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Warum eine harte Grenze?

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  1. Warum eine harte Grenze?

    Autor: /mecki78 02.08.13 - 18:38

    Abgesehen dass ich sowieso gegen Drosselung bin (und jede Petition dagegen unterschrieben habe) verstehe ich nicht, warum man sich hier auf harte Grenzen versteifen will. Harte Grenzen sind immer "unfair".

    Beispiel: Nehmen wir die Einkommenssteuer würde für alle pauschal 20% ausmachen, aber ab 40'000 Euro sind es für alle 40%, was würde passieren? Richtig, jeder würde versuchen genau unter dieser Grenze zu bleiben, also ein Jahreseinkommen von 39'999 Euro nicht zu überschreiten, denn wenn er die Grenze auch nur berührt, dann zahlt er auf einmal doppelt so viele Steuern. Aber es ist doch bescheuert jemanden derart Hart zu "bestrafen", nur weil er einen Cent zu viel verdient. Daher wächst die Einkommenssteuer progressiv, d.h. es gibt keinen harten Sprung, sondern es gibt eine Kurve die stetig steigt.

    Es ist also egal bei wie viel GB im Monat die Drosselkom die Grenze zieht und es ist egal auf wie viel der Kunde dann gedrosselt wird, beides sind harte Grenzen. Und es ist wirklich eine Sauerei, wenn jemand nur wegen einem einzigen MB zu viel im Monat auf einmal gleich auf 4% seiner Leistung gedrosselt wird (von 50 auf 2 Mbit/s).

    Also warum macht man es nicht progressiv? Dagegen wäre der Widerstand auch viel kleiner. Beispiel: die fiktive Grenze liegt bei 100 GB im Monat. Bis 50 GB bekommt man die volle Geschwindigkeit. Ab 100 GB nimmt die Geschwindigkeit immer weiter ab und zwar sagen wir mal (als fiktives Beispiel) 0,5 Mbit/s pro GB. D.h. bei 150 GB hat man statt 50 immer noch 25 Mbit/s, bei 176 GB hat man immer noch 6 MBit/s. Erst wenn die Drosselung zu einem Wert unter 2 Mbit/s führen würde, wird nicht mehr weiter gedrosselt.

    Wo ist der Vorteil für den Nutzer? Naja, wenn ich nur knapp über der Grenze bin, dann verliere ich zwar Geschwindigkeit, aber nicht 96% auf einem Schlag! Die Leitung wird halt zunehmend langsamer und da sie langsamer wird, kann ich aber auch immer weniger Daten in der gleichen Zeit übermitteln, d.h. mein Datenvolumen wächst zunehmend langsamer an und dadurch wird auch immer langsamer gedrosselt. Außerdem kann ich ja sobald ich über der initialen Grenze bin meinen Verbrauch selber etwas zurückfahren. Dann lade ich halt dieses 2 GByte Paket nicht mehr diesen Monat herunter sondern erst nächsten Monat - da bin ich dann auch wieder ungedrosselt und somit geht der Download auch viel schneller. Trotzdem habe ich auch mit Drosselung immer noch ein passabel schnelles Internet.

    Auch im Mobilfunk ist es diese harte Grenze, die mich so stört. Mit einem Schlag wird dir der Großteil deiner Geschwindigkeit geraubt, selbst wenn du nur ein Byte drüber warst. Mit einem Schlag ist deine mobile Internetverbindung für den Rest des Monats nicht mehr zu gebrauchen. Statt einem Vertrag der bis 500 MB volle Geschwindigkeit liefert und danach nur minimale, würde ich jederzeit einen Vertrag bevorzugen, der bereits ab 250 MB die Geschwindigkeit reduziert (ich werde also bereits deutlich früher gebremst), aber erst bei 750 MB bei der minimalen ankommt (ich darf dafür aber etwas länger etwas schneller unterwegs sein).

    /Mecki

  2. Re: Warum eine harte Grenze?

    Autor: Youssarian 03.08.13 - 11:39

    /mecki78 schrieb:

    > Also warum macht man es nicht progressiv?

    Ich schätze, dass es sehr aufwändig wäre, dies in zuverlässig funktionierender Soft- und Hardware umzusetzen.

  3. Re: Warum eine harte Grenze?

    Autor: Max-M 03.08.13 - 12:56

    Wenn das Drosseln auf einen festen Wert funktioniert, dann sollte das auch funktionieren, wenn User 2478527576 das dynamische Trafficlimit überschritten hat, die Übertragungsrate seiner Leitung auf Wert Y zu setzen, oder nicht?

  4. Re: Warum eine harte Grenze?

    Autor: Eve666 03.08.13 - 13:20

    Das sollte funktionieren ändert aber nichts an der Tatsache, das die Telekom wesentlich mehr Bandbreite verkauft als sie besitzt und nun da die Nutzer immer stärker ihre bezahlte Bandbreite auch wirklich Nutzen es immer häufiger zu Engpässen kommt.

    In meinen Augen ist das was die Telekom betreibt Betrug und nichts weiter.

