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Google hat die GPL getötet

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  1. Google hat die GPL getötet

    Autor: Mephir 28.05.16 - 14:52

    Oracle hat MySQL getötet.
    Oracle hat OpenOffice getötet.
    Oracle tötet im Moment Java(?).

    Oracle ist doch der reinste Saftladen.
    Sogar aus technischer Sicht - Jeder der schon einmal mit Oracle Datenbanken und den entsprechenden JDBC-Treibern gearbeitet hat, wird wissen was ich meine..
    Wenn ich Lust auf manisch-depressive Gemütszustände habe, arbeite ich mit Oracleprodukten.

    PS: Wann wird die MariaDB Foundation verklagt?

  2. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Blutgruppe10w60 28.05.16 - 15:55

    Hier, ich! Ich arbeite mit Oracle Datenbanken. Ich weis aber nicht was du meinst und denke außerdem dass das Gegenteil deiner Aussagen zutrifft.

  3. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: bstea 28.05.16 - 16:04

    Ich arbeite mit MS Tools und Datenbanken, dagegen ist Oracle ein reines Vergnügen.

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

  4. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Port80 28.05.16 - 16:26

    Ich hab Interesse, deine Gründe zu erfahren, warum Java getötet wird. Ich selbst denke zwar, dass man ein paar Dinge vernachlässigt (z.b. javafx), aber tot? Nein

  5. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Dino13 28.05.16 - 16:45

    Schon mal mit Java 8 programmiert?

  6. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: divStar 28.05.16 - 16:54

    Also ich kann nicht sagen, dass Oracle's Datenbank nun schlecht sind oder Java. Dass sie MySQL getötet haben bzw. töten woll(t)en, ist dem Umstand geschuldet, dass sie an Software Geld verdienen wollen: sie haben kein Interesse daran eine gute kostenlose Datenbankoption anzubieten - dann verkaufen sie nämlich weniger Oracle-DB Software.

    OpenOffice? Für mich war das ganze Paket eine Totgeburt. Der einzige Vorteil von OpenOffice (gegenüber MS-Office) war, dass es kostenlos ist. Technisch war es unterlegen und der Umgang damit war bereits zu Zeiten von MS-Office 2000/XP/2003 schwierig (also noch bevor die Ribbons kamen). Vergleicht man MS- und OpenOffice, wird man feststellen, dass OpenOffice schlicht überladen ist (gilt auch für LibreOffice).

    JavaFX ist spannend und hätte theoretisch das Zeug, um AWT, SWT und Swing komplett ab zu lösen, denn von dem was es kann, ähnelt es XAML und damit dem WPF.

    Ich mag Java als Programmiersprache und Oracle hat bisher (mit Java 7 und 8) aus meiner Sicht vieles richtig und besser gemacht. Andererseits fände ich es als Entwickler wirklich bescheuert wenn Unternehmen X eine API frei anbietet, man diese (re)implementiert, Unternehmen X von Y aufgekauft wird, man nun zahlen muss und die eigenen Programme damit quasi für einen selbst kostenpflichtig werden.

    Flucht in die Cloud? Das soll wohl ein schlechter Scherz sein. Mag sein, dass bei unkritischen Dingen eine Cloud sich anbietet; bei kritischen Dingen aber sollte man in jedem Fall davon absehen Daten unverschlüsselt und ungesichert einer Cloud anzuvertrauen - das WIRD schief gehen. Mag sein, dass Services aus der Cloud sich auch in der Softwareentwicklung anbieten (einige nutzen das auch - weil man dann keine umfangreiche technische Infrastruktur selbst einrichten und managen muss); man hat dann aber auch nur beschränkten Zugriff/Zugang und das ist auf lange Sicht eines jungen, sich entwickelnden Unternehmens von Nachteil (oder kann dies zumindest sein). Ergo wird es immer Firmen geben, die auch jene Kunden bedienen möchten, die die Cloud aus verschiedensten Gründen meiden.

  7. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: SYS1 28.05.16 - 16:58

    Warum sollte Java getötet werden? Da wird sogar gerade an einem neuen Compiler geschrieben und ein Framework für die Integration von Skript-Sprachen entwickelt … für ein Ding, das sterben soll, wäre das reichlich unnötiger Aufwand.

    Und was soll das Problem bei Java 8 sein?

    Abgesehen davon, dass an Java wesentlich mehr dran hängt, als man auf den ersten Blick meinen würde, wenn man z.B. an Java EE oder auch einige IBM-Produkte usw denkt. Auch da: eher unwahrscheinlich, dass das in naher Zukunft stirbt, selbst wenn Oracle was verbockt.

