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Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

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  1. Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: Kaygeebee 17.02.15 - 22:01

    Im Kreis meiner Eltern in Hessen hat die Telekom lange Zeit nichts für den Breitbandausbau getan. Kleinere Orte hatten nicht einmal DSL. 16 Mbit/s bekam man nur, wenn man praktisch auf dem DSLAM Kasten wohnte, Realität waren eher 3 bis 6 Mbit/s. Dann hat Unitymedia massiv ausgebaut und plötzlich waren bis zu 150 Mbit/s möglich, plus TV und Telefon. Auf einmal baut die Telekom nun auch aus... Zufall? Wohl kaum.

    Man sieht sein altes Leitungsmonopol (die letzte Meile gehört ja nach wie vor der Telekom, auch wenn man einen Anschluss bei z.B. Vodafone oder O2 hat) dahinfließen. Und wer bleibt denn freiwillig bei der überteuerten und langsamen Telekom, wenn man für den gleichen Preis das vielfache der Geschwindigkeit bekommt?
    Außerdem kann die Telekom für Anschlüsse der Stadtwerke und/oder Kabelbetreiber keine Durchleitungsgebühr mehr verlangen, da ihnen das Netz nicht gehört. Sonst konnte man ja bequem mitverdienen, auch wenn der Anschluss gar nicht über einen selbst lief.

    Die Telekom kämpft mit Händen und Füßen, um ihre alte Monopolstellung zu bewahren. Und wenn man diese nicht mehr halten kann, dann vermiest man den anderen zumindest das Geschäft kaputt. Klar nach dem Motto "Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt!"

  2. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: Trockenobst 17.02.15 - 23:59

    Kaygeebee schrieb:
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    > plötzlich waren bis zu 150 Mbit/s möglich, plus TV und Telefon. Auf einmal
    > baut die Telekom nun auch aus... Zufall? Wohl kaum.

    Ich will der Telekom zugestehen, dass es gerne mal 1000x heißt "Ich will 50¤ im Monat für 200mbit/s" hier im Dorf zahlen. Und wenn man dann teuer verlegt, dann doch heißt "ach mir reichen 18er DSL für 30¤ doch irgendwie". Auch die FDDH-Anbieter rennen nicht mit Gold in den Taschen rum. Das ist schon ein Klein-Klein Geschäft. Man kann ja auch schlecht "sichere" Verträge machen, wo man erst in drei Jahren liefert.

    Das aber die Telekom zunehmend Investitionen dort macht, wo ein Konkurrent schon die Leute angefixt, auf "High Speed" getrimmt und auch schon Verträge rein geholt hat, ist sehr hässlich. Natürlich gibt es ein Mittelding zwischen Risiko und Aufwand, aber das wirkt schon sehr Marktmanipulierend.

    Die Konkurrenz hat die offensichtlich lange unversorgten Dörfer entdeckt, und die Telekom spürt mal den Wind des freies Marktes.

  3. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: Kaygeebee 18.02.15 - 00:48

    Trockenobst schrieb:
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    > Kaygeebee schrieb:
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    > -----
    > > plötzlich waren bis zu 150 Mbit/s möglich, plus TV und Telefon. Auf
    > einmal
    > > baut die Telekom nun auch aus... Zufall? Wohl kaum.
    >
    > Ich will der Telekom zugestehen, dass es gerne mal 1000x heißt "Ich will
    > 50¤ im Monat für 200mbit/s" hier im Dorf zahlen. Und wenn man dann teuer
    > verlegt, dann doch heißt "ach mir reichen 18er DSL für 30¤ doch irgendwie".
    > Auch die FDDH-Anbieter rennen nicht mit Gold in den Taschen rum. Das ist
    > schon ein Klein-Klein Geschäft. Man kann ja auch schlecht "sichere"
    > Verträge machen, wo man erst in drei Jahren liefert.
    >
    > Das aber die Telekom zunehmend Investitionen dort macht, wo ein Konkurrent
    > schon die Leute angefixt, auf "High Speed" getrimmt und auch schon Verträge
    > rein geholt hat, ist sehr hässlich. Natürlich gibt es ein Mittelding
    > zwischen Risiko und Aufwand, aber das wirkt schon sehr Marktmanipulierend.
    >
    > Die Konkurrenz hat die offensichtlich lange unversorgten Dörfer entdeckt,
    > und die Telekom spürt mal den Wind des freies Marktes.

    Sind ja nur "bis zu" 150 oder was-auch-immer Mbit/s. Für die meisten dürfte auch weniger ausreichen, was man auch billiger bekommt.
    Die Frechheit ist, dass Anschlüsse auf dem Land, gemessen am Mbit/s pro Euro Verhältnis, verdammt teuer sind. Wir bekommen momentan 100 Mbit/s ein Jahr für 20 und dann für 35 Euro im Monat (0,2 bzw. 0,35 Euro pro Mbit/s), meine Eltern zahlen für 4-5 Mbit/s 35 Euro im Monat (7 bis 8 Euro pro Mbit/s). Preis-Leistungs Verhältnis direkt aus der Hölle.

