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Rache oder Verzweiflung

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  1. Rache oder Verzweiflung

    Autor: BenjaminWagner 29.12.15 - 20:19

    Ich wette, dass dies wieder mal eine Klage aus Rache oder Verzweiflung war.

    Digitalinkompetenz kann man doch wohl inzwischen ausschließen, also vermute ich, dass da jemand mit der Klage entweder jemandem eine reinwürgen wollte, oder Jemand keine andere Chance sah, um eine missliebige Äußerung zu verhindern.

    Ich meine, man muss das doch nur zwei Sekunden durch den Kopf gehen lassen.
    Wenn ich zu meinem Freund sage: "Hast Du gesehen? PEGIDA-Fans haben mal wieder ein Asylantenheim abgefackelt," - dann ist das im analogen Alltag ein Gesprächsbeginn.

    Möchte nicht wissen wie krank man im Kopf sein muss, um daraus zu schließen, dass ich dem Inhalt positiv gegenüber stehe.

  2. Re: Rache oder Verzweiflung

    Autor: baldur 29.12.15 - 21:27

    BenjaminWagner schrieb:
    > Ich meine, man muss das doch nur zwei Sekunden durch den Kopf gehen
    > lassen.
    > Wenn ich zu meinem Freund sage: "Hast Du gesehen? PEGIDA-Fans haben mal
    > wieder ein Asylantenheim abgefackelt," - dann ist das im analogen Alltag
    > ein Gesprächsbeginn.
    >
    > Möchte nicht wissen wie krank man im Kopf sein muss, um daraus zu
    > schließen, dass ich dem Inhalt positiv gegenüber stehe.

    Ich weiß nicht ob ich da so generell zustimmen würde. Wenn du jemandem Gegenüber stehst und ein Gespräch beginnst, kann man dir aus Stimme und Mimik ablesen wie du zu der Aussage stehst.
    Wenn du sagst "Pegida hat wieder ein Asylantenheim abgefackelt" ist das ansich erst mal eine neutrale Aussage. Wenn du dabei grinst und dir die Hände reibst, könnte man daraus interpretieren, daß du dich über die Nachricht freust. Läuft dein GEsicht dagegen vor Zorn rot an, siehst du die Nachricht wohl nicht so positiv ;)

    Im Netz fehlt halt die zusätzliche Mimik um daraus die Meinung des anderen abzulesen. Oft wird auch einfach Zeug geteilt, ohne daß derjenige etwas dazu schreibt, da hat man dann eigentlich keinen Hinweis darauf wie derjenige zu dem Inhalt steht.

  3. Re: Rache oder Verzweiflung

    Autor: ButterLife 30.12.15 - 00:05

    Ich will den anhaltenden Kleinkrieg zwischen Linken und Rechten in den Foren dieses Landes nicht zu lange unterbrechen, sondern diesen Post lediglich dazu nutzen, um darauf hin zu weißen, dass besagter Fall meiner Ansicht nach weder "Rache" noch "Verzweiflung" zu Grunde liegt. Primär auch keine politische Richtung. Im verlinkten Artikel findet sich folgender Schnipsel:

    >Im vorliegenden Fall geht es aber gerade nicht um eine solche Verantwortlichkeit des >Verfügungsklägers, sondern vielmehr um die Frage, ob er durch das Teilen des >Beitrags >der Tierschützerin … dänische Hunde mit Juden verglichen hat.

    Nun hilft es, wenn man um die Historie des dänischen "Hundegesetzes" weiß. Dieses werde ich hier nicht sehr weit ausführen, google liefert dazu Tausende brauchbare Ergebnisse.

    Das Grundproblem des verlinkten Beitrags sehe ich darin, dass das Leid von Tieren mit einem schrecklichen historischen Ereigniss an Menschen verglichen wird. Dieser Vergleich dürfte jedoch im Konflikt mit unseren GG stehen, unabhängig davon ob er zutreffend ist oder nicht. Die Würde des Menschen wird in jedem Fall über die eines Tieres gestellt. Ich vermute jetzt einfach einmal, das die Staatsanwaltschaft sich aus diesem Grund an dem Beitrag und den Verlinkungen gestört hat. Die Diskussion um das dänische Hundegesetz wird/wurde sehr emotional geführt. Ich persönlich denke übrigens das auch solche Vergleiche im Rahmen der Meinungsfreiheit möglich seien sollten, leider enstpricht dies nicht der aktuellen deutschen Rechtslage.


