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Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

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  1. Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Anonymer Nutzer 22.08.12 - 23:29

    Es soll ja Leute geben, die nicht nur irgend einen Rechner benötigen, sondern z.B. die Daten auf der Festplatte.

    Da wären z.B. Software-Entwickler, welche ihren Sourcecode gespeichert haben. Es soll ja schon mal vorgekommen sein, dass auch Festplatten und Backupmedien sicher gestellt wurden.

    So etwas kann schnell zu einer kompletten Existenzruinierung führen. Und dann nur 2 Euro pro Tag?

    Ja, aber wir leben ja in einem Rechtsstaat!

  2. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Anonymer Nutzer 22.08.12 - 23:45

    > So etwas kann schnell zu einer kompletten Existenzruinierung führen. Und
    > dann nur 2 Euro pro Tag?

    wer sagt das?

    > Ja, aber wir leben ja in einem Rechtsstaat!

    Richtig. Täten wir dies nicht, dann hätte es gar keine Entschädigung gegeben. Und ich Frage mich immernoch, ob Kim Schmitz eine Entschädigung bekommt, wenn er tatsächlich nicht verurteilt werden würde.

  3. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Anonymer Nutzer 22.08.12 - 23:59

    HerrMannelig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > So etwas kann schnell zu einer kompletten Existenzruinierung führen. Und
    > > dann nur 2 Euro pro Tag?
    >
    > wer sagt das?


    weil es bisher anscheinend gar nix gab und die 2 Euro schon gefeiert werden, liegt der Rest nahe. Außerdem bin ich schon einiges gewohnt.


    >
    > > Ja, aber wir leben ja in einem Rechtsstaat!
    >
    > Richtig. Täten wir dies nicht, dann hätte es gar keine Entschädigung
    > gegeben.

    Super Unterschied zu einem Unrechtsstaat: Ruiniert-1600 Euro. Wenn Du erstmal den Auftrag über 30k und Dein Geschäft verloren hast, freut Dich das bestimmt! Die 1600 verrechnen die dann locker mal mit Deinem Hartz4. Das ist auch "Rechtsstaat"

  4. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Anonymer Nutzer 23.08.12 - 00:07

    Ok, dein Wert beruht also auf Vermutungen. Du hast den Sinn einer Entschädigung noch nicht verstanden. Sie dient nicht der Bereicherung, sondern um entstandenen Schaden wiederherzustellen. Normalerweise mit Naturalrestitution, ist dies nicht möglich, dann mit Geld.

    Du weißt doch gar nicht, wie es das Gericht sieht, wenn dir ein nachweisbar höherer Schaden enstanden ist, also stell doch keine solch willkürlichen Spekulationen an.

    Wer durch den Ausfall eines Laptop enormen Schaden erleidet oder deshalb gar einen Auftrag verliert, also bitte, selbst Schuld. Daten sichert man. Stell dir vor, du gehst aus dem Haus, rutschst aus und die Festplatte ist hin, was machst du dann? Da sorgt man nunmal vor. Natürlich kann man auch Backups sicherstellen. Aber es ist ein Unterschied, ob eine Notebookfestplatte sichergestellt wird, auf der sich versteckte oder bereits gelöschte Daten befinden, oder ob es sich um eine gebrannte DVD mit Sorucecode handelt.

    Und zu deinem ersten Post noch:

    Ein Softwareentwickler, der keine Backups und Versionierungen seiner Software macht, den will ich mal sehen.

  5. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Anonymer Nutzer 23.08.12 - 00:19

    HerrMannelig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ok, dein Wert beruht also auf Vermutungen. Du hast den Sinn einer
    > Entschädigung noch nicht verstanden. Sie dient nicht der Bereicherung,
    > sondern um entstandenen Schaden wiederherzustellen. Normalerweise mit
    > Naturalrestitution, ist dies nicht möglich, dann mit Geld.
    >
    > Du weißt doch gar nicht, wie es das Gericht sieht, wenn dir ein nachweisbar
    > höherer Schaden enstanden ist, also stell doch keine solch willkürlichen
    > Spekulationen an.
    >
    > Wer durch den Ausfall eines Laptop enormen Schaden erleidet oder deshalb
    > gar einen Auftrag verliert, also bitte, selbst Schuld. Daten sichert man.
    > Stell dir vor, du gehst aus dem Haus, rutschst aus und die Festplatte ist
    > hin, was machst du dann? Da sorgt man nunmal vor. Natürlich kann man auch
    > Backups sicherstellen. Aber es ist ein Unterschied, ob eine
    > Notebookfestplatte sichergestellt wird, auf der sich versteckte oder
    > bereits gelöschte Daten befinden, oder ob es sich um eine gebrannte DVD mit
    > Sorucecode handelt.
    >
    > Und zu deinem ersten Post noch:
    >
    > Ein Softwareentwickler, der keine Backups und Versionierungen seiner
    > Software macht, den will ich mal sehen.


