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Wofür?

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  1. Wofür?

    Autor: m_for_manu 14.02.18 - 13:26

    Jeder spricht über Digitalisierung und meint mehr MBit aus der Dose. Dann gibt es noch ein paar die einige Dienstleistungen des Staates besser online abwickeln möchten. Und dann? Was soll die Aufgabe dieses Ministeriums denn sein? Was soll damit gelenkt, verordnet und bewirkt werden? Noch mehr Verhinderung von öffentlichem WLAN, noch mehr Datenschutzverordnung und Cookie-Warnungen? Kann das mal jemand mit Inhalt füllen anstatt nur noch mehr ins gleiche Horn zu blasen? Vor allem was erhoffen sich die Verbände davon? Ich habe als Unternehmer der volldigitalisiert ist, nur eine Forderung: im Zentrum von Köln mehr als 50 Mbit für meine Firma. Dafür braucht es aber kein komplettes Ministerium.

    Und soviel zu mir: was möchten denn andere Unternehmer sonst? Start-Ups möchten einfacher an Subventionen? Was soll da noch alles Staatlich gelenkt werden?

  2. Re: Wofür?

    Autor: p4m 14.02.18 - 13:52

    Natürlich dauert die exakte Themengebietsfindung in der Politik ersteinmal. Mit einem Ministerium werden aber dediziert Mittel bereitgestellt und das Thema in den Fokus gerückt, da sich dieses Ministerium folglich ausschließlich und nicht nebensächlich damit beschäftigt.

    Habe mich bei dem GroKo-Fokus auf Digitalisierung - zugegeben ein Thema auf das man sich wohl einfach einigen könnte - schon gewundert, warum da kein Ministerium für geschaffen wird.

    Zu dem Punkt, warum es ein eigenes Ministerium seien soll, kann ich zu den zuvor genannten Argumenten noch auf das Entwicklungshilfeministerium verweisen. Hätte man auch im Außenressort belassen können, wollte aber einen Fokus setzen (oder brauchte noch einen Ministerposten - aber das ist spekulativ).

  3. Re: Wofür?

    Autor: m_for_manu 14.02.18 - 14:01

    Ok, und was genau ist mit "Mit einem Ministerium werden aber dediziert Mittel bereitgestellt und das Thema in den Fokus gerückt, da sich dieses Ministerium folglich ausschließlich und nicht nebensächlich damit beschäftigt." gemeint?

    Nochmal: um Fördermittel für DSL/Glasfaser etc. zu verteilen braucht es nun ein eigenes Ministerium? Mehr ist es doch nicht! Und die Themen eGoverment müssen doch eh von jedem Bundesland selbstständig erarbeitet werden, Stichwort Föderalismus. Wozu noch ein Ungetüm von Behörde aufbauen wo dann wieder Arbeit für die gefunden werden muss? Wo liegt jetzt genau nochmal der Vorteil für Unternehmen, für die Wirtschaft? Ich kann für mich nicht einmal ansatzweise welche finden. Soll es eine Bundescloud geben? Ein Bundesbitcoin? Die Transportinfrastruktur ist in öffentlicher Hand, da macht ein Ministerium für Transport und Straßen Sinn, aber hier ja wohl eher nicht.

  4. Aufgaben? z.B. Software-Infrastruktur?

    Autor: perahoky 14.02.18 - 14:05

    m_for_manu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jeder spricht über Digitalisierung und meint mehr MBit aus der Dose. Dann
    > gibt es noch ein paar die einige Dienstleistungen des Staates besser online
    > abwickeln möchten. Und dann? Was soll die Aufgabe dieses Ministeriums denn
    > sein? Was soll damit gelenkt, verordnet und bewirkt werden? Noch mehr
    > Verhinderung von öffentlichem WLAN, noch mehr Datenschutzverordnung und
    > Cookie-Warnungen? Kann das mal jemand mit Inhalt füllen anstatt nur noch
    > mehr ins gleiche Horn zu blasen? Vor allem was erhoffen sich die Verbände
    > davon? Ich habe als Unternehmer der volldigitalisiert ist, nur eine
    > Forderung: im Zentrum von Köln mehr als 50 Mbit für meine Firma. Dafür
    > braucht es aber kein komplettes Ministerium.
    >
    > Und soviel zu mir: was möchten denn andere Unternehmer sonst? Start-Ups
    > möchten einfacher an Subventionen? Was soll da noch alles Staatlich gelenkt
    > werden?

