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Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

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  1. Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Anonymer Nutzer 29.02.12 - 08:14

    Klar wird das Interpol oder auch die Parteien in der Vergangenheit nicht freuen, wenn ihre Webseiten für 1-2 Tage nciht erreichbar sind. Aber welchen Schaden sollte das für die Inhaber bringen? Und welchen Nutzen für Anonymous? Seh da absolut keinen Sinn darin. Mit Hacken hat das ja auch mal gar nichts zu tun...

  2. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Salzbretzel 29.02.12 - 08:20

    Nehmen wir an das auf den gleichen Servern auch die interne Kommunikation stattfindet so würdest du die Behörde lähmen. Wobei ich glaube das bei solch großen Organisationen dies nicht von belang ist.
    Abgesehen davon wird Aufmerksamkeit erregt. Jetzt bekommt die Presse mit das die Webseite nicht funktioniert und fragt bei Interpol nach was los ist. So wird die Öffentlichkeit aufmerksam. Getreu den Motto das man ein wenig die Säbel rasseln lassen muss um heute noch beachtet zu werden.

    "Das Genie: Ein Blitz, dessen Donner Jahrhunderte währt" (Knut Hamsun)

  3. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Freepascal 29.02.12 - 08:36

    HerrMannelig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar wird das Interpol oder auch die Parteien in der Vergangenheit nicht
    > freuen, wenn ihre Webseiten für 1-2 Tage nciht erreichbar sind. Aber
    > welchen Schaden sollte das für die Inhaber bringen? Und welchen Nutzen für
    > Anonymous? Seh da absolut keinen Sinn darin. Mit Hacken hat das ja auch mal
    > gar nichts zu tun...

    Es bringt ungefähr genauso viel wie in die Wuthöhle zu gehen da "Interpol ist doof" auf Zettel zu schreiben.

  4. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Mingfu 29.02.12 - 08:40

    Salzbretzel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nehmen wir an das auf den gleichen Servern auch die interne Kommunikation
    > stattfindet so würdest du die Behörde lähmen.

    Das ist einfach eine vollkommen unsinnige Annahme. Keine vernünftige Organisation wickelt den internen Verkehr über ihre öffentlichen Server ab. Mehr als dass man andere Internetnutzer am Besuch der Seite hindert, kommt dabei nicht heraus (wobei eh kein vernünftiger Mensch derartige Websites besucht, weil sie keine Sau interessieren). Ganz im Gegenteil, man schafft sogar noch Aufmerksamkeit für die angegriffenen Ziele, die sie sonst nie hätten. Wenn ich heute mehr Traffic bräuchte, würde ich mir schon fast überlegen zu sagen, dass meine Website gerade von Anonymous angegriffen wird. Da kommen dann jede Menge Gaffer und schauen erstmal, was los ist - klasse Marketingidee eigentlich.

    > Abgesehen davon wird Aufmerksamkeit erregt. Jetzt bekommt die Presse mit
    > das die Webseite nicht funktioniert und fragt bei Interpol nach was los
    > ist. So wird die Öffentlichkeit aufmerksam. Getreu den Motto das man ein
    > wenig die Säbel rasseln lassen muss um heute noch beachtet zu werden.

    Das funktioniert 2-3 Mal, danach ist es selbst der Presse zu langweilig, noch darüber zu berichten - bis auf Golem, aber das wird ja laut ungeleakten Wikileaks-Dokumenten ohnehin von Anonymous betrieben... ;-)

    Irgendwann hat nämlich selbst die Presse begriffen, dass derartige DDoS-Angriffe nur hirnloser Nerd-Rage ohne ernsthafte Konsequenzen sind.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.02.12 08:41 durch Mingfu.

  5. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: s1ou 29.02.12 - 08:45

    Also ich habe es grade auf einem öffentlich-rechtlichen Radiosender in den Nachrichten gehört, scheint doch mehr als nur golem zu interessieren.

  6. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Salzbretzel 29.02.12 - 08:47

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist einfach eine vollkommen unsinnige Annahme.
    Weshalb ich es auch schon ausgeschlossen hatte. Danke das du mir zustimmst ;-)
    > Das funktioniert 2-3 Mal, danach ist es selbst der Presse zu langweilig,
    Die Geschichte vom Jungen der zu oft Wolf rief. Ja, das kennen wir irgendwoher.
    Der Erfahrung nach wirst du wohl Recht haben. Die Motivation wieso die Leute dies machen (Zeichen setzen) ist glaube ich aber dennoch vorhanden.
    Und wenigstens bei Geeks kommt es noch an. Irgendwann wird nur noch der Admin der betroffenen Seite die armen Anons registrieren...

    "Das Genie: Ein Blitz, dessen Donner Jahrhunderte währt" (Knut Hamsun)

  7. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Anonymer Nutzer 29.02.12 - 08:48

    Die interne Kommunikation läuft garantiert nicht darüber. Ich bin Informatiker in einer großen Behörde und hier läuft das schon etwas anders als normalen Firmen. Glaub nicht, dass es bei einer Organisation wie Interpol anders ist. Mehr als ihre Webpräsenz wird also nicht blockiert. Seh darin dann einfach keinen Nutzen, außer dass Bild.de wieder große Schlagzeile machen kann.

  8. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Anonymer Nutzer 29.02.12 - 08:50

    genau so ises.

  9. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Kruff 29.02.12 - 08:58

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist einfach eine vollkommen unsinnige Annahme. Keine vernünftige
    > Organisation wickelt den internen Verkehr über ihre öffentlichen Server ab.

    Ich glaube da irrst du dich, oder hatte Mastercard bei dem ersten DDos nicht massive Transaktionsprobleme da der Web-Server auch für die Online Bezahlung zuständig war. Weiß es nicht mehr genau, aber da war was ;)

    > Das funktioniert 2-3 Mal, danach ist es selbst der Presse zu langweilig,
    > noch darüber zu berichten - bis auf Golem, aber das wird ja laut
    > ungeleakten Wikileaks-Dokumenten ohnehin von Anonymous betrieben... ;-)
    >

    Ist ja jetzt schon deutlich öfter als 2 - 3 Mal passiert und es kommt immer noch in die mehr oder minder großen Medien. Ich denke es ist nur wichtig das zwischedurch auch wirklich Produktive Maßnahmen öffentlich werden, wie z.B. der Stratfor Leak.

    Gruß

    Kruff

  10. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: SceniX 29.02.12 - 09:16

    Kruff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube da irrst du dich, oder hatte Mastercard bei dem ersten DDos
    > nicht massive Transaktionsprobleme da der Web-Server auch für die Online
    > Bezahlung zuständig war. Weiß es nicht mehr genau, aber da war was ;)

    Wenn die Online Bezahlung über die Website läuft, ist klar dass da etwas schiefgehen kann. Im Kern sollte aber nicht alles zusammengebrochen sein.

    Bei so Seiten wie Interpol sie hat, glaub ich aber weniger, dass da größere Probleme aufgetreten sind.

  11. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Mingfu 29.02.12 - 09:19

    Kruff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube da irrst du dich, oder hatte Mastercard bei dem ersten DDos
    > nicht massive Transaktionsprobleme da der Web-Server auch für die Online
    > Bezahlung zuständig war. Weiß es nicht mehr genau, aber da war was ;)

    Konnte ich jetzt beim Suchen keinen Beleg für finden. Nebenbei: Es ist nicht schwer einen Online-Zahlungsanbieter anzugreifen, weil dessen Zahlungsserver mehr oder weniger öffentlich sein müssen. Nur: Selbst das haben die nicht wirklich auf die Reihe bekommen und nur die Website angegriffen - das ist einfach nur hirnloses Vorgehen mit der Brechstange.

    > Ist ja jetzt schon deutlich öfter als 2 - 3 Mal passiert und es kommt immer
    > noch in die mehr oder minder großen Medien.

    Ich habe mal bei Tagesschau, Spiegel, Süddeutsche und FAZ geschaut: Tagesschau schreibt (zumindest auf der Startseite) anscheinend gar nichts, Spiegel, Süddeutsche und FAZ berichten nur über die Festnahmen, nicht aber über den angeblichen DDos-Angriff. Soviel zu der These, dass die "großen Medien" das noch interessiert.

    > Ich denke es ist nur wichtig das zwischedurch auch wirklich Produktive
    > Maßnahmen öffentlich werden, wie z.B. der Stratfor Leak.

    Ob das nun wirklich produktiv war, sei mal dahin gestellt. Viel mehr als unser Verfassungsschutz (nur ohne V-Leute) scheint nämlich auch dieser "private Geheimdienst" nicht zu sein: Die Hauptaufgabe ist offenbar das Ausschneiden von Zeitungsartikeln, das Zusammentragen von öffentlichen Informationen und daraus das Zusammenstellen von Berichten. Wahnsinn - das haut einen vom Hocker. Und deshalb blieb auch das große Medienecho darauf vollkommen aus, weil das kaum Skandalpotential hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.02.12 09:20 durch Mingfu.

  12. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: muhzilla 29.02.12 - 09:24

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Viel mehr als
    > unser Verfassungsschutz (nur ohne V-Leute) scheint nämlich auch dieser
    > "private Geheimdienst" nicht zu sein: Die Hauptaufgabe ist offenbar das
    > Ausschneiden von Zeitungsartikeln, das Zusammentragen von öffentlichen
    > Informationen und daraus das Zusammenstellen von Berichten. Wahnsinn - das
    > haut einen vom Hocker. Und deshalb blieb auch das große Medienecho darauf
    > vollkommen aus, weil das kaum Skandalpotential hat.

    Du hast doch den wichtigsten Unterschied schon selbst genannt. PRIVATER Geheimdienst. Das finde ich eigentlich viel beunruhigender als das was diese Hampels gemacht/nicht gemacht haben. Es ist ja wohl total krank staatliche Kontrollinstanzen auch noch zu privatisieren, da für ein privates Unternehmen Profit an erster Stelle steht und nicht die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien. Mal davon abgesehen hat sich unser staatlicher Verfassungsschutz schon nicht gerade bewährt, wie soll das erst bei Stratfor aussehen dann? :/

  13. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Mingfu 29.02.12 - 09:42

    muhzilla schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du hast doch den wichtigsten Unterschied schon selbst genannt. PRIVATER
    > Geheimdienst. Das finde ich eigentlich viel beunruhigender als das was
    > diese Hampels gemacht/nicht gemacht haben. Es ist ja wohl total krank
    > staatliche Kontrollinstanzen auch noch zu privatisieren, da für ein
    > privates Unternehmen Profit an erster Stelle steht und nicht die Einhaltung
    > rechtsstaatlicher Prinzipien.

    Dieser Dienst hat überhaupt keine Sonderrechte. Von einer Privatisierung einer staatlichen Kontrollinstanz kann deshalb keine Rede sein. Ich habe "privater Geheimdienst" nicht umsonst in Anführungsstriche gesetzt, weil er nämlich genau keinerlei Ausnahmerechte hat - ganz im Gegensatz zu richtigen Geheimdiensten. Das ist eine Firma, die öffentliche Informationen aufbereitet und verkauft - nicht mehr. Da ist überhaupt kein Skandalpotential dran - es sei denn, man hat nicht nachgedacht.

    > Mal davon abgesehen hat sich unser staatlicher Verfassungsschutz schon nicht
    > gerade bewährt, wie soll das erst bei Stratfor aussehen dann? :/

    Unser Verfassungsschutz hat sich nicht bewährt, weil er mit den V-Leuten Scheiße baut (kann bei Stratfor so nicht passieren) und er bezüglich seiner weiteren Tätigkeiten komplett verzichtbar ist. Ich brauche keinen staatlichen Geheimdienst, der weitgehend öffentliche Informationen zusammenträgt (nichts anderes ist die "Beobachtung", die rekrutiert sich großteils aus Zeitungen) - das kann nämlich in der Tat notfalls eine Privatfirma wie Stratfor machen, falls da überhaupt Bedarf besteht. Dafür braucht man nämlich die Sonderrechte eines staatlichen Geheimdienstes nicht.

    Ich finde das Modell Stratfor sogar wesentlich vernünftiger: Statt sinnlos Beamte in staatlichen Diensten zu versorgen, die man kaum braucht - gar noch mit Sonderrechten versehen - kann man so öffentliche Informationen von einer privaten Firma strukturiert aufbereiten lassen, falls im Einzelfall Bedarf dafür besteht. Das ist vermutlich nicht nur billiger, sondern auch ohne unnötige Sonderrechte.

  14. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: muhzilla 29.02.12 - 09:49

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde das Modell Stratfor sogar wesentlich vernünftiger: Statt sinnlos
    > Beamte in staatlichen Diensten zu versorgen, die man kaum braucht - gar
    > noch mit Sonderrechten versehen - kann man so öffentliche Informationen von
    > einer privaten Firma strukturiert aufbereiten lassen, falls im Einzelfall
    > Bedarf dafür besteht. Das ist vermutlich nicht nur billiger, sondern auch
    > ohne unnötige Sonderrechte.

    Das Problem: Die Informationen können selektiert werden oder man lässt ein paar hässliche Details weg, um damit ein gewisses Meinungsbild zu erzeugen. Ich wiederhole: Einer privaten Firma wird es scheiß egal sein, ob sie objektiv ist oder nicht, solange sie ihren Gewinn maximieren kann. Sie ist bestechlich und darf es sogar öffentlich toleriert sein, weil jeder weiß, dass es so nun mal läuft auf dem Markt. Deswegen darf sowas auf keinen Fall outgesourct (sorry, fürchterlich das so zu schreiben :D) werden.

  15. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Mingfu 29.02.12 - 10:07

    muhzilla schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem: Die Informationen können selektiert werden oder man lässt ein
    > paar hässliche Details weg, um damit ein gewisses Meinungsbild zu erzeugen.

    Du glaubst doch nicht im Ernst, dass unsere Geheimdienste in diesem Bereich weniger selektiv arbeiten. Schaue dir doch z. B. den Verfassungsschutz an: Auf dem rechten Auge absolut blind, nach links völlig überfokussiert (das ist übrigens auch kein Wunder oder Zufall, genauso wie bei der Polizei, sondern strukturell bedingt: derartige Aufgaben übernehmen lieber Leute mit einem meist sehr konservativen Weltbild, nicht selten gar in die rechte Ecke abrutschend).

    > Ich wiederhole: Einer privaten Firma wird es scheiß egal sein, ob sie
    > objektiv ist oder nicht, solange sie ihren Gewinn maximieren kann. Sie ist
    > bestechlich und darf es sogar öffentlich toleriert sein, weil jeder weiß,
    > dass es so nun mal läuft auf dem Markt.

    Den Gewinn kann sie aber nur maximieren, wenn ihre Berichte was taugen. Wenn ihre Prognosen nicht eintreten, wenn die Berichte sich als falsch herausstellen, wenn Fehler enthalten sind, dann wird auf kurz oder lang dort niemand mehr Berichte kaufen, weil sie nicht hilfreich sind. Unseren Verfassungsschutzbericht kannst du dagegen nicht abbestellen, wenn er Blödsinn ist - der wird jedes Jahr automatisch in einer Neuauflage geliefert, egal ob er überhaupt jemanden interessiert oder nicht. Da gefällt mir doch das Marktmodell in dem Bereich wesentlich besser.

    > Deswegen darf sowas auf keinen Fall outgesourct (sorry, fürchterlich das so zu
    > schreiben :D) werden.

    Die Frage ist in welchen Bereichen und zu welchen Zwecken man das braucht. Ich bin auch dafür, dass die Ministerien sich in ihrem Bereich den Sachverstand selbst vorhalten - einfach um weniger anfällig für Lobbyangriffe zu sein und um nicht auf meist fachfremde Idioten von "Unternehmensberatungen" angewiesen zu sein. Nur: Dafür brauche ich keinen Geheimdienst - öffentliche Informationen kann ich halt auch in Ministerien direkt bearbeiten lassen.

    Aber falls es mal was Größeres oder Außergewöhnlicheres ist, dann würde ich doch lieber dafür plädieren, dass man dafür eine Firma mit entsprechender Sachkenntnis engagiert als das als Ausrede dafür herzunehmen, dass man einen Geheimdienst mit allem drum und dran braucht.

    Und solche Firmen wie Stratfor haben ja nicht nur staatliche Kunden - es sind ja auch viele private Kunden dabei und das finde ich vollkommen in Ordnung. Wenn man meint, dass dort entsprechender Sachverstand und Überblick vorhanden ist, warum sollte man diesen dann nicht einkaufen oder das gar noch verbieten wollen?

  16. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: muhzilla 29.02.12 - 10:18

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Du glaubst doch nicht im Ernst, dass unsere Geheimdienste in diesem Bereich
    > weniger selektiv arbeiten. Schaue dir doch z. B. den Verfassungsschutz an:
    > Auf dem rechten Auge absolut blind, nach links völlig überfokussiert (das
    > ist übrigens auch kein Wunder oder Zufall, genauso wie bei der Polizei,
    > sondern strukturell bedingt: derartige Aufgaben übernehmen lieber Leute mit
    > einem meist sehr konservativen Weltbild, nicht selten gar in die rechte
    > Ecke abrutschend).
    >

    Naja, da hast du natürlich Recht, unser Verfassungsschutz ist momentan nichts wert.

    >
    > Den Gewinn kann sie aber nur maximieren, wenn ihre Berichte was taugen.
    > Wenn ihre Prognosen nicht eintreten, wenn die Berichte sich als falsch
    > herausstellen, wenn Fehler enthalten sind, dann wird auf kurz oder lang
    > dort niemand mehr Berichte kaufen, weil sie nicht hilfreich sind. Unseren
    > Verfassungsschutzbericht kannst du dagegen nicht abbestellen, wenn er
    > Blödsinn ist - der wird jedes Jahr automatisch in einer Neuauflage
    > geliefert, egal ob er überhaupt jemanden interessiert oder nicht. Da
    > gefällt mir doch das Marktmodell in dem Bereich wesentlich besser.
    >

    Vielleicht macht sie ihren Gewinn aber nicht dadurch, dass sie die Berichte liefert, sondern dadurch, wie sie die Berichte aussehen lässt :) Wenn solche Unternehmen für Regierungen arbeiten, dann fördert das imho das Bestechungs- und Korruptionspotential.

    >
    > Die Frage ist in welchen Bereichen und zu welchen Zwecken man das braucht.
    > Ich bin auch dafür, dass die Ministerien sich in ihrem Bereich den
    > Sachverstand selbst vorhalten - einfach um weniger anfällig für
    > Lobbyangriffe zu sein und um nicht auf meist fachfremde Idioten von
    > "Unternehmensberatungen" angewiesen zu sein. Nur: Dafür brauche ich keinen
    > Geheimdienst - öffentliche Informationen kann ich halt auch in Ministerien
    > direkt bearbeiten lassen.
    >

    Genau, aber Stratfor ist schon hart an der Grenze und man muss sich schon fragen, wie die Herren "öffentliche Informationen" definieren.

    > Aber falls es mal was Größeres oder Außergewöhnlicheres ist, dann würde ich
    > doch lieber dafür plädieren, dass man dafür eine Firma mit entsprechender
    > Sachkenntnis engagiert als das als Ausrede dafür herzunehmen, dass man
    > einen Geheimdienst mit allem drum und dran braucht.
    >
    > Und solche Firmen wie Stratfor haben ja nicht nur staatliche Kunden - es
    > sind ja auch viele private Kunden dabei und das finde ich vollkommen in
    > Ordnung. Wenn man meint, dass dort entsprechender Sachverstand und
    > Überblick vorhanden ist, warum sollte man diesen dann nicht einkaufen oder
    > das gar noch verbieten wollen?

    Find ich auch wieder problematisch, eben weil sie Kunden aus Wirtschaft UND Regierung bedienen. Ich könnte mir da durchaus Szenarien vorstellen, wo bKonfliktpotential entsteht, wenn ein Unternehmen und die Regierung Kunde bei Stratfor sind, die vollkommen verschiedene Interessen haben und man dann als Stratfor abwiegt aus welchem Kunden sich mehr herausholen lässt längerfristig und entsprechend die Berichte färbt. Kurz: Ich Spreche einem solchen Unternehmen jede Objektivität komplett ab.

  17. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Replay 29.02.12 - 10:23

    DDoS-Angriffe bringen in diesem Fall garnichts. Das würde was bringen, wenn eine Webseite einen Onlinehandel darstellt. Mir ist nicht bekannt, daß Interpol irgendwas verkauft.

    Solche DDoS-Angriffe auf Behördenseiten zeigen mir eher auf, daß Anonymous in derartigen Fällen so gut wie keine Gegenwehr leisten kann.

    Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Das Ministerium für Wahrheit.

  18. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Anonymer Nutzer 29.02.12 - 11:25

    HerrMannelig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar wird das Interpol oder auch die Parteien in der Vergangenheit nicht
    > freuen, wenn ihre Webseiten für 1-2 Tage nciht erreichbar sind. Aber
    > welchen Schaden sollte das für die Inhaber bringen? Und welchen Nutzen für
    > Anonymous? Seh da absolut keinen Sinn darin. Mit Hacken hat das ja auch mal
    > gar nichts zu tun...

    Das ist doch offensichtlich: Es wird öffentlich gezeigt, dass auch die Inhaftierung mutmaßlicher Anonymous-Mitglieder die Organisation nicht lahmlegt. Damit betont Anonymous seine Glaubwürdigkeit - ganz im Gegensatz zu Interpool, die stattdessen lieber z.B. KiPo im Netz und anschließend vor allem im RealLife(tm) verfolgen sollten, statt sich mit solchen Sinnlos-Aktionen die Zeit zu vertreiben...

  19. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: tangonuevo 29.02.12 - 11:45

    Replay schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DDoS-Angriffe bringen in diesem Fall garnichts. Das würde was bringen, wenn
    > eine Webseite einen Onlinehandel darstellt. Mir ist nicht bekannt, daß
    > Interpol irgendwas verkauft.

    Hab ich im ersten Moment auch gedacht, aber man kann einen DDOS auch als eine Art Protest (ne Art Demo im internet) ansehen. Und dann macht es wieder (ein wenig) Sinn.

  20. Re: Was bringt das Lahmlegen solcher Websites?

    Autor: Replay 29.02.12 - 12:01

    Na ja, das schon. Bleibt die Frage, ob das beeindruckend genug ist.

    Das ist so wie mit Occupy. Deren Aktion in allen Ehren, aber wer glaubt ernsthaft, daß sich der Spekulatius und andere Finanzjongleure von Campern auf einem Stück Stadtrasen tatsächlich beeindrucken lassen? Also ich nicht.

    Da muß eine Aktion mit mehr Nachdruck her. Einen Server aus der Finanzwelt müßte man mit DDoS lahmlegen. Das hat in Geschäftsbereichen, wo sich um die Standorte der Rechner gestritten wird (Kabellänge, kein Witz, die streiten sich darum, kürzeres Kabel = schneller) ein empfindlicher Schlag, der aufzeigt, welchen Unmut die Finanzwelt bei den Bürgern, die den Kopf und den Geldbeutel hinhalten, hervorgerufen hat.

    Also muß Anon hergehen und eine Aktion loslassen, die wirklich mit Nachdruck zeigt, daß es Anon ernst ist. Aber DDoS auf eine unbedeutende Seite loszulassen ist sinnlos. Daher eben meine Frage (oder Feststellung), daß Anon in diesem Fall wenig Handhabe hat.

    Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Das Ministerium für Wahrheit.

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