1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › NSA-Affäre: Bundesjustizminister…

Feiges Europa

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Feiges Europa

    Autor: CraWler 29.07.14 - 16:39

    Es ist doch unglaublich wie Feige Europa und auch Deutschland agiert. Anstatt das sich die EU mal als eigenständige Macht begreift und die US Militärs und Geheimdienstler einfach rausschmeißt passiert gar nix weil man aus Feigheit Angst hat die "guten Beziehungen" zu den USA zu gefährden.

    Die USA können uns Belügen, Überwachen, Wirtschaftsspionage betreiben usw aber die EU ist zu feige sich dagegen zu positionieren. Stattdessen verhängt man Sanktionen gegen Russland (Wohl weil die USA das so wollen, die EU Profitiert von den Sanktionen die den Zugang zu russischen Rohstoffen erschweren sicherlich nicht).

    Es wird höchste Zeit das Europa sich endlich mal vom US Imperialismus löst und seinen eigenen Weg geht und eigene Interessen verfolgt anstatt nur die Anweisungen aus Washington umzusetzen und sich als dankt dafür auch noch von den Amis ausspionieren zu lassen.

    Es ist an der Zeit mehr Anti Amerikanismus zu wagen !!!

    ----------------------------
    Piratenpartei Wähler

  2. Re: Feiges Europa

    Autor: Llame 29.07.14 - 16:55

    Was hätten wir denn davon uns mit den Amis zu verkrachen?

  3. Re: Feiges Europa

    Autor: smirg0l 29.07.14 - 17:21

    Llame schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was hätten wir denn davon uns mit den Amis zu verkrachen?

    Weniger Rückenprobleme vom buckeln und morgens wieder in den Spiegel schauen können? Wäre doch schon mal ein Anfang.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.14 17:22 durch smirg0l.

  4. Re: Feiges Europa

    Autor: CraWler 29.07.14 - 19:02

    > Was hätten wir denn davon uns mit den Amis zu verkrachen?

    Einen Zugewinn an Freiheit, Souveranität und Demokratie ?

    ----------------------------
    Piratenpartei Wähler

  5. Re: Feiges Europa

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 29.07.14 - 19:05

    Llame schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was hätten wir denn davon uns mit den Amis zu
    > verkrachen?

    Eine stärkere Verhandlungsposition, sowohl politisch als auch wirtschaftlich.

    Die USA sind längst nicht mehr so mächtig wie einst; inzwischen sind sie von Europa ebenso abhängig wie umgekehrt ... Das muss den Jungs da drüben nur noch klar gemacht werden.

    Sicher wären die USA erst einmal pikiert und würden massiv herumtönen, würden sich aber aus realpolitischen und wirtschaftlichen Gründen auch ruckzuck wieder einkriegen. Und falls nicht müsste man nur ganz beiläufig fallen lassen, das man als EU einen näheren Schulterschluss mit Russland in Betracht zieht, wenn die USA als Partner nicht mehr zur Verfügung stehen will.

    Für solche Machtspielchen braucht man aber Eier, und die haben unsere Politioten mehrheitlich nicht.

  6. Re: Feiges Europa

    Autor: Llame 29.07.14 - 23:25

    Zu Russland rücken? Dein Ernst?

    Liest du manchmal Nachrichten??

  7. Re: Feiges Europa

    Autor: serra.avatar 30.07.14 - 06:35

    wir sind nix ... und was man in Deutschland denkt ist in der Welt unwichtig! Wiedermal nen Deutscher der sich für den Mittelpunkt der Welt hält. Lass doch mal den Export blockieren, wer zieht da wohl schneller den Schwanz ein ? Deutschland oder Rest der Welt ?

  8. Re: Feiges Europa

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 30.07.14 - 07:09

    Llame schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zu Russland rücken? Dein Ernst?
    >
    > Liest du manchmal Nachrichten??

    Ja. Denkst du auch manchmal über das nach, was du liest?

    Noch einmal für alle, die zu dieser Zeit noch nicht ganz munter sind: Russland macht zur Zeit nichts anderes als das, was die USA auch schon immer getan haben, nämlich Separatisten, Aufständische und Contras unterstützen, um legitime Regierungen zu stürzen, die gerade nicht das machen, was man gerne von ihnen hätte. Null Unterschied. Russland ist deshalb das böse Arschloch, weil es nicht unser böses Arschloch ist.

    Übrigens schrieb ich, dass man diesen Umstand als politisches Druckmittel zur Sprache bringen könnte, wenn die USA sich nicht wieder einkriegen sollten, nachdem ihnen mal Paroli geboten wurde. Zwischen "als Option auf den Tisch bringen um Druck zu machen" bis "auch machen" liegen Welten.

  9. Re: Feiges Europa

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 30.07.14 - 07:15

    serra.avatar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wir sind nix ... und was man in Deutschland denkt ist
    > in der Welt unwichtig! Wiedermal nen Deutscher der
    > sich für den Mittelpunkt der Welt hält.

    Ich schrieb von Europa, nicht von Deutschland. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Und selbst wer nicht lesen kann, sollte sich zumindest denken können, dass ein deutscher Alleingang sicherlich scheitern würde.

    > Lass doch mal den Export blockieren, wer zieht da
    > wohl schneller den Schwanz ein ? Deutschland oder
    > Rest der Welt ?

    Noch einmal: Es geht nicht um Deutschland und den Rest der Welt, sondern um Europa und die USA. Sicherlich würde es wirtschaftlich schmerzhaft, wenn man sich zerstreitet, aber nur ganz kurz. Sobald die US-Regierung irgendwelche Embargos gegen ganz Europa ausspricht, kann man im Weißen Haus vor lauter Lobbyisten der US-Wirtschaft nicht mehr treten, das garantiere ich dir. Ruckzuck wäre man wieder gut befreundet, dann aber auf Augenhöhe und nicht als der dumme Partner jenseits des Großen Teiches, der alles mit sich machen lässt.

    Aber wie gesagt, das braucht Eier. Und mehr europäische Einigkeit, als wir derzeit haben.

  10. Re: Feiges Europa - Spiele ohne Grenzen?

    Autor: droucles 30.07.14 - 07:43

    CraWler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist doch unglaublich wie Feige Europa und auch Deutschland agiert.
    > Anstatt das sich die EU mal als eigenständige Macht begreift und die US
    > Militärs und Geheimdienstler einfach rausschmeißt passiert gar nix weil man
    > aus Feigheit Angst hat die "guten Beziehungen" zu den USA zu gefährden.
    >
    > Die USA können uns Belügen, Überwachen, Wirtschaftsspionage betreiben usw
    > aber die EU ist zu feige sich dagegen zu positionieren. Stattdessen
    > verhängt man Sanktionen gegen Russland (Wohl weil die USA das so wollen,
    > die EU Profitiert von den Sanktionen die den Zugang zu russischen
    > Rohstoffen erschweren sicherlich nicht).
    >
    > Es wird höchste Zeit das Europa sich endlich mal vom US Imperialismus löst
    > und seinen eigenen Weg geht und eigene Interessen verfolgt anstatt nur die
    > Anweisungen aus Washington umzusetzen und sich als dankt dafür auch noch
    > von den Amis ausspionieren zu lassen.
    >
    > Es ist an der Zeit mehr Anti Amerikanismus zu wagen !!!

    Über fehlenden oder stärker werdenden Antiamerikanismus brauchen sich die USA auf der ganzen Welt ganz gewiss nicht zu beklagen.
    Der europäische Neokolonialismus (Mali, Nord- und Restafrika ea) im Schlagschatten der USA ist auch nicht gerade von Pappe.

    Ob Begriffe wie "Feige" überhaupt politische Kategorien sein können sei dahingestellt.

    Es bleibt erstaunlich, wie der neue Nationalismus in Europa Fuß gefasst zu haben scheint - und das nach Jahrhunderten europäischer Selbstzerfleischung.

    Das Kind mit dem Bade ausschütten ist zwar nicht feige: zeugt aber ganz gewiß auch nicht von politischer Klugheit, nochzumal, wenn man bedenkt, dass mit dem "neuen" Antiamerikanismus mal so ganz nebenbei wieder Antisemitismus, Rechtsradikalismus und andere "Errungenschaften" von Europa auf die politische Agenda geraten, den auch Islamisten ganz gewiss in ihr geopolitisches Kalkül mit einzubeziehen vermögen dürften.

    Man sollte nicht die Nerven verlieren (lassen).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.07.14 07:45 durch droucles.

  11. Re: Feiges Europa

    Autor: spiderbit 30.07.14 - 12:08

    Es gibt dabei aber mindestens einen Unterschied der mir sogar total verschlafen sofort einfaellt.

    Amerika steht zu den meisten schweinereien die sie gemacht haben, sagen wir mal zumindest nach dem Ende des kalten krieges. Mag da auch ausnahmen geben wenn du mir welche weisst bitte.

    Russland sagt ja auf internationaler Ebene staendig das sie damit nix zu tun hat und das sie das alles verurteilt.

    Man mag sonst auch viel kritisieren, und wuerde sogar eventuell bei der Grimm noch mit gehen, das es da halbwegs das gleiche war. Wobei auch die USA meistens die integritaet des Landes an strebt. Magst gerne wieder irgendwo ne ausnahme von 1 konflikt von allen bisherigen finden wo das anders war, aber faellt auch hier spontan nix ein, und selbst dann ist die aufloesung einer integritaet und die ANNEKTION 2 paar stiefel.

    Aber gut wie gesagt koennte man zur not wegen der geschichte noch halbwegs aktzeptieren und das hat ja auch usa und europa zaehneknirschend geschluckt, aber jetzt einen Konflikt am laufen zu lassen in dem man die sonst changenlose seite unterstuetzt, die btw keine freiheitskaempfer oder irgendwas sind. Ist ja nicht so das 90% aller die im Osten leben sich von Ukraine los gesagt haben.

    Und wenn du jetzt kommst mit das auch nicht 90% von Janokovitsch los gesagt haben, dann mag das stimmen. Aber immerhin wurde Staatliche Gewalt gegen die Demonstranten angewandt, bevor diese zu so radikalen schritten gegriffen hat, im Osten ist umgekehrt ohne grund sind diese Leute direkt als soldaten zu den buergermeistern und haben diese dort raus geschmissen.

    Muss nicht zu sehr ins detail, will auch nicht sagen das die andere seite nicht auch fehler macht, aber diese macht sie nur weil die lage dank russland so verfahren ist.

    Ja unter Kennedy gabs auch mal in Kuba eine Landung von dortigen Landsleuten die Kastro toeten wollten, das waere sicher halbwegs vergleichbar, aber das war noch zu heisesten zeiten des kalten krieges. Wenn wir so weit in der geschichte zurueck schauen muessten wir auch mal noch Stalin aus graben etc.

    Bin gespannt ob dir ein anderen Konflikt ein faellt wo Amerika nicht zu gestanden hat und wo sie die integretaet eines Landes bewusst angegriffen haben und wo sie dann noch anektiert haben, wenn dir da was einfaellt, koennen wir gerne die 2 Laender gleich setzen.


    *O Gott jetzt hast mich auch noch dazu gebracht Amerika zu verteidigen, wenig liegt mir ferner*



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.07.14 12:08 durch spiderbit.

  12. Re: Feiges Europa

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 30.07.14 - 14:21

    spiderbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Amerika steht zu den meisten schweinereien die sie
    > gemacht haben, sagen wir mal zumindest nach dem
    > Ende des kalten krieges. Mag da auch ausnahmen geben
    > wenn du mir welche weisst bitte.

    Ich frage lieber nicht, warum das Ende des Kalten Krieges eine Zäsur darstellen sollte, nach der die ganzen früheren Schweinereien gelöscht sind, und gehe stattdessen in medias res:

    Wurden beispielsweise die Kriegstreiber, die erwiesenermaßen und sogar zugegebenermaßen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen den Einmarsch in den Irak und damit neben den direkten Kriegsfolgen die bis heute andauernde Destabilisierung der Region, den Tod abertausender Zivilisten (der Zähler läuft weiter) und den Vormarsch radikaler Gruppierungen verschuldet haben in irgend einer Form belangt?

    Wie viele Kriegsverbrechen, die von US-Soldaten begangen wurden, wurden überhaupt vor Gericht gebracht, wie viele wurden verurteilt und wie viele davon haben ein Strafmaß erreicht, das wenigstens annähernd der Tat entspricht?
    - Nein, stattdessen wurde ein/e junge/r Obergefreiter (w) names Manning in irgend einem militärischen Hochsicherheitsknast unter menschenunwürdigen Bedingungen und ohne Anklage weggesperrt, gerade weil er/sie die Schweinereien öffentlich gemacht hat, zu denen die USA eben nicht gestanden und die sie auch nicht zugegeben haben - sonst wären sie ja nicht geheim gewesen.

    Es ist übrigens kein Kunststück, im Nachhinein etwas zuzugeben, was man ohnehin nicht abstreiten kann. Aus einer Position der Stärke heraus ist das noch nicht einmal besonders mutig, da es nur die weltpolitische Variante von "Ja, ich war's. Und, was wollt ihr dagegen machen? Heult doch!" darstellt.

    Viel entscheidender aber ist, dass das ja im Grunde meine Ansicht bekräftigt: Europa muss mutiger werden; dazu gehört eben auch zuzugeben, warum man was gemacht hat und warum es einem gerade mal herzlich egal ist, was andere davon halten. Noch besser wäre es natürlich, Europa fände einen gesunden Mittelweg, indem es macht, was es für richtig hält und trotzdem das eigene Vorgehen hinterfragt und auch hinterfragen lässt.

    > Russland sagt ja auf internationaler Ebene staendig
    > das sie damit nix zu tun hat und das sie das alles
    > verurteilt.

    Das sollte einem gerade seltsam vorkommen, zumal ausgerechnet Putin die "Leck mich"-Einstellung des post-kommunistischen Russlands quasi perfektioniert hat. Da möchte man ja fast meinen, Russland habe wirklich nichts damit zu tun, was sich irgendwie damit deckt, dass abgesehen vom ständigen Vorwurf noch niemand auch nur einen Beweis geliefert hat.

    Für's Protokoll: Ich halte es ebenso für möglich, dass Russland da gezielt mitmischt, ebenso gut kann es aber auch sein, dass man einfach mal die Füße stillhält und abwartet, ob etwas dabei herausspringt. Das machen die USA im Nahen Osten ja auch nicht anders: Erst dann, wenn der zufällige Ausgang ganz und gar nicht wunschgemäß ist, muss man auf einmal ganz dringend Landstriche befreien, Diktatoren stürzen, Massenvernichtungswaffen finden und/oder Terroristen aufspüren.

    > Wobei auch die USA meistens die integritaet des
    > Landes an strebt.

    Über die Integrität des heutigen Iran, des Irak, von Afghanistan und etlichen südamerikanischen Ländern, bei denen sich die USA militärisch eingemischt hat, kann man allerdings sehr geteilter Auffassung sein.

    > Magst gerne wieder irgendwo ne ausnahme von
    > 1 konflikt von allen bisherigen finden wo das
    > anders war,

    Eigentlich fällt mir nur eine Ausnahme ein, bei der die US-amerikanische militärische Intervention tatsächlich mal Schlimmeres verhindert und stabile Verhältnisse hinterlassen hat, und das war der 2. Weltkrieg. Uneigennützig war das aber auch nicht, schließlich lebten die USA schon damals vom Welthandel und mit dem 3. Reich im Osten und Japan im Westen wäre ganz schlecht handeln gewesen.
    Trotzdem bin ich den USA dankbar für ihr damaligen Eingreifen, allerdings ist das kein Persilschein für sämtliche danach stattgefundenen und immer noch stattfindenden Schweinereien.

    > Bin gespannt ob dir ein anderen Konflikt ein faellt wo Amerika nicht zu
    > gestanden hat und wo sie die integretaet eines Landes bewusst angegriffen
    > haben und wo sie dann noch anektiert haben, wenn dir da was einfaellt,
    > koennen wir gerne die 2 Laender gleich setzen.

    Der Vergleich hinkt, zumal Russland die Ukraine nicht annektiert hat. Sie hat sich einfach nur nicht geweigert, dass sich ein Gebiet der Russischen Föderation anschließt, dass sich zuvor von der Ukraine abgespalten hat. Das nennt man gemeinhin Opportunismus, was man aber trotz des ähnlichen Klangs nicht mit Okkupation verwechseln sollte.

    Übrigens haben es die USA gar nicht nötig, andere Länder zu besetzen. Das kostet einfach nur viel Geld, man muss zu Hause so viele tote Soldaten erklären und außerdem hat man so lange Nachschubwege. Es ist viel einfacher, ein Regime zu installieren, das einem aus der Hand frisst und die Drecksarbeit für einen erledigt.

    Mal ein grob vereinfachter, fahrlässig verkürzter Abriss in Sachen Weltgeschichte:
    Im Iran war der Schah ein Vasall der USA, dadurch bekamen die USA billiges Öl, während die Iraner trotz ihres Ölreichtums hungerten. Deshalb wurde der Schah gestürzt und die Revolution wird von religiösen Eiferern gekapert (Was übrigens auch heute noch ganz gerne passiert ...).
    Damit ist der Iran böse und die USA bauen nebenan im Irak die Baath-Partei und Saddam Hussein auf, indem sie ihm Geld, Waffen und Ausbilder in rauhen Mengen vorne und hinten reinschieben. Dieser soll den Iran für sie erobern und zur Belohnung ein paar Öl-Milliarden abbekommen. Dummerweise verteidigt sich der Iran zu gut und Saddam muss mit blutiger Nase heimkehren. Auf die Bezahlung für den "Auftragskrieg" angesprochen, meinen die USA, dass es Kohle nur im Erfolgsfall gäbe.
    Also wendet sich Saddam Kuwait zu, ein weiteres ölreiches Land, dessen Regime ein Vasall der USA ist - womit natürlich Saddam automatisch zum Bösen wird.

    Das Ganze hat natürlich noch mehr ältere Vorgeschichte, in der auch Großbritannien und einige unaussprechliche arabische Stammesführer/Könige eine Rolle spielen, aber die musst du selbst nachlesen. Jedenfalls ist das beispielhaft für die wirtschaftlich motivierte Kriegstreiberei, den die USA schon seit Jahrzehnten praktizieren und die mit dem Kalten Krieg absolut gar nichts zu tun hat.
    Den Vorsprung von 50 Jahren in wirtschaftlich motivierter Kriegstreiberei müsste Russland erst aufholen, um auch nur ansatzweise der gleichen Kritik ausgesetzt zu sein, der die USA viel zu selten ausgesetzt werden.

    Europa hat da natürlich aufgrund der Kolonialzeit auch Einiges auf dem Kerbholz, aber hey, das mit den amerikanischen Ureinwohnern und ähnlich alte Kamellen wirft den USA ja auch niemand mehr vor, wenn es viel neuere Dinge gibt, an denen man die Ausrichtung des moralischen Kompass' einer Großmacht erkennen kann.

  13. Re: Feiges Europa - Spiele ohne Grenzen?

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 30.07.14 - 15:05

    droucles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Über fehlenden oder stärker werdenden
    > Antiamerikanismus brauchen sich die USA auf der
    > ganzen Welt ganz gewiss nicht zu beklagen.

    Es geht ja auch darum, diesen von der persönlich-individuellen auf eine diplomatisch-weltpolitische Ebene zu bewegen und ihn eventuell mit ein paar Zähnen zu versehen, damit er nicht nur als Zwergenaufstand wahrgenommen, sondern beherzigt wird. Dann kann man ihn auch wieder zurückschrauben.

    > Der europäische Neokolonialismus (Mali, Nord- und
    > Restafrika ea) im Schlagschatten der USA ist auch
    > nicht gerade von Pappe.

    Ohne Frage, nur sehe ich darin kein Argument, alles mit sich machen zu lassen. Ich weiß nicht, ob du damals auf dem Schulhof auch mal eine Rangelei angefangen hast, aber falls ja, hättest du deswegen trotzdem (oder gerade deswegen) nicht stillgehalten, wenn jemand anders auf dich einschlägt, nicht wahr?

    > Ob Begriffe wie "Feige" überhaupt politische
    > Kategorien sein können sei dahingestellt.

    Meines Erachtens ist ohnehin "würdelos" das passendere Adjektiv.

    > Es bleibt erstaunlich, wie der neue Nationalismus
    > in Europa Fuß gefasst zu haben scheint - und das
    > nach Jahrhunderten europäischer Selbstzerfleischung.

    Nun müsste mir mal jemand erklären, wie europäischer Föderalismus und Nationalismus zusammenpassen.

    Wobei du natürlich recht hast, wenn du einen zunehmenden Nationalismus in etlichen europäischen Ländern (Ja, auch in Deutschland.) registrierst. Dann muss man sich aber auch fragen, woher der kommt, und ich halte es für eine gar nicht so abwegige These, dass er auch darin begründet liegt, dass man auf nationaler Ebene die Stabilität sucht, die Europa eben nicht vermitteln kann. Ein ungesunder Reflex, wenn man so will.

    > nochzumal, wenn man bedenkt, dass mit dem "neuen"
    > Antiamerikanismus mal so ganz nebenbei wieder
    > Antisemitismus, Rechtsradikalismus und andere
    > "Errungenschaften" von Europa auf die politische
    > Agenda geraten,

    Den Zusammenhang sehe ich nicht, wohl aber die gleichen Ursachen. Ich verweise darauf, dass der Thread-Eröffner davon geschrieben hat, "etwas mehr" Anti-Amerikanismus zu wagen - von blindem, grundlosen Anti-Amerikanismus war nicht die Rede und ich hoffe, es war auch kein solcher gemeint.

    Aber womöglich ist die Vokabel auch von vornherein unglücklich gewählt. Ich will es anders ausdrücken: Es ist Zeit, in Europa ein wenig mehr Emanzipation gegenüber den USA an den Tag zu legen. Partnerschaften funktionieren nur auf Augenhöhe und Freundschaften kann man nur unter Gleichen schließen.

  14. Re: Feiges Europa - Spiele ohne Grenzen?

    Autor: droucles 30.07.14 - 16:33

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > droucles schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Über fehlenden oder stärker werdenden
    > > Antiamerikanismus brauchen sich die USA auf der
    > > ganzen Welt ganz gewiss nicht zu beklagen.
    >
    > Es geht ja auch darum, diesen von der persönlich-individuellen auf eine
    > diplomatisch-weltpolitische Ebene zu bewegen und ihn eventuell mit ein paar
    > Zähnen zu versehen, damit er nicht nur als Zwergenaufstand wahrgenommen,
    > sondern beherzigt wird. Dann kann man ihn auch wieder zurückschrauben.

    Er steht mE längst auf der diplomatisch-weltpolitischen Ebene, wenngleich, wie im Fall Snowdens, nicht mit dem TamTam, den man vlt gerne gesehen hätte: "denen" vor laufender Kamera mal kräftig die Meinung zu geigen, damit die endlich mal erfahren, was hier und auf der ganzen Welt so insgesamt so los ist.
    Das käme, mit Verlaub, der unfreiwillig komischen Figur eines Buffo, der den klagenden Gelackmeierten gibt ziemlich nahe.

    Den Zwergenaufstand hatte, gleich ob gewollt oder ungewollt, sogleich Ströbele mit seinem Anschluss-Scoop gegeben mit "Wir nehmen das aber wirklich sehr sehr ernst", um unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu fliegen und den NSA-Untersuchungsausschuss vor Tatsachen der Nachkriegs- samt Wiedervereinigungspolitik in D zu verwenden.

    > > Der europäische Neokolonialismus (Mali, Nord- und
    > > Restafrika ea) im Schlagschatten der USA ist auch
    > > nicht gerade von Pappe.
    >
    > Ohne Frage, nur sehe ich darin kein Argument, alles mit sich machen zu
    > lassen. Ich weiß nicht, ob du damals auf dem Schulhof auch mal eine
    > Rangelei angefangen hast, aber falls ja, hättest du deswegen trotzdem (oder
    > gerade deswegen) nicht stillgehalten, wenn jemand anders auf dich
    > einschlägt, nicht wahr?
    Deutsche Unschuldslämmer von der purifizierten Sorte: Demokrat ist man, folgt man Dir, nativ-deutsch von Geburt an, seit es Hitler nicht mehr gibt ("war ja auch ne schlimme Zeit, die der mit der Spülbürste unter der Nase angerichtet hatte" - polemisch sicher, deswegen aber nicht minder evidend). Und die Organisation Gehlen, heute BND, hat ja auch Nazis sozusagen nur zu häufig unbeschadet in die Nachkriegszeit gerettet und sich auch sonst mit allerlei Heldentaten bemerkbar gemacht. Da werden wir mit einem Vergleich zur Schulhof-Rangelei wohl kaum weiterkommen mit.
    >
    > > Ob Begriffe wie "Feige" überhaupt politische
    > > Kategorien sein können sei dahingestellt.
    >
    > Meines Erachtens ist ohnehin "würdelos" das passendere Adjektiv.
    Ob man das überhaupt attributieren muss: nicht nur eine Geschmacksfrage.
    >
    > > Es bleibt erstaunlich, wie der neue Nationalismus
    > > in Europa Fuß gefasst zu haben scheint - und das
    > > nach Jahrhunderten europäischer Selbstzerfleischung.
    >
    > Nun müsste mir mal jemand erklären, wie europäischer Föderalismus und
    > Nationalismus zusammenpassen.

    Die UKIP und der Front National, sowie Herr Henkel (der von der AfD und nicht der mit den Waschmitteln) haben da schon Konzepte im Koffer. Wie man hört verfügt der Front National sogar über Konzepte zum Umgang mit Semiten
    >
    > Wobei du natürlich recht hast, wenn du einen zunehmenden Nationalismus in
    > etlichen europäischen Ländern (Ja, auch in Deutschland.) registrierst. Dann
    > muss man sich aber auch fragen, woher der kommt, und ich halte es für eine
    > gar nicht so abwegige These, dass er auch darin begründet liegt, dass man
    > auf nationaler Ebene die Stabilität sucht, die Europa eben nicht vermitteln
    > kann. Ein ungesunder Reflex, wenn man so will.

    Da wird imao garnichts gesucht von der Rechten, außer die EU plattzumachen und danach die jeweiligen Nationalstaaten den Weltmärkten einzeln zum Fraß vorzuwerfen.
    Sollte das nicht klappen, kann man die Nationalstaaten zur Not gegeneinander aufbringen - nunja.

    > > nochzumal, wenn man bedenkt, dass mit dem "neuen"
    > > Antiamerikanismus mal so ganz nebenbei wieder
    > > Antisemitismus, Rechtsradikalismus und andere
    > > "Errungenschaften" von Europa auf die politische
    > > Agenda geraten,
    >
    > Den Zusammenhang sehe ich nicht, wohl aber die gleichen Ursachen. Ich
    > verweise darauf, dass der Thread-Eröffner davon geschrieben hat, "etwas
    > mehr" Anti-Amerikanismus zu wagen - von blindem, grundlosen
    > Anti-Amerikanismus war nicht die Rede und ich hoffe, es war auch kein
    > solcher gemeint.
    >
    > Aber womöglich ist die Vokabel auch von vornherein unglücklich gewählt. Ich
    > will es anders ausdrücken: Es ist Zeit, in Europa ein wenig mehr
    > Emanzipation gegenüber den USA an den Tag zu legen. Partnerschaften
    > funktionieren nur auf Augenhöhe und Freundschaften kann man nur unter
    > Gleichen schließen.

    Zustimmung, dass Europa eine Rolle gegenüber den anderen Weltmächten noch findet und nicht, wie gerne vermutet wird, bereits gefunden hat.
    Dazu gehört Selbstbewußtsein.
    Nationalisten sind stolz auf ihre Vaterländer.

    Europäern stünde es gewiss nicht gut an stolz zu sein darauf Europäer zu sein, dazu wird es zuviel Arbeit gewesen sein, um sich dem Stolz bloßen Nachgeborenseins vorschnell hingeben zu können. Wohl aber selbstbewußt und gelassener den Dingen zu begegnen und mit Nachdruck dafür zu sorgen, sich dafür ersteinmal in eine ernstzunehmende politische Position zu bringen.
    Dass sowas nicht von heute auf morgen geht, zeigen die derzeitigen politischen Entwicklungen imao aufs Deutlichste.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.07.14 16:43 durch droucles.

  15. Re: Feiges Europa

    Autor: spiderbit 30.07.14 - 21:58

    wie schon gesagt, will ich amerika nicht wirklich verteidigen, aber aktuell macht russland mehr boeses zumindest an der kriegsfront wie amerika.

    Es gibt btw auch beweise, nur muss man die halt dann auch aktzpetieren, es gibt ja bilder von russischen soldaten in den Gebieten, klar kann man immer sagen die sind aber gar nimmer offiziel an gestellt. Und machen das natuerlich alles aus privatem vergnuegen.

    Mit der integritaet hab vielleicht das falsche wort benutzt, meinte ich eben das dei Staatsgrenzen nicht geandert werden sollten, das laender nicht auseinanderfallen sollen, ob das immer besser ist, ist natuerlich auch fraglich, und faellt auch ein altes beispiel ein wo heute wieder todesopfer erzeugt, Israel, wie man das machen konnte ist mir unerklaerlich, und wenn man es schon gemacht hat, sollte es jetzt wenigstens ein halbwegs zusammenleben auf gleicher augenhoehe, geben, 100% von heut auf morgen geht wohl nicht, weil dazu erst vertrauen wachsen muss und sowas, aber das die die ein fremdes land besetzen auch noch die total dominanten herscher sind und die ureingeborenen wenn man so will dort die deppen sind mit denen man alles machen kann, ist schon ungalbulich, sicher gabs in anderen laendern wie usa und auch australien auch so aehnlich, aber es spielt eben schon eine frage wie lange etwas her ist, und wenn gerade juden nach einem Genozit an ihrem Volk was aehnliches an einem anderen machen und die Welt still haelt und das noch fuer gut heisst, ist schon unglaublich.

    Trotzdem finde ich es einen qualitativen unterschied, ob man wenigstens zu seinen Taten steht und sich dafuer prinzipiel verantworten muss, das im Moment in USA ne autoritaere minimaldemokratie als system besteht ist dann so, aber theoretsich koennten wenn morgen 80% die piratenpartei oder die gruenen oder was waehlen wuerden diese Leute dafuer belangt werden.

    ja ist schwierig da jetzt den vergleich der boesheit zu verlgiechen, aber das russland hier nen grossen vorsprung hat seh ich trotzdem nicht, sie haetten nen vorspurng langsam haben koennen sie haetten sich langsam richtung europaeischen idealen entwickeln koennen, leider ist der zug jetzt ab gefahren.

    Auch nach Stalin der mit Hitler vergleichbar war fast, so einen hatte ameriak mal noch nicht, das schlimmste was die wohl gemacht hatten war vermutlich der Vietnamkrieg aber muesste da die opferzahlen mal ansehen, wobei das wenigstens ein kampf zwischen 2 bewaffneten fraktionen war statt das vergasen oder zu tode arbeiten lassen von unbewaffneten frieldichen leuten.

    Guantanamo geht vielleicht auch in die richtung aber ist soweit ich weiss weder von der groesenordnugn noch von der brutalitaet mit gulaks und sowas vergleichbar, aber auch spaeter hatte russland vieles das scheisse war, die welt hat da auch weg gesehen weil man dachte wenn mans sich mit putin nicht verscherzt und nett zu ihm ist das man ihn irgendwann quasi kaufen kann und zu nem guten demokraten erziehen kann, Tschetschenien, auch afganistan, da waren nicht nur die amies sondern eben auch die russen, generell waren fast alle kriege vor 1990 reine stellvertreterkriege zwischen amerika und russland.

    Das russland dann nach 1990 erstmal eine weile lang einen gang in ihrem schlechten tuen einen gang zurueck geschalten hatten, hing dann eben mit ihrer wirtschaftlichen und politischen schwaeche zu tun.

    Aber immerhin haben sie mal gezeigt gehabt zu einem zeitpunkt das sie verlieren koennen ohne irgendwelche fatalen reaktionen, die rechnung dafuer versucht uns jetzt wohl dafuer putin zu ueberbringen.

    ja ein wenig Licht gibts da, und viel schatten, total korrupte Gerichte die schauprozesse macht, dafuer haben sie immerhin die todesstrafe ab geschafft.

    Ob dann aber so 10 jahre irgendwo in knast gehen und hart arbeiten wo die luft mit quecksilber so verpestet ist, das man dann wahrscheinlich weitere 10 jahre spaeter nen krebs kriegt so viel humaner ist, ist fraglich. Strafalger in sibirien.

    Der Kollege vom Oeltippen der Putin wegen Korruption angesprochen hat, ist mal dann auch verreckt weil ihm keine ausreichende behandlung zu gekommen ist.

    Also einigen wir usn drauf sind beides ungefaehr gleich schlimme Regime. China z.B. ist noch der 3. grosse player, haelt wohl den weltrekorn im Massentodesstrafe ausfuehren, neben auch einigen Volksbekaempfungsaktionen oder Voelkermorden oder zumindest teilweisen z.B. Tibet und so weiter.

    Generell schient ein Staat um so groeser er wird boeser zu werden oder boeser zu sein, das scheint fuer mich ein natuergesetz, man koennte vielleicht indien als gegenbeispiel bringen, dort steht aber auch alles staendig am umkippen, und die scheinen mir fast noch aermer wie grosse teile von china, und vielleicht hilft der hinduismus der natuerlich auch seine probleme hat, das ganze halbwegs in friedlichen bahnen zu halten.
    Korrupt ist das allerdings auch sehr und die Lebensumstaende auch oft das letzte.

    jeh kleiner ein Land um so besser ist fuer mich die schlussvolgerung schau dir schweiz an oder niederlande oder schweden... alles reiche staaten und oft auch kulturell extrem vortschrittlich.

    Ich seh auch nicht wieso man mit russland drohen muss, man kann doch einfach mal die zusammenarbeit deutlich reduzieren mit usa eventuell sogar sanktionen erheben wenn mans so nennen will ohne stattdessen mit russland staerker sich zu verbundeln.

  16. Re: Feiges Europa - Spiele ohne Grenzen?

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 31.07.14 - 14:19

    droucles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deutsche Unschuldslämmer von der purifizierten Sorte:
    > Demokrat ist man, folgt man Dir, nativ-deutsch von
    > Geburt an,

    Dann würden, deiner Argumentation folgend, Deutsche als Nazis zur Welt kommen. Beides ist kompletter Unsinn.

    Tatsache ist: Fühlt man sich als Deutscher und will am historischen Ruhm und den Vorteilen der heutigen BRD partizipieren, muss man sich gleichzeitig auch der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands bewusst sein.

    Nur hat das dass beispielsweise nichts damit zu tun, den USA nicht alle diplomatischen Mittel gegen die USA auszuschöpfen, wenn sie deutsche Bürger und die deutsche Regierung ausspionieren. Denn so dreist zu behaupten, das diene dazu, etwaigen neonationalsozialistischen Umtrieben vorzubeugen, waren ja nicht einmal die frechsten Kleinreder der Affäre.
    Es geht ja wohlgemerkt auch gar nicht mehr nur um die Affäre an sich. Die wäre mit einer Entschuldigung Obamas und dem Versprechen, so etwas in Zukunft zu unterlassen, schnell beigelegt gewesen. Dass Beharren der USA, sie hätten das Recht, die Spionage fortzusetzen, ist eine Brüskierung, die nach allen diplomatischen Gepflogenheiten und internationalem Recht eine ebensolche Antwort verlangt. Was als maximale bundesdeutsche Reaktion geschehen ist, nämlich die Ausweisung eines Strohmanns, müsste eigentlich das Minimum sein.

    > Da wird imao garnichts gesucht von der Rechten,
    > außer die EU plattzumachen und danach die
    > jeweiligen Nationalstaaten den Weltmärkten
    > einzeln zum Fraß vorzuwerfen.

    Und es funktioniert, weil sich Europa ständig als schwach und uneinig präsentiert. Das liefert nun einmal treffliche Argumente für nationalistische Trommler.

    Nun möchte ich ganz sicher nicht behaupten, dass Europas Schwäche nur darin liegt, sich ständig zum Büttel der USA zu machen, aber das dürfte durchaus ein maßgeblicher Punkt sein. Wer ständig buckelt, darf sich nicht wundern, wenn er etwas auf den Rücken geschnürt oder Schläge drauf bekommt.

    > Zustimmung, dass Europa eine Rolle gegenüber
    > den anderen Weltmächten noch findet und nicht,
    > wie gerne vermutet wird, bereits gefunden hat.
    > Dazu gehört Selbstbewußtsein.
    > Nationalisten sind stolz auf ihre Vaterländer.

    Wie ich oben schon angedeutet habe: Das ist stolz auf ein Erbe. Meiner Meinung nach kann man auf Ererbtes nicht stolz sein, sondern nur auf selbst Erreichtes, aber das möchte ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren. Der Hauptpunkt ist der, was Nationalisten gerne vergessen: man erbt Werte und Schulden gleichermaßen.

    Das Ideal wäre natürlich, wenn sich Großmächte gegenseitig an ihre Werte erinnern würden, wenn sie dabei sind, diese aus den Augen zu verlieren. Amerika stand einmal für etwas, was die USA noch nie war und gerade jetzt am wenigsten ist, aber es war wenigstens mal ein Bemühen da. Europa hingegen ist die Wiege der westlichen Zivilisation - nur dass man nicht ewig in der Wiege bleiben kann, sondern auch mal erwachsen werden muss, was Europa bis heute nicht geschafft hat.

  17. Re: Feiges Europa - Spiele ohne Grenzen?

    Autor: droucles 01.08.14 - 00:41

    Die Republikaner in den USA scheinen sich zu einem Impeachment gegen Obama entschlossen zu haben - Boehner scheint weiter unter Druck geraten zu sein und die Demokraten geben sich, als hätten sie nur darauf gewartet, dass die Tea-Party Leute sich noch etwas deutlicher bemerkbar machen als ohnehin schon.
    Wie auch immer.
    Zwischen "Kleinrederei" und mehr Antiamerikanismus - back to the topic, gibt es ja noch den Datenschutz und jede Menge Scoops.
    Und mittendrin Europa und ein ambitioniertes Projekt: die europäische Union.
    Sollte das Impeachment implementiert werden und erfolgreich sein wird wohl nicht nur Snowden das Blatt neu betrachten müssen.
    Und um den Verdacht der Ketzerei erneut zu bestätigen: Es bedurfte vlt eines Obama und eines Putin, die EU zur Geschlossenheit zu veranlassen.
    Einigung - so brüchig sie wirken mag.
    Man weiss wirklich nicht mehr ob einem die Tränen vor Lachen oder vor Trauer kommen sollten angesichts solcher Entwicklungen: sie einigen sich auf Sanktionen - in ihrer Position.

    Und ja: mehr Selbstbewußtsein - auch ohne Antiamerikanismus.


    PS: Snowden mag geheime Dinge veröffentlicht haben lassen.

    FB skizziert öffentlich vollkommen unpolitisch eine Welt, wie sie nichteinmal die NSA zuzugeben vermag.
    Thats change?
    Hoffen wir nicht.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 01.08.14 00:59 durch droucles.

  18. Re: Feiges Europa - Spiele ohne Grenzen? PS

    Autor: droucles 01.08.14 - 01:24

    PS

    Die Bearbeitungszeit war abgelaufen.

    Snowden verfügt naturgemäß über beschränkte Informationen: ausreichend genug, um viele wuschig zu machen.
    FB schreibt das alles brav hin in seine AGB.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. WEINMANN Emergency Medical Technology GmbH & Co. KG, Hamburg
  2. Stromnetz Hamburg GmbH, Hamburg
  3. WEINMANN Emergency Medical Technology GmbH + Co. KG, Hamburg
  4. über duerenhoff GmbH, Raum Hannover

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Mafia Definitive Edition im Test: Ein Remake, das wir nicht ablehnen können
Mafia Definitive Edition im Test
Ein Remake, das wir nicht ablehnen können

Familie ist für immer - nur welche soll es sein? In Mafia Definitive Edition finden wir die Antwort erneut heraus, anders und doch grandios.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Mafia Definitive Edition angespielt Don Salieri wäre stolz
  2. Mafia Definitive Edition Ballerei beim Ausflug aufs Land
  3. Definitive Edition Das erste Mafia wird von Grund auf neu erstellt

Xbox, Playstation, Nvidia Ampere: Wo bleiben die HDMI-2.1-Monitore?
Xbox, Playstation, Nvidia Ampere
Wo bleiben die HDMI-2.1-Monitore?

Trotz des Verkaufsstarts der Playstation 5 und Xbox Series X fehlt von HDMI-2.1-Displays jede Spur. Fündig werden wir erst im TV-Segment.
Eine Analyse von Oliver Nickel


    Pinephone im Test: Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler
    Pinephone im Test
    Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler

    Mit dem Pinephone gibt es endlich wieder ein richtiges Linux-Telefon, samt freier Treiber und ohne Android. Das Projekt scheitert aber leider noch an der Realität.
    Ein Test von Sebastian Grüner

    1. Linux Mehr Multi-Touch-Support in Elementary OS 6
    2. Kernel Die Neuerungen im kommenden Linux 5.9
    3. VA-API Firefox bringt Linux-Hardwarebeschleunigung auch für X11