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Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

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  1. Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: xmaniac 01.01.18 - 13:54

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Es geht nur darum, dass ausländische Soziale Netzwerke nun auch Dinge löschen sollen, die auch schon vorher in deutschen Foren gelöscht werden mussten (wie hier auf Golem) weil diese EINDEUTIG STRAFBAR sind.

    Früher gab es mal sowas wie Nettiquette, Moderatoren löschten was sie für ungut hielten selbst bevor es eindeutig strafbare Äußerungen waren - und das Internet war besser.

    Das verbreiten eindeutig strafbarer Äußerungen hat auch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Alles was Meinung ist, wird hiervon nicht betroffen sein. Und selbst wenn z.B. Facebook mal etwas zu voreilig löschen sollte, obwohl es nicht ganz sicher strafbar ist... Herrje was ist das dann für eine Meinung. Die darf derjenige dann immer noch auf die Straße brüllen, als Flugblatt verteilen oder auf seiner eingehen Homepage schreiben.

    Aber man hat doch im Sinne der Meinungsfreiheit keinen Anspruch darauf, dass große Tageszeitungen jedes gerade eben nicht strafbare Hasspampflet abdrücken. Für was kämpfen hier den einige, was für ein Internet wollt ihr denn bitte? Was ist das für ein Verständnis von Meinungsfreiheit, andere dazu zu verpflichten die eigene Meinung zu teilen?

    Mit ein bisschen Netiquette war es besser, auch wenn ich das aufgrund immenser Dummheit vieler selbst nicht immer schaffe. Dann lamentiere ich aber auch nicht über Meinungsfreiheit, wenn es ein Moderator löscht... und nicht vergessen, hier geht es nur darum strafbare Äußerungen wie Mordaufrufe, Beleidigung etc. auf Facebook zu entfernen, wie es hier auf Golem selbstverständlich ist.

  2. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: SelfEsteem 01.01.18 - 14:02

    xmaniac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe die Aufregung nicht. Es geht nur darum, dass ausländische
    > Soziale Netzwerke nun auch Dinge löschen sollen, die auch schon vorher in
    > deutschen Foren gelöscht werden mussten (wie hier auf Golem) weil diese
    > EINDEUTIG STRAFBAR sind.

    "EINDEUTIG STRAFBAR" ist nicht immer so EINDEUTIG wie Du es dir vorstellen magst.

    Der Rest des Geschreibsels ist jetzt garkeine weitere Beachtung wert.

  3. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: xmaniac 01.01.18 - 14:14

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > xmaniac schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich verstehe die Aufregung nicht. Es geht nur darum, dass ausländische
    > > Soziale Netzwerke nun auch Dinge löschen sollen, die auch schon vorher
    > in
    > > deutschen Foren gelöscht werden mussten (wie hier auf Golem) weil diese
    > > EINDEUTIG STRAFBAR sind.
    >
    > "EINDEUTIG STRAFBAR" ist nicht immer so EINDEUTIG wie Du es dir vorstellen
    > magst.
    >
    > Der Rest des Geschreibsels ist jetzt garkeine weitere Beachtung wert.

    Der Rest bezieht sich darauf, dass es vermutlich auch um “grenzwertig strafbare“ Äußerungen nicht schade ist! Und dass es nichts mit Meinungsfreiheit oder Zensur zu tun hat, wenn du andere dazu verpflichten möchtest sowas für dich zu teilen. War wohl zu viel erwartet, dass du es verstehst...

  4. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: SelfEsteem 01.01.18 - 14:17

    xmaniac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Rest bezieht sich darauf, dass es vermutlich auch um “grenzwertig
    > strafbare“ Äußerungen nicht schade ist! Und dass es nichts mit
    > Meinungsfreiheit oder Zensur zu tun hat, wenn du andere dazu verpflichten
    > möchtest sowas für dich zu teilen. War wohl zu viel erwartet, dass du es
    > verstehst...

    Was DU als "grenzwertig strafbar" ansiehst und dann gemeinsam mit deinen Kumpels meldest, muss noch lange nicht wirklich "grenzwertig strafbar" sein.
    Und ob es schade darum ist, bewertest sicher nicht du.
    Kam jetzt nicht nur einmal vor, dass irgendwelche SJWs etwas voellig falsch interpretiert und deswegen auf dem Meldebutton rumgetrommelt haben.

