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So langsam bekommt die Sache einen Beigeschmack

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  1. So langsam bekommt die Sache einen Beigeschmack

    Autor: Tigerf 03.05.12 - 17:42

    Gutti war ein dreister Fall, das ist schon klar, aber gibt es Plagiate tatsächlich praktisch nur in den Regierungsfraktionen?

    Ich mag Schavan auch nicht, aber das hat langsam ein Geschmäckle und wird etwas unglaubwürdig.

  2. Re: So langsam bekommt die Sache einen Beigeschmack

    Autor: Verleihnix 03.05.12 - 17:56

    Wieso Beigeschmack?

    Bei Vroniplag wurden auch genug Arbeiten von SPD-Abgeordneten analysiert. Zudem rekrutiert sich die aktuelle Opposition klassischerweise aus Schichten der Arbeiterklasse (oder halt Lehrer, usw), so dass typischerweise eine wesentlich geringere Akademiker-Dichte - und somit potentielle Plagigatoren - zu finden ist.

    Wenn man möchte, kann man von den reinen Zahlen her natürlich in den Aufschrei der gehetzten CDU/FDP-Abgeordneten einstimmen.

    Und sollte dir der Beigeschmack zu stark werden, steht es dir jederzeit frei, eine entsprechende Dissertation selbst zu überprüfen. Mindestens ein Pflichtexemplar steht in der entsprechenden UB jederzeit zur Verfügung. ;)

    /edit: btw: du kannst sicher sein, dass bereits Horden von rachelüsternen JU'lern und Juli'lern in den entsprechenden Werken gesucht haben, um ihre gefallenen Idole wieder ins rechte Licht zu rücken ("die haben aber auch kopiert").



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.05.12 17:59 durch Verleihnix.

  3. Re: So langsam bekommt die Sache einen Beigeschmack

    Autor: mag 03.05.12 - 17:59

    Welches Geschmäckle hat es denn? Und warum?

    Kommt es dir so vor, auf würde wer absichtlich auf unseren Politikern herumhacken? Systematisch nach irgendwelchen dunklen Flecken auf deren weißer Weste suchen? In dem Fall hast du vermutlich voll und ganz recht.

    Nicht nur die systematische Plagiatssuche zeigt es, auch das neue Volkshobby Bundespräsidentenbashing ist ein Zeichen dafür: Im Moment entwickelt sich anscheinend ein Trend, Politikern sehr genau auf die Finger zu schauen und sie mit Verfehlungen der Vergangenheit in aller Härte zu konfrontieren.

    Dabei kommen Dinge zu Tage, die auch von zig anderen Personen in diesem Land getan wurden oder werden, ohne dass sie diesen zum Verhängnis werden. Es werden also an Politiker höhere moralische Maßstäbe gelegt als an den Normalbürger. Ob das fair ist oder nicht, darüber kann man diskuttieren, ein "Geschmäckle" kann ich aber nicht erkennen.

  4. Re: So langsam bekommt die Sache einen Beigeschmack

    Autor: nightfire2xs 03.05.12 - 18:59

    Tigerf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich mag Schavan auch nicht, aber das hat langsam ein Geschmäckle und wird
    > etwas unglaubwürdig.

    Na? Hast Schiss, das' dich auch derwischn oder was?

  5. Wenn ich mich an meine Studienzeit zurückerinnere...

    Autor: FaLLoC 03.05.12 - 19:41

    Da gab's im Grundstudium auch themenbezogene Kurzarbeiten zu den Technik-Praktika. Da hatte ich in allen Arbeiten überhaupt garkein Litheraturverzeichnis angegeben, obwohl man sich natürlich die technischen Grundlagen aus Büchern angelesen hat. In einem Fall hatte ich 19 von 20 Punkten, wobei mir der eine Punkt wegen des (vollständig) fehlenden Literaturverzeichnisses abgezogen wurde. War wohl damals nicht so wichtig.

    Ein Glück dass das Zeug nicht archiviert wurde. Heute könnte man damit vermutlich meine Karriere damit beenden.

    Und ob ich in meiner Facharbeit auch wirklich jedes Zitat richtig angegeben habe? Bemüht hatte ich mich ja, aber die Hand würde ich trotzdem nicht dafür ins Feuer legen. Das könnte ich noch nichteinmal bei meiner Diplomarbeit, obwohl mir spätestens da wissenschaftliches Arbeiten geläufig sein sollte.

    Vieleicht ist ja meine Forderung, die Kirche hier im Dorf zu lassen, unterbewusster Selbstschutz, kann auch sein.