    Solch ein Ministerium könnte z.B. die Organisation der Software-infrastruktur des Landes abwickeln.
    Definition und Entwicklung der entsprechenden Software, optimalerweise OpenSource.
    Würde die (ich glaube) gesetzlich vorgeschriebene Abhängigkeit von Privatanbietern verringern und die Infrastruktur stabilisieren, damit nicht sowas wie in München dabei rauskommt, wo Politiker ohne Sachverstand nach Teegeschmack über Sachthemen entscheiden.
    Das Ministerium könnte, ähnlich wie die Bundesnetzagentur, Dinge wie Routerfreiheit überwachen.

    Da gibt es so einiges.

  5. Re: Aufgaben? z.B. Software-Infrastruktur?

    Autor: m_for_manu 14.02.18 - 14:43

    Also soll es eine IT-Agentur geben die dann gleich ein Ministerium ist? Nichts mehr ausschreiben, sondern selbst machen? Das wäre widersinnig. Der Bund baut auch keine Autos oder entwickelt Düsenjäger. Er baut auch keine Straßen, er beauftragt den Kram. Wenn es dann Open Source werden soll, macht man das dabei zur Bedingung.

    Und wenn die Finanzämter Tools brauchen, sollten die sich besser selbst darum kümmern, genau so wie z.B. die Katasterämter. Das sind ja keine generellen Lösungen wie Libre Office oder Thunderbird.

    Die Bundesnetzagentur gibt es bereits, soll man diese nun auch mit einem zusätzlichen Wasserkopf ausstatten? Oder das BSI (was eigentlich solche Sachen wie Infrastruktur und Server teilweise schon übernommen hat?)?

    Von alledem hätte auch die Privatwirtschaft nichts.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.02.18 14:52 durch m_for_manu.

  6. Re: Aufgaben? z.B. Software-Infrastruktur?

    Autor: narfomat 14.02.18 - 15:22

    is doch ganz einfach: ein neues ministerium schafft erst mal neue posten. die koennen von lobbyisten und lobbyisten-hoerigen politikern (also fast alle, wer hoert da heute noch auf empfehlungen von sachverstaendigen, ausser im juristischen bereich) besetzt werden. das is ne win-win situation... politiker bekommen ein neues amt, wirtschaft kann politiker steuern via lobbyismus und kann u.a. entscheidungen herbeifuehren die FUER SIE zielfuehrend sind (auftraege, foerdergelder, de/regulierungen).

  7. Re: Wofür?

    Autor: dabbes 14.02.18 - 15:29

    Einheitliche Standards, die im Föderalismus nicht wirklich funktionieren.
    Festgeschriebene Rahmenbedingungen.
    Gezielte Förderung (nicht nur von Netzen, sondern auch Software usw.)
    Ausbau von Schulen.
    Schaffung von Richtlinien für z. B. das autonome Fahren.

    Digitalisierung ist nicht nur irgendein Randthema, das ist und wird das bestimmende Thema die nächsten 100 Jahre sein.
    Damit werden Milliarden und Abermilliarden umgesetzt.
    Keine Maschine, keine Auto, usw. kommen mehr ohne aus.

    Entweder wir kommen jetzt mal in die Gänge oder werden abgehängt.

  8. Re: Wofür?

    Autor: m_for_manu 14.02.18 - 16:06

    Jetzt mal ein wenig am Riemen reissen und nachdenken.

    Schule: Kultusministerium
    Autos: Verkehr und digitale Infrastruktur (letzteres könnte ausgegliedert werden, aber dann bleibt das Thema autonomes fahren da wo es hingehört: in der Behörde die für KFZ und Co. zuständig ist und dann bleibt kaum noch was übrig)
    Förderung: soll es jetzt ein zentrales Förderamt geben für Sachen die digitalen Kram benötigen? Eine Kommune braucht eine Webseite: das soll dann dorthin abgegeben werden?

    Rahmenbedingungen, Standards: wovon?

  9. Re: Aufgaben? z.B. Software-Infrastruktur?

    Autor: ElMario 14.02.18 - 17:59

    narfomat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > is doch ganz einfach: ein neues ministerium schafft erst mal neue posten.
    > die koennen von lobbyisten und lobbyisten-hoerigen politikern (also fast
    > alle, wer hoert da heute noch auf empfehlungen von sachverstaendigen,
    > ausser im juristischen bereich) besetzt werden. das is ne win-win
    > situation... politiker bekommen ein neues amt, wirtschaft kann politiker
    > steuern via lobbyismus und kann u.a. entscheidungen herbeifuehren die FUER
    > SIE zielfuehrend sind (auftraege, foerdergelder, de/regulierungen).

