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"Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: chrisku 16.02.22 - 18:50
Wenn ich mir vorstelle, heute noch ein iPhone 4s benutzen zu müssen oder ein Motorola Defy. Die Nutzer der Geräte kann man an einer Hand abzählen und dafür soll aufwändig Software gewartet werden?
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Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: oldmcdonald 16.02.22 - 19:30
Die Nutzer sind wohl wahrscheinlich deswegen so selten geworden, weil a) die Geräte nicht so lange halten und b) es kein einziges Smartphone auf dem Markt gibt, dass 10 Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt wird.
Es ist auch wieder mal eine typisch europäische Sicht, wenn man meint: Bloß, weil ICH das nicht mehr benutzen will(, wegen Status, wegen Funktionsumfang neuerer Geräte, wegen abgeranztem Aussehen), heißt das ja nicht, was die Geräte für andere Menschen nicht doch noch brauchbar wären.
Aber egal, lass mal hören, welche Gedanken Du Dir zur Ressourcenschonung gemacht hast. -
Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: ronda-melmag 16.02.22 - 19:42
alternativ:
wenn Software nicht mehr unterstützt wird zwang zur Offenlegung (Quellcode)...
Genauso bei Hardware - Hersteller will nicht mehr : Offenlegungszwang Schaltplan, explosionszeichnungen, Anleitungen Montage/Demontage
Andrerseits: Wer will die Kosten denn bezahlen für eine Reparatur
2 Std a 60Euro oder neu für 120 :-)
PS bei Billiganbieter gibt es in der Regel gar keine Updates.. -
Wo liegt das Problem?
Autor: M.P. 16.02.22 - 23:04
Ich habe immer noch das einzige Update, das es jemals für mein Honor Holly (5/2015) gab auf meiner USB-Festplatte.
Wenn jemand das braucht, kann ich es noch bis 5/2025 auf der Platte lassen, bevor ich es lösche ;-) -
Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: Ymi_Yugy 16.02.22 - 23:44
ronda-melmag schrieb:
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> alternativ:
> wenn Software nicht mehr unterstützt wird zwang zur Offenlegung
> (Quellcode)...
>
> Genauso bei Hardware - Hersteller will nicht mehr : Offenlegungszwang
> Schaltplan, explosionszeichnungen, Anleitungen Montage/Demontage
>
> Andrerseits: Wer will die Kosten denn bezahlen für eine Reparatur
> 2 Std a 60Euro oder neu für 120 :-)
>
> PS bei Billiganbieter gibt es in der Regel gar keine Updates..
Die Idee klingt zwar scharmant, hat aber eine Tücken.
1. Man muss Supportanforderungen definieren. Das gesetzlich sauber zu regeln, scheint mir schwierig. Wenn die Supportanforderungen schwammig sind, könnten Unternehmen zwar den Support praktisch, aber nicht offiziell und somit die Herausgabe unterbinden.
2. Die Software stammt nicht nur vom Hersteller und gerade kleinere Unternehmen haben gegenüber ihren Zulieferern wenig Einfluss. Noch schwieriger wird es, wenn ein Zulieferer pleite geht, aber seine Software nicht freigibt.
3. Weniger Geräteauswahl. Zulieferer werden sich das fürstlich bezahlen lassen und der Support der eigenen Software ist auch nicht trivial. Viele Low-End Geräte könnten damit so teuer werden, dass man lieber auf einen Verkauf in Deutschland oder gar Europa verzichtet.
4. Alternativ werden die Geräte preislich unattraktiv, weil sie mangels App-Unterstützung und stetig steigenden Performanceanforderungen vor ende des Supportzeitraums obsolet werden. -
Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: gelöscht 17.02.22 - 00:56
Ich denke auch dass Geräte ordentlich teurer werden weil die Softwareabteilungen der Unternehmen viel größer werden dadurch weil sie einfach viel mehr Geräte parallel mit funktionsfähigen Updates versorgen müssen.
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Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: sambache 17.02.22 - 01:16
ronda-melmag schrieb:
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> alternativ:
> wenn Software nicht mehr unterstützt wird zwang zur Offenlegung
> (Quellcode)...
>
> Genauso bei Hardware - Hersteller will nicht mehr : Offenlegungszwang
> Schaltplan, explosionszeichnungen, Anleitungen Montage/Demontage
>
> Andrerseits: Wer will die Kosten denn bezahlen für eine Reparatur
> 2 Std a 60Euro oder neu für 120 :-)
>
> PS bei Billiganbieter gibt es in der Regel gar keine Updates..
