Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Pamela Jones: Groklaw wird…

Am besten Groklaw's Restlaufzeit verkürzen

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Am besten Groklaw's Restlaufzeit verkürzen

    Autor: FlorianMueller 11.04.11 - 10:46

    Ich weiß, dass ich mich damit (nicht zum ersten Mal) bei vielen Community-Mitgliedern unbeliebt mache, aber ich bin der Meinung, Groklaw hat seit Jahren nur einen Propagandazweck erfüllt und in manchen Themen außer SCO übelste Desinformation betrieben.

    Ein besonders krasses Beispiel war die Position, die Groklaw vor einem Jahr zu IBM's Patentdrohungen gegen TurboHercules einnahm. Während nicht nur das Startup TurboHercules, sondern auch der Maintainer des Open-Source-Projektes Hercules sich bedroht sahen, titelte Groklaw, IBM könne ruhig TurboHercules mit Patentklagen überziehen. Mit einer solchen ungeheuerlichen Aussage -- die viel mit Propaganda für eine Firma und rein gar nichts mit Open-Source-Aktivismus zu tun hat -- nicht genug:

    Groklaw behauptete dann, der "patent pledge" von IBM sei bei seiner Bekanntgabe in seiner Wirkung eingeschränkt worden. Wer die Links anklickte, konnte sehen, dass der Pledge im Januar 2005 bekanntgegeben wurde, die angebliche Einschränkung aber in einem anderen Zusammenhang (Patentangriffe auf Linux-Kernel) Monate vorher geäußert wurde. Außerdem steht im Pledge ausdrücklich drin, dass er für sich allein als Versprechen steht. Darauf wurde von Usern in den Kommentaren hingewiesen, aber "PJ" hielt es nicht für angebracht, diese Desinformation der Sorte Propagandaministerium zu korrigieren -- es war immerhin die erste Aussage und praktisch die Kernaussage des ganzen IBM-Verteidigungsversuchs.

    "PJ" erklärte dann auch, Patente auf "Microcode" seien in Ordnung. Nur würde das genau auf die Logik hinauslaufen, mit der das Europäische Patentamt tagtäglich viele Softwarepatente erteilt. Ob Microcode oder normaler Programmcode: Code ist Code, und wer Code patentieren lässt, unterstützt Softwarepatente.

    Textanalysetools wie der Gender Guesser zeigen übrigens, dass die unter dem Pseudonym "PJ" verfassten Artikel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von einer Person stammen, sondern von mindestens zwei (mindestens ein nach Programmeinschätzung definitiv männlicher Autor und eine definitiv weibliche Autorin werden identifiziert, auch wenn man Zitatpassagen herausnimmt). Einzelnen Journalisten waren schon vor Jahren auch unterschiedliche Interpunktionsstile aufgefallen.

    Grundsätzlich finde ich es richtig, dass jeder ein Recht auf Privatheit hat. Ich hätte bei meinem ausführlichen Gulli-Interview letzte Woche auch nicht Privates presigeben wollen. Aber das Maß an Privatsphäre, das man für sich beansprucht, muss in einer vernünftigen Relation dazu stehen, wie öffentlich man agiert, und dazu, in welchem Maße man Transparenz Anderer einfordert. "PJ" hat ständig Verschwörungstheorien über Geldflüsse etc. aufgestellt, aber wer Groklaw finanziert, das offenkundig am Anfang mehr als eine Person auf Vollzeitbasis beschäftigt hat und selbst zuletzt noch allemal eine Person, wurde nie gesagt.

    Schlimmer noch: "PJ" hat nicht einmal einen einzigen aktuellen oder früheren Arbeit- oder Auftraggeber genannt, so dass man den Werdegang hätte überprüfen können (auch im Hinblick darauf, welche Kompetenz eigentlich vorhanden war). Von mir ist aus 25 Jahren Berufstätigkeit eine lange Liste solcher Aktivitäten bekannt. Von "PJ" gar nichts, und es gibt nicht einmal ein Foto. Sogar letzten Herbst, als die EFF einen Preis an "PJ" verlieh, war "PJ" der einzige Preisträger von vier (darunter ironischerweise sogar ein "transparency activist"), der kein Foto von sich zur Verfügung stellen und nicht zur Preisverleihung erscheinen wollte. Diese Geheimnistuerei betreibt nur, wer etwas zu verbergen hat.

  2. Und dein Propaganda-Zweck?

    Autor: impulsblocker 11.04.11 - 11:03

    Propaganda bleibt Propaganda. Das solltest du als reinrassiges Propaganda-Werkzeug am besten wissen.

  3. Re: Am besten Groklaw's Restlaufzeit verkürzen

    Autor: holyfly 11.04.11 - 11:20

    ---
    "Mit einer solchen ungeheuerlichen Aussage -- die viel mit Propaganda für eine Firma und rein gar nichts mit Open-Source-Aktivismus zu tun hat -- nicht genug"
    ---

    Dieser Open-Source-Aktivismus den u.a du predigst verprellt eine Menge Leute ( incl. mich ) die technische Lösungen aufgrund ihrer Technik und nicht ihrem techni-religösen Werten nach einsetzen wollen.
    Die Bitkeeper vs CVS/SVN Debatte ist ein Beispiel der Irrationalität mancher Open-Source-Aktivisten die OpenSource eher schaden als helfen.

  4. Re: Am besten Groklaw's Restlaufzeit verkürzen

    Autor: FlorianMueller 11.04.11 - 11:23

    Ich trete ja für einen pragmatischen Umgang mit der Tatsache ein, dass Softwarepatente existieren. Dafür werde ich oft aus Community-Kreisen angegriffen. Beispielsweise sage ich, wenn es schon solche Patente gibt, dann ist es besser, wenn diese zu vernünftigen Konditionen lizenziert werden, als wenn sie zur reinen Wettbewerbsbehinderung dienen.

