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Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

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  1. Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: NeverDefeated 12.07.13 - 17:48

    Ich weiss nicht, wo das Problem liegt, ausser, dass viele Leute viel zu spät dran sind mit irgendwelchen Massnahmen und schon gut gefüllte Datenbanken mit ihren Daten existieren, die niemals wieder gelöscht und mit Sicherheit für das Datamining genutzt werden.

    Eigentlich reicht es, auf elektronische Kommunikation weitgehend zu verzichten, nötige Kommunikation zu anonymisieren und hart zu verschlüsseln und personenbezogene Daten nicht auf Geräten zu speichern, die Zugang zu öffentlichen Netzen (Mobilfunk/Internet) haben. Völlig simpel. Tue ich seit bald 15 Jahren.

    Ich habe, als ich die Problematik Ende der 90er Jahre erkannte, mein damaliges Handy verkauft (und nie wieder eines angeschafft, da ich nicht so blöd bin auch noch selber dafür zu zahlen, damit andere Leute mich leichter und vollautomatisch überwachen können) und mein Hausnetz aufgespalten in zwei Netze: Eines mit Internetzugang, das andere ohne jegliche Verbindung zum Internet. Im Internet-Netz tippe ich nicht einmal meinen richtigen Namen in einen Rechner ein bzw. speichere dort keinerlei unverschlüsselte Mails oder Dokumente und im Netz ohne Internet (und selbstverständlich auch ohne WLAN etc.) liegen meine Daten (Die meisten Leute vergessen scheinbar, dass auch Windows sicher ist, wenn es einfach keine Verbindung zur Aussenwelt bzw. keinen Internetzugang hat. Ich benutze allerdings seit Ende der 90er Jahre auf Produktivrechnern ausschliesslich Linux.). Daneben gibt es einen Linux-Rechner ohne Verbindung zu irgendeinem Netz, auf den ich verschlüsselte eMails per USB-Stick von meinem potentiell verseuchten Internetrechner transportiere, um sie dort zu entschlüsseln und zu lesen. Mehr braucht mal eigenlich nicht, um Berufs- und Freizeitspionen eine lange Nase zu drehen.

    Meine Rechnerfestplatten sind alle vollverschlüsselt mit einer von mir selbst überarbeiteten und kompilierten TrueCrypt-Version, die garantiert keinen NSA-Generalschlüssel beinhaltet und zudem in ihrer Arbeitsweise ein paar Besonderheiten aufweist, die Schnüffler nicht im normalen Quelltext von TrueCrypt finden werden. Bei meinen Rechnern im internetfreien Netz wird zudem vor Boot des Linux-Haupsystems von einem verschlüsselten Hilfssystem ein ebenfalls verschüsselt auf der Platte liegendes BIOS ins ROM geflashed um Vor-Ort-Manipulationen des BIOS zum Abfangen meines Verschlüsselungs-Passwortes entgegenzuwirken. Selbstverständlich achte ich auf Hardware-Keylogger an meinen Geräten. Meine Tastaturgehäuse sind komplett aus Metall und verplompt oder komplett offen, so dass ich nachsehen kann, ob da jemand etwas eingebaut hat. Die Rechner stehen frei auf und unter meinen Tischen und die Tische in meinem Computerzimmer so, dass ich beim Betreten zuerst an den Rückseiten der Rechner vorbei muss und noch dazu eben in die Gehäuse sehen kann (durch Mesh-Gitter) und dabei angesteckte oder ins Gehäuse eingebaute Hardware-Keylogger entdecken würde. Darüberhinaus benutze ich Keyfiles zur Entschlüsselung, so dass einem Spion die Verschlüsselungs-Passwörter alleine auch nicht viel nützen würden.

    Virenscanner oder Desktop-Firewall nutze ich übrigens keine. Es ist imho nicht gerade klug Rootkits angeblich "guter Hacker" zu installieren um damit Rootkits und andere Malware "böser Hacker" zu bekämpfen. Nicht quelloffene Software wird bei mir auf Rechnern mit Internetzugang ohnehin nicht geduldet (Von reinen Online-Gaming-Rechnern mal abgesehen, mit denen ich selbstverständlich nicht im Internet surfe.), da sie schlecht zu erkennende Backdoors enthalten kann und wird. Damit scheidet auch die Installation von Firewalls und Virenscannern auf meinen Internetrechnern kategorisch aus.