    Ich hatte vor einigen Monaten mal ein nettes Gespräch mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung meiner Eltern und bin irgendwann auf das Thema Breitbandausbau gekommen. Der Mitarbeiter sagte mir nur, dass die Telekom, ohne die Aussicht auf eine beträchtliche Förderungen von Land und Stadt, nicht mal auf Anfragen geantwortet hat.
    Erst als man einen beträchtlichen Teil der Kosten tragen wollte, kamen Angebote zum Ausbau. "Marktgetriebener Ausbau" ist nur ein Euphemismus für "Gewinne in eurem Scheißdorf sind uns zu gering", so der O-Ton. Und Gewinne sind natürlich fetter, wenn jemand für einen die Kosten trägt und einem dann quasi das Produkt schenkt.

  4. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: wire-less 18.02.15 - 07:51

    Kaygeebee schrieb:
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    > Die Telekom kämpft mit Händen und Füßen, um ihre alte Monopolstellung zu
    > bewahren. Und wenn man diese nicht mehr halten kann, dann vermiest man den
    > anderen zumindest das Geschäft kaputt. Klar nach dem Motto "Wenn wir nicht
    > gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt!"

    Es kämpfen hier mehrere Monopolisten gegeneinander. Der Telekom gehört das alte Kupfernetz. Den Kabelgesellschaften gehört das alte Coax-Kabel. Die Stadtwerke haben Zugang zu den Häusern und Straßen über Strom, Gas und Wasser.

    Die Stadtwerke haben den Vorteil das sie im Rahmen von Erneuerungen recht billig Kabel nachziehen können die dann auch bis ins Haus gehen. Einige Weitsichtige machen das schon länger und haben Leerrohre verlegt. Bei Neubauten werfen Sie einfach das Leerrohr mit dazu.

    Natürlich muss die Telekom als Unternehmen sich dem Wettbewerb stellen. Das Geld wird in den Städten verdient. Hier muss die Telekom Doppelausbau betreiben um ihre Position zu halten. Wer ihr das verwehrt darf hinterher nicht über Entlassungen jammern.

    Wenn Wettbewerb nicht gewünscht ist dann muss man die Telekom verstaatlichen und die Stadtwerke verpflichten dieser Staatlichen Organisation zuzuarbeiten. Dann würden sich alle Beteiligten aber deutlich weniger Mühe geben. So ist das mit Staatsunternehmen ohne Wettbewerb.

    Ein fairer offener Markt wird das aber nie. Dazu ist zu viel Staatliche Förderung (z.B. Bayern 1,5 Milliarden) unterwegs + ehemals öffentliche Infrastruktur + lokalpolitisch gesteuerte Stadtwerke + Regulierung

  5. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: Aquier88 18.02.15 - 07:58

    Trockenobst schrieb:
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    > Kaygeebee schrieb:
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    > > plötzlich waren bis zu 150 Mbit/s möglich, plus TV und Telefon. Auf
    > einmal
    > > baut die Telekom nun auch aus... Zufall? Wohl kaum.
    >
    > Ich will der Telekom zugestehen, dass es gerne mal 1000x heißt "Ich will
    > 50¤ im Monat für 200mbit/s" hier im Dorf zahlen. Und wenn man dann teuer
    > verlegt, dann doch heißt "ach mir reichen 18er DSL für 30¤ doch irgendwie".
    > Auch die FDDH-Anbieter rennen nicht mit Gold in den Taschen rum. Das ist
    > schon ein Klein-Klein Geschäft. Man kann ja auch schlecht "sichere"
    > Verträge machen, wo man erst in drei Jahren liefert.
    >
    > Das aber die Telekom zunehmend Investitionen dort macht, wo ein Konkurrent
    > schon die Leute angefixt, auf "High Speed" getrimmt und auch schon Verträge
    > rein geholt hat, ist sehr hässlich. Natürlich gibt es ein Mittelding

    Du glaubst doch nicht das die Telekom dadurch auch nur einen Cent Verlust macht wenn ein anderer Anbieter Ihre Leitung benutzt...

  6. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: wire-less 18.02.15 - 08:10