    Und fang garnicht erst mit "verstehen" an. Zu "verstehen" gibt es in dem Post nichts.

  5. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Apfelbrot 01.01.18 - 15:35

    xmaniac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe die Aufregung nicht. Es geht nur darum, dass ausländische
    > Soziale Netzwerke nun auch Dinge löschen sollen, die auch schon vorher in
    > deutschen Foren gelöscht werden mussten (wie hier auf Golem) weil diese
    > EINDEUTIG STRAFBAR sind.

    So eindeutig ist das nicht und durch das neue Gesetz werden die Netzwerke nun gezwungen schnell und hastig zu entscheiden.
    Was dazu führt dass auch dinge gelöscht werden die am Ende gar nicht strafbar waren.
    Es öffnet Trollen und Leuten die gewisse Meinungen unterdrücken wollen nun Tür und Tor.

    > Früher gab es mal sowas wie Nettiquette, Moderatoren löschten was sie für
    > ungut hielten selbst bevor es eindeutig strafbare Äußerungen waren - und
    > das Internet war besser.

    Das Internet war nicht besser, du hattest nur weniger Reichweite mit dem Stuss den du geschrieben hattest.

    Wenn außerdem die Entscheidung vom Moderator kahm, in Ordnung.
    Hier wird man nun aber genötigt binne 24 Stunden eine Entscheidung zu treffen.
    Hurtig Hurtig schnell schnell.

    > Das verbreiten eindeutig strafbarer Äußerungen hat auch nichts mit
    > Meinungsfreiheit zu tun. Alles was Meinung ist, wird hiervon nicht
    > betroffen sein. Und selbst wenn z.B. Facebook mal etwas zu voreilig löschen
    > sollte, obwohl es nicht ganz sicher strafbar ist... Herrje was ist das dann
    > für eine Meinung.

    Vermutlich eine Intelligentere als das was du gerade zum besten gibst?
    Alles was Facebook voreilig löscht scheint also doch schlecht gewesen zu sein? Die haben nie Fehler gemacht?

    > Die darf derjenige dann immer noch auf die Straße
    > brüllen, als Flugblatt verteilen oder auf seiner eingehen Homepage schreiben.

    Du hast auch nicht im geringsten kapiert worum es geht hier.

    > Aber man hat doch im Sinne der Meinungsfreiheit keinen Anspruch darauf,
    > dass große Tageszeitungen jedes gerade eben nicht strafbare Hasspampflet
    > abdrücken.

    Welches Tageszeitung? Was ist das für ein zusammenhangloses gefasel?
    Wo will irgend jemand eine Tageszeitung zwingen etwas zu drucken?
    Hast du nicht verstanden dass Social Media keine Zeitung ist?

    > Für was kämpfen hier den einige, was für ein Internet wollt ihr
    > denn bitte?

    Eines dass nicht von Wirrköpfen wie dir oder unseren Politikern kaputtzensiert wird, nur weil sie Zusammenhänge kapieren.

    > Was ist das für ein Verständnis von Meinungsfreiheit, andere
    > dazu zu verpflichten die eigene Meinung zu teilen?

    Was ist das für eine Meinungsfreiheit, andere dazu verpflichten unangenehme Meinungen zu löschen?

    > Mordaufrufe, Beleidigung etc. auf Facebook zu entfernen, wie es hier auf
    > Golem selbstverständlich ist.

    Beleidigung als Straftat ist auch wieder so ein typisch deutsches Konstrukt.
    Mordaufrufe wurden von Facebook schon immer gelöscht, und auch zur Anzeige gebracht. Ist auch den USA mit Haftstrafe belegt. Auch wenn das nicht in dein Weltbild passen mag.