    Was die "Enthüllungen" angeht:

    Ich weiss nicht, warum nun alle Welt so tut als enthüllten die Aussagen von Edward Snowden völlig neue, nie auch nur vermutete Sachverhalte. Ich schreibe seit über 10 Jahren, dass Leute über ihre digitale Kommunikation, also über ihr Handy- und ihren Computer ausspioniert werden. Das war von Anfang an so geplant. Wenn ich mich recht erinnere, war schon im GSM-Standard die Möglichkeit enthalten, Handymikrofone unbemerkt vom Besitzer des Gerätes fernaktivieren und ihn so belauschen zu können. Grosse Organisationen verboten schon damals ihren Mitarbeitern ihre Handys mit in geheime Sitzungen zu nehmen, weil Dritte die Sitzung über ein Handy hätten abhören können. Als unsere Oberstrategen im Parlament anfingen iPads zu benutzen habe ich mir nur an den Kopf gefasst: Wie kann man so blöd sein potentielle Geheimnisträger ihre Daten auf einem Gerät mit proprietärem Betriebssystem speichern zu lassen mit dem sie auch noch in Mobilfunknetze kommen? Niemand, nicht einmal Apple selbst, kann ausschliessen, dass die eigenen Mitarbeiter in iOS eine Backdoor eingebaut haben, selbst wenn der Konzern oder die NSA so etwas nicht selber in Auftrag gegeben haben. Und sowas benutzen nun unsere Bundestagsabgordneten und wer weiss welche IT-unerfahrenen Geheimnisträger im deutschen Staat noch. Ganz toll.

    Dieser ganze Kram ist nicht neu, sondern eine geplante, in sich völlig logische Entwicklung, die es aufgrund der Leistungsfähigkeit heutiger Rechner inzwischen ermöglicht, die Kommunikation der ganzen Weltbevölkerung automatisiert aufzuzeichnen und zu überwachen. Und mächtige Leute wussten halt immer schon gerne über ihre Untergebenen und andere mächtige Leute Bescheid. Am Besten ohne das die etwas davon ahnten und unabhängig davon ob die Informationsbeschaffung nun moralisch bedenklich, legal oder illegal war oder auch mal Menschenleben kostete.

    Indizien und Beweise für Snowdens Aussagen gab es schon in der Vergangenheit viele:

    Man hat vor Jahrzehnten z.B. den Quellcode von PGP (Pretty Good Privacy) in Papierform aus den USA geschmuggelt und in Europa abgetippt und kompiliert, weil die NSA entschieden etwas dagegen hatte ein Verschlüsselungsprogramm ohne NSA-Generalschlüssel in den USA zuzulassen. Schon hier sollte klar sein, dass die ein amerikanisches Unternehmen niemals verschlüsselte Dienste anbieten lassen würden, wenn sie sich nicht über die Verschlüsselung hinwegsetzen und im Klartext mitlesen könnten.

    Und selbst wenn man die Geschichte um PGP damals nicht mitbekommen hat: Hat sich denn nie jemand gewundert, dass es z.B. auch eine Non-US-Version von vielen Linux-Distributionen gab? Die hatte eben harte Kryptografie mit dabei, die in der US-Version verboten war. Wenn ein Staat in solcher Weise agiert, sollte selbst ein Blinder erkennen, was da läuft. Ich habe es vor fast 15 Jahren erkannt und meine Konsequenzen daraus gezogen, musste aber trotz eindeutiger Indizien (Der amerikanische Heimatschutz veröffentlicht auf seiner Homepage z.B. seit Jahren eine Liste mit den Suchwörtern nach denen er die Internetkommunikation inklusive Webseiten/soziale Netzwerke durchsucht. Die sprechen sogar gegen Briten Einreiseverbote aus, nur weil diese irgendwelchen Mist getwittert haben. Wer da nicht kapiert was da läuft, der muss dem Hirntod nahe sein.) offenbar auf einen Edward Snowden warten um von Familie, Freunden und Bekannten und auch in Internetforen nicht mehr ständig als Paranoider betitelt zu werden. Tja, nun sitzen die ignoranten und denkfaulen/bequemen Paranoiker-Schreihälse in der Tinte und fragen sich: "Überwachung - und nun?" Ja, nun haben Eure personenbezogenen Daten schon andere Besitzer gefunden und die werden sie nicht zurückgeben, sondern gegen Euch verwenden. Ich wünsche dem gedankenlosen Konsum- und Stimmvieh auf der Welt also viel Spass mit seiner Zukunft als gläsernem Menschen, die es sich durch die Weigerung selbstständig zu denken selber ausgesucht hat. Ich werde die nächsten Jahre viel über Euch zu lachen haben, denn meine Daten finden sich nicht auf den Rechnern der NSA.

  2. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: der kleine boss 12.07.13 - 20:01

    NeverDefeated schrieb:
    ----------------------------------------------------
    > Ich werde die nächsten Jahre viel über Euch zu lachen
    > haben, denn meine Daten finden sich nicht auf den Rechnern der NSA.

    Was macht dich da so sicher?

  3. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: NeverDefeated 12.07.13 - 22:56

    der kleine boss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > NeverDefeated schrieb:
    > ----------------------------------------------------
    > > Ich werde die nächsten Jahre viel über Euch zu lachen
    > > haben, denn meine Daten finden sich nicht auf den Rechnern der NSA.
    >
    > Was macht dich da so sicher?

