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eine geisteswissenschaftlerin als leiterin des ministeriums für bildung und forschung
Autor: Xstream 03.05.12 - 00:54
studiert hat sie erziehungswissenschaft, philosophie und katholische theologie und sagt dann so sachen wie "deutschland will die kernfusion aber nicht um jeden preis" bei einem projekt was das bedeutenste wissenschaftsprojekt der bisheringen menschheitsgeschichte sein könnte (auch wenn es fehlschlägt) und das potential hat alle energieprobleme und damit in zukunft verbundenen streitereien zu lösen und das gemessen daran und an den beteiligten ländern und der zeitspanne eigentlich ziemlich günstig ist. sry aber seit dem ist mir die gute frau etwas suspekt.
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Re: eine geisteswissenschaftlerin als leiterin des ministeriums für bildung und forschung
Autor: dossi 03.05.12 - 16:54
Bei einer Person, die ohne Orthographie und Sachverstand ein Thema angeht und Kritik äußert ohne spezifisch genug zu sein und einen Wesentlichen Beitrag zu leisten, ist jede Äußerung als _suspekt_ einzustufen.
Wenn eine Meso-Katalyse ohne thermonukleare Anregung möglich ist, entstehen erheblich mehr radioaktive Sekundärabfälle in Form der Ummantelung etc. - zudem ist die einzige _wirkliche_ Option _EFFIZIENZ_ und _AUGENMAß_ im Verbrauch sowie wirksamer und nachhaltiger integrativer Bau-, Konstruktions- und Recyclingverfahren.
Von ebenso möglichen Störfällen mal ganz zu schweigen, solange die "Ingenieure" keinen Schimmer davon haben wie man es _wirklich_ sicher machen kann wenn "einfache" Nuklearenergie zum Einsatz kommt ... ich traue denen nicht zu ein sicheres geregeltes System zu bauen - und als "Testbed" ist mir mein Lebensumfeld zu wertvoll.
Nur niederste Lebensformen (Bakterien, etc.) vergiften sich in Ihrem Lebensumfeld selber ... moment, stimmt nicht ganz ... die _haben_ effiziente Entsorgungsverfahren, Recycling, usw. ... wenn nicht selber, dann mittels Subunternehmer (Symbionten) ...
Fazit: _Ich_ stimme zu, es geht nicht um jeden Preis. - Egal was das Studium war.
Regards,
/dossi -
Re: eine geisteswissenschaftlerin als leiterin des ministeriums für bildung und forschung
Autor: Xstream 03.05.12 - 17:29
dossi schrieb:
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> Wenn eine Meso-Katalyse ohne thermonukleare Anregung möglich ist, entstehen
> erheblich mehr radioaktive Sekundärabfälle in Form der Ummantelung etc.
mehr im vergleich zu was?
> zudem ist die einzige _wirkliche_ Option _EFFIZIENZ_ und _AUGENMAß_ im
> Verbrauch sowie wirksamer und nachhaltiger integrativer Bau-,
> Konstruktions- und Recyclingverfahren.
wir können sicher versuchen daran zu arbeiten nur wird das lediglich das wachstum des verbrauchs senken nicht den verbrauch selbst
> Von ebenso möglichen Störfällen mal ganz zu schweigen
wie soll der aussehen? die gesamtmasse des plasmas soll etwa 0,5g betragen, das kühlt bei jeder art der störung sofort aus
>, solange die
> "Ingenieure" keinen Schimmer davon haben wie man es _wirklich_ sicher
> machen kann wenn "einfache" Nuklearenergie zum Einsatz kommt ...
das ist aus meiner sicht weniger ein problem der ingenieure als ein problem der wirtschaftlichkeit -
Re: eine geisteswissenschaftlerin als leiterin des ministeriums für bildung und forschung
Autor: lalelu 03.05.12 - 18:11
ja, ihre mangelhafte begeisterung für die kernfusion finde ich auch befremdlich.
ABER ihre studienrichtungen sagen genau gar nichts über ihre kompetenzen als bildungsministerin aus. -
Re: eine geisteswissenschaftlerin als leiterin des ministeriums für bildung und forschung
Autor: dossi 03.05.12 - 20:00
>> mehr im vergleich zu was?