  8. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: schnedan 28.05.16 - 18:34

    Also ich habe mit StarOffice seit 1995 gearbeitet, auch als es später Sun, Open und jetzt Libreoffice heist.

    Die Software war Microsoft in den Grundfunktionen schon immer Ebenbürdig! und nicht nur das, die ein oder andere Aufgabe kann es besser oder M$ Office eben gar nicht. Ich Arbeite auch beruflich leider schon mindestens ebenso lange mit MS Office - und ich hasse es. Ich bin immer wieder froh wenn ich mit Libreoffice weiter machen kann.

    Ich finde diesen immer wiederkehrenden Aussagen das MS Office so viel besser ist einfach nur dämlich und diejenigen Personen machen einfach nur Propaganda.

    LibreOffice ist ander als MS Office, Gimp anders als Photoshop, aber nur weil man es anders Bedient, eine Funktion fehlt, im Detail anders ist oder eben einige Jahre der Reife hier und da fehlen heist es nicht das die Programme schlechter sind!

  9. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Pete Sabacker 28.05.16 - 18:58

    schnedan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gimp anders als Photoshop, aber nur

    Gimp is n Usability-Horror.

  10. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lord Gamma 28.05.16 - 19:26

    Pete Sabacker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > schnedan schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Gimp anders als Photoshop, aber nur
    >
    > Gimp is n Usability-Horror.

    Usability ist bei solchen Tools ein Messwert für Laien.
    Die erlangte Effizienz, wenn man alles (was man braucht) in- und auswendig kann, muss verglichen werden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.05.16 19:28 durch Lord Gamma.

  11. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lapje 28.05.16 - 19:38

    Lord Gamma schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Usability ist bei solchen Tools ein Messwert für Laien.
    > Die erlangte Effizienz, wenn man alles (was man braucht) in- und auswendig
    > kann, muss verglichen werden.

    Bitte nicht schon wieder die sinnentleerten Gimp/Photoshop-Vergleiche. Gimp wird Photoshop niemals das Wasser reichen können. Vielleicht will GIMP das aber auch gar nicht. Gimp ist für ein kostenloses Tool sicherlich sehr gut, aber nicht für den professionellen Bereich wirklich eine Lösung. Selbst der Workflow für Dinge, welche beide können, ist bei Gimp in den meisten Fällen umständlicher - und Zeit ist für Agenturen bekanntlich Geld. Für die Druckvorstufe ist Gimp dagegen gar nicht zu gebrauchen...

  12. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lord Gamma 28.05.16 - 20:12

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bitte nicht schon wieder die sinnentleerten Gimp/Photoshop-Vergleiche. Gimp
    > wird Photoshop niemals das Wasser reichen können. Vielleicht will GIMP das
    > aber auch gar nicht. Gimp ist für ein kostenloses Tool sicherlich sehr gut,
    > aber nicht für den professionellen Bereich wirklich eine Lösung. Selbst der
    > Workflow für Dinge, welche beide können, ist bei Gimp in den meisten Fällen
    > umständlicher - und Zeit ist für Agenturen bekanntlich Geld. Für die
    > Druckvorstufe ist Gimp dagegen gar nicht zu gebrauchen...

    Natürlich. Man muss sich aber sowohl als GIMP-Nutzer als auch als Photoshop-Nutzer immer erst Probedrucke zeigen lassen. Niemand würde blind etwas in Serie drucken lassen.
    Aber selbst für Screen-Design ist GIMP in der Praxis oft nicht zu gebrauchen, weil kaum ein Designer es kann und niemand das Risiko eingehen würde, es einem Designer aufzwingen zu wollen.
    Subjektiv gesehen ist meiner Meinung der größte Nachteil, dass es weniger Live-Vorschau-Features gibt. Die nichtdestruktiven Operationen wiegen auch sehr schwer, aber kommen erst danach. Wenn man Erfahrung hat, kommt man meist zwar genauso schnell oder gar schneller als manch frischer Photoshop-Designer ans Ziel, aber Photoshop ist das, was an den Universitäten gelehrt wird!

  13. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lapje 28.05.16 - 20:44

    Lord Gamma schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man Erfahrung hat, kommt man
    > meist zwar genauso schnell oder gar schneller als manch frischer
    > Photoshop-Designer ans Ziel, aber Photoshop ist das, was an den
    > Universitäten gelehrt wird!

    Das hat damit erst mal überhaupt nichts zu tun. Es liegt schlicht daran, dass die Werkzeuge von Photoshop wesentlich effizienter und qualitativ besser arbeiten, da hat das was gelehrt wird gar nichts mit zu tun. Es gibt genügend Videos auf YouTube, welche genau das verdeutlichen: Oftmals werden für das gleiche Ergebniss bei Gimp deutlich mehr Schritte und wesentlich mehr Handarbeit benötigt - und am Ende ist das Ergebnis auch nicht so gut wie bei PS.

    Mal ehrlich: Wäre Gimp besser als PS, meinst Du nicht, dass die Agenturen dann alle umgestiegen werden? Ein kostenloses Tool versus den ganzen Lizenzkosten? Aber Gimp hat sich eben nicht durchgesetzt und das hat seine Gründe.

    Wie gesagt, für den privaten Bereich ist Gimp sicherlich eine tolle Sache, aber für den professionellen Bereich nicht gut genug.

  14. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: non_sense 28.05.16 - 21:05

    Wir arbeiten mit Oracle database und schreiben auch PL/SQL packages und demnächst binden wir R-skripte ein. Was soll an Oracle database nun schlecht sein?

  15. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lord Gamma 28.05.16 - 21:37

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Das hat damit erst mal überhaupt nichts zu tun. Es liegt schlicht daran,
    > dass die Werkzeuge von Photoshop wesentlich effizienter und qualitativ
    > besser arbeiten, da hat das was gelehrt wird gar nichts mit zu tun. Es gibt
    > genügend Videos auf YouTube, welche genau das verdeutlichen: Oftmals werden
    > für das gleiche Ergebniss bei Gimp deutlich mehr Schritte und wesentlich
    > mehr Handarbeit benötigt - und am Ende ist das Ergebnis auch nicht so gut
    > wie bei PS.
    >
    > Mal ehrlich: Wäre Gimp besser als PS, meinst Du nicht, dass die Agenturen
    > dann alle umgestiegen werden? Ein kostenloses Tool versus den ganzen
    > Lizenzkosten? ...

    Ne, glaube nicht. Lizenzkosten sind ein Witz im Vergleich zu guten und zufriedenen Arbeitern, die Photoshop gelernt haben. Bei erfahrenen Leuten geht es in den meisten Fällen, wie z. B. gewöhnlichem Screen-Design für 2D Layouts (allerspätestens seit Flat-Design wieder in Mode ist), genauso schnell.
    Es gibt aber bestimmt Spezialgebiete, wo Photoshop auch effizienter ist, wenn jeweils Kenner der Materie am Werke sind.

  16. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lapje 28.05.16 - 21:47

    Lord Gamma schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Es gibt aber bestimmt Spezialgebiete, wo Photoshop auch effizienter ist,
    > wenn jeweils Kenner der Materie am Werke sind.

    Auch das stimmt nicht. Kann es sein, dass Du hier auf Biegen und Brechen die Gimp-Flagge hoch halten willst? Man muss nicht mal Kenner sein, um mit PS effizienter arbeiten zu können. Natürlich würde ein Gimp-Erfahrener schneller zum Ziel kommen als jemand, der mit PS gerade anfängt. Aber wenn man sich nur ein wenig auskennt reicht das schon. Fakt ist nun mal, das PS viele Dinge automatisch oder mit einem Klick macht, welche bei Gimp einige manuelle Zwischenschritte erfordern - bei sichtbar schlechterem Ergebnis. Nochmal: Das hat nichts damit zu tun, auf was man lernt, sondern dass man bei Gimp eben für eine Aufgabe länger braucht, egal wie erfahren man ist - und Zeit ist Geld. Ich kann in bei PS Dinge in Minuten erledigen, für die ich bei Gimp eine halbe Stunde oder länger brauche. Damit kann ich meinen Kunden Leistungen für deutlich weniger Geld anbieten - oder es werden Leistungen für diese überhaupt erst erschwinglich...

    Und Screen-Design, bei denen es also um reine Grafik (Vektor) und nicht Photos geht, nimmt man eh nicht PS sondern greift eher zu Illustrator.

  17. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Thaodan 28.05.16 - 22:03

    Kostenlos und gut ändert doch nichts, es wird das genutzt was gelehrt wird und was integriert ist.

    Wahrung der Menschenrechte oder Freie fahrt am Wochenende.
    -- Georg Schramm

  18. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lord Gamma 28.05.16 - 22:06

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch das stimmt nicht. Kann es sein, dass Du hier auf Biegen und Brechen
    > die Gimp-Flagge hoch halten willst? Man muss nicht mal Kenner sein, um mit
    > PS effizienter arbeiten zu können. Natürlich würde ein Gimp-Erfahrener
    > schneller zum Ziel kommen als jemand, der mit PS gerade anfängt. Aber wenn
    > man sich nur ein wenig auskennt reicht das schon. Fakt ist nun mal, das PS
    > viele Dinge automatisch oder mit einem Klick macht, welche bei Gimp einige
    > manuelle Zwischenschritte erfordern - bei sichtbar schlechterem Ergebnis.
    > Nochmal: Das hat nichts damit zu tun, auf was man lernt, sondern dass man
    > bei Gimp eben für eine Aufgabe länger braucht, egal wie erfahren man ist -
    > und Zeit ist Geld. Ich kann in bei PS Dinge in Minuten erledigen, für die
    > ich bei Gimp eine halbe Stunde oder länger brauche. Damit kann ich meinen
    > Kunden Leistungen für deutlich weniger Geld anbieten - oder es werden
    > Leistungen für diese überhaupt erst erschwinglich...
    >

    Bei Filtern? Da gibt es z. B. GIMP G'MIC als freie Erweiterung [gmic.eu]; das ist mit seinen über 450 Filtern mehr als genug. Es gab auch schon Fälle, wo GIMP mit Filtern voraus war. Z. B. mit dem freien Resynthesizer Plugin [pixovert.sonovert.com], einem Feature, das von Photoshop als "Content Aware Fill" erst später eingeführt wurde.

    > Und Screen-Design, bei denen es also um reine Grafik (Vektor) und nicht
    > Photos geht, nimmt man eh nicht PS sondern greift eher zu Illustrator.

    Ja, und Inkscape. Damit hat man mehr Kontrolle über die Qualität beim Skalieren. Aber Designer nehmen erfahrungsgemäß lieber Photoshop und die höchstmögliche Auflösung, weil sie da, dank des Studiums mit Photoshop, schneller voran kommen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.05.16 22:07 durch Lord Gamma.

  19. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Lapje 28.05.16 - 22:28

    Lord Gamma schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bei Filtern? Da gibt es z. B. GIMP G'MIC als freie Erweiterung gmic.eu; das
    > ist mit seinen über 450 Filtern mehr als genug. Es gab auch schon Fälle, wo
    > GIMP mit Filtern voraus war. Z. B. mit dem freien Resynthesizer Plugin
    > pixovert.sonovert.com, einem Feature, das von Photoshop als "Content Aware
    > Fill" erst später eingeführt wurde.

    Wer redet hier von Filtern? Es geht um grundlegende Dinge.

    > Aber Designer nehmen erfahrungsgemäß lieber Photoshop und die
    > höchstmögliche Auflösung, weil sie da, dank des Studiums mit Photoshop,
    > schneller voran kommen.

    Ich würde gerne mal wissen woher Du Deine "Erfahrungen" nimmst, denn mit der Realität haben diese nur wenig zu tun. Ich habe selbst schon in der einen oder anderen Agentur gearbeitet und arbeite als Freiberufler auch heute noch mit Agenturen zusammen. Und wenn es um wirkliche Vektor-Sachen geht nimmt keiner Photoshop. Klar, für ein Design für eine Webseite nutzt keiner extra Illustrator, nur weil eine Vektor-Form gebraucht wird - aber alles was mit Druck zu tun hat wie Flyer, Covers, Prospekte, ect.. geht über Vektor-Programme. Da ist man in PS schnell limitiert.

    Glaubst Du wirklich, dass man in entsprechenden Ausbildungen oder im Studium nur auf Photoshop lernt?

  20. Re: Google hat die GPL getötet

    Autor: Arkarit 29.05.16 - 11:56

    schnedan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LibreOffice ist ander als MS Office, Gimp anders als Photoshop, aber nur
    > weil man es anders Bedient, eine Funktion fehlt, im Detail anders ist oder
    > eben einige Jahre der Reife hier und da fehlen heist es nicht das die
    > Programme schlechter sind!

    Nein, natürlich heisst es das nicht.
    Wenn aber eine enorme Anzahl fundamentaler Tools fehlen, heisst es das sehr wohl, zumindest für einen professionellen und häufigen Einsatz.
    Man schaue sich doch nur mal diese traurige Gimp-Roadmap und im Vergleich dazu die Photoshop-Versions-History an.

    Zahlreiche Features, die unabdingbar für den enorm schnellen Workflow mit Photoshop sind, fehlen einfach bei Gimp, teils seit 20 Jahren. Und zum schnellen Workflow gehört nicht nur das schnelle Erstellen von Werken, sondern vor allem auch schnelle Änderungen nach Fertigstellung. Fast jeder Kunde hat Änderungswünsche. Da man nie weiss, was genau das sein wird, muss alles schnell und unkompliziert änderbar sein. Und genau die Non-destructive Tools, die dafür nötig sind, fehlen Gimp seit Jahrzehnten.