    Lies mal bitte erstmal im Parallelthread das Posting von "Computerarbeiter", bevor du hier weiter dumm rumlaberst!

    Was nutzt dir bitteschön ein Backup, wenn das bei der Hausdurchsuchung auch mitgenommen wird? Du glaubst nicht, dass sie Backups mitnehmen? Machen sie.

    Außerdem: Versuch mal die Staatsanwaltschaft auf ein höheren Schadensersatz zu verklagen! Wenn Du zu Unrecht 2 Jahre eingesperrt wirst, dann bekommst Du auch nur die lächerlichen 3,50 pro Tag -- egal ob sie dir zwischenzeitlich das Häuschen weggepfändet haben.

    Das sind Tatsachen und keine Spekulationen! Was du hier machst sind Spekulationen, weil du offensichtlich keine Ahnung hast, oder einfach nur Müll postest, um dich wichtig zu machen!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.12 00:23 durch ThePatrick.

  6. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Moe479 23.08.12 - 14:22

    das problem ist, wenn die möglichen schadensersatzforderungen für die hier offentsichtlichen fehler von ermittlungsbehörden nur so gering sind dann wird doch garkeine wirkung auf beiden seiten erziehlt, weder verhält sich das bka in zukunft gewissenhafter noch gibt es als beschuldigter aussicht einger maßen gerecht entschädigt aus der sache zu kommen.

    die geräte ansich, auf die hier einsatz anhand ihres wertes emittelt wurde sind ja meist ersetzbar, die daten darauf, die in jahrelanger arbeit angesammelt wurden, arbeit deren wert den des gerätetes mit unter ums hundertfache oder gar millionenfache übersteigt nicht so einfach ... wo wird deren wert berücksichtigt?

    frage: kann man denn eine kopie der daten von einem unter verdacht eingezogenem gerät erwirken um sein geschäft bis zur erwiesenen verschuldens damit fortzusetzen?

  7. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Computerarbeiter 23.08.12 - 14:41

    hi

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > frage: kann man denn eine kopie der daten von einem unter verdacht
    > eingezogenem gerät erwirken um sein geschäft bis zur erwiesenen
    > verschuldens damit fortzusetzen?

    Da hab ich positive wie negative Erfahrungen gemacht. Ob eine Kopie möglich ist hängt anscheinend von der Staatsanwaltschaft ab.

    Über meinen Anwalt hatten wir vorgeschlagen das die Kripo die Festplatten der Rechner bzw. Server kopiert und die Geräte dann umgehend wieder freigibt. Das wurde abgelehnt. Begründung: Das seien Tatwerkzeuge die im Falle einer Verurteilung eingezogen werden.

    Ich konnte dann aber erreichen das ich Festplatten bei der Kripo abgebe und die dann drauf 1:1 Kopien machten. Das hat nur teilweise geklappt:

    - bei einem Windows-Server konnte ich die geklonte Platte in eine neue Maschine einstecken und nach einer Überprüfung den Server wieder ans Netz hängen

    - bei einem Linux-Server mit Raidsystem hat das Kopieren nicht geklappt. Die Dilettanten haben ja nur die Raidplatten ausgebaut. Die 1:1-Kopie der Raidplatten war beschädigt. Der Server ist zwar hochgefahren hat aber dann eine Latte von Fehlermeldungen produziert :-(

    - weitere Platten konnten nicht kopiert werden. Grund: Die Kripo hatte keine freien Festplatten mehr zur Verfügung. Die wurden für den Kopierprozess als "Zwischenlager" benötigt. Ausserdem wurde für den Kopiervorgang Arbeitszeit bei der Kripo "verbraten". Als ich die Datensicherungsplatten kopiert haben wollte wurde mir das mit der Begründung mangelnder Kapazität seitens der Kripo verweigert :-(

    Bei einem einzelnen beschlagnahmten Rechner dürfte so eine Kopieraktion machbar sein.

    Wenn aber, so wie in meinem Fall, mehrere Webserver, Arbeitsplatzrechner, Büroserver und USB-Festplatten beschlagnahmt wurde dürfte die Bereitschaft die Platten aufwendig zu kopieren seitens der Kripo nicht gerade gross sein.

    Mein Glück war ja das durch den Druck den ich ausgeübt habe die Sache sich nach sechs Woche augeklärt hatte und ich meine Hardware wieder abholen durfte.

    Da aber die Kopieraktion gerade bei dem Linux-Webserver nicht geklappt hatte musste ich in den sechs Wochen in einer Gewaltaktion den Server neu aufbauen und div. Kundenwebseiten neu einrichten.

    Gruss

    PS: ach ja - um meine Unschuld zu beweisen musste keine meiner Festplatten von der Kripo analysiert werden. Das konnte nach der Beschlagnahme recht einfach durch normale kriminalistische Arbeit gemacht werden.

