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Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

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  1. Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: drdoolittle 14.11.21 - 11:42

    Man müsste bspw. auch die landwirtschaftliche Tierhaltung als einen der größten Klimakiller massiv zurückfahren, nur wer ist dazu wirklich bereit für 400g Fleisch nicht mehr nur 3,99 EUR sondern 10-20 EUR oder mehr zu zahlen?

    Die ganze Sache ist verloren. Wir sind auf dem besten Wege zu den 4°C mehr, mit katastrophalen Folgen auch für uns.

  2. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: demon driver 14.11.21 - 11:52

    drdoolittle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man müsste bspw. auch die landwirtschaftliche Tierhaltung als einen der
    > größten Klimakiller massiv zurückfahren, nur wer ist dazu wirklich bereit
    > für 400g Fleisch nicht mehr nur 3,99 EUR sondern 10-20 EUR oder mehr zu
    > zahlen?

    Viele. Fleischsteuer einführen, und der Käs wär gegessen. Und dafür könnte man den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf mehr nichtfleischliche Lebensmittel anwenden. Aber das würde dann kaum bei 10-20 ¤ für 400g bleiben, weil ein großer Teil der Landwirtschaft und der fleischverarbeitenden Industrie danach dicht machen müsste und der übriggeblieebne große Teil auf Geringstmengen umstellen müsste. Möglicherweise würde damit die Fleischproduktion sogar insgesamt unwirtschaftlich und würde aus Europa komplett verschwinden.

    Siehe auch hier.

  3. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: muetze 14.11.21 - 11:59

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Viele. Fleischsteuer einführen, und der Käs wär gegessen.

    Es bräuchte nicht mal eine Fleischsteuer. Eine Steuer auf alles Klima-relevante reicht. Also CO2- Ausstoß, Methan-Ausstoß, Wald-Abholzen, etc. Und wenn der Betrag sich am Einfluss auf das Klima orientiert, ist Methan logischerweise sehr teuer.

  4. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: demon driver 14.11.21 - 12:11

    muetze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Viele. Fleischsteuer einführen, und der Käs wär gegessen.
    >
    > Es bräuchte nicht mal eine Fleischsteuer. Eine Steuer auf alles
    > Klima-relevante reicht. Also CO2- Ausstoß, Methan-Ausstoß, Wald-Abholzen,
    > etc. Und wenn der Betrag sich am Einfluss auf das Klima orientiert, ist
    > Methan logischerweise sehr teuer.

    Mit ähnlichen Folgen für die Wirtschaft. Vielen (auch vorbildlichen Öko-) Landwirtschaftsbetrieben würde das das Genick brechen. Und viele Erwerbsarbeitende, die gerade so über die Runden kommen, könnten sich die Fahrt zur Arbeit nicht mehr leisten. Das ist ein beträchtlicher Teil unserer Gesellschaft, der in den letzten drei, vier Jahrzehnten immer weiter angewachsen ist, der schlicht kein Geld mehr übrig hat.

    Abgesehen von dieser sozialen Frage, wer's denn bezahlen soll, ist das ist doch das grundsätzlich Hirnrissige am herrschenden System, dass zwischen dem, was man will (Welt retten), und dem, was man tun kann, die Geldvermehrungsmaschine mit ihrem Wachstumszwang steht, und wenn die nicht mehr rund läuft, gibt das Verwerfungen, bis hin dazu, dass ganzen Gesellschaften droht, dass sie sich nicht mehr finanzieren können.

  5. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: ubuntu_user 14.11.21 - 12:27

    drdoolittle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die ganze Sache ist verloren. Wir sind auf dem besten Wege zu den 4°C mehr,
    > mit katastrophalen Folgen auch für uns.

    man müsste sich auch mal entscheiden was man will. Kohlekraftwerke abschalten würde ja erstmal niemanden weh tun. Da hätte man Atomenergie lieber weiterbehalten sollen. Im Idealfall geht eins hoch und man hat ein Naturschutzgebiet. Siehe Fukushima oder Tschernobyl. Das ist alles unbewohnt dort, so zynisch das klingt.