    Danke :)

  10. Re: Wofür?

    Autor: Ach 14.02.18 - 20:02

    Eben die von dir kritisierten Regelungen, Verhinderungen und Förderungen erzeugen durch die zufällige Verteilung über viele Ämter das von dir kritisierte Chaos. Wie soll denn auch bitte gerade das Verkehrsministerium konstruktiv mit komplexesten IT Fragen umgehen? Da macht es durchaus Sinn, alles Fragen nicht nur überblicken in einer zentralen Stelle zusammenzufassen, sondern endlich auch mal lenkend und natürlich auch mit gezielten Fördermaßnahmen die Weichen zielorientierter auszurichten auf die vielversprechenden Möglichkeiten der Digitalisierung. Und wenn deine Firma nicht unmittelbar davon profitiert, dann gibt es vielleicht immer noch tausende andere, deren Erfolg eben gerade von einer solchen Koordination und Strukturierung abhängig ist.

  11. Re: Wofür?

    Autor: m_for_manu 14.02.18 - 21:33

    Und dann hilft ein zusätzliches Amt, wo natürlich nur IT-Vollblicker sitzen, die dann immer Teilgebiete anderer Ministerien übernehmen? Tut mir Leid, das ergibt doch keinen Sinn. Datenschutz - ja, aber nur der im Internet. Verkehr - ja, aber nur der Part vom autonomen fahren. Verteidigung - ja, aber nur den Cyberpart. Datenautobahn - ja, aber nur der Teil den die Netzagentur... ja was auch immer. Super Idee, versuchen wir mal alle Themen in analog und digital aufzusplitten und verteilen die über alle Ministerien. Das KANN nur gut gehen.

    Sehen wir der Realität mal ins Auge: die Privatisierung der Telekom ist völlig falsch angegangen worden und diese Zwischen-Huckepack-Lösungen führen nur zu einem Schweigeoligopol der Anbieter wo sich nicht bewegen belohnt wird. Der Rest ist die Unfähigkeit Geschäftsmodelle zu entwickeln (das privatwirtschaftliche Versagen) und das bestreben die Kosten des Business immer weiter hoch zu treiben (Staatliches Versagen mit immer mehr juristischen Verschlimmbesserungen). Ich jedenfalls freue mich immer mehr Kohle an immer mehr Juristen abdrücken zu müssen um rechtssicher operieren zu können. Kosten die Anbieter außerhalb der EU oder DE nicht haben. Freue mich schon auf das Digitalministerium welches bestimmt kräftig aufräumen wird.

  12. Re: Wofür?

    Autor: DreiChinesenMitDemKontrabass 15.02.18 - 04:40

    Da wären:
    -Digitale Verflechtung mit den äußeren
    -Informationstechnikzentrum; Schaffung eigener (bzw. EU) Hard- und Software, um davon unabhängig von der USA zu werden
    -Überwachung der Datenstöme
    -Automatisierung juristischer Fragen, Datenschutz, Rechte von Robotern und Autonomer Soft- und Hardware.
    -Cybersecurity gegen Hackerangriffe von außen
    -Digitalisierung von Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsrecht und Arbeitsschutz (warum zum Amt gehen, wenn man das von zu Hause machen kann)
    -Digitale Bildung und Supercomputer, Datencenter
    -Förderung der Digitalisierung der Landwirtschaft (z.B. Begrenzung der Bedüngung auf nur notwendige Stellen (lokalisert mit Drohnen); Autonome Landwirtschaft)
    -Senioren und Digitales zusammenbringen, Hilfe bei digitalen Fragen. Erleichterung des Altags durch Serviceroboter
    -Speicherung und Auswertung von Gesundheitsdaten zur effizienteren und erfolgreicheren Behandlung
    -Agglomeration von Umweltdaten (Schadstoffe,..) und deren Auswertung (Unwetter, ..)
    -digitale Infrastruktur
    -Regulierung der autonomen Geschäftsabhandlungen (früher wurden Wertpapiere Monate gehalten, jetzt ist der Durchschnitt unter einer Sekunde, Ping zur Börse sehr entscheidend für Gewinn)
    -Hilfe bei digitalen Fragen und Unterstützung von Entwicklungsländern im Beriech Digitales

    ..von jedem Ministerium etwas. Da sollte es von jeden eins für reales und eins für digitales geben und zur Koordination noch ein übergeordnetes.
    Das könnte man auch jetzt verwenden. Die Ministerien müssen ja nicht strikt aufgeteilt werden. Ministerium für digitales könnte ja dafür sorgen, dass die andern ihren Aufgaben im digitalen auch nachgehen.