    Aber man darf feststellen, dass "PJ" keine Open-Source-"Aktivistin" war, wenn sie IBM's Softwarepatente und deren Einsatz gut findet.

  5. Re: Am besten Groklaw's Restlaufzeit verkürzen

    Autor: cookiedose 11.04.11 - 11:48

    Hm, Du sagst also: "Wenn jemand ein Software Patent hat, soll er das nur zu bestimmten Zwecken und Konditionen einsetzten dürfen". Okay Deine Meinung aber damit beschneidest Du nicht nur die Rechte der Inhaber sondern bremst auch die Entwicklung in der Wirtschaft. Denn Firmen wie Microsoft oder Apple usw. pumpen so viel Geld in die Entwicklung um eben einen Vorteil gegenüber der Konkurenz zu haben und diesen möglichst lange für sich zu sichern. Schreibt man diesen Firmen vor, dass sie nur gegen bestimmte Regeln etwas patentieren dürfen, wird es kaum noch Geld locker gemacht werden, wieso auch. Das System der patentierbarkeit von Software ist in meinen Augen (wie so vieles Andere) von Anfang an ein falscher Ansatz gewesen.

    Versteht mich jetzt nicht falsch, ich persönlich halte gerade Software Patente für absoluten Quatsch und ich bin ebenfalls ein Anhänger der OpenSource Mentalität allerdings sollte man versuchen beide Seiten opjektiv zu beurteilen.

  6. Re: Am besten Groklaw's Restlaufzeit verkürzen

    Autor: FlorianMueller 11.04.11 - 11:51

    Rechtlich gesehen haben Patentinhaber natürlich die Möglichkeit, auf exklusiver Nutzung ihrer "Erfindungen" zu bestehen.

    Man darf aber Lizenzvergaben befürworten. Du hast Microsoft erwähnt. Von Microsoft kenne ich ein Beispiel einer Wettbewerber ausschließenden Nutzung. Meines Wissens stellt Microsoft sämtliche Patente an andere Firmen der Branche gegen Lizenzgebühr zur Verfügung. Apple hingegen eher nicht :-)

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. LIDL Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
  2. BRUNATA-METRONA GmbH & Co. KG, München
  3. Rodenstock GmbH, München
  4. DATAGROUP Köln GmbH, Köln

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 12,99€
  2. 3,99€
  3. 0,49€
  4. (-80%) 5,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Cyberangriffe: Attribution ist wie ein Indizienprozess
Cyberangriffe
Attribution ist wie ein Indizienprozess

Russland hat den Bundestag gehackt! China wollte die Bayer AG ausspionieren! Bei großen Hackerangriffen ist oft der Fingerzeig auf den mutmaßlichen Täter nicht weit. Knallharte Beweise dafür gibt es selten, Hinweise sind aber kaum zu vermeiden.
Von Anna Biselli

  1. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken
  2. Internet of Things Neue Angriffe der Hackergruppe Fancy Bear
  3. IT-Security Hoodie-Klischeebilder sollen durch Wettbewerb verschwinden

Rabbids Coding angespielt: Hasenprogrammierung für Einsteiger
Rabbids Coding angespielt
Hasenprogrammierung für Einsteiger

Erst ein paar einfache Anweisungen, dann folgen Optimierungen: Mit dem kostenlos erhältlichen PC-Lernspiel Rabbids Coding von Ubisoft können Jugendliche und Erwachsene ein bisschen über Programmierung lernen und viel Spaß haben.
Von Peter Steinlechner

  1. Transport Fever 2 angespielt Wachstum ist doch nicht alles
  2. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  3. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle

IT-Sicherheit: Auch kleine Netze brauchen eine Firewall
IT-Sicherheit
Auch kleine Netze brauchen eine Firewall

Unternehmen mit kleinem Geldbeutel verzichten häufig auf eine Firewall. Das sollten sie aber nicht tun, wenn ihnen die Sicherheit ihres Netzwerks wichtig ist.
Von Götz Güttich

  1. Anzeige Wo Daten wirklich sicher liegen
  2. Erasure Coding Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
  3. Endpoint Security IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

  1. Unix: OpenBSD 6.6 kann automatisierte Systemupgrades
    Unix
    OpenBSD 6.6 kann automatisierte Systemupgrades

    Die aktuelle Version 6.6 des Betriebssystems OpenBSD ermöglicht einfache und automatisierte Systemupgrades für seine Nutzer. Das System unterstützt außerdem dem AMDGPU-Treiber und erweitert die Nutzung des Werkzeugs Unveil.

  2. Star Wars Jedi Fallen Order: Mächtige und nicht so mächtige Besonderheiten
    Star Wars Jedi Fallen Order
    Mächtige und nicht so mächtige Besonderheiten

    Ein Roboter mit Schublade im Kopf, das Lichtschwert als Multifunktionswerkzeug und ein sehr spezielles System zum Wiederbeleben: Golem.de stellt zehn ungewöhnliche Elemente von Star Wars Jedi Fallen Order vor.

  3. Castle Peak: AMDs Threadripper v3 sollen am 19. November erscheinen
    Castle Peak
    AMDs Threadripper v3 sollen am 19. November erscheinen

    Gestaffelter Launch: AMD plant offenbar, die Ryzen Threadripper v3 für Anfang November anzukündigen und Mitte des Monats zu veröffentlichen. Das 64-kernige Modell folgt aber wohl erst im Januar 2020.


  1. 09:56

  2. 09:41

  3. 08:55

  4. 07:00

  5. 19:25

  6. 17:18

  7. 17:01

  8. 16:51