    Das gibt neben Fleisch aber ja noch viel mehr was man sparen könnte und auch nicht gleich so viel Widerstand erzeugt. Supermärkte schmeißen z.B. auch viel weg. Könnte man ja auch ne Strafsteuer machen, sodass man dann etwas weniger hat gegen 18:00

    Dazu kommen dann so Sachen wie massiver Neu-Hausbau, viele Neuwagen, viele Konsumwegwerfprodukte oder eben Urlaub.
    Wenn wir schon bei Fleischeinschränkung sind: Rauchen und Alkohol sollte man auch massiv einschränken. Im Gegensatz zum Fleischkonsum(siehe Keto/Ätkins/co) ist das auch schädlich.

    Generell sollte man auch mal überlegen wie man Flächen besser fürs Klima nutzt. Sei es Wald, Weide und co. Oder man "verbuddelt" Schnell wachsende Hölzer.
    Fische binden auch viel CO2. Da sollte man auch gucken wie man den Bestand maximiert.

  6. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: ubuntu_user 14.11.21 - 12:34

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Abgesehen von dieser sozialen Frage, wer's denn bezahlen soll, ist das ist
    > doch das grundsätzlich Hirnrissige am herrschenden System, dass zwischen
    > dem, was man will (Welt retten), und dem, was man tun kann, die
    > Geldvermehrungsmaschine mit ihrem Wachstumszwang steht, und wenn die nicht
    > mehr rund läuft, gibt das Verwerfungen, bis hin dazu, dass ganzen
    > Gesellschaften droht, dass sie sich nicht mehr finanzieren können.

    Das Schlimme ist eigentlich dass alle Produkte heutzutage Müll und kurzlebig sind:
    - Möbel: ist fast alles Pressholz und übersteht kaum einen Umzug
    - Lebensmittel: im Vergleich zu früher sind die schon massiv schlechter geworden. Margarine, Analogkäse, viel Zucker überall drin. Alles was von nestle und co kommt ist größtenteils Dreck und kann man kaum noch als Lebensmittel bezeichnen
    - Handys: die billig android phones sind nach 2 Jahren entwder kaputt (display, akku, co) oder kriegen keine updates mehr
    - Computer: alles verklebt und kaum noch reparierbar
    - Fernseher: sind so billig, die repariert ja auch heute keiner mehr
    - Kleidung: ist auch das meiste eher Wegwerfware. Am schlimmsten sind da echt Primark. Als ob heute jemand zum Schuster gehen würde :D das ist schon so absurd

  7. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: demon driver 14.11.21 - 13:07

    ubuntu_user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Abgesehen von dieser sozialen Frage, wer's denn bezahlen soll, ist das ist
    > > doch das grundsätzlich Hirnrissige am herrschenden System, dass zwischen
    > > dem, was man will (Welt retten), und dem, was man tun kann, die
    > > Geldvermehrungsmaschine mit ihrem Wachstumszwang steht, und wenn die nicht
    > > mehr rund läuft, gibt das Verwerfungen, bis hin dazu, dass ganzen
    > > Gesellschaften droht, dass sie sich nicht mehr finanzieren können.
    >
    > Das Schlimme ist eigentlich dass alle Produkte heutzutage Müll und
    > kurzlebig sind [...]

    Ja, auch das ist eine der Folgen davon.

    Auch dass alle (jedenfalls alle, die noch Arbeit kriegen) viel mehr arbeiten müssen, als das zu vorindustriellen Zeiten üblich war, um sein Auskommen zu haben, ist eine Folge davon.

  8. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: x2k 14.11.21 - 18:10

    drdoolittle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man müsste bspw. auch die landwirtschaftliche Tierhaltung als einen der
    > größten Klimakiller massiv zurückfahren, nur wer ist dazu wirklich bereit
    > für 400g Fleisch nicht mehr nur 3,99 EUR sondern 10-20 EUR oder mehr zu
    > zahlen?
    >
    > Die ganze Sache ist verloren. Wir sind auf dem besten Wege zu den 4°C mehr,
    > mit katastrophalen Folgen auch für uns.
    Naja alle Klimabemühungen enden immer nur darin das es absichtlich teurer gemacht wird und darauf haben alle keine lust. Niemand findet es toll wenn einem etwas weg genommen wird. Leider sind unsere ökofaschisten nicht in der lag das zu verstehen. Der Schlüssel ist das man bestehende Technologie so einsetzt oder ergänzt das man klimaneutralität erreicht ohne das etwas teurer wird oder einer verzichten muss. Dafür ist die masse an menschen leider zu dumm und zu ignorant um so komplexe dinge zu verstehen. Und so wird sich nichts ändern. OT: selber schuld wer kinder in diese kranke welt setzt das ist verantwortungslos.