  5. Re: Warum eine harte Grenze?

    Autor: /mecki78 04.08.13 - 16:05

    Eve666 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das sollte funktionieren ändert aber nichts an der Tatsache, das die
    > Telekom wesentlich mehr Bandbreite verkauft als sie besitzt

    Die Telekom verkauft dir auch keine Bandbreite, sie verkauft dir nur einen Zugang mit einer nach oben limitierten Maximalgeschwindigkeit. Sie gibt dir keine Garantie über eine nutzbare Bandbreite.

    Drosseln müsste sie aber deswegen trotzdem nicht. Eine "Drosselung" würde sich ganz automatisch ergeben. Die Verfügbare Bandbreite würde sich jederzeit zwischen allen Nutzern aufteilen und wenn hier halt nicht jeder seine volle Bandbreite bekommen kann, dann bekommt halt nicht jeder seine volle Bandbreite. Das geschieht ganz automatisch. Und es hängt nicht davon ab, wie viel jemand schon in diesem Monat übertragen hat, sondern es hängt davon ab, wie viele Leute wie viel Bandbreite aktuell nutzen wollen und wie viele Bandbreite insgesamt verfügbar ist.

    /Mecki

  6. Re: Warum eine harte Grenze?

    Autor: Telesto 04.08.13 - 16:46

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Drosseln müsste sie aber deswegen trotzdem nicht. Eine "Drosselung" würde
    > sich ganz automatisch ergeben. Die Verfügbare Bandbreite würde sich
    > jederzeit zwischen allen Nutzern aufteilen und wenn hier halt nicht jeder
    > seine volle Bandbreite bekommen kann, dann bekommt halt nicht jeder seine
    > volle Bandbreite. Das geschieht ganz automatisch. Und es hängt nicht davon
    > ab, wie viel jemand schon in diesem Monat übertragen hat, sondern es hängt
    > davon ab, wie viele Leute wie viel Bandbreite aktuell nutzen wollen und wie
    > viele Bandbreite insgesamt verfügbar ist.

    Das ist das gleiche wie im Mobilfunk, anstatt dass man dort einen "natürlichen" Ausgleich der möglichen Geschwindigkeiten zulässt, dürfen einige Premium-Nutzer den ganzen Tag Highspeed fahren, während die Discounter-Kunden teilweise schon nach 100 MB künstlich ausgebremst werden.

    Man stelle sich gerade mal vor, man würde auf privaten Mautstraßen das persönliche Tempolimit vom Mauttarif abhängig machen... Dann gäbe es wohl am Ende auch zwei linke Spuren für 10% Besserverdienende, die mit Tempo 250 unterwegs sind und die restlichen 90% dürfen auf der rechten Spur mit Schrittgeschwindigkeit fahren.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.08.13 17:02 durch Telesto.

  7. Re: Warum eine harte Grenze?

    Autor: gaym0r 05.08.13 - 08:36

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > kann ich aber auch immer weniger Daten in der gleichen Zeit übermitteln, d.h. mein
    > Datenvolumen wächst zunehmend langsamer an und dadurch wird auch immer
    > angsamer gedrosselt.

    Also je schneller meine Internetleitung ist, desto mehr lade ich runter?
    Ich denke nicht. Ich surfe ja weiterhin die selben Inhalte an, nur halt schneller.

  8. Re: Warum eine harte Grenze?

    Autor: Paule 05.08.13 - 09:42

    gaym0r schrieb:
    ----------------------------------------------------------------
    > /mecki78 schrieb:
    > ------------------------------------------------
    > > kann ich aber auch immer weniger Daten in der gleichen Zeit
    > > übermitteln, d.h. mein Datenvolumen wächst zunehmend langsamer
    > > an und dadurch wird auch immer langsamer gedrosselt.
    >
    > Also je schneller meine Internetleitung ist, desto mehr lade ich
    > runter? Ich denke nicht. Ich surfe ja weiterhin die selben Inhalte
    > an, nur halt schneller.

    Doch, das stimmt vom Prinzip her schon.

    Man kann zwar mit 50 Mbit/s oder 100 Mbit/s im Prinzip die meisten Dienste genauso nutzen wie mit 16 Mbit/s, aber es gibt auch Ausnahmen dazu. zB lohnen sich Online Backups eher wenn der Upload schnell ist. d.h. wenn man plötzlich mehr Bandbreite hat, dann kann das Datenvolumen durch solche nun möglichen Dienste doch erheblich ansteigen.

    Oder wenn man vorher bei DSL light mit 384 kbit/s war oder einer anderen niedrigen Geschwindigkeit. Das erste was man mit mehr Bandbreite dann macht ist doch bei Youtube auf eine höhere Auflösung zu schalten, und schwupps steigt der Datenverbrauch an.

    Wenn man hingegen von VDSL50/10 auf FTTH100/50 umstellt, dann dürften sich die Auswirkungen wohl meist wirklich in Grenzen halten.

    Es hängt immer von der Ausgangssituation ab, ob und wie sich eine Bandbreitenerhöhung auf das Nutzerverhalten auswirkt.

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