    Ich lache derzeit schon fast täglich über Meldungen bei denen wieder Leute über ihre eigenen, allzu bereitwillig herausgerückten Daten gestolpert sind. Ich glaube nicht, dass das in den nächsten Jahren weniger Meldungen werden.

    Was meine Daten betrifft: Daten, die nicht existieren kann selbst die NSA nicht finden und speichern und ich habe schon als Kind in den 80er Jahren aktiven Datenschutz betrieben. ;-)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.07.13 22:58 durch NeverDefeated.

  4. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: Anonymer Nutzer 13.07.13 - 03:56

    Du hast ne Tochter,spielst Online-Games, bist Fotograf und sammelst alte Fotos, hast deinen Freund aufgrund eines Fotos angeklagt(Darüber existieren Dokumente dessen Schutz nicht in deiner Hand liegt,Anschrift,Sozialversicherungsnummer...), du hast beruflich was mit Gesundheitswesen zu tun, bist ~30 und Vermutlich alleinstehend.

  5. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: der kleine boss 14.07.13 - 09:30

    NSA was here LOL!
    jemand der tagtäglich sein halbes leben im golemforum preisgibt, kanns nun doch nicht sooo mit datenschutz haben ;)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.07.13 09:31 durch der kleine boss.

  6. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: derchi 14.07.13 - 14:32

    Tzven schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gesundheitswesen zu tun, bist ~30 und Vermutlich alleinstehend.

    Ich denke er ist eher Mitte 30 bis 40 Jahre alt wenn er in den 80ern schon Datenschutz betrieben hat aber vielleicht streut er nur gezielt falsche Informationen.

    Aber er hat recht man muss heute schon völlig isoliert auf einer Insel mit einem Rechner und einer selbst geschriebenen Linux Distri leben damit einen keiner ausspionieren kann.

    Wenn ich allein die ganzen AGBs von Software und Sozialen Netzwerken anschaue:
    "wenn sie auf "ja" klicken überschreiben sie Ihre Seele an die XY - AG.

    Außerdem meine persönlichen Daten auf Android, IOS und WP - Geräten von Bekannten die nicht wirklich IT versiert sind und garantiert mindestens 13 verschiedene Spy Apps installiert haben weil es gratis ingame Geld für irgend ein Klicki-Bunti-Spiel gab.
    (Wenn ein Bekannter von dir deine Addresse etc. deinem Kontakt zuweist wars das...)

    Es ist schon nicht einfach heutzutage....

    *** Sorry dass ich so selten das Komma auf der Tastatur finde strengt euch halt mal ein bisschen an beim lesen :) ***

  7. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: caso 14.07.13 - 14:35

    derchi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber er hat recht man muss heute schon völlig isoliert auf einer Insel mit
    > einem Rechner und einer selbst geschriebenen Linux Distri leben damit einen
    > keiner ausspionieren kann.


    Wenn man wirklich völlig isoliert ist, dann spielt die Software unwesentlich für die Anonymität.

  8. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: posix 14.07.13 - 16:27

    Informationen sammeln ist so gesehn nicht mal problematisch, es geht mehr darum inwieweit diese miteinander verknüpft werden können.

    Über Dienste bei denen man sich ohnehin mit realen Daten identifiziert ist Verschlüsselung sinnfrei, doch für alles andere ist ein VPN ausserhalb der EU/USA von unschätzbarem Wert.
    Was nutzt es denn der NSA oder sonstwem von einem User bzw. einer IP etliche Informationen zu besitzen, wenn sie nichtmal wissen zu wem diese gehören?
    Genau genommen nichts, wichtige Informationen bzw. sensibles tauscht man über sichere Kommunikationsmodelle aus und ist bereits auf der sicheren Seite.

    Es is völlig egal was an Daten gesammelt wird, es muss lediglich verhindert werden dass Rückschlüsse auf die eigene Person möglich sind mehr nicht.
    Ist doch traumhaft wenn NSA, Google, Facebook und Co unendliche Daten horten, wertvolle Mannstunden damit verbringen diese zu filtern und zu analysieren, um am Ende unwissend zu sehen das nichts davon irgendeiner Person zugeordnet werden kann.
    Lasst sie einfach arbeiten bis sie alt und grau sind, während sie ihre Zeit damit verschwendet haben nichtssagende Datensätze zu sammeln.

  9. Re: Ganz einfach: Daten bzw. Kommunikationsvermeidung betreiben

    Autor: TheBigLou13 15.07.13 - 12:38

    Tzven schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du hast ne Tochter,spielst Online-Games, bist Fotograf und sammelst alte
    > Fotos, hast deinen Freund aufgrund eines Fotos angeklagt(Darüber existieren
    > Dokumente dessen Schutz nicht in deiner Hand
    > liegt,Anschrift,Sozialversicherungsnummer...), du hast beruflich was mit
    > Gesundheitswesen zu tun, bist ~30 und Vermutlich alleinstehend.

    pwnnnnnnnned! xD Sehr schöne Collage

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