    Wenn die vor der Hausdurchsuchung z.B. mal das Vorstrafenregister des einen Zeugen ( Betreiber der angeblich von mir angegriffenen Webseite ) angeschaut hätten wären denen die (damals) 18 Einträge wegen Verleumdung, Urkundenfälschung usw. aufgefallen. Bei jedem guten Kriminalisten hätte da schon die Alarmglocken geleutet. Aber nein - eine Hausdurchsuchung ist einfacher. Warum mit dem Skalpell arbeiten wenn man auch den Holzhammer nehmen kann.

  8. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Moe479 23.08.12 - 15:20

    danke, sehr ausführlich, grundsätzlich scheint zumindest das also möglich, hattest du probiert, die kosten für das mehr an datenträgern seitens der kripo zu übernehmen?



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.12 15:23 durch Moe479.

  9. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Computerarbeiter 23.08.12 - 17:04

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > danke, sehr ausführlich, grundsätzlich scheint zumindest das also möglich,
    > hattest du probiert, die kosten für das mehr an datenträgern seitens der
    > kripo zu übernehmen?

    keine Chance - in solchen Fällen werden nur die Vermögensschäden ersetzt :-(

    da ich ja durch den Kauf der zusätzlichen Festplatten bzw. des Ersatzservers keinen Vermögensschaden erlitten habe konnte ich diese Kosten nicht geltend machen.

    Nach der Logik des entsprechenden Gesetzes war ja mein Vermögen nicht geschmälert. Ich hab ja für das Geld das ich da ausgegeben habe einen Gegenwert in Hardware erhalten.

    Anders wäre es gewesen wenn z.B. verderbliche Produkte beschlagnahmt worden wären. Die Kiste Äpfel die dann bei der Kripo vergammelt hätte die Staatskasse ersetzen müssen.

    Meine zusätzliche Arbeitszeit die ich in den folgenden Wochen aufwenden musste um wenigsten einen Notbetrieb mit neuen Webservern einzurichten konnte ich auch nicht abrechnen. Das hätte ich gekonnt wenn ich dafür eine externe Firma beauftragt hätte. Diese Kosten hätte ich als Schadensersatz einfordern können.

    Meine Fahrkosten zum Rechenzentrum konnte ich dagegen erfolgreich geltend machen.

    Es hat aber ein knappes Jahr gedauert und zwei Gerichtsurteile erfordert bis die Staatskasse wenigsten einen Teil meiner Schadenersatzforderung anerkannt und auch bezahlt hatte. Ich musste denen noch massiv drohen die Kopie der Ermittlungsakte der Redaktion eines grossen Computerfachzeitschrift zu übergeben. Das hat dann zum Schluss offensichtlich geholfen denen Beine zu machen.

    Da ich aber im Glauben damit den Schaden zu minimieren selbst geholfen habe bin ich dabei noch auf einige Wochen Arbeitszeit die ich für die notdürfte Beseitigung der Folgen dieser illegalen Hausdurchsuchung aufwenden musste selbst sitzen geblieben.

    Die hat mir bis heute niemand bezahlt. Für die verschlissenen Nerven von mir und meiner Familie ( es wurde ja auch die Wohnung durchsucht) und die Rufschädigung hier im Ort gabs auch nichts.

    Gruss

  10. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Anonymer Nutzer 23.08.12 - 23:47

    Computerarbeiter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die hat mir bis heute niemand bezahlt. Für die verschlissenen Nerven von
    > mir und meiner Familie ( es wurde ja auch die Wohnung durchsucht) und die
    > Rufschädigung hier im Ort gabs auch nichts.


    Danke auch von meiner Seite für Deine ausführlichen Berichte. Ich hatte mir das alles schon so gedacht, weil in ähnlichen Fällen genau so verfahren wird.

    Bei großen Firmen nehmen die sich natürlich nicht so viel raus, weil sie genau wissen, dass sie von denen in Grund und Boden geklagt würden und dass die bestimmt einen Weg (mit entsprechender anwaltlicher Beratung) finden, jede Menge Kosten geltend zu machen. Aber bei kleinen Gründern oder Kleinfirmen wird das deutsche Rechtssystem schnell zum Willkürstaat.

    Grüße,

    ThePatrick

  11. Re: Und was ist, wenn der Rechner wichtige Daten enthält?

    Autor: Computerarbeiter 25.08.12 - 20:46

    ThePatrick schrieb:
    >
    > Bei großen Firmen nehmen die sich natürlich nicht so viel raus, weil sie
    > genau wissen, dass sie von denen in Grund und Boden geklagt würden und dass
    > die bestimmt einen Weg (mit entsprechender anwaltlicher Beratung) finden,
    > jede Menge Kosten geltend zu machen. Aber bei kleinen Gründern oder
    > Kleinfirmen wird das deutsche Rechtssystem schnell zum Willkürstaat.

    wahre Worte!

    Wüllkür durch einen kleinen unfähigen Beamten der Kripo in Waiblingen und einer unfähigen Frau Dr. Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Stuttgart

    Wenn das in meinem Fall keine Wüllkür war dann war es fachliche Unfähigkeit, Schlamperei und Stümperei auf verschiedensten Ebenen!

    Gruss

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