von Oberhausen mit 90 oder so nach Frankfurt gefahren. Hörbuch an, Hirn aus. Hat wunderbar geklappt, ab und zu mal Gas geben um eine Gruppe LKW zu überholen - aber selten, da die meisten auch 90 fahren. Man schwimmt so mit.

    Erkenntnis: ca 30 Minuten später am Ziel, dafür habe ich im Vergleich zu sonst den Spritverbrauch fast halbiert (interessiert mich aber nicht da ich nicht zahle).
    Viel wichtiger jedoch: ich kam nicht völlig durch an, sondern richtig entspannt. Die A3 ist eine Höllengrube für die Nerven. Ständig eine Arschgeige, die bergauf mit 100 auf die linke Spur zieht und dich ausbremst. Ständig Tempolimits, die teils nur für 2 km aufgehoben werden - da lohnt es sich nicht Gas zu geben, es geht nur auf die Nerven dann wieder voll in die Eisen zu gehen. Man macht es aber trotzdem, obwohl es völlig für den Arsch ist.

    Ich denke, wenn alle 90 oder 100 fahren würden, würde der Verkehr deutlich besser fließen. Man müsste nur die Baustellen auch auf das Tempo hochsetzen und vermutlich wäre man genauso schnell wie heute am Ziel - vielleich sogar schneller.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.11.17 23:47 durch specialsymbol.

  10. Nachhilfe gewährt

    Autor: Trollifutz 24.11.17 - 04:57

    Wurly schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > weshalb sollte es bei den Hardware-Netzen eine Netzneutralität geben, sonst
    > aber nicht im Leben : Es gibt schnelle und langsame.... Internetanschlüsse,
    > mobilfunktarife... gute und schlechte Plätze im Theater... ist doch so im
    > Kapitalismus. Warum sollte bei den Netzen Sozialismus herrschen? sorry,
    > etwas sehr plakativ, aber ich verstehe es nicht.

    Du verwechselst da etwas. Ich bemerkt nämlich einen Denkfehler in der Logik deines Vergleiches. Das hat auch null mit Sozialismus zu tun.

    Ich erkläre es dir gerne, indem ich dein Beispiel mal richtigstelle:

    Wenn du einen schlechteren Platz im Theater hast, als equivalent einer schlechteren also langsameren Leitung, dann kannst du von dort trotzdem ALLE Eindrücke diskriminierungsfrei ansehen. Das gesamte Stück und alle Schauspieler. Wenn aber nun als Beispiel einige Schauspieler für dich ausgeblendet werden und dann gesagt wird, du hättest diesem Schauspieler schon lange genug zugesehen, sich also nun wer vor dich stellt und damit dafür sorgt, daß speziell du nur noch die anderen Schauspieler ansehen kannst. Und das, obwohl du den Eintritt schon bezahlt hast und damit das KOMPLETTE Stück abgegolten sein sollte!

    Das man schnellere oder langsamere Leitungen, also Bandbreitengrößen buchen kann, stellt niemand als falsch dar und dort herrscht auch die freie Marktwirtschaft.

    Um es mal besser mit einem Autovergleich zu verdeutlichen:

    Du kannst dir einen Golf oder einen Ferrari kaufen. Die haben dann unterschiedlich viel Leistung und fahren unterschiedlich schnell. Bieten unterschiedlichen Komfort und kosten unterschiedlich viel. Aber TROTZDEM kannst du mit beiden alle offenen Straßen des Netzwerkes der öffentlichen Straßen nutzen und jeden öffentlichen Platz erreichen! Und zwar diskriminierungsfrei. Du hast eben mehr Leistung beim Ferrari. Wenn man dir aber einen Ferrari verkauft, aber dann sagt du dürftest mit dem nur diese und jene Straße befahren und alle anderen nicht, DAS ist eben dann ein Bruch mit der Netzneutralität! Du hast ein schnelles Gefährt gebucht, aber man schränkt dich ein in der Hinsicht WOHIN du damit fahren kannst :) Man nimmt dir also die Freiheit, mit deinem Fahrzeug deiner Wahl gewisse Straßen zu befahren. Oder man setzt dir langsame Traktoren vor dein Auto, wenn du gewisse Straßen befahren willst. Damit du lieber die vorgegebenen Straßen nutzt. Damit bleibt das Internet nicht mehr einheitlich und offen zugänglich! Es wird diskriminiert und somit werden Provider eigene Dienste künstlich bevorzugt. Auf Wegen die der Verkäufer dir also vorschlägt, kannst du mit deinem gekauften Fahrzeug normal fahren. Aber alle Wege die er nicht möchte daß du sie normal befahren kann, kann er dich blockieren. Oder absichtlich ausbremsen. Um dich zu nötigen, diese nicht mehr zu nutzen.

    Nun verlangt der Provider von dem Haus das du erreichen willst über diese Straße einen Obulus, aka "Schutzgeld", damit dieses Haus wieder normal von Autos erreicht werden kann, ohne daß man Besuchern unnötig das Leben schwer macht.

    Netzneutralität hat eben NICHTS mit Marktwirtschaft im eigentlichen Sinne zu tun. Marktwirtschaft bedeutet, daß Provider verschieden große Leitungen zu verschieden bepreisten Tarifen verkaufen können. Für mehr Leistung zahlst du dann auch mehr. Nein, der Angriff auf die Netzneutralität bedeutet, daß du dich nicht mehr FREI überall hin bewegen kannst im Internet! Der Weg nach A wird dir gewährt und du kannst deine Leistung nutzen, aber beim Weg B bremst man dich trotz großer gemieteter Leitung aus! Sowas geht gar nicht! Das ist absolut asozial und mafiös! Daher passt auch der Begriff Schutzgeld hier sehr gut.

    Du HAST schon für den Zugang mit gewünschter Bandbreite zum Netz bezahlt! Der Serverbetreiber hat dies ebenso bei seinem Provider getan! Und TROTZDEM will der Provider jetzt nochmal EXTRA Geld sehen, oder behindert eure Kommunikation absichtlich! Mit welchem Recht bitte? Wenn der Provider selbstständig Mehrwertdienste anbietet wie T-Home Entertain zB. (IPTV), ist das eine Sache! Aber wenn du eine FLATRATE mit 16mbit Zugang zum Netz gebucht hast, dann hast du schon für deinen Zugang bezahlt! Der Serverbetreiber auf dessen Server du ansurfst hat AUCH schon bezahlt an seinen Provider! Ergo wurde schon bezahlt und dann NOCHMAL einfach die Hand aufzuhalten nach dem Motto "ich will von dem nochmal extra Geld sehen, oder ich behindere eure Kommunikation", obwohl BEIDE Parteien schon für die Leitung gezahlt HABEN, sowas ist mafiös und geht gar nicht! Und gleichzeitig auch noch der absoluten Willkür des Providers unterworfen...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.11.17 04:59 durch Trollifutz.

  11. Re: Nachhilfe gewährt

    Autor: MrRued 24.11.17 - 07:54

    Für einige ist offenbar bereits die Straße Sozialismus.

  12. Re: Nachhilfe gewährt

    Autor: bombinho 24.11.17 - 11:41

    Eine weitere Problematik ist ja, dass der verkehr unter Umstaenden durch Netze mehrere Betreiber geht. Wenn nun der Netzbetreiber X kurz vor dem Kunden die Hand noch einmal aufhaelt um den bereits gebuchten Traffic doppelt abzukassieren, dann wird Netzbetreiber Y sich dieses Geschaeftsmodell anschauen und sich sagen: Moment, das kann ich auch!.

    Und ploetzlich muss jeder Serverbetreiber zusaetzlich zu dem Verkehr bei seinem Provider auch noch saemtlichen Netzwerkbetreibern auf dem Weg zum Kunden Schutzgeld zahlen. Die Konsequenz wird sein, es wird unuebersichtlich.
    Also brauchen wir etwas im Stil der Gema, was bei Kunden und Anbietern abkassiert und die Schutzgelder an die Netzwerkbetreiber verteilt. Zusaetzlich zu dem Geld, welches sie fuer die Durchleitung des Verkehrs erhalten.

    Wo der TE bei diesem Modell noch Kapitalismus erkennen kannst, das ist schwer verstaendlich. Fuer mich ist Kapitalismus: Ich will eine Leistung und ich bezahle den Preis dafuer (oder ich tue es eben nicht, wenn ich nicht genug Nutzen dafuer bekomme), der wiederum von Angebot und Nachfrage abhaengt. Also wie in einem neutralen Netz. Wenn dann aber jeder im Netz sein Faustrecht nutzen kann, dann nennt man das eher Anarchismus.

  13. Besser folgendermaßen

    Autor: Trollifutz 29.11.17 - 03:35

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine weitere Problematik ist ja, dass der verkehr unter Umstaenden durch
    > Netze mehrere Betreiber geht. Wenn nun der Netzbetreiber X kurz vor dem
    > Kunden die Hand noch einmal aufhaelt um den bereits gebuchten Traffic
    > doppelt abzukassieren, dann wird Netzbetreiber Y sich dieses
    > Geschaeftsmodell anschauen und sich sagen: Moment, das kann ich auch!.
    >
    > Und ploetzlich muss jeder Serverbetreiber zusaetzlich zu dem Verkehr bei
    > seinem Provider auch noch saemtlichen Netzwerkbetreibern auf dem Weg zum
    > Kunden Schutzgeld zahlen. Die Konsequenz wird sein, es wird
    > unuebersichtlich.
    > Also brauchen wir etwas im Stil der Gema, was bei Kunden und Anbietern
    > abkassiert und die Schutzgelder an die Netzwerkbetreiber verteilt.
    > Zusaetzlich zu dem Geld, welches sie fuer die Durchleitung des Verkehrs
    > erhalten.
    >
    > Wo der TE bei diesem Modell noch Kapitalismus erkennen kannst, das ist
    > schwer verstaendlich. Fuer mich ist Kapitalismus: Ich will eine Leistung
    > und ich bezahle den Preis dafuer (oder ich tue es eben nicht, wenn ich
    > nicht genug Nutzen dafuer bekomme), der wiederum von Angebot und Nachfrage
    > abhaengt. Also wie in einem neutralen Netz. Wenn dann aber jeder im Netz
    > sein Faustrecht nutzen kann, dann nennt man das eher Anarchismus.

    Besser wäre eine Verstaatlichung der Netze. Dann bieten Provider nur noch Zugänge zum Netz an, aber können nichts bremsen oder bestimmen. Dafür müssen die Provider dann kostenpflichtig in die letzte Meile einbuchen, so wie Reseller ohne eigenes Netz das jetzt auch schon bei der Telekom zB. machen. Der Staat ist dann für den Ausbau und die Instandhaltung der Netze verantwortlich. Die Provider für die Zugänge Vermarktung. Wobei keine Traffickosten mehr erhoben werden, sondern nur noch über Bandbreiten abgerechnet wird. Denn wenn der Provider keinen Zugang mehr zum Netz hat, kann er auch nicht die Trafficmenge bestimmen. Dann können die Provider Weltweit agieren, können Kunden Tarife anbieten (gewisse Bandbreiten zu gewissen Speeds + Extraleistungen wie IPTV, Telefon usw. über eigene Server), aber das reine Internet selber, das bleibt unabhängig offen und verbindet alle diskriminierungsfrei miteinander.

    Egal ob Internet, Stromkabel oder Straßen, ebenso wie Wasserrohre, diese systemwichtigen Netzwerke gehören in Staatshand. Es kann nicht angehen, daß Provider jemanden erpressen können oder doppelt für eine Leistung kassieren!