    PS
    Ich weiß jetzt auch, dass wir ein "Bundesmonopolverwaltung für Branntwein" haben (nur noch bis Ende des Jahres)

  13. Re: Wofür?

    Autor: martin28 15.02.18 - 07:42

    m_for_manu schrieb

    > Forderung: im Zentrum von Köln mehr als 50 Mbit für meine Firma. Dafür
    > braucht es aber kein komplettes Ministerium.
    >

    50 MBit in Köln? Du Günstling der Regierung!

    Wir in Essen krichen in unserem Stadtteil mit 2-5 MBit durchs Netz - aber bis 2018... äh nee verschoben bis 2024 soll alles vielleicht etwas besser werden.

    Gut das unsere Regierung den Mut hat so ambintionierte zu formulieren.

    Aber im Prinzip hast Du recht, die sollten endlich mal das Thema Breitbandausbau ernsthaft angehen und auf weitere inkompetente Eingriffe in eine Materie die die vergreisten Damen und Herren als Neuland bezeichnen kann ich verzichten.

  14. Re: Aufgaben? z.B. Software-Infrastruktur?

    Autor: Matixmer 15.02.18 - 09:25

    Das Anwaltspostfach ist doch ein schönes Beispiel was dabei rauskommt wenn man IT Laien so ein Projekt verantworten lässt.
    Da wird ausgeschrieben und das billigste Angebot wird genommen, ob und welche Kuhfüsse das hat, konnte wohl keiner dort beantworten.

    Ein zentrales Ministerium, dass Software Anschaffungen für den gesamten Bund + Länder koordiniert, insbesondere für Mindestanforderungen an die Sicherheit, Funktionalität und Skalierbarkeit.
    Das würde nicht nur die Sicherheit erhöhen sondern auch Synergieeffekte schaffen, da gleiche oder ähnliche Software nicht X mal angeschafft oder (noch schlimmer) programmiert werden muss.

    Insbesondere könnte so ein Amt auch ein Betriebssystem für staatliche Arbeitsplätze schaffen.
    Wie in China oder Russland wo eigens staatliche Linux Distributionen erstellt werden um die Sicherheit und Vertraulichkeit zu wahren.
    Hier in DE wollen wir ja offensichtlich, dass jeder uns überwachen kann.

    Und das wäre ja quasi nur mal das reagieren vernünftig koordiniert, gäbe ja genug Felder auf dehnen der Bund vlt. auch mal vorausschauend agieren könnte.

  15. Re: Wofür?

    Autor: m_for_manu 15.02.18 - 10:51

    Um Himmels Willen, was für ein Mega-Amt soll das denn werden? Computer und Netz sind Teil davon, zack, ist das Ministerium an Bord.

    Grundsätzlich fordern hier alle ein IT-Haus in Staatlicher Hand, eine Art SAP/T-Systems, nur eben mit TVÖD. Wer einmal mit Behörden zu tun hatte und auch mal Ausschreibungen gesehen hat, kann nicht ernsthaft davon ausgehen dass dieses Ministerium auch nur eines der Zukunftsthemen erstens richtig anpacken kann und zweitens dann auch State-of-the-Art-Ergebnisse liefern wird.

    Dieses Ministerium soll also auf alle Fragen, von Agrar bis Gesundheit über Mobilität und Finanzen Antworten finden und die Defizite der anderen Ministerien ausgleichen. Und in der Lage sein dies zu schaffen, weil es eben eine zentrale Stelle ist. Und die Beispiele Gesundheitsministerium oder Finanzministerium haben natürlich auch nur die jeweils besten Gesundheitssysteme und Steuersysteme hervorgebracht. Natürlich. Und wie agil und schnell dort gehandelt wird, davon möchte ich gar nicht erst beginnen.

    Das Ministerium soll Infrastruktur, Betriebssystem und sonst noch was liefern und dabei alle anderen Anbieter outperformen. Das ist ja eine wunderbare Sozialistische Vorstellung. Schon mal aufgefallen dass nicht mal China das so macht? Die nutzen Firmen dafür die teilweise miteinander oder eben international konkurrieren und den Kernmarkt alle nutzen können um immer Reserven zu haben. WeChat, Baidu und Co. sind ursprünglich nicht verordnet worden. Aber man weiß das Ergebnis zu nutzen.

  16. Re: Wofür?

    Autor: m_for_manu 15.02.18 - 10:56

    Wobei, so langsam verstehe ich die meisten Forderungen hier. Wir sollen am besten den Chinesischen Weg gehen. Markt abschotten und Eigenentwicklungen staatlich durchdrücken, richtig?

  17. Re: Wofür?

    Autor: DreiChinesenMitDemKontrabass 15.02.18 - 14:26

    m_for_manu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wobei, so langsam verstehe ich die meisten Forderungen hier. Wir sollen am
    > besten den Chinesischen Weg gehen. Markt abschotten und Eigenentwicklungen
    > staatlich durchdrücken, richtig?
    Auf EU-Ebene reicht schon

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