  6. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Ispep 01.01.18 - 16:16

    xmaniac schrieb:
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    > SelfEsteem schrieb:
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    > > xmaniac schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
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    > > > Ich verstehe die Aufregung nicht. Es geht nur darum, dass ausländische
    > > > Soziale Netzwerke nun auch Dinge löschen sollen, die auch schon vorher
    > > in
    > > > deutschen Foren gelöscht werden mussten (wie hier auf Golem) weil
    > diese
    > > > EINDEUTIG STRAFBAR sind.
    > >
    > > "EINDEUTIG STRAFBAR" ist nicht immer so EINDEUTIG wie Du es dir
    > vorstellen
    > > magst.
    > >
    > > Der Rest des Geschreibsels ist jetzt garkeine weitere Beachtung wert.
    >
    > Der Rest bezieht sich darauf, dass es vermutlich auch um “grenzwertig
    > strafbare“ Äußerungen nicht schade ist! Und dass es nichts mit
    > Meinungsfreiheit oder Zensur zu tun hat, wenn du andere dazu verpflichten
    > möchtest sowas für dich zu teilen. War wohl zu viel erwartet, dass du es
    > verstehst...

    Also das gesamte Internet löschen?

    Wenn etwas grenzwertig strafbar ist, bedeutet das schlicht, es ist vollkommen legal.

    Es ist schon erstaunlich lächerlich, wie einige diese Denunziantengestapogesetzgebung dazu nutzen wollen, nur noch die eigene Meinung gelten zu lassen.

    Wenn dir nicht gefällt, was auf Facebook steht, dann nutze es halt nicht. Machen im übrigen über 50% der Deutschen, die sind da nicht angemeldet und es findet für sie faktisch nicht statt.

  7. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: MarioWario 01.01.18 - 18:28

    Nettiquette war in einem technischerem Internet in der Tat OK, aber Internet als Massenmedium hat leider eine eigene Dynamik (siehe die Häme beim Tod von Dirk Bach).

    Nach wie vor ist ein Zensurgesetz genauso wie die Pfründe des Leistungsschutzrechtes eine Art der Perversion unseres Rechtssystems - anyway. Wir haben damit vorerst zu leben - genauso wie mit der Vorratsdatenspeicherung - aber mein Vertrauen in diese Republik schwindet von Tag zu Tag (ich verstehe heute warum die Weimarer Republik untergegangen ist).

  8. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: xmaniac 01.01.18 - 18:46

    Ispep schrieb:
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    > xmaniac schrieb:
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    > > SelfEsteem schrieb:
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    > > > xmaniac schrieb:
    > > >
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    > > > > Ich verstehe die Aufregung nicht. Es geht nur darum, dass
    > ausländische
    > > > > Soziale Netzwerke nun auch Dinge löschen sollen, die auch schon
    > vorher
    > > > in
    > > > > deutschen Foren gelöscht werden mussten (wie hier auf Golem) weil
    > > diese
    > > > > EINDEUTIG STRAFBAR sind.
    > > >
    > > > "EINDEUTIG STRAFBAR" ist nicht immer so EINDEUTIG wie Du es dir
    > > vorstellen
    > > > magst.
    > > >
    > > > Der Rest des Geschreibsels ist jetzt garkeine weitere Beachtung wert.
    > >
    > > Der Rest bezieht sich darauf, dass es vermutlich auch um
    > “grenzwertig
    > > strafbare“ Äußerungen nicht schade ist! Und dass es nichts mit
    > > Meinungsfreiheit oder Zensur zu tun hat, wenn du andere dazu
    > verpflichten
    > > möchtest sowas für dich zu teilen. War wohl zu viel erwartet, dass du es
    > > verstehst...
    >
    > Also das gesamte Internet löschen?
    >
    > Wenn etwas grenzwertig strafbar ist, bedeutet das schlicht, es ist
    > vollkommen legal.
    >
    > Es ist schon erstaunlich lächerlich, wie einige diese
    > Denunziantengestapogesetzgebung dazu nutzen wollen, nur noch die eigene
    > Meinung gelten zu lassen.
    >
    > Wenn dir nicht gefällt, was auf Facebook steht, dann nutze es halt nicht.
    > Machen im übrigen über 50% der Deutschen, die sind da nicht angemeldet und
    > es findet für sie faktisch nicht statt.

    Also eindeutig Strafbar ist in den betreffenden Bereichen leicht zu erkennen, da braucht hier niemand so zu tun als ob das besonders kompliziert wäre, z.B. einen klar formulierten Mordaufruf zu erkennen.

    Wer so etwas nicht als eindeutig Strafbar erkennt hat wirklich einen an der Waffel oder andere Pläne!

    Grenzwertig strafbar (und darum geht es schon nicht mehr), währen dann z.B. verklausulierte Morddrohungen. Nichtmal grenzwertig Strafbar ist jedes normale Verhalten. Ist schon unglaublich kompliziert, aber nur wenn man keinen moralischen Kompass hat.

    Übrigens währe es nichtmal Zensur oder eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, wenn Facebook beschließt sich vorsorglich ganz abzuschalten.

    Es soll doch nur durchsetzbar werden, was schon seit jeher für sämtliche deutschen Foren gilt. Wo ist dort euer Aufschrei, auch bei Golem Morddrohungen und Volksverhetzung schreiben zu dürfen? Voll die Zensur hier, und das schon immer!

  9. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: SelfEsteem 01.01.18 - 19:13

    xmaniac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also eindeutig Strafbar ist in den betreffenden Bereichen leicht zu
    > erkennen, da braucht hier niemand so zu tun als ob das besonders
    > kompliziert wäre, z.B. einen klar formulierten Mordaufruf zu erkennen.
    >
    > Wer so etwas nicht als eindeutig Strafbar erkennt hat wirklich einen an der
    > Waffel oder andere Pläne!

    Ohje
    Ein Aufruf zum Mord ist eindeutig strafbar, korrekt. Ob etwas jedoch auch wirklich ein Aufruf zum Mord ist, ist deutlich weniger eindeutig. Mal etwas von Sarkasmus gehoert? Manch einer schnallt diesen nicht.

    Nimm den Ausdruck "wer X tut, gehoert erschlagen". Ist hier in Bayern ein Ausdruck fuer "man sollte das wirklich nicht tun, es ist eine wirklich schlechte Idee" oder auch "wer das tut, ist dumm" und bedeutet NICHT, dass irgendwer wirklich verletzt werden sollte. Nichts weiter als eine Redewendung. Was meinst du, wie viele Leute das nicht schnallen und darin einen Gewaltaufruf sehen? Das ist schon hier im Golem-Forum vorgefallen und du willst Leuten etwas von "eindeutig" erzaehlen? Unsinn.
    Das Statement des Mods geistert noch irgendwo in meinem Postfach herum.


    > Grenzwertig strafbar (und darum geht es schon nicht mehr), währen dann z.B.
    > verklausulierte Morddrohungen. Nichtmal grenzwertig Strafbar ist jedes
    > normale Verhalten. Ist schon unglaublich kompliziert, aber nur wenn man
    > keinen moralischen Kompass hat.
    Auch hier wieder: Aus einem Witz, aus Ironie oder Sarkasmus, aus einem Fachausdruck eines fremden Feldes, kannst du alles eine "verklausulierte Morddrohung" machen.
    "Du kommst aufs Killfile". Ist das eine Morddrohung? Geht es da um eine Datei mit zukuenftigen Zielen fuer Morde? Oder geht es schlicht um einen Spamfilter? Richtig ist letzteres, aber wie schnell wird das jemand falschverstehen - insbesondere wenn es einer falsch verstehen will?

    Den "moralischen Kompass" braucht man ohne jegliche Menschenkenntnis nun auch nicht anfuehren.


    > Übrigens währe es nichtmal Zensur oder eine Einschränkung der
    > Meinungsfreiheit, wenn Facebook beschließt sich vorsorglich ganz
    > abzuschalten.
    Wenn Facebook selbst es beschliesst, dann waere es keine Zensur. Wenn Facebook dies jedoch beschliesst, weil es dem Druck nicht laenger standhalten kann oder will, dann kannst du das logisch nicht mehr von Zensur trennen, egal wie du dich verbiegst.


    > Es soll doch nur durchsetzbar werden, was schon seit jeher für sämtliche
    > deutschen Foren gilt. Wo ist dort euer Aufschrei, auch bei Golem
    > Morddrohungen und Volksverhetzung schreiben zu dürfen? Voll die Zensur
    > hier, und das schon immer!
    *seufz*

  10. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 01.01.18 - 19:18

    xmaniac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Früher gab es mal sowas wie Nettiquette, Moderatoren
    > löschten was sie für ungut hielten selbst bevor es
    > eindeutig strafbare Äußerungen waren - und das
    > Internet war besser.

    Dem würde ich beipflichten, allerdings ist dieser Zustand nicht wiederherstellbar. Die Netiquette waren ein Verhaltenskodex unter den "Netizens", als diese noch eine vergleichbar überschaubare Gemeinschaft darstellten , welche sich zudem deutlich pflegeleichter zusammensetzte - es hatte eben nicht jedermann einen Internetzugang. Heutzutage sind ein paar Millionen Menschen zusätzlich online und darunter Vollpfosten, die man damals in keiner der eher familiären Online-Communites geduldet hätte.

    > Das verbreiten eindeutig strafbarer Äußerungen
    > hat auch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Alles
    > was Meinung ist, wird hiervon nicht betroffen sein.

    Das sehe ich nicht so. Meinungsfreiheit ist nicht Redefreiheit und bedeutet erst einmal nur, dass man jeder Meinung sein, nicht jedoch, dass man sie öffentlich äußern darf.
    Das Problem ist: Hier sollen Unternehmen erkennen, was strafbar ist und die Unternehmen wälzen die Verantwortung so weit auf die Nutzer ab, wie es ihnen gerade noch möglich ist.

    Es gibt genug Meinungsäußerungen, die ich zum Kotzen finde, welche allerdings nicht strafbar sind. Ich muss nun entscheiden, ob ich sie melde und ein Unternehmen muss binnen 24 Stunden entscheiden, ob meine Meldung gerechtfertigt ist. Da ist es absehbar, dass im Zweifelsfall lieber einmal zu viel als zu wenig gelöscht wird.

    Dies wiederum dürfte problematisch werden, wenn dieses fehleranfällige Verfahren von Nutzern instrumentalisiert wird, um andere Nutzer mundtot zu machen. Wir haben inzwischen sehr organisierte Gruppen verschiedenster Ideologie, die das systematisch betreiben werden und das Ergebnis dürfte das gelegentliche und verschmerzbare Löschen von Beiträgen bei weitem überschreiten.

    > und nicht vergessen, hier geht es nur darum strafbare
    > Äußerungen wie Mordaufrufe, Beleidigung etc. auf
    > Facebook zu entfernen, wie es hier auf Golem
    > selbstverständlich ist.

    Wenn dem so wäre, bräuchten wir kein NetzDG. Beim Auffinden strafbarer Äußerungen konnte man auch vorher schon Strafanzeige erstatten und es parallel dem Betreiber der jeweiligen Plattform melden. Wenn dieser jetzt unter Druck ist, diese Inhalte schnellstmöglich zu entfernen, dürfte das die Strafverfolgung eher erschweren.

  11. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Umaru 01.01.18 - 19:22

    Das Problem ist nur, wenn ich behaupte, dass eine Person meiner Meinung nach erschossen werden sollte - wo ist da die Grenze zwischen Aufruf zum Mord und meiner Meinung? Ich kann das nicht auseinanderhalten - da kommt garantiert irgendwer und hält das für einen direkten Aufruf zum Mord. Vielleicht ist es das sogar. Ich weiß es nicht!
    Man hätte zum NetzDG einen ordentlichen Erlaubte-Meinung-Katalog mitliefern können, auch mit solchen scharfen Differenzierungen >.<

  12. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Lapje 01.01.18 - 19:25

    Umaru schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist nur, wenn ich behaupte, dass eine Person meiner Meinung
    > nach erschossen werden sollte - wo ist da die Grenze zwischen Aufruf zum
    > Mord und meiner Meinung?

    Wieso musst Du überhaupt schreiben, dass eine Person erschossen gehört? Hier fängt das verquerte Denken doch schon an.

  13. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: SelfEsteem 01.01.18 - 19:35

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso musst Du überhaupt schreiben, dass eine Person erschossen gehört?
    > Hier fängt das verquerte Denken doch schon an.

    Vermutlich weil das schlicht eine Redewendung ist, die keinesfalls woertlich auzulegen ist.
    Das verquere Denken zeigt sich eher bei dir, wenn du meinst, Sprache waere immer eindeutig.

  14. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Umaru 01.01.18 - 19:37

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso musst Du überhaupt schreiben, dass eine Person erschossen gehört?
    > Hier fängt das verquerte Denken doch schon an.

    Menschliche Abgründe, soll ja vorkommen. Man kann diesen Umstand natürlich auch freundlicher ausdrücken, aber das ergibt ja kein ehrliches Meinungsbild mehr. So kann der sprachlich gut Ausgestattete einfach alles von sich geben, während der Prolet nur die Option hat, seine Meinung lieber gar nicht zu äußern, weil er es nicht besser ausdrücken kann. Das verzerrt IMHO das Meinungsbild. Lieber steht im Internet was Deftiges, aber dann weiß wenigstens jeder, was Sache ist, anstatt dass es ewig vor sich herbrodelt.
    Aber ich gebe zu, dass das zu einer Kaskade von Gewaltaufrufen führen kann, nur finde ich diese Unsicherheit vor der eigenen Meinung auch schlecht.

  15. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Lapje 01.01.18 - 19:42

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lapje schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wieso musst Du überhaupt schreiben, dass eine Person erschossen gehört?
    > > Hier fängt das verquerte Denken doch schon an.
    >
    > Vermutlich weil das schlicht eine Redewendung ist, die keinesfalls
    > woertlich auzulegen ist.
    > Das verquere Denken zeigt sich eher bei dir, wenn du meinst, Sprache waere
    > immer eindeutig.

    Ach so, nur weil es in irgendeinem "Dorf" eine Redewendung ist, ist es gleich eine Allgemeingültigkeit? Seltsam dass ich solch eine Redewendung nicht in den Mund nehme. Und ja, wenn ich die Wahl habe, Dinge auch anderes auszudrücken, dann ist Sprache eindeutig.

  16. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: SelfEsteem 01.01.18 - 19:48

    Umaru schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber ich gebe zu, dass das zu einer Kaskade von Gewaltaufrufen führen kann,

    Nope, das kannst du nicht zugeben. Da ist ein Thema fuer studierte Psychologen, die sich das in Langzeitstudien ansehen sollten.

    Die Gegenthese ist, dass sich der Druck eher abbaut. Fuer beides gibt es bislang gleich viele bzw. wenige Hinweise.
    Wer behauptet, das eine oder das andere waere "die Wahrheit" ist wahlweise ein Luegner, oder ein Traeumer.

    Klar kann sagen "WENN eine solche Resonanz zwischen den Leuten entsteht und die sich hochschaukeln, dann hat Facebook eine hoehere Tragweite", aber wie es ueber laengere Zeitraeume im Vergleich zu privaten Foren / Raeumen / Fussballvereinen / etc. aussieht bzw. ob sich dann mehr oder weniger Leute aufschaukeln und ob sie sich staerker oder schwaecher aufschaukeln, weiss einfach kein Mensch.
    Durchaus moeglich, dass der Effekt solcher Gesetze am Ende das Gegenteil dessen ist, was man sich erhofft hat.

    Falls jemand doch von Studien weiss, die auch reproduziert werden konnten (alles andere ist imo eher wertlos), dann lasse ich mich gern eines besseren belehren.

  17. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: muhzilla 01.01.18 - 19:50

    Objektivität, Höflichkeit und Respekt sind keine Eigenschaften die schlauen Menschen vorbehalten sind. Man hat jederzeit die Wahl sich wie ein proletenhaftes Arschloch auszudrücken oder einen Weg zu wählen, bei dem man von anderen auch Ernst genommen wird, wenn man den Mund aufmacht. Das hat nichts mit verzerrtem Meinungsbild zu tun, sondern mit der Unfähigkeit Einzelner sich wie ein Mensch zu verhalten.

  18. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Umaru 01.01.18 - 19:51

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach so, nur weil es in irgendeinem "Dorf" eine Redewendung ist, ist es
    > gleich eine Allgemeingültigkeit? Seltsam dass ich solch eine Redewendung
    > nicht in den Mund nehme. Und ja, wenn ich die Wahl habe, Dinge auch anderes
    > auszudrücken, dann ist Sprache eindeutig.

    Du hast die Wahl, weil du einfach reflektiert genug bist, oder nennen wir es "schlau".
    Du denkst, bevor du sprichst und schreibst, oder sogar währenddessen. Das ist eine privilegierte Stellung, die nicht jeder inne hat - aber trotzdem möchte ich die Meinung jener Person hören, denn auch aus "X gehört erschossen!" kann ich Unzufriedenheit und Misstände herauslesen, die ich im zweiten Schritt erfragen kann. Ich sehe hier sogar eine Verantwortung, das Gespräch zu suchen, und garantiert wird die nächste Antwort anders und vor allem erhellender ausfallen. Ist natürlich eine sehr ... positive Sichtweise. Vielleicht ist der Typ auch wirklich ein Killer, der nicht selber killen möchte. Aber wenn es soviele davon gibt, haben wir ganz andere Probleme - und gut, dass wir es sehen.

  19. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: Umaru 01.01.18 - 19:56

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Gegenthese ist, dass sich der Druck eher abbaut. Fuer beides gibt es
    > bislang gleich viele bzw. wenige Hinweise.

    Das wäre mein zweiter Gedanke gewesen, aber ich traute mich nicht, ihn zu äußern, weil ich genug Beispiele aus Imageboards kenne, wo eine regelrechte Progromstimmung gegen Menschen erzeugt werden kann - daraus folgen zwar wenige Taten, aber die zwei Wahnsinnigen, die sich durch die scheinbar gewaltige Zustimmung beflügelt sehen, sind genug, daher verstehe ich auch die Gegenseite.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.01.18 19:57 durch Umaru.

  20. Re: Nettiquette? Erinnert sich noch wer?

    Autor: SelfEsteem 01.01.18 - 19:56

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach so, nur weil es in irgendeinem "Dorf" eine Redewendung ist, ist es
    > gleich eine Allgemeingültigkeit?
    Dorf? Ich hab das schon quer durch ganz Bayern, jedoch auch ausserhalb gehoert.
    Und ob das deswegen eine Allgemeingueltigkeit sein soll? Dumme Frage - selbstverstaendlich. Nur weil man etwas in meinem Dorf nicht sagt, kann ich mich doch nicht darauf versteifen, dass jemand den Satz woertlich gemeint hat.
    Also wirklich ...

    > Seltsam dass ich solch eine Redewendung
    > nicht in den Mund nehme.
    Du hast im Thread nebenan jemanden als "Honk" bezeichnet. Du nimmst durchaus so einiges in den Mund.
    Du bist lediglich einer aus der Fraktion, die die Fehler immer nur bei allen anderen, jedoch niemals bei sich selbst sieht.

    > Und ja, wenn ich die Wahl habe, Dinge auch anderes
    > auszudrücken, dann ist Sprache eindeutig.
    Das ist faktisch einfach falsch. Weiss nicht, was man dazu noch gross sagen soll.
    Was mir zu dieser bodenlos unsinnigen Aussage hoechstens einfaellt:
    Es gibt einen Grund, warum man tatsaechlich "lernt" Vertraege zu schreiben und auf Banalitaeten zu achten. Gerade weil der normale Sprachgebrauch normaler Menschen alles andere als eindeutig ist. Auch wenn manch einer sich das einreden mag.

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Early Access: Spielerisch wertvolle Baustellen
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Vor allen anderen spielen, bei der Entwicklung mitmachen: Golem.de stellt besonders spannende Early-Access-Neuheiten vor.
Von Rainer Sigl

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Dragonbox-Pyra-Macher im Interview: Die Linux-Spielekonsole aus Deutschland
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Mit viel Verspätung ist die Dragonbox Pyra erschienen. Entwickler Michael Mrozek musste ganz schön kämpfen, damit es überhaupt dazu kam. Wir haben ihn in Ingolstadt zum Gespräch getroffen.
Ein Interview von Martin Wolf