Herkömmlicher Nukleartechnik ... sollte aber eigentlich implizit ersichtlich sein, meine ich, nachdem zumindest ich keine anderen, gebräuchlichen Energieerzeugungsverfahren mit Entstehung radioaktiver Sekundärabfälle kenne.
Kohlekraft setzt zwar auch (u.a.) radioaktives Material frei, aber das primär im Rauch und in der Asche, d.h. Primärabfall.
>> wie soll der aussehen? die gesamtmasse des plasmas soll etwa 0,5g betragen, das kühlt bei jeder art der störung sofort aus
Wie wird die Energie abgezogen ? - Wesentliche Frage ... noch keine Antwort.
Bisher ist nicht bekannt, wie die "Krönung" der Energiegewinnung auch _genutzt_ werden kann. Vermute mal, dass hier erstmal Kühlmittel erforderlich werden, schlussendlich wird das wohl Wasser sein, was schon mal eine erhebliche Gefahrenquelle darstellt, da hier irgendwie auch radioaktive Umgebung vorherrscht und Kontamination daher beim Austritt möglich ist (wahrscheinlich ist).
Was sollte man aber von nuklearen Wasserkochern auch anders erwarten ?
Abgestrahlte Fusionsenergien dürften ziemlich deutlich im Bereich der Röntgenstrahlung oder höher liegen. Wie kann man dies nutzbar gestalten ? Wie schützt man den Hüllkörper for der erheblichen Belastung durch eingestrahlte Energie und wie verhindert man, dass dabei (z.B. bei 2H+2H = 3H + 1N + 3,3 MeV) durch das abgestrahlte Neutron der Mantel radioaktiv wird ?
Das Argument, dass das Plasma "sofort" auskühlt ist schön, aber das Kühlmittel und die Reaktorkammer tun das nicht. Die Sekundäraggregate sind schließlich auch noch zu berücksichtigen. Das Plasma dürfte - vermute ich mal - allen Hypothesen zum Trotz Radioaktiv sein, wie stark ... keine Ahnung ... tritt das aus haben wir also einen prinzipiell einen Störfall. Ob das langfristig Schaden anrichtet glaube ich erstmal nicht, weil wir idealerweise Tritium oder Helium erzeugt haben, da sind mir Stahl/Titan/Blei oder was auch immer als Mantelung verwendet werden soll schon eher ungeheuer.
Abschließend ist immer noch das Hauptproblem aus ENDOtherm ein EXOtherm zu machen.
>> das ist aus meiner sicht weniger ein problem der ingenieure als ein problem der wirtschaftlichkeit
Schön, dass wir uns da zumindest Meinungsmäßig angenähert haben.
Ich widerspreche dennoch, da ich nicht umsonst meinte es sei primär ein Problem der Ingenieure. Wenn man die Anlage nämlich baut, dann muß man einem Ingenieur die Ethische Reife (tm) abverlangen dürfen, für einen Sicheren Betrieb (tm) zu Felde zu ziehen ... nicht nur auf dem Papier. Aus Oppenheimer und Einstein und ... *mir fehlen die Worte* sollte man doch schließlich etwas lernen können, oder ? Und das Argument "man muss von etwas leben können" ist nicht nur finanziell zu bewerten.
Im Übrigen, widersprechen sich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit eigentlich nicht ... im Gegenteil ... was man natürlich _heutzutage_ zu sehen bekommt, rührt mich zu Tränen ... und daher ist mir im Gesamten die Zukunft der Menschheit auch komplett egal (und ja, ich habe Kinder ... ob die Überleben oder nicht, liegt aber nicht in meinem Einfluss, nicht mal im Ansatz, kein bischen ... nicht die Spur).
Meines Wissens nach, gibt es keine Nuklear-Reaktoren, die durch (übliche) Versicherungen (wirksam) abgedeckt sind (lasse mich hierbei gerne belehren) ... die Haftung der (gewinnerzielenden) Betreiber muß somit über kurz oder lang auf Staat/Bevölkerung abgewälzt werden ... das kann's nicht sein, oder ?