    --
    FaLLoC

  6. Re: So langsam bekommt die Sache einen Beigeschmack

    Autor: Testdada 03.05.12 - 19:47

    >Dabei kommen Dinge zu Tage, die auch von zig anderen Personen in diesem Land
    >getan wurden oder werden, ohne dass sie diesen zum Verhängnis werden. Es
    >werden also an Politiker höhere moralische Maßstäbe gelegt als an den Normalbürger.

    Nein, es werden nicht höhere Massstäbe verlangt, diese werden nur genauer kontrolliert. Es wird meist falsch interpretiert, denn es geht dabei nicht darum, dass die Politiker weniger gebildet sind als sie es wegen dem Doktortitel scheinen. Vielmehr geht es um den Akt des Lügen uns Betrügens. Denn was ist das höchste Gut eines Politikers? Ehrlichkeit.

    Es ist naheliegend, dass Plagiatoren auch im späteren Leben gerne mal eigene Schwächen unter den Tisch kehren (bestes Beispiel: "ich habe nicht bewusst und mit Vorsatz getäuscht!") .

    Die Verantwortung der Steuergelder sollen nur die integersten Personen erhalten, wer lügt und betrügt hat da nichts zu suchen.

  7. Re: Wenn ich mich an meine Studienzeit zurückerinnere...

    Autor: theonlyone 03.05.12 - 19:56

    FaLLoC schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da gab's im Grundstudium auch themenbezogene Kurzarbeiten zu den
    > Technik-Praktika. Da hatte ich in allen Arbeiten überhaupt garkein
    > Litheraturverzeichnis angegeben, obwohl man sich natürlich die technischen
    > Grundlagen aus Büchern angelesen hat. In einem Fall hatte ich 19 von 20
    > Punkten, wobei mir der eine Punkt wegen des (vollständig) fehlenden
    > Literaturverzeichnisses abgezogen wurde. War wohl damals nicht so wichtig.
    >
    > Ein Glück dass das Zeug nicht archiviert wurde. Heute könnte man damit
    > vermutlich meine Karriere damit beenden.
    >
    > Und ob ich in meiner Facharbeit auch wirklich jedes Zitat richtig angegeben
    > habe? Bemüht hatte ich mich ja, aber die Hand würde ich trotzdem nicht
    > dafür ins Feuer legen. Das könnte ich noch nichteinmal bei meiner
    > Diplomarbeit, obwohl mir spätestens da wissenschaftliches Arbeiten geläufig
    > sein sollte.
    >
    > Vieleicht ist ja meine Forderung, die Kirche hier im Dorf zu lassen,
    > unterbewusster Selbstschutz, kann auch sein.

    Irgendwo sollte man ja auch einen "Betreuer" haben für solche Arbeiten, dem man eben immer mal seine momentane Situation schickt.

    Fehlt dann etwas komplett offensichtliches, sollte der/die das bitte auch sagen.

    Während so einem Studium kommen doch ein paar schriftliche Ausarbeitungen dran, in denen man dann doch bitte lernen soll wie man Zitiert und was man ausschreibt und wie dokumentiert.

    Wenn das nicht so gemacht wurde hast du, genauso wie deine Universität ziemlich geschlampt ; den irgendwo soll man das ganze auch "wissenschaftlich" halten und nicht nur irgend einen Text abgeben, woher auch immer der stammt.


    Ich sehe es vor allem so kritisch GERADE bei Politikern, weil die Diskussion über Urheberrecht in Deutschland hoch brisant ist.


    Ich bin ohnehin dafür das JEDE Doktorarbeit nicht nur von 2 Lesern kontrolliert wird, sondern eben auch gezielt auf Plagiate untersucht werden sollte.
    Entsprechende Tools zum einfachen finden von kopierten Texten/Bildern und suchen nach Zitaten ist bereits vorhanden.

    Den ganz ehrlich, für jeden der seine Doktorarbeit mit Herzblut, Schweis und viel EIGENER Initiative und Wissen erstellt ist es einfach ein Schlag ins Gesicht wenn andere eine "besondere Leistung" erhalten die einfach nur zusammen geklaut ist.

  8. Re: So langsam bekommt die Sache einen Beigeschmack

    Autor: wth 04.05.12 - 13:16

    nightfire2xs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na? Hast Schiss, das' dich auch derwischn oder was?

    "derwischen" im Sinne von "zum Sufismus bekehren" oder wie ist das gemeint? o.O

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