  9. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: spitfire_ch 14.11.21 - 20:19

    > Auch dass alle (jedenfalls alle, die noch Arbeit kriegen) viel mehr
    > arbeiten müssen, als das zu vorindustriellen Zeiten üblich war, um sein
    > Auskommen zu haben, ist eine Folge davon.

    Grundsätzlich ja zu allem, aber zu dieser Aussage würde ich ein Fragezeichen setzen. So goss ein Hersteller von Buchstaben für die Schriftsetzerei 15-16 h am Tag neue Lettern (Quelle: Papiermuseum Basel). Ich glaube nicht, dass in Mitteleuropa viele Leute noch so lange arbeiten. Wahrscheinlich haben wir das Maximum an Wohlstand und Lebensqualität erreicht, stehen aber unmittelbar vor dem Abgrund.

  10. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: X-Press 14.11.21 - 23:38

    x2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja alle Klimabemühungen enden immer nur darin das es absichtlich teurer
    > gemacht wird und darauf haben alle keine lust. Niemand findet es toll wenn
    > einem etwas weg genommen wird. Leider sind unsere ökofaschisten nicht in
    > der lag das zu verstehen. Der Schlüssel ist das man bestehende
    > Technologie so einsetzt oder ergänzt das man klimaneutralität erreicht ohne
    > das etwas teurer wird oder einer verzichten muss. Dafür ist die masse an
    > menschen leider zu dumm und zu ignorant um so komplexe dinge zu verstehen.

    Naja, also das Fleisch den 50x Landverbrauch hat wie vegane Ernährung, kannste ja Mal versuchen mit bestehender Technologie zu lösen, wird leider rein physikalisch nix, jeder biologische zwischenschritt ist teuer, weil unglaublich ineffizient.
    Heißt nicht dass ich der Meinung bin dass alle veganer werden sollten, bin ich selbst nicht hab den Konsum aber inzwischen auf einmal in der Woche reduziert, aber die realen ökologischen kosten abzubilden anstatt Fleisch zu subventionieren wäre glaube ich ein guter Anfang um Mal aufzuzeigen was das eigentlich kostet.
    Wenn wir dann noch über gute Haltungs und Arbeitsbedingungen sprechen würden...
    Grundsätzlich bin ich bei dir dass man Technologie besser einsetzen muss um Klimaneutralität zu erreichen, aber in der Geschwindigkeit in der das notwendig geworden ist, wird sich das leider parallel mit Wirtschaftswachstum und Gewinnabsichten von Privatpersonen und Unternehmen leider nix werden, da müsste man sich entscheiden.

  11. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: demon driver 14.11.21 - 23:38

    spitfire_ch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Auch dass alle (jedenfalls alle, die noch Arbeit kriegen) viel mehr
    > > arbeiten müssen, als das zu vorindustriellen Zeiten üblich war, um sein
    > > Auskommen zu haben, ist eine Folge davon.
    >
    > Grundsätzlich ja zu allem, aber zu dieser Aussage würde ich ein
    > Fragezeichen setzen. So goss ein Hersteller von Buchstaben für die
    > Schriftsetzerei 15-16 h am Tag neue Lettern (Quelle: Papiermuseum Basel).
    > Ich glaube nicht, dass in Mitteleuropa viele Leute noch so lange arbeiten.
    > Wahrscheinlich haben wir das Maximum an Wohlstand und Lebensqualität
    > erreicht, stehen aber unmittelbar vor dem Abgrund.

    Vorkapitalistisch mussten aber bei weitem nicht alle soviel arbeiten. Klar, ihnen fehlte vieles, was wir heute als selbstverständlich ansehen, und ich würde auch nicht zurück ins Mittelalter wollen, aber sehr viele hatten damals bei weitem nicht soviel zu arbeiten wie wir heute, auch wenn dein Schriftsetzer ein Gegenbeispiel sein mag. Und "Lebensqualität" kann sich schon recht schnellk relativieren, wenn man die in Selbstbestimmung verbleibende, wache Zeit stark gewichtet.

  12. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: Cerdo 15.11.21 - 12:23

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > muetze schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Eine Steuer auf alles
    > > Klima-relevante reicht.
    > Mit ähnlichen Folgen für die Wirtschaft. Vielen (auch vorbildlichen Öko-)
    > Landwirtschaftsbetrieben würde das das Genick brechen.