    Folgende Formulierung wäre meiner Ansicht nach zutreffend und rechtlich unproblematisch gewesen:

    "Das dänische Hundegesetz erlaubt die staatliche und industrielle Tötung bestimmter Hunderassen, unabhängig von Verhaltensauffälligkeiten und wissenschaftlichen Grundlagen. Dies soll die komplette Ausrottung bestimmter Hunderassen innerhalb Dänemarks zur Folge haben, mit Außnahme einiger weniger zur Forschung. Familienmitglieder eines Hundes dieser Rasse, haben zum Teil nicht die Möglichkeit den Rechtsweg zu bestreiten, eine Tötung des Hundes der Rasse, erfolgt unmittelbar durch die Exekutive"



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 30.12.15 00:10 durch ButterLife.

  4. Re: Rache oder Verzweiflung

    Autor: Snoozel 30.12.15 - 00:07

    > Im Netz fehlt halt die zusätzliche Mimik um daraus die Meinung des anderen
    > abzulesen. Oft wird auch einfach Zeug geteilt, ohne daß derjenige etwas
    > dazu schreibt, da hat man dann eigentlich keinen Hinweis darauf wie
    > derjenige zu dem Inhalt steht.

    Dann zählt es für mich nur als "zur Info"... es ist aber üblich in unserer Gesellschaft das Geschriebenes eher als Negativ ausgelegt wird, merkt man oft bei EMails.

  5. Re: Rache oder Verzweiflung

    Autor: Frank64 30.12.15 - 01:24

    BenjaminWagner schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich zu meinem Freund sage: "Hast Du gesehen? PEGIDA-Fans haben mal
    > wieder ein Asylantenheim abgefackelt," - dann ist das im analogen Alltag
    > ein Gesprächsbeginn.
    >
    > Möchte nicht wissen wie krank man im Kopf sein muss, um daraus zu
    > schließen, dass ich dem Inhalt positiv gegenüber stehe.

    Hat das jemand getan? Oder baust Du einfach nur Dein eigenes Strohmann-Argument zusammen?

  6. Re: Rache oder Verzweiflung

    Autor: OdinX 30.12.15 - 12:00

    Ich sehe eigentlich nicht mal ein, wieso es strafrechtlich relevant sein soll, welche Meinung man zu etwas hat.

    Würde ich offen Sympathien für die Nazi-Ideologie haben (was ich nicht tue), so wäre das für den Staat doch irrelevant, es sei denn ich unterstütze kriminelle Organisationen finanziell oder mit meiner Arbeitskraft, die müssten aber erst als kriminell deklariert werden. Auch verachtenswerte Meinungen dürfen eigentlich nur dann in die Schranken gewiesen werden, wenn zu einer Straftat aufgerufen wird und man davon ausgehen kann, dass mit genügend hoher Wahrscheinlichkeit einer diesem Aufruf folgt.

  7. Re: Rache oder Verzweiflung

    Autor: DooMRunneR 30.12.15 - 13:56

    OdinX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch
    > verachtenswerte Meinungen dürfen eigentlich nur dann in die Schranken
    > gewiesen werden, wenn zu einer Straftat aufgerufen wird und man davon
    > ausgehen kann, dass mit genügend hoher Wahrscheinlichkeit einer diesem
    > Aufruf folgt.

    Du hast noch nie die Menschenrechtscharta zur Meinungsfreiheit gelesen oder?

    “Meinungen” sind dort einzuschränken, wo sie keine Meinungen mehr sind, sondern der Manipulation dienen, die anderen Menschen schaden. Oder wo sie Menschen direkt schaden können.

    Aus diesem Grund sind bei uns nicht nur die Leugnung der NS-Verbrechen und die Propaganda für die entsprechende Ideologie strafbar sondern u.a. auch
    - Verhetzung
    - Rassismus
    - Üble Nachrede
    - Kredit- und Rufschädigung
    - Verleumdung

    Diese Einschränkungen dienen dazu, die Freiheiten anderer Menschen nicht einzuschränken. Meinungsfreiheit ist kein absolutes Menschenrecht (im Unterschied zb zum Verbot der Folter) sondern ist auch in der Menschenrechtskonvention definiert als ein Ding, das eingeschränkt werden darf, wenn mit der jeweiligen “Meinung” Rechte und Freiheiten anderer Menschen in unzulässiger Weise beschnitten werden.

    In der Schweiz ist zb die Leugnung des türkischen Völkermordes an den Armeniern strafbar, weil diese Leugnung nationalistischen Türken dazu dient, die noch existierende Minderheit zu unterdrücken.

    "Meinungsfreiheit" ist kein Persilschein um behaupten zu können was man gerade will.

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