    Kaygeebee schrieb:
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    > Trockenobst schrieb:
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    > > Kaygeebee schrieb:
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    > > > plötzlich waren bis zu 150 Mbit/s möglich, plus TV und Telefon. Auf
    > > einmal
    > > > baut die Telekom nun auch aus... Zufall? Wohl kaum.
    > >
    > > Ich will der Telekom zugestehen, dass es gerne mal 1000x heißt "Ich will
    > > 50¤ im Monat für 200mbit/s" hier im Dorf zahlen. Und wenn man dann teuer
    > > verlegt, dann doch heißt "ach mir reichen 18er DSL für 30¤ doch
    > irgendwie".
    > > Auch die FDDH-Anbieter rennen nicht mit Gold in den Taschen rum. Das ist
    > > schon ein Klein-Klein Geschäft. Man kann ja auch schlecht "sichere"
    > > Verträge machen, wo man erst in drei Jahren liefert.
    > >
    > > Das aber die Telekom zunehmend Investitionen dort macht, wo ein
    > Konkurrent
    > > schon die Leute angefixt, auf "High Speed" getrimmt und auch schon
    > Verträge
    > > rein geholt hat, ist sehr hässlich. Natürlich gibt es ein Mittelding
    > > zwischen Risiko und Aufwand, aber das wirkt schon sehr
    > Marktmanipulierend.
    > >
    > > Die Konkurrenz hat die offensichtlich lange unversorgten Dörfer
    > entdeckt,
    > > und die Telekom spürt mal den Wind des freies Marktes.
    >
    > Sind ja nur "bis zu" 150 oder was-auch-immer Mbit/s. Für die meisten dürfte
    > auch weniger ausreichen, was man auch billiger bekommt.
    > Die Frechheit ist, dass Anschlüsse auf dem Land, gemessen am Mbit/s pro
    > Euro Verhältnis, verdammt teuer sind. Wir bekommen momentan 100 Mbit/s ein
    > Jahr für 20 und dann für 35 Euro im Monat (0,2 bzw. 0,35 Euro pro Mbit/s),
    > meine Eltern zahlen für 4-5 Mbit/s 35 Euro im Monat (7 bis 8 Euro pro
    > Mbit/s). Preis-Leistungs Verhältnis direkt aus der Hölle.

    Dein "aus der Hölle" zeigt genau das Problem. 35 Euro ist Peanuts gegenüber Grabarbeiten, Technik ... Das reicht nicht mal dafür das der Bautrupp sein Klohäuschen aufstellt.
    Wäre es deine Firma oder wärst du Aktionär würdest du ganz anders reden.

    >
    > Ich hatte vor einigen Monaten mal ein nettes Gespräch mit einem Mitarbeiter
    > der Stadtverwaltung meiner Eltern und bin irgendwann auf das Thema
    > Breitbandausbau gekommen. Der Mitarbeiter sagte mir nur, dass die Telekom,
    > ohne die Aussicht auf eine beträchtliche Förderungen von Land und Stadt,
    > nicht mal auf Anfragen geantwortet hat.
    > Erst als man einen beträchtlichen Teil der Kosten tragen wollte, kamen
    > Angebote zum Ausbau. "Marktgetriebener Ausbau" ist nur ein Euphemismus für
    > "Gewinne in eurem Scheißdorf sind uns zu gering", so der O-Ton. Und Gewinne
    > sind natürlich fetter, wenn jemand für einen die Kosten trägt und einem
    > dann quasi das Produkt schenkt.

  7. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: LinuxMcBook 18.02.15 - 08:14

    Kaygeebee schrieb:
    > Die Frechheit ist, dass Anschlüsse auf dem Land, gemessen am Mbit/s pro
    > Euro Verhältnis, verdammt teuer sind. Wir bekommen momentan 100 Mbit/s ein
    > Jahr für 20 und dann für 35 Euro im Monat (0,2 bzw. 0,35 Euro pro Mbit/s),
    > meine Eltern zahlen für 4-5 Mbit/s 35 Euro im Monat (7 bis 8 Euro pro
    > Mbit/s). Preis-Leistungs Verhältnis direkt aus der Hölle.

    Die Frechheit ist, dass Anschlüsse auf dem Land, gemessen an km-Leitungslänge pro Euro Verhältnis, verdammt billig sind. Wir bekommen momentan 800 Meter Leitung (und entsprechend geringen technischen Aufwand) für 25 Euro im Monat (über 31¤ pro Kilometer), meine Eltern zahlen für 5 km 36 Euro im Monat (6 Euro pro Kilometer). Preis-Leistungs Verhältnis direkt aus dem Himmel.

  8. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: plutoniumsulfat 18.02.15 - 09:05

    Hier ein P/L-Verhältnis zu vergleichen, ist Mist. So ein Anschluss kostet eben eine bestimmte Mindestsumme, das sind feste Kosten. Die sind von der gelieferten Geschwindigkeit vollkommen unabhängig.

  9. Re: Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt

    Autor: 486dx4-160 26.02.15 - 23:36

    > Ein fairer offener Markt wird das aber nie. Dazu ist zu viel Staatliche
    > Förderung (z.B. Bayern 1,5 Milliarden) unterwegs + ehemals öffentliche
    > Infrastruktur + lokalpolitisch gesteuerte Stadtwerke + Regulierung

    Ein fairer, offener Markt würde hier aber erheblich mit den Interessen der Bürger kollidieren und wäre volkswirtschaftlicher Unfug. Infrastruktur muss fair verteilt sind und nicht nach Marktgesichtspunkten, sonst kracht der Markt auch noch mit Vollgas gegen die Demokratie.

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