    Wenn die Netze in Staatshand sind, dann werden faire Nutzungsendgelte festgelegt, basierend auf den laufenden Kosten, ohne Gewinnabsichten. Dort können Anbieter sich dann einbuchen, indem sie Zugänge mieten, immer dann wenn ein neuer Kunde Zugang möchte und einen Vertrag beim Provider abschließt. Das Internet ist VIEL zu wichtig und notwendig heutzutage, um private Firmen damit herumspielen zu lassen! ALLES ist vom Internet heutzutage genauso wie von Strom, abhängig! Diese Versorgungswege sollte man also auch absichern und sauber halten, anstatt sie zu privatisieren... Wenn dann Kunde x einen Zugang mit 100mbit buchen möchte, gibt er einen Auftrag bei einem Provider seiner Wahl ab und dieser kann sich dann beim Staatsnetz mit der Anfrage nach dem Speed einbuchen. Bekommt dann eine ID, welche er in sein System eintragen kann. Diese ID gibt er dann dem Kunden weiter, zum vom Provider festgelegten Preis. Während der Provider an den Netzanbieter die Gebühr für die Leitung zahlt (für diesen Kundenanschluss). Die dann weltweit mögliche Konkurrenz hält die Provider preislich fair und der Kunde hat einen ECHTEN Zugang zum Internationalen Netzwerk (Internet), ohne Haken im Kleingedruckten. Keine Drosseln, keine Eigenfürze der Provider beim Netzausbau (Stichwort Totgeburt Kupferkabel Vectoring...) und keine "ich baue erst dort aus wenn ein Konkurrent damit dort anfangen will" Spielchen mehr! Dann baut der Staat selber aus und erneuert und modernisiert sein Netz einheitlich. Somit spart man auch Kabel und alles kann genormt aus einer Hand ablaufen. Mit eingehaltenen Normen (Leerrohre usw.) und dann wirklich durchgängig guter Anbindung. Und zwar überall, auch auf dem Dorf! :)

    Provider können dann den Preis für den Zugang gestalten (wobei zu hohe Preise natürlich die Kunden verscheuchen) und nebenbei über eigene Serverfarmen noch Zusatzdienste für ihre Kunden anbieten. Also Mehrwerte schaffen, die sie für Kunden noch attraktiver machen. IPTV, Telefon, Homecloud, VPN-Dienste usw. Halt ein Paket, das dem Kunden neben dem ECHTEN Internet dann auch noch zusätzlich anlockt und für die Provider Extra Einnahmen bedeutet. Und das VÖLLIG ohne jegliche Netzbeeinflussung oder Verarsche! :) Jeder Bürger hat dann einen echten, richtigen Netz Zugang. So sollte es sein...

    Und bei Atomkraftwerken sollten AUCH nicht private Leute was zu bestimmen haben! Ich sage nur Tihange oder Fukushima oder Tschernobyl... Die gehören in Staatshand! Streng kontrolliert und auf höchstem Sicherheitslevel betrieben, sofern überhaupt! Und wenn nötig dann auch gewartet bzw. ausgeschaltet! Kein Spiel mehr auf Risiko, wie mit Tihange momentan... Und auch keine Reduktion der Trinkwasserqualität über private Wasserwerke... Das gehört in Staatshand, mit gutem Grund! Da unsere Welt angewiesen ist darauf und wir uns da keine unnötigen Risiken leisten können!