    Das ist, sorry, ein Totschlagargument das einfach nur den Status Quo am Leben erhält. Natürlich würden dann Betriebe, die die Umwelt verpesten (auch welche, die das nicht mit Absicht tun) aussterben.
    Weinst Du den Färbereien und anderen Betrieben nach, die ihren Giftmüll einfach in die Flüsse gekippt haben? Da könnte man jetzt auch argumentieren: die Kosten für die Abwasser-Reinigung und Kläranlagen haben Arbeitsplätze gekostet und der Wirtschaft geschadet.

    Beim CO2 bzw. Klima ist es nur nicht so offensichtlich. Da hat man keine bunten Flüsse und tote Fische gleich hinter der Fabrik. Der Effekt ist eben schleichend und der Zusammenhang nicht direkt sichtbar. Da muss man eben die globalen Klimawerte betrachten, den Trend und die Folgen erkennen.
    Das hat die auch Politik Jahrzehnte lang nicht wahrhaben wollen ("Schmutziges Wasser und tote Fische hat es früher auch schon gegeben").

    > Und viele Erwerbsarbeitende, die gerade so über die Runden kommen, könnten sich die
    > Fahrt zur Arbeit nicht mehr leisten. Das ist ein beträchtlicher Teil
    > unserer Gesellschaft, der in den letzten drei, vier Jahrzehnten immer
    > weiter angewachsen ist, der schlicht kein Geld mehr übrig hat.

    Deswegen haben die Grünen beispielsweise in ihrem Wahlprogramm das Energiegeld aufgeführt. Das ist nur im Wahlkampf komplett untergegangen.
    Die Idee dahinter ist einfach: Das Geld, das mit der CO2-Steuer eingenommen wird, wird in gleichen Anteilen an alle Bürger verteilt. Der Fiskus verdient also nichts daran und wer wenig CO2 produziert, hat am Ende des Jahres sogar mehr in der Tasche.

    Geringverdiener fahren viel öfter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als Gutverdiener. Also zahlen sie weniger Steuern als sie als Energiegeld zurück bekommen.
    Radfahren und Fahrgemeinschaften werden damit automatisch "subventioniert". Gerade letzteres könnte auch auf dem Land viel öfter gemacht werden, es gibt aber kaum Anreize.

    Ein SUV verbraucht mehr Sprit als ein Kleinwagen und schon in der Produktion wird mehr CO2-Steuer fällig. Genauso sind auch Elektroautos in der Herstellung damit teurer, im Gebrauch aber billiger. Ein Grund mehr, sich nicht alle fünf Jahre einen Neuwagen zu besorgen (auch bei Leasing).

    > Abgesehen von dieser sozialen Frage, wer's denn bezahlen soll, ist das ist
    > doch das grundsätzlich Hirnrissige am herrschenden System, dass zwischen
    > dem, was man will (Welt retten), und dem, was man tun kann, die
    > Geldvermehrungsmaschine mit ihrem Wachstumszwang steht, und wenn die nicht
    > mehr rund läuft, gibt das Verwerfungen, bis hin dazu, dass ganzen
    > Gesellschaften droht, dass sie sich nicht mehr finanzieren können.

    Darin, sich über das System zu beschweren, sind alle gut. Dystopien gibt es auch wie Sand am Meer. Was wäre denn die Alternative?

  13. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: demon driver 15.11.21 - 13:30

    Cerdo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > muetze schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > Eine Steuer auf alles
    > > > Klima-relevante reicht.
    > > Mit ähnlichen Folgen für die Wirtschaft. Vielen (auch vorbildlichen Öko-)
    > > Landwirtschaftsbetrieben würde das das Genick brechen.
    >
    > Das ist, sorry, ein Totschlagargument das einfach nur den Status Quo am
    > Leben erhält [...]

    Nein, es ist überhaupt kein "Argument". Es ist eine Feststellung. Und ein ganz konkretes Beispiel für die ökonomischen Hürden, die das herrschende Wirtschaftssystem der Menschheit bei den Versuchen in den Weg stellt, das Richtige zu tun.

    Ich sage auch nicht, dass man es deswegen nicht machen soll. Man könnte aber vielleicht doch versuchen, beim Zurückfahren der Viehwirtschaft für die Fleischerzeugung nicht mit dem Arscℎ komplett einzureißen, was gerade auch hierzulande in jahrzehntelanger Arbeit mit Kopf und Herz und oft gegen staatliche Hindernisse und Widrigkeiten speziell in der Öko-Landwirtschaft an Gutem aufgebaut wurde.