Das ist einfach :
Wenn die Softwareupdates früher aufhören, ist der Kaufvertrag verletzt und wird gewandelt und man bekommt das Geld zurück.
Das Geld treibt dann ganz die Interaktion zwischen, Verkäufer, OS Hersteller, Gerätehersteller voran ;-)
217 mal bearbeitet, zuletzt am 27.10.2022 13:44 durch sambache.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.22 01:18 durch sambache. -
Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: Ymi_Yugy 17.02.22 - 01:29
sambache schrieb:
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> ronda-melmag schrieb:
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> > alternativ:
> > wenn Software nicht mehr unterstützt wird zwang zur Offenlegung
> > (Quellcode)...
> >
> > Genauso bei Hardware - Hersteller will nicht mehr : Offenlegungszwang
> > Schaltplan, explosionszeichnungen, Anleitungen Montage/Demontage
> >
> > Andrerseits: Wer will die Kosten denn bezahlen für eine Reparatur
> > 2 Std a 60Euro oder neu für 120 :-)
> >
> > PS bei Billiganbieter gibt es in der Regel gar keine Updates..
>
> Das ist einfach :
> Wenn die Softwareupdates früher aufhören, ist der Kaufvertrag verletzt und
> wird gewandelt und man bekommt das Geld zurück.
>
> Das Geld treibt dann ganz die Interaktion zwischen, Verkäufer, OS
> Hersteller, Gerätehersteller voran ;-)
Nichts ist daran einfach.
Zunächst muss definiert werden, wann der Support als eingestellt gilt.
Dann wird man auch nicht den gesamten Betrag zurückerhalten, sondern den fiktiven Restwert, falls das Gerät nich Updates bekommen hätte. Ich sehe schon eine Klagewelle.
Dann muss das der Händler noch vom Hersteller eintreiben, den es im Zweifel gar nicht mehr gibt. Kaum ein Händler würde da noch das Risiko eingehen, Produkte kleinerer Unternehmen zu verkaufen.
Der Hersteller hat noch ein viel größeres Problem, weil über die 10 Jahre ziemlich wahrscheinlich irgendein Komponentenhersteller verschwindet.
Der einzige Weg für einen so langen Updatezeitraum wäre wenn die gesamte Software des Gerätes Open source wäre.
Aber weder Deutschland, noch die EU haben den Einfluss so etwas durchzudrücken. -
Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: robinx999 17.02.22 - 08:07
ronda-melmag schrieb:
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> alternativ:
> wenn Software nicht mehr unterstützt wird zwang zur Offenlegung
> (Quellcode)...
>
Klappt bei vielen Geräten ja jetzt auch nicht. Da gibt es kein Android Custom Builds.
OpenWRT unterstützt auch Geräte mit 4MB Flash nicht mehr.
Wenn ich mir jetzt ein 10 Jahre Altes Smartphone mit dem damals üblichen Arbeitsspeicher / Flashspeicher anschaue so lässt sich das nur noch sehr eingeschränkt nutzen bei aktueller Software -
Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: chefin 17.02.22 - 09:13
oldmcdonald schrieb:
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> Die Nutzer sind wohl wahrscheinlich deswegen so selten geworden, weil a)
> die Geräte nicht so lange halten und b) es kein einziges Smartphone auf dem
> Markt gibt, dass 10 Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt wird.
>
> Es ist auch wieder mal eine typisch europäische Sicht, wenn man meint:
> Bloß, weil ICH das nicht mehr benutzen will(, wegen Status, wegen
> Funktionsumfang neuerer Geräte, wegen abgeranztem Aussehen), heißt das ja
> nicht, was die Geräte für andere Menschen nicht doch noch brauchbar wären.
>
> Aber egal, lass mal hören, welche Gedanken Du Dir zur Ressourcenschonung
> gemacht hast.
Ich hatte ein Note4 und das war keine 10 Jahre alt, Modell 2015 oder 2016, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Entwicklungsjahr 2014. Seit 2020 hoffnungslos zu langsam. Ganz ehrlich das letzte Jahr war eine Qual. Nur die CWA aufmachen um den Impfnachweis zu zeigen dauerte 10-15sec. Solange haben die hinter dir genervt gewartet(ich wäre auch genervt gewesen an deren Stelle).
Das mag ja alles noch funktionieren, aber ein Käfer funktioniert auch noch, trotzdem will keiner mit einer Luftheizung und 34PS im Schuhkarton fahren. Von Klimaanlage im Sommer mal garnicht zu reden, dazu wäre ein zweiter Motor nötig.