Das Fazit ist hierbei relativ einfach: Es geht _so_wie_es_jetzt_gemacht_wird_ nicht wirtschaftlich, weder von Betreiber, noch Nutzerseite aus. Weder kurz- noch langfristig. Und ebensowenig geht das nachhaltig.
Meso-katalyse mit der derzeitigen Technologie und v.a. des derzeitigen Wissenstandes ist m.E. nicht wirksam erforschbar. Die eingesetzten Energiemengen werden sinnlos verblasen (und wurden herkömmlich erzeugt) ... der komplette Ansatz ist schlicht falsch. Davon abgeshen, dass ich diesem (menschlichen) Gesocks derartig wirksame (gefährliche) Energiequellen schlicht nicht gäbe, solange die zugehörige ethische Reife der "Entscheider" fehlt ... sollten wir alle besser und einfacher aussterben und anderen Spezies eine (möglicherweise) bessere Chance gönnen, bevor wir diese Murmel vollständig vernichtet haben.
/dossi
P.S.: Ich bin nicht zynisch, nur desillusioniert ... sieht genauso aus, isses aber nicht.
Ceterum censeo: Bestehendes optimal nutzen ist _erstmal_ vieeeel klüger ... da beginnt der Weg nämlich dort wo es am meisten schmerzt ... _ganz_ am Anfang der Prozessstrukturen. -
Re: eine geisteswissenschaftlerin als leiterin des ministeriums für bildung und forschung
Autor: Xstream 03.05.12 - 21:45
dossi schrieb:
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> Herkömmlicher Nukleartechnik ...
das habe ich vermutet, mir ist nur nicht klar woher diese annahme kommt. ja die reaktorummantelung wird durch den betrieb "verstrahlt", zum einen ist das aber im vergleich zu den brennelementen eines fissionsreaktors eher weniger material und zum anderen wird das material nur schwach radioaktiv, muss also nicht für ewigkeiten gelagert werden
> Wie wird die Energie abgezogen ? - Wesentliche Frage ... noch keine
> Antwort.
wie in jedem herkömmlichen kraftwerk auch, das ding produziert unmengen an hitze, diese hitze bringt wasser zum kochen, der dampf treibt turbinen an
> Bisher ist nicht bekannt, wie die "Krönung" der Energiegewinnung auch
> _genutzt_ werden kann.
das ist korrekt aber die technologie die für den bau eines solchen kraftwerks entwickelt werden muss ist ja damit nicht nutzlos geworden. auch wenn das projekt im endeffekt scheitert ist es ein riesiger anschub für technologieentwicklung und innovation.
> Vermute mal, dass hier erstmal Kühlmittel
> erforderlich werden, schlussendlich wird das wohl Wasser sein, was schon
> mal eine erhebliche Gefahrenquelle darstellt, da hier irgendwie auch
> radioaktive Umgebung vorherrscht und Kontamination daher beim Austritt
> möglich ist (wahrscheinlich ist).
wasser an sich wird nicht radioaktiv
> Abgestrahlte Fusionsenergien dürften ziemlich deutlich im Bereich der
> Röntgenstrahlung oder höher liegen.
der weitaus größte anteil der freiwerdenden energie tritt in form der kinetischen energie der abgestrahlten neutronen auf, diese werden durch die reaktorwände abgebremst und dabei wird die energie als wärme frei
> Wie schützt man den Hüllkörper for der erheblichen Belastung durch
> eingestrahlte Energie und wie verhindert man, dass dabei (z.B. bei 2H+2H =
> 3H + 1N + 3,3 MeV) durch das abgestrahlte Neutron der Mantel radioaktiv
> wird ?
beides verhindert man gar nicht, eben dadurch funktioniert das ganze ja. und ja dadurch wird der mantel radioaktiv, genau das ist der abfall von dem wir oben gesprochen haben.
> Das Plasma dürfte - vermute ich
> mal - allen Hypothesen zum Trotz Radioaktiv sein, wie stark ... keine
> Ahnung ... tritt das aus haben wir also einen prinzipiell einen Störfall.
das plasma dürfte zu etwa der hälfte also ca. 0,25g aus radioaktivem tritