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Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

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  1. Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Spaghetticode 15.05.17 - 08:59

    Die 5-Prozent-Hürde besagt nämlich, dass Parteien, die keine 5 Prozent der Stimmen erreichen, nicht ins Parlament kommen.

    Das dürfte viele Wähler davon abhalten, Kleinparteien zu wählen, weil viele Wähler sich denken: „Diese Partei kommt eh nicht über 5 %, also wäre meine Stimme für diese Partei verschenkt.“ Und wählen lieber das „kleinste Übel“ unter den etablierten Parteien (CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke, AfD).

    Das Problem bestand auch bei der Bundestagswahl 2013, wo einfach mal 15,7 % der Stimmen ersatzlos unter den Tisch fielen.

    Man sollte hier die 5-Prozent-Hürde „entschärfen“. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
    1. Abschaffung der 5-Prozent-Hürde. Allzu wirksam gegen verfassungsfeindliche Parteien wirkt diese ohnehin nicht. Die NPD etwa kam zeitweise in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern über 5 % und zog in die Landtage ein, hatte aber dort nichts bewirkt. Die häufig behauptete verminderte Arbeitsfähigkeit des Parlaments müsste auch belegt werden, z. B. anhand von Kommunalparlamenten, dem Europaparlament oder ausländischen Parlamenten.
    2. Einführung einer „Alternativstimme“. Diese Stimme kommt dann zur Geltung, wenn die eigentlich gewählte Partei an der 5-Prozent-Hürde scheitert.

    Aber bei CDU/CSU und SPD ist hier keine Änderung zu erwarten, die wollen nicht noch mehr Konkurrenz, die ihnen reinredet und ihnen Sitze wegnimmt. Die führen nicht mal die Möglichkeit einer bundesweiten Volksabstimmung ein.

  2. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: junichs 15.05.17 - 09:28

    Ich denke 2% wäre ein guter Ansatz. 2009 haben die Piraten gezeigt, dass durch aus 2% aus dem Stand zu schaffen sind.
    5% ist schon ziemlicher Käse, vorallem wenn die Stimmen dann unter dem Tisch fallen. Es ist zum heulen. Und da reden wir von 5% der Wähler nicht aller Wahlberechtigten.
    Aber warum so viele CDU/SPD wählen ist mir unverständlich.

  3. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Mingfu 15.05.17 - 09:35

    Die 5-Prozent-Hürde dient primär auch nicht dazu, extremistische Parteien draußen zu halten, sondern sie soll einer Zersplitterung des Parlaments in zu viele Partikularinteressenparteien vorbeugen. Denn dann wird eine Regierungsbildung sehr schwer, weil zu viele Parteien eingebunden werden müssen. Zudem sind derartige Regierungskoalitionen dann oft auch nicht stabil.

    Und letztlich ist es auch nicht verkehrt, dass dem Wähler damit die Auseinandersetzung aufgenötigt wird, wo seine persönlichen Kompromisslinien liegen. Denn Politik besteht nun einmal aus Kompromissen und Abstrichen, weil auch viele andere Interessen berücksichtigt werden wollen. Es mag verlockend sein, diesen schmerzlichen Prozess einfach zu umgehen, indem man durch Wegfall der 5-Prozent-Hürde das Parteienangebot erweitert und somit als Wähler weniger Kompromisse bei der Auswahl eingehen muss. Aber letztlich fördert das eher radikale Tendenzen, denn Kompromisse werden dann mangels eigener Erfahrung schnell zu unnötigen Zugeständnissen. Denn das Ideal, welches hinter einem Wegfall der 5-Prozent-Hürde steht, ist, dass man 1:1 das bekommt, was man selbst will und eben möglichst wenig "Verfälschung" durch die Interessen anderer Personen stattfindet.

  4. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: chefin 15.05.17 - 09:41

    Und wir brauchen irgendwelche Spinner die gerade mal 2% der Menschen hinter sich haben? Echt jetzt?

    Die haben nicht mal geschafft ihren eigen Laden zu regieren, wie wollen die ein Land regieren. Die wurden innerhalb der Partei umgepolt von Internet zu Sozialismus. Zum schluss gabs nur noch BGE statt Netzneutralität

    Die 5% Hürde spielt keine Rolle, weil es sonst die FDP garnicht mehr gäbe. Die hätten klare Positionen beziehen müssen. Stattdessen haben sie drauf gesetzt das sich 82 Millionen Menschen auf irgendwas einigen.

    Politik heist aber nicht, den Menschen zu überlassen sich zu einigen, sondern ein Konzept zu erarbeiten, das eine Sache durchdacht ans Laufen bringt und die Vor bzw Nachteile aufzuzeigen. Und dann die Menschen fragen ob sie damit klar kommen oder nicht. Die Masse Mensch hat garnicht die Informationen objektiv zu entscheiden, weil ihnen auch schlicht die Zeit fehlt diese Infos zu sammeln. Und sie wollen es eigentlich auch nicht. Sondern etwas fertig serviert bekommen zu dem sie Ja oder Nein sagen können und das Vor und Nachteile klar kommuniziert werden.

  5. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: AngryFrog 15.05.17 - 09:51

    Die 5% haben die Grünen rausgeworfen und verhindern, dass absolute Geisteskranke wie die Violetten auch nur in die Nähe einer wichtigen Position kommen. Sie ist wirklich essentiell, damit überhaupt noch Entscheidungen getroffen werden können.

    Der Knesset hat keine solche Hürde (Früher nur 1% als Hürde, heute glaube ich 3%) und ist deshalb voll mit 1-Themen-Parteien die dann irgendwie in den politischen Ablauf integriert werden müssen und ansonsten nur Stress machen. Reines Chaos.

  6. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Spaghetticode 15.05.17 - 09:53

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn das
    > Ideal, welches hinter einem Wegfall der 5-Prozent-Hürde steht, ist, dass
    > man 1:1 das bekommt, was man selbst will

    Das bekommt man auch ohne explizite Sperrklausel nicht. Denn wir haben nur 598 Sitze im Bundestag. Wer weniger als 0,3 Prozent der Stimmen bekommt, kommt auf gar keinen Fall dort rein. Somit muss auch ohne Sperrklausel das „kleinste Übel“ unter den Parteien ausgewählt werden. Eine 100%-Übereinstimmung mit einer (auch kleinen) Partei ist utopisch.

  7. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 15.05.17 - 10:06

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die 5-Prozent-Hürde dient primär auch nicht dazu,
    > extremistische Parteien draußen zu halten, sondern
    > sie soll einer Zersplitterung des Parlaments in zu
    > viele Partikularinteressenparteien vorbeugen.

    Dagegen würde allerdings auch helfen, was zur Gründung der BRD durchaus im Gespräch war, nämlich eine Limitierung der Parteien, die gleichzeitig in ein Parlament einziehen können. Wenn diese Grenze, sagen wir mal, bei den fünf Parteien mit der höchsten Stimmzahlen läge, könnte die fünfte mit einem Prozent der Stimmen trotzdem einziehen, während die 20 dahinter mit wenigen Promille der Stimmen das Ganze trotzdem nicht zerfasern bzw. Mikro-Koalitionen (siehe Kompromiss-Strategie) eingehen müssen, um unter die ersten fünf zu kommen.

    Was dagegen spricht ist der Umstand, dass es damals eben doch weniger um Regierungsfähigkeit als vielmehr um Stabilität ging.
    Die Väter (und ein Handvoll Mütter) der Bundesrepublik hatten die Wirren der Weimarer Republik nämlich noch miterlebt und wollten - was sachlich und emotional absolut nachvollziehbar ist - keine Wiederholung. Dass Stabilität zu einem gewissen Grad auch Stagnation bedeutet, war für sie nicht absehbar bzw. erst einmal nicht so relevant. Vielleicht dachten sie ja auch, dass es Reformen des Wahlrechts geben würde, wenn erst einmal alles wieder in geordneten Bahnen läuft. Da haben sie den Opportunismus ihrer Nachfolger und die Bequemlichkeit des Wahlvolkes unterschätzt.

    Ein anderer, weniger hehrer Grund dürfte gewesen sein, dass die großen Volksparteien strukturell bereits organisiert waren und sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollten. Sprich, große Parteien haben ein Wahlrecht geschaffen, das - man höre und staune - große Parteien begünstigt.

    Und schlussendlich hatten auch noch die Siegermächte ein Wörtchen mitzureden. Diese verlangten - nachdem sie sich erst einmal mühevoll darauf geeinigt hatten, wieder so etwas wie ein Deutschland (sogar zweimal) zuzulassen, ebenfalls stabile Verhältnisse, bei dem der politische Ansprechpartner klar und mehrheitlich für alles vorher und nachher Geschehene verantwortlich ist und sich bei Besorgnis erregenden Partikularinteressen nicht damit herausreden kann, dass nicht mehrheitliche, aber womöglich nennenswerte Bevölkerungsteile das halt so wünschten. Angesichts eines durchaus lebendigen Revanchismus auf beiden Seiten war das zu diesem Zeitpunkt durchaus nachvollziehbar.

  8. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Spaghetticode 15.05.17 - 10:27

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dagegen würde allerdings auch helfen, was zur Gründung der BRD durchaus im
    > Gespräch war, nämlich eine Limitierung der Parteien, die gleichzeitig in
    > ein Parlament einziehen können. Wenn diese Grenze, sagen wir mal, bei den
    > fünf Parteien mit der höchsten Stimmzahlen läge, könnte die fünfte mit
    > einem Prozent der Stimmen trotzdem einziehen,

    Das wäre aber ungerechter als eine 5-Prozent-Hürde. Da könnte dann im Extremfall eine 0,2-%-Partei einziehen, während eine 16,5-%-Partei draußen bleibt.

  9. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Anonymer Nutzer 15.05.17 - 11:03

    > Das wäre aber ungerechter als eine 5-Prozent-Hürde. Da könnte dann im
    > Extremfall eine 0,2-%-Partei einziehen, während eine 16,5-%-Partei draußen
    > bleibt.

    Ich glaube nicht, dass man die nach Alphabet ins Parlament einziehen ließe. Die 16,5-%-Partei käme natürlich vor der mit 0,2% rein. Die stärksten fünf waren wohl gemeint.
    Problem dann: fünf Parteien mit je 9,9% würden nicht mal zusammen eine Mehrheit der Wähler, geschweige denn der Wahlberechtigten, geschweige denn der Bevölkerung darstellen.

  10. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Spaghetticode 15.05.17 - 11:31

    david_rieger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube nicht, dass man die nach Alphabet ins Parlament einziehen ließe.
    > Die 16,5-%-Partei käme natürlich vor der mit 0,2% rein. Die stärksten fünf
    > waren wohl gemeint.

    Das müssen dann unterschiedliche Wahlen sein. Aber stellen wir uns vor, dass A, B, C je 27,7 %, D 16,5 % und E 0,2 % hat. Alle kommen ins Parlament. Nun kommt F und G und schaffen auf Anhieb je 16,6 %. A, B, C schmelzen auf 16,6 % ab. D mit 16,5 % kommt nicht mehr ins Parlament. E mit 0,2 % auch nicht.


    > Problem dann: fünf Parteien mit je 9,9% würden nicht mal zusammen eine
    > Mehrheit der Wähler, geschweige denn der Wahlberechtigten, geschweige denn
    > der Bevölkerung darstellen.

    Das Problem haben wir auch mit einer 5-Prozent-Hürde. Im Extremfall schafft eine Partei 5,1 % und 19 andere 4,9 %. Dann haben plötzlich 5,1 % der Wählerstimmen 100 % der Parlamentsstimmen.

    Das sind jetzt aber nur hypothetische, unrealistische Extremfälle.

  11. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 15.05.17 - 13:10

    Spaghetticode schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das wäre aber ungerechter als eine 5-Prozent-Hürde.
    > Da könnte dann im Extremfall eine 0,2-%-Partei
    > einziehen, während eine 16,5-%-Partei draußen
    > bleibt.

    Eine 0,2-%-Partei müsste mit einer 16,4%-Partei koalieren und damit auf dem letzten Parteienplatz einziehen, um die 16,5-%-Partei aus dem Parlament zu verdrängen.

    Damit so etwas passiert, müsste die 0,2-%-Partei entweder ein extrem wichtiges, wenn auch nicht viele betreffendes Anliegen vertreten, um als kleiner Partner interessant zu sein und/oder die verdrängte Partei müsste extrem unbeliebt und/oder unkooperativ sein, weil sie nicht ihrerseits Koalitionspartner zu finden.

    In beiden Fällen sehe ich das Problem nicht. Ein immens wichtiges Minderheitenanliegen wird für eine Legislaturperiode etwas prominenter behandelt und eine entweder nirgends akzeptierte oder extrem intolerante Partei setzt mal eine Runde aus und erklärt ihren Wählern, warum das wohl so ist.

  12. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: robinx999 15.05.17 - 21:51

    AngryFrog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die 5% haben die Grünen rausgeworfen und verhindern, dass absolute
    > Geisteskranke wie die Violetten auch nur in die Nähe einer wichtigen
    > Position kommen. Sie ist wirklich essentiell, damit überhaupt noch
    > Entscheidungen getroffen werden können.
    >
    Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann hatten die Violetten 0,019% der Stimmen bei der Letzen Bundestagswahl https://www.bundeswahlleiter.de/bundestagswahlen/2013/ergebnisse/bund-99.html
    Das wäre weniger wie ein Sitz, also wären sie wohl auch ohne 5% Hürde nicht im Parlament, wobei ich aber auch nicht weiß ob ich es gut Finden kann wenn über 15% der Stimmen weggeworfen werden. Eine 1% Hürde wäre vermutlich durchaus machbar.

    Achja der Wahl'o'mat hat mir bei der Letzten Wahl sogar die Violetten als Partei mit den Meisten Übereinstimmungen genannt, zeigt aber wohl auch das dieser Wahl'o'mat mit seinen Thesen nur bedingt taugt um Parteien zu finden, die man wählen sollte ;)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.05.17 21:53 durch robinx999.

  13. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: plutoniumsulfat 15.05.17 - 23:20

    Die Frage ist, warum du sie nicht wählen solltest ;)

  14. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Anonymer Nutzer 16.05.17 - 14:19

    > Das wäre weniger wie ein Sitz, also wären sie wohl auch ohne 5% Hürde nicht
    > im Parlament, wobei ich aber auch nicht weiß ob ich es gut Finden kann wenn
    > über 15% der Stimmen weggeworfen werden. Eine 1% Hürde wäre vermutlich
    > durchaus machbar.

    Eine 1%-Hürde würde aber auch nur zu der Situation führen, dass schlimmstenfalls die jetzt "weggeworfenen" 15% in Form von 15 Parteien zu je einem Prozent wieder im Parlament sitzen. (Radikale) Ein-Themen-Parteien mit einem Sitz und null Kompromissbereitschaft.
    Sowas kriegt man keinesfalls sauber in eine funktionierende Koalition, dafür hat man dann bei jedem Thema solide 15% Gegenstimmen alleine deshalb, weil die Radikalen entweder keine Ahnung haben oder um des Dagegenseins Willen dagegen sind.
    Eben jene Zersplitterung des Parlaments in Einzelvertreter von Einzelinteressen soll die 5er-Hürde verhindern, indem nur Parteien einziehen dürfen, die wenigstens einen signifikant großen Bruchteil der Bevölkerung vertreten.

  15. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: plutoniumsulfat 16.05.17 - 15:31

    Was aber eben dazu führt, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung überhaupt nicht vertreten wird.

  16. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Anonymer Nutzer 16.05.17 - 15:46

    > Was aber eben dazu führt, dass ein nicht unerheblicher Anteil der
    > Bevölkerung überhaupt nicht vertreten wird.

    Das ist bei der Reduktion, dem Einkochen der Gesamtbevölkerung auf eine Essenz von z.B. 600 Sitzen, immer der Fall. Einzige Alternative: ein Bundestag mit etwas über 80 Millionen Parlamentariern / Stimmen.
    Es kann nur eine Mehrheit dargestellt werden und aus dieser Mehrheit bildet sich dann wiederum die regierende Mehrheit.

    Bei einer Sperrklausel fallen natürlich Stimmen herunter von Menschen, die gewählt haben. Das ist erst mal schlecht. Die Alternative - keine oder eine sehr niedrige Sperrklausel - würde viele dieser Stimmen, wenn auch wieder nicht alle, ins Parlament bringen. Dann aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in Form vieler kleiner Parteien.
    Das heißt, die zehn oder 15 Prozent, welche es nicht über eine 5%-Hürde geschafft hätten, würden sich vom Programm her eher zersplittern und somit einer Regierungsbildung entgegen stehen, denn man müsste dann öfter Drei-, Vier- oder sogar Acht-Parteien-Koalitionen schließen, um (nicht nur sehr knapp) mehrheitsfähig zu sein. Denn das Parlament würde ja nicht größer, man hätte für Koalitionsbildungen zwar mehr aber dafür auch jeweils kleinere Kandidaten.

  17. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: plutoniumsulfat 16.05.17 - 16:25

    Schon klar, aber warum sollen davon diejenigen profitieren, die im Parlament sitzen?

  18. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: robinx999 16.05.17 - 20:30

    david_rieger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das wäre weniger wie ein Sitz, also wären sie wohl auch ohne 5% Hürde
    > nicht
    > > im Parlament, wobei ich aber auch nicht weiß ob ich es gut Finden kann
    > wenn
    > > über 15% der Stimmen weggeworfen werden. Eine 1% Hürde wäre vermutlich
    > > durchaus machbar.
    >
    > Eine 1%-Hürde würde aber auch nur zu der Situation führen, dass
    > schlimmstenfalls die jetzt "weggeworfenen" 15% in Form von 15 Parteien zu
    > je einem Prozent wieder im Parlament sitzen. (Radikale) Ein-Themen-Parteien
    > mit einem Sitz und null Kompromissbereitschaft.
    Wenn ich mir jetzt die Letzte Wahl so anschaue dann wären zusätzlich im Bundestag
    FDP 4,8%
    AFD 4,7%
    Piraten 2,2%
    NPD 1,3%
    Freie Wähler 1,0%
    Dann wäre nur noch ca. 1% der Stimmen weggeworfen. Mit der AFD und der NPD gäbe es sicherlich Blockierer, aber FDP, Piraten und Freie Wähler würden wohl nicht nur blockieren.

  19. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Anonymer Nutzer 17.05.17 - 08:21

    > Dann wäre nur noch ca. 1% der Stimmen weggeworfen.

    Das Argument kann man tatsächlich nicht von der Hand weisen. Die Wahlbeteiligung sinkt eh und dann zählt die eigene Stimme ggf. nicht, weil man die "falsche" (kleine) Partei gewählt hat.
    Auf der anderen Seite hatten wir in den Fünfzigern quasi ein Zwei-Parteien-System, heute sind wir schon bei vier bis fünf, die für Koalitionen auf Bundesebene infrage kommen aber teils auch immer kleiner werden.
    Koalitionen bestehen ja nicht aus Parteien, die beide (oder alle drei, vier, fünf) das selbe wollen. Sondern eher versuchen, wenigstens eine Teilmenge ihrer Vorstellungen mithilfe der Zugkraft der anderen umzusetzen. Da will einer nach links, der andere nach rechts und ein Kompromiss wird gemacht, wonach man einen holprigen Mittelweg geht. Je mehr Meinungen zu einem Thema unter einen Hut gebracht werden müssen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man sich gar nicht einigt oder der gemeinsame Nenner homöopathisch klein wird.

    Wenn man so will, ist eigentlich beides Mist. Wir brauchen eine Diktatur.^^

  20. Re: Ein Problem ist auch die 5-Prozent-Hürde

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 17.05.17 - 08:35

    david_rieger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das heißt, die zehn oder 15 Prozent, welche es nicht
    > über eine 5%-Hürde geschafft hätten, würden sich
    > vom Programm her eher zersplittern und somit
    > einer Regierungsbildung entgegen stehen, denn man
    > müsste dann öfter Drei-, Vier- oder sogar Acht-Parteien-
    > Koalitionen schließen, um (nicht nur sehr knapp)
    > mehrheitsfähig zu sein.

    Da sehe ich eine kleinen Widerspruch: Koalitionen führen ja nicht nur dazu, dass die koalierenden Mini-Parteien dadurch mehrheitsfähig werden, sondern diese treten im Parlament auch als Koalition, also als eine Fraktion auf. Wie gut oder schlecht sie sich intern auf einen Standpunkt einigen, ist somit kein unmittelbares Problem des Parlaments. Wenn sich die Koalition aus Miniparteien nicht einigen kann, setzen sich halt andere Mini-Koalitionen, große Parteien bzw. Koalitionen aus großen Parteien durch - was de facto kein Unterschied zu heute wäre.

    Das eigentliche Problem, das ich dabei sehe, habe ich in einem anderen Beitrag angesprochen: Wenn die Prozenthürde herabgesenkt wird oder sogar fällt , wäre es möglich bis wahrscheinlich, dass es einfach zu viele Fraktionen im Parlament gibt. Dann gäbe es Blockaden im Ablauf, selbst wenn die meisten davon nicht auf eine Mehrheit oder auch nur auf einen nennenswerten Anteil kommen, weil sie trotzdem Anträge einbringen und Redezeiten beanspruchen können. Daher halte ich eine Herabsetzung oder gar Aufhebung der 5%-Hürde nur sinnvoll, wenn man gleichzeitig die Zahl der möglichen Fraktionen in Parlamenten auf die x stärksten begrenzt. Dadurch würde sich auch zeigen, wer koalitions- und kompromissfähig ist, wenn er mitregieren will.

    Wenn sich dann beispielsweise die CDU/CSU die FDP, die Bibeltreuen und die Grauen Panther ins Boot holt, um gegen eine Koalition aus SPD, Grünen, Piraten und der Pogo-Partei zu bestehen und plötzlich doch irgendwo überlegt wird, ob man die Linke oder AfD als Minipartner nicht vielleicht doch ins Boot holen muss, wäre Politik auf jeden Fall wieder spannend. ;-)

    Spaß beiseite, diese Kombinationen sind natürlich (teilweise) überspitzt. Aber gewisse Effekte gäbe es durch den erhöhten Koalitionszwang doch: Radikale Kleinparteien müssten sich mäßigen, träge Großparteien könnten sich durch solche Partner auffrischen sowie bestimmte Schwerpunkte für die Legislaturperiode setzen und Protestwähler - nun ja, die sorgen dann nicht mehr dafür, dass trotz höherer Wahlbeteiligung so viele Stimmen verschenkt werden. Ihr Protest käme dann eher an, müsste sich aber integrieren, während er gleichzeitig zum (egal wie kleinen) Programmpunkt einer Mehrheit werden kann, statt einfach nur ein permanentes Gejammer/-Gebrüll von Hinterbänklern im Parlament zu sein.

    Theoretisch, versteht sich. Ob es wirklich so käme, wie ich mir das gerade vorstelle, weiß der Kuckuck.

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