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  5. › Netzneutralität: US-Behörde FCC…

Welche Lobby?

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  1. Welche Lobby?

    Autor: Mudder 23.11.17 - 09:22

    Hinter den meisten politischen Entscheidungen solcher Art steht ja in der Regel eine (wirtschaftliche) Lobby, welche entsprechend Vorteile daraus zieht. Aber wer steht alles hinter der Aufhebung der Netzneutralität?

    Persönlich würde ich auch ein großes Unternehmen wie AT&T nicht als so mächtig erachten sich gegen den Medienapparat und Internetriesen wie Google oder Facebook behaupten zu können.

    Und selbst wenn AT&T eine entsprechende politische Macht in den USA hat, wer treibt die Bestrebungen in Brüssel und Berlin voran?

  2. Re: Welche Lobby?

    Autor: MozartInAGoKart 23.11.17 - 09:30

    Mudder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Persönlich würde ich auch ein großes Unternehmen wie AT&T nicht als so
    > mächtig erachten sich gegen den Medienapparat und Internetriesen wie Google
    > oder Facebook behaupten zu können.

    Unterschätz die mal nicht. Comcast und Konsorten pumpen eine gewaltige Menge Geld da rein, weil eine gewaltige Menge Gewinn wartet. Und Sie haben viel ältere und tiefere Bindungen in der Politik, als die jungen Internetfirmen. Es geht also nicht nur rein darum, wer die meiste Kohle hat.

    > Und selbst wenn AT&T eine entsprechende politische Macht in den USA hat,
    > wer treibt die Bestrebungen in Brüssel und Berlin voran?

    Niemand. Die ganze Debatte um die FCC dreht sich nur um die USA. Die FCC ist keine globale Institution für das Internet, sondern die Behörde zur Regulierung von aller Art von Kommunikationswegen in den USA.
    Uns sollte dabei Sorgen machen, dass die USA eine Vorbildfunktion für die EU haben könnte, was das Thema angeht. Stichwort Stream On.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 23.11.17 09:34 durch MozartInAGoKart.

  3. Re: Welche Lobby?

    Autor: surelynot 23.11.17 - 09:43

    Mudder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber wer steht alles hinter der Aufhebung der Netzneutralität?

    Die vier großen DSL/Broadband ISPs Time Warner, Comcast, Verizon und Charter haben sich die US of A schön in Quasi-Monopole aufgeteilt, so dass sie sich kaum in die Quere kommen.

    "According to the FCC's latest Internet Access Services report (which is accurate as of 2015), just 24% of developed areas in America had at least two ISPs that offered official broadband speeds."
    (http://www.businessinsider.de/internet-isps-competition-net-neutrality-ajit-pai-fcc-2017-4?op=1)

    Wenn man da dann noch endlich die böse, böse Net Neutrality weg bekommt braucht man sich absolut keine Sorgen mehr um etwaige Konkurrenz zu machen.

  4. egal Welche Lobby

    Autor: LiPo 23.11.17 - 09:56

    du kannst dir ungefähr ausmalen wie der geldfluss ist:

    die ISP's wollen doppelt kassieren
    1. vom kunden dem sie internet anbieten
    2. von content firmen wie youtube/google und netflix (die das natürlich auf die kunden umlegen), indem sie ihnen androhen den traffic so weit zu begrenzen, dass sie umbenutzbar werden wenn sie nicht zahlen.

    damit die doppelt kassieren dürfen, müssen sie politiker schmieren - durch spenden.
    politiker nehmen das gerne an, und sehen noch die möglichkeit durch "lieb fragen" bei den ISP's andere internetangebote sperren zu lassen - RT, wikileaks und al-jazeera vielleicht.

    stell dir vor ein neues "collateral murder" video taucht auf, und die meisten können es nicht sehen, weil der traffic auf 1kbit gedrosselt wird.

  5. Re: Welche Lobby?

    Autor: .02 Cents 23.11.17 - 10:29

    > Und selbst wenn AT&T eine entsprechende politische Macht in den USA hat,
    > wer treibt die Bestrebungen in Brüssel und Berlin voran?

    Wer wäre das wohl in Deutschland - die Telekom natürlich. Da wird alles dafür getan, das Monopol der letzten Meile so weit wie möglich intakt zu halten - alle die Diskussionen über FTTH u.ä. drehen sich um nichts anderes. Die Diskussion, das die Telekom ihre eigenen Dienste bevorzugen und / oder Fremddienste ausbremsen will, ist auch schon sehr alt ...

  6. Re: Welche Lobby?

    Autor: Icestorm 23.11.17 - 10:46

    .02 Cents schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Und selbst wenn AT&T eine entsprechende politische Macht in den USA hat,
    > > wer treibt die Bestrebungen in Brüssel und Berlin voran?
    >
    > Wer wäre das wohl in Deutschland - die Telekom natürlich. Da wird alles
    > dafür getan, das Monopol der letzten Meile so weit wie möglich intakt zu
    > halten - alle die Diskussionen über FTTH u.ä. drehen sich um nichts
    > anderes. Die Diskussion, das die Telekom ihre eigenen Dienste bevorzugen
    > und / oder Fremddienste ausbremsen will, ist auch schon sehr alt ...

    Bei Allem muss man aber auch die Konkurrenz in die Pflicht nehmen, sich am Ausbau vermehrt zu beteiligen.
    Warum soll die Telekom bei neu verlegten Leitungen, nicht bei den zum Zeitpunkt der Aufteilung der ehemaligen Bundespost verlegten und vom Steuerzahler bezahlt, reine Diensteanbieter für Lau durchleiten?
    Zwanzig und mehr Jahre gingen seitdem ins Land, und immernoch fahren viele auf der Billigheimer-Geschäftsmodellschiene. Die sollen alle eine Dachgesellschaft gründen um Leitungen zu verlegen.

  7. Re: Welche Lobby?

    Autor: mnementh 23.11.17 - 13:49

    Mudder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hinter den meisten politischen Entscheidungen solcher Art steht ja in der
    > Regel eine (wirtschaftliche) Lobby, welche entsprechend Vorteile daraus
    > zieht. Aber wer steht alles hinter der Aufhebung der Netzneutralität?
    >
    > Persönlich würde ich auch ein großes Unternehmen wie AT&T nicht als so
    > mächtig erachten sich gegen den Medienapparat und Internetriesen wie Google
    > oder Facebook behaupten zu können.
    >
    > Und selbst wenn AT&T eine entsprechende politische Macht in den USA hat,
    > wer treibt die Bestrebungen in Brüssel und Berlin voran?
    Für Brüssel und Berlin kann ich Dir ganz klar Ross und Reiter benennen: die Deutsche Telekom. Europaweit kommen da noch ein paar weitere ehemalige staatliche Betreiber hinzu, die einen Großteil der Kunden aus historischen Gründen akkumuliert haben und damit die Macht haben Gebühren von Google und Netflix zu verlangen. Für die USA kenne ich die Situation nicht so.

  8. Re: Welche Lobby?

    Autor: mnementh 23.11.17 - 13:53

    MozartInAGoKart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mudder schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Persönlich würde ich auch ein großes Unternehmen wie AT&T nicht als so
    > > mächtig erachten sich gegen den Medienapparat und Internetriesen wie
    > Google
    > > oder Facebook behaupten zu können.
    >
    > Unterschätz die mal nicht. Comcast und Konsorten pumpen eine gewaltige
    > Menge Geld da rein, weil eine gewaltige Menge Gewinn wartet. Und Sie haben
    > viel ältere und tiefere Bindungen in der Politik, als die jungen
    > Internetfirmen. Es geht also nicht nur rein darum, wer die meiste Kohle
    > hat.
    >
    > > Und selbst wenn AT&T eine entsprechende politische Macht in den USA hat,
    > > wer treibt die Bestrebungen in Brüssel und Berlin voran?
    >
    > Niemand. Die ganze Debatte um die FCC dreht sich nur um die USA. Die FCC
    > ist keine globale Institution für das Internet, sondern die Behörde zur
    > Regulierung von aller Art von Kommunikationswegen in den USA.
    > Uns sollte dabei Sorgen machen, dass die USA eine Vorbildfunktion für die
    > EU haben könnte, was das Thema angeht. Stichwort Stream On.
    In der EU gibt es die Diskussion schon lange ebenfalls und der Einsatz für Netzneutralität der FCC bisher war kein Vorbild für die EU, die Lobbies haben da besser einen Zugriff gehabt. Erinnere Dich an Oettingers Gefasel, dass ein Auto das plötzlich links ausweichen muss das nicht kann, weil hinten die Kinder daddeln (das war auf so vielen Ebenen vermurkst, aber das lag daran, dass Oettinger die Vorlage der Lobbyisten nicht verstanden hat und das bei ihm dann völlig kaputt rauskam). Der Trick in der EU um Netzneutralität auszuhöhlen heißt Spezialdienste.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Netzneutralit%C3%A4t#Europ.C3.A4ische_Union

  9. Re: Welche Lobby?

    Autor: 0xDEADC0DE 23.11.17 - 16:30

    Icestorm schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei Allem muss man aber auch die Konkurrenz in die Pflicht nehmen, sich am
    > Ausbau vermehrt zu beteiligen.
    > Warum soll die Telekom bei neu verlegten Leitungen, nicht bei den zum
    > Zeitpunkt der Aufteilung der ehemaligen Bundespost verlegten und vom
    > Steuerzahler bezahlt, reine Diensteanbieter für Lau durchleiten?

    Unsinn, die mieten die Leitungen, das ist alles andere als "für Lau".

    > Zwanzig und mehr Jahre gingen seitdem ins Land, und immernoch fahren viele
    > auf der Billigheimer-Geschäftsmodellschiene. Die sollen alle eine
    > Dachgesellschaft gründen um Leitungen zu verlegen.

    Die Miete gering zu halten, aber Zusatzkosten für bestimmte Daten zu berechnen ist unfair allen gegenüber. Ist so als würde man für Eier für den Kuchen mehr bezahlen müssen als für Eier für das Frühstücksei. Ei ist Ei, das sollte auch so bleiben.

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