    - Layer-Effekte auf Layern und Ordnern
    In PS seit 1998 (Layer). Ordner habe ich in der History nicht gefunden, muss aber nach 2008 eingeführt worden sein (in CS4 ist es noch nicht implementiert, in CC schon).
    Gimp-Roadmap 3.2 (Done: NO Needs complete GEGL port first).
    Absolut fundamentales Feature, wenn es darum geht, Ebenen mit einem simplen non-destructive Effekt zu versehen (Glow, Shadow, Bevel,...). Wurde mit der Möglichkeit, das auch auf Ordner anzuwenden, noch einmal deutlich verbessert. Brauche ich täglich viele Male. Will der Kunde den Glow etwas stärker: PS -> ein Parameter einstellen, Gimp -> neu machen.

    - Einstellungsebenen/Adjustment Layer
    In PS seit 1996. Im Laufe der Versions-Geschichte noch mal deutlich weiter entwickelt. Können aktuell auch auf einzelne Layer oder Ordner angewendet werden. Zusätzlich maskierbar.
    Gimp-Roadmap 3.2 (Done: NO Needs complete GEGL port first)
    Absolut fundamentales Feature, wenn es darum geht, Ebenen, Ordner oder das gesamte Bild nondestructive zu justieren - z.B. Sättigung und Kontrast einzustellen.
    Brauche ich täglich viele Male. Will der Kunde mehr Kontrast: PS -> ein Parameter einstellen, Gimp -> neu machen.

    - Script recording and playback
    In PS seit 1996 (Actions)
    Gimp-Roadmap "Future" (Done: NO Needs complete GEGL port first)
    Absolut fundamentales Feature, wenn es darum geht, einfache Skript-Aktionen zu erstellen (mit wenig Aufwand und ohne Programmierkenntnisse), z.B. ein Bild in verschiedenen Auflösungen mit jeweils an die Auflösung angepassten Elementen geflattet abzuspeichern. Brauche ich täglich viele Male.

    - Smart Layer und Smart Filter
    In PS seit 2005 (Layer) bzw. 2007 (Filter)
    Gimp-Roadmap "Future" (Done: NO Needs complete GEGL port first) für Layer - Nondestructive Filter finde ich in der Roadmap nicht - könnte aber sein, dass "Filter/Adjustment layers" (3.2) das mit einschliessen soll.
    Absolut fundamentales Feature, wenn es darum geht, häufig verwendete Bildelemente (z.B. Schmuck-Rahmen für Texte) nondestructive abzuspeichern. Brauche ich täglich viele Male.
    Will der Kunde einen anderen Rahmen: PS -> Smartlayer öffnen, Änderungen machen, abspeichern, Gimp -> jedes betroffene Element neu machen bzw. kopieren.

    ...

    Wenn ich mir vorstelle, dass ich ohne diese Features klarkommen müsste, könnte ich glatt mal mindestens den dreifachen Arbeitsaufwand ansetzen. Und ich würde sehr, sehr schlechte Laune kriegen.

    Und sorry, wer behauptet, Gimp wäre Photoshop auch nur ansatzweise ebenbürtig, zeigt damit nur sein Unwissen.

    Damit will ich nichts gegen Gimp sagen. Ich finde es klasse, dass es Gimp überhaupt gibt. Und mein Respekt und Dank gilt den Leuten, die es erstellen. Für Gelegenheitsnutzer ist es vermutlich tatsächlich nicht schlechter als Photoshop, ich habe es sogar selbst schon empfohlen.

    Aber Gimp professionell einsetzen zu wollen? Lächerlich.

    Ich nutze als Gelegenheitsnutzer (ca einmal im Monat je eine Stunde) sowohl Libre Office als auch MS Office. Ich kann nur sagen, dass ich als Selten-Nutzer weitaus besser mit Libre Office klar komme als mit MS Office. Gleiches gilt für Audacity vs. Audition - obwohl ich als seltenst-Nutzer Audition zur Verfügung habe, nutze ich Audacity, weil ich es viel einfacher finde und mit meinen kümmerlichen Fähigkeiten nie an irgendwelche Grenzen komme.

    Daraus aber ableiten zu wollen, dass eines der jeweiligen Programme für einen Profi "besser" ist, maße ich mir nicht an, das kann ich überhaupt nicht beurteilen.

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