Nein, 10 Jahre alte Handys kann man nicht mehr als Funktionstüchtig bezeichnen. Und wer damit noch klar kommt, benutzt sowieso nichts, das Sicherheistprobleme verursachen könnte. Weder wäre Homebanking damit möglich noch würde man damit Onlineshoppen können. Den schon das Öffnen zb von Amazonwebseite dauert dann 10-15 sekunden. Jedes Klicken dauert weitere 5sec im Schnitt. usw. Also nein,definitiv nein, es funktioniert nicht mehr und die fehlenden Sicherheitsupdates spielen auch keine Rolle dann. Man kann es ja weiter nutzen, es schaltet sich ja nicht ab. -
Kleiner, aber feiner Unterschied zu früher:
Autor: Impergator 17.02.22 - 11:48
Vor 10 Jahren sind Halbleiterchips noch pro mm^2, inzwischen nur noch pro Transistor günstiger geworden. Das hat aber ein Ende. Zukünftige Fertigungsprozesse sind sogar pro Transistor teurer als vorher. D.h. Rechenleistung und Features gibt es ab jetzt nur noch mit immer größer werdenden Aufpreisen. Es würde mich schon sehr wundern, wenn die Nutzungsdauer von Neugeräten nicht ansteigen würde, ganz zu schweigen von der Sinnhaftigkeit längerer Nutzung.
Und wenn erst mal 10 Jahre das gesetzliche Minimum sind, werden Geräte und Software sich daran anpassen. Klar ist das dann nicht mehr wie in den letzten 10 Jahren. -
Re: "Softwareupdates sollten zehn Jahre lang zur Verfügung gestellt werden."
Autor: sambache 18.02.22 - 01:11
Ymi_Yugy schrieb:
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> sambache schrieb:
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> > ronda-melmag schrieb:
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> > > alternativ:
> > > wenn Software nicht mehr unterstützt wird zwang zur Offenlegung
> > > (Quellcode)...
> > >
> > > Genauso bei Hardware - Hersteller will nicht mehr : Offenlegungszwang
> > > Schaltplan, explosionszeichnungen, Anleitungen Montage/Demontage
> > >
> > > Andrerseits: Wer will die Kosten denn bezahlen für eine Reparatur
> > > 2 Std a 60Euro oder neu für 120 :-)
> > >
> > > PS bei Billiganbieter gibt es in der Regel gar keine Updates..
> >
> > Das ist einfach :
> > Wenn die Softwareupdates früher aufhören, ist der Kaufvertrag verletzt
> und
> > wird gewandelt und man bekommt das Geld zurück.
> >
> > Das Geld treibt dann ganz die Interaktion zwischen, Verkäufer, OS
> > Hersteller, Gerätehersteller voran ;-)
>
> Nichts ist daran einfach.
> Zunächst muss definiert werden, wann der Support als eingestellt gilt.
Die Fehler müssen natürlich eröffentlicht werden.
Der, der einen Fehler findet, muß das halt ordentlich melden.
Wenn kein Fix kommt, dann wurde der Support wohl eingestellt.
Das gibt es ja bei kommerzieller Software seit Jahren.
Nur hatte man bisher nicht generelll Anspruch auf 10 Jahre,
sondern nur auf den supporteten Zeitraum.
Aber es gibt durchaus LTS Software mit 10 Jahren Support.
> Dann wird man auch nicht den gesamten Betrag zurückerhalten, sondern den
> fiktiven Restwert, falls das Gerät nich Updates bekommen hätte. Ich sehe
> schon eine Klagewelle.
Nein, wenn der Kaufvertrag gewandelt wird, bekommst du das gesamte Geld zurück,
so als hättest du es nie gekauft.
> Dann muss das der Händler noch vom Hersteller eintreiben, den es im Zweifel
> gar nicht mehr gibt. Kaum ein Händler würde da noch das Risiko eingehen,
> Produkte kleinerer Unternehmen zu verkaufen.
Tun sie schon heute nicht.
Zeig mir mal bei einem Händler Produkte kleiner Softwarehersteller.
> Der Hersteller hat noch ein viel größeres Problem, weil über die 10 Jahre
> ziemlich wahrscheinlich irgendein Komponentenhersteller verschwindet.
Das wird alles schon seit zig Jahren gemacht.
Nur bei Software für Endkunden kennt man das noch nicht.
> Der einzige Weg für einen so langen Updatezeitraum wäre wenn die gesamte
> Software des Gerätes Open source wäre.
> Aber weder Deutschland, noch die EU haben den Einfluss so etwas
> durchzudrücken.
217 mal bearbeitet, zuletzt am 27.10.2022 13:44 durch sambache.