  14. Re: brauche Nachhilfe: was ist so unfair daran?

    Autor: visienPL 29.11.17 - 16:17

    specialsymbol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > chefin schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wurly schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > sorry, meine Kernfrage "Kapitalismus - Sozialismus" finde ich darin
    > > nicht
    > > > beantwortet.
    > >
    > >
    > > Weil es sich nicht auf diese 2 Schlagworte runterbrechen lässt.
    > Neutralität
    > > hat nichts mit Sozialsmus zu tun. Hier gehts eher um Kapitalismus und
    > > brutalen Kapitalismus. Also zwischen bezahlen für Leistung und zweimal
    > > bezahlen für die selbe Leistung.
    > >
    > > Neutralität abschaffen ermöglicht es den Providern ihre Netze einfach
    > von
    > > Daten die sie umsonst durchleiten zu befreien. Wir haben ja immer mal
    > > Situationen in denen Peaks vorkommen, die das Netz nicht abfangen kann
    > und
    > > so jeder etwas seine Ansprüche runter dreht (aus 100Mbit Aschluss kommen
    > > 50Mbit Daten raus maximal).
    > >
    > > Bei Neutralität bleibt einem Provider nichts anders über als alle daten
    > > gleich zu behandeln. Die ganzen IPTV-Kunden die dadurch in ihrer
    > Bandbreite
    > > ausgebremst werden, haben ziemlich hohe Motiviation zu wechseln und
    > bieten
    > > damit auch anderen Anbietern eine Motivation dort auszubauen. Der
    > aktuelle
    > > Provider wird also kaum umhin kommen, schnell nachzurüsten bevor die
    > Leute
    > > gehen.
    > >
    > > Ohne Neutralität drosselt er Kleinkram weg. Der Peak macht ja meist nur
    > > einen kleineren Prozentsatz aus. Wenn wir also 80% der Kunden zufrieden
    > > stellen indem wir 20% so drosseln das es wieder funktioniert, haben wir
    > nur
    > > 20% wechselwillige. Zuwenig für andere Provider um dort zuzuschlagen.
    > Und
    > > den 20% bleibt garnichts anderes über als zu bleiben, mangels
    > Alternativen.
    > >
    > >
    > > Auch in Städten wo man viele Angebote hat, sieht das nicht besser aus.
    > Der
    > > Provider der nun seine 20% verliert, wird die dem Konkurrenten
    > aufhalsen,
    > > der aber genauso diese wegdrosselt. Die Kunden kommen vom Regen in die
    > > Traufe. Das liegt eben an ihren aufgerufenen Seiten. Wer für traffic
    > > bezahlt, bezahlt bei allen Providern etwas dazu. Und wenn ein Provider
    > > statt drosseln, nachrüstet, muss er seine Preise erhöhen und verliert
    > damit
    > > vieleicht seinerseits Kunden, die wegen dem Preis gehen.
    > >
    > > Nur solange wir alleine für das Internet bezahlen, haben wir auch einen
    > > Einfluss auf die Provider. Sobald unser Anteil an den Kosten sich
    > schmälert
    > > im Gesamtpott, sinkt auch unser Einfluss. Stell dir einfach mal vor, was
    > > auf den Strassen los wäre, wenn Firmen für ihre LKWs die linke Spur
    > > "mieten" könnten und damit eine Speederhöhung von 80 auf 90 bekommen.
    > Nur
    > > wenn gerade mal wenig los ist auf der Autobahn darfst du auch Gas geben.
    > > Statt LKW Überholverbot und wenigstens 130 auf der Linken spur, fahren
    > alle
    > > 80-90 und überholen kannst praktisch vergessen. Rechts sind ja trotzdem
    > > noch genug LKWs die es sich nicht leisten können. So würde kein
    > > Verkehrsfluss zustande kommen.
    >
    > Das mit den LKW ist ein verdammt schlechtes Beispiel.
    >
    > Ich hatte heute keinen Bock mehr und bin von Oberhausen mit 90 oder so nach
    > Frankfurt gefahren. Hörbuch an, Hirn aus. Hat wunderbar geklappt, ab und zu
    > mal Gas geben um eine Gruppe LKW zu überholen - aber selten, da die meisten
    > auch 90 fahren. Man schwimmt so mit.
    >
    > Erkenntnis: ca 30 Minuten später am Ziel, dafür habe ich im Vergleich zu
    > sonst den Spritverbrauch fast halbiert (interessiert mich aber nicht da ich
    > nicht zahle).
    > Viel wichtiger jedoch: ich kam nicht völlig durch an, sondern richtig
    > entspannt. Die A3 ist eine Höllengrube für die Nerven. Ständig eine
    > Arschgeige, die bergauf mit 100 auf die linke Spur zieht und dich
    > ausbremst. Ständig Tempolimits, die teils nur für 2 km aufgehoben werden -
    > da lohnt es sich nicht Gas zu geben, es geht nur auf die Nerven dann wieder
    > voll in die Eisen zu gehen. Man macht es aber trotzdem, obwohl es völlig
    > für den Arsch ist.
    >
    > Ich denke, wenn alle 90 oder 100 fahren würden, würde der Verkehr deutlich
    > besser fließen. Man müsste nur die Baustellen auch auf das Tempo hochsetzen
    > und vermutlich wäre man genauso schnell wie heute am Ziel - vielleich sogar
    > schneller.

    Dann doch bitte 30 Minuten schneller am Ziel sein... Täglich 30 Minuten unnötig auf der Autobahn verweilen? Danke aber ich verzichte. Take my Money.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.17 16:34 durch visienPL.

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    Microsoft
    Großer Widerstand gegen US-Zugriff auf weltweite Cloud-Daten

    Bürgerrechtler, Wirtschaftsverbände und Sicherheitsexperten unterstützen im Streit um den Zugang zu Daten auf Cloud-Servern im Ausland Microsoft. Sie warnen vor großer Rechtsunsicherheit und dem Ende der Privatheit im Netz.


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