    > > Und viele Erwerbsarbeitende,
    > > die gerade so über die Runden kommen, könnten sich die
    > > Fahrt zur Arbeit nicht mehr leisten. Das ist ein beträchtlicher Teil
    > > unserer Gesellschaft, der in den letzten drei, vier Jahrzehnten immer
    > > weiter angewachsen ist, der schlicht kein Geld mehr übrig hat.
    >
    > Deswegen haben die Grünen beispielsweise in ihrem Wahlprogramm das
    > Energiegeld aufgeführt [...]

    Sag ich ja nix gegen, ist ein richtiger Ansatz. Ich sage hier nur was gegen "[e]ine Steuer auf alles Klima-relevante reicht". Damit sage ich auch nichts gegen die Steuer an sich. Nur "reicht" die aus den genannten Gründen eben nicht, es braucht Korrekturen und Kompensationen.

    > > Abgesehen von dieser sozialen Frage, wer's denn bezahlen soll, ist das ist
    > > doch das grundsätzlich Hirnrissige am herrschenden System, dass zwischen
    > > dem, was man will (Welt retten), und dem, was man tun kann, die
    > > Geldvermehrungsmaschine mit ihrem Wachstumszwang steht, und wenn die nicht
    > > mehr rund läuft, gibt das Verwerfungen, bis hin dazu, dass ganzen
    > > Gesellschaften droht, dass sie sich nicht mehr finanzieren können.
    >
    > Darin, sich über das System zu beschweren, sind alle gut. Dystopien gibt es
    > auch wie Sand am Meer. Was wäre denn die Alternative?

    Es sind in den letzten gut 150 Jahren eine Menge guter Ideen dazu entstanden. Und die zahlreichen, fatalen und unkorrigierbaren Mängel des herrschenden Systems, von denen der genannte nur einer ist, sind ungefähr ebensolange bekannt. Angesichts dessen ist die Frage "was wäre denn die Alternative" im Hinblick auf das herrschende Wirtschaftssystem nur wenig sinnvoller, als wenn ein Klimaleugner die Frage gegenüber der Fortsetzung der fossilen Verbrennung stellt. Die Frage ist vielmehr, warum beschäftigen sich nicht die Wissenschaften, die Regierungen, Organisationen wie die UN und andere längst mit der Konkretisierung einer solchen Alternative und mit der Vorbereitung des Ausstiegs aus dem bestehenden System? Und warum fordern die Menschen nicht genau das? Die Antwort ist dabei fast banal: Weil das herrschende System sie alle finanziert, weil sie Angst vor grundlegenden Veränderungen haben, und deswegen, solange das noch halbwegs funktioniert, nach dem Motto "nach uns die Sintflut" solange am Bestehenden festhalten, bis der Karren endgültig vor die Wand gefahren ist. Einer der zentralen Selbsterhaltungsmechanismen des bestehenden Weltbetriebssystems. Der es womöglich verhindert, rechtzeitig den Hebel herumzureißen, so ähnlich wie es schon beim Klima droht.

  14. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: bofhl 15.11.21 - 16:02

    Cerdo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > muetze schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > Eine Steuer auf alles
    > > > Klima-relevante reicht.
    > > Mit ähnlichen Folgen für die Wirtschaft. Vielen (auch vorbildlichen
    > Öko-)
    > > Landwirtschaftsbetrieben würde das das Genick brechen.
    >
    > Das ist, sorry, ein Totschlagargument das einfach nur den Status Quo am
    > Leben erhält. Natürlich würden dann Betriebe, die die Umwelt verpesten
    > (auch welche, die das nicht mit Absicht tun) aussterben.
    > Weinst Du den Färbereien und anderen Betrieben nach, die ihren Giftmüll
    > einfach in die Flüsse gekippt haben? Da könnte man jetzt auch

    Und du meinst jetzt wirklich, diese Färbereien gäbe es heute nicht mehr? Sorry, aber du solltest nicht die Stoffherstellung in Europa (gibt es nahezu kaum mehr) mit der Stoffherstellung im Rest der Welt verwechseln! Die ist nämlich die, die gut 98% aller benötigten Stoffe herstellt und sehrwohl noch uralte Techniken benutzt!

    > argumentieren: die Kosten für die Abwasser-Reinigung und Kläranlagen haben
    > Arbeitsplätze gekostet und der Wirtschaft geschadet.

    Nur ist es genauso - blos wer in der westl. Welt will das hören? Die junge Dame aus Schweden und ihre Mitläufer bzw. Anhänger sicher nicht!

    >
    > Beim CO2 bzw. Klima ist es nur nicht so offensichtlich. Da hat man keine
    > bunten Flüsse und tote Fische gleich hinter der Fabrik. Der Effekt ist eben
    > schleichend und der Zusammenhang nicht direkt sichtbar. Da muss man eben
    > die globalen Klimawerte betrachten, den Trend und die Folgen erkennen.
    > Das hat die auch Politik Jahrzehnte lang nicht wahrhaben wollen
    > ("Schmutziges Wasser und tote Fische hat es früher auch schon gegeben").
    >
    > > Und viele Erwerbsarbeitende, die gerade so über die Runden kommen,
    > könnten sich die
    > > Fahrt zur Arbeit nicht mehr leisten. Das ist ein beträchtlicher Teil
    > > unserer Gesellschaft, der in den letzten drei, vier Jahrzehnten immer
    > > weiter angewachsen ist, der schlicht kein Geld mehr übrig hat.
    >
    > Deswegen haben die Grünen beispielsweise in ihrem Wahlprogramm das
    > Energiegeld aufgeführt. Das ist nur im Wahlkampf komplett untergegangen.
    > Die Idee dahinter ist einfach: Das Geld, das mit der CO2-Steuer eingenommen
    > wird, wird in gleichen Anteilen an alle Bürger verteilt. Der Fiskus
    > verdient also nichts daran und wer wenig CO2 produziert, hat am Ende des
    > Jahres sogar mehr in der Tasche.

    Also noch mehr Verteilung von Geld das nicht (mehr) vorhanden ist! Denn wer soll diese ganze notwendige CO2-Steuer bezahlen? Die die notwendigerweise Autos brauchen - und kaum CO2-neutrale E-Autos leisten können?
    (Anmerkung: wer bitte denkt, dass Steuern auf Strom für eAutos nicht als Ersatz für die sinkenden Steuern auf Treibstoffe herhalten wird müssen ist ein Träumer! Irgendwer wird die Milliarden an Steuern zahlen müssen!)

    >
    > Geringverdiener fahren viel öfter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als
    > Gutverdiener. Also zahlen sie weniger Steuern als sie als Energiegeld
    > zurück bekommen.

    ?? Woher kommt dieser Glaube?? Oder sollen in Zukunft alle Geringverdiener zwangsumgesiedelt werden in Ghettos in den Städten?

    > Radfahren und Fahrgemeinschaften werden damit automatisch "subventioniert".
    > Gerade letzteres könnte auch auf dem Land viel öfter gemacht werden, es
    > gibt aber kaum Anreize.

    Fahrgemeinschaften machen nur Sinn wenn die Personen alle in die gleiche Gegend und zur selben Zeit fahren würden...

    >
    > Ein SUV verbraucht mehr Sprit als ein Kleinwagen und schon in der
    > Produktion wird mehr CO2-Steuer fällig. Genauso sind auch Elektroautos in
    > der Herstellung damit teurer, im Gebrauch aber billiger. Ein Grund mehr,
    > sich nicht alle fünf Jahre einen Neuwagen zu besorgen (auch bei Leasing).

    Viel Spass beim Einkaufen mit einer größerer Familie! Und immer weniger Leute können sich Neuwägen leisten...

    (das Problem stellt sich aktuell eh nicht mehr - es werden kaum noch welche gebaut!)

  15. Re: Das Nicht-Wollen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft

    Autor: demon driver 15.11.21 - 18:33

    bofhl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > argumentieren: die Kosten für die Abwasser-Reinigung und Kläranlagen haben
    > > Arbeitsplätze gekostet und der Wirtschaft geschadet.
    >
    > Nur ist es genauso - blos wer in der westl. Welt will das hören? Die junge
    > Dame aus Schweden und ihre Mitläufer bzw. Anhänger sicher nicht!

    Oh, ich denke, da sind durchaus einige dabei, denen das bewusst ist. Es kommt jetzt aber noch drauf an, was man daraus für Schlüsse zieht. Ob man nämlich sagt, ok, wenn das "der Wirtschaft" schadet usw., dann geht das natürlich nicht, oder ob man endlich mal einsieht, dass, wenn das so ist, "die Wirtschaft" das ist, was sich ändern muss, und zwar global, und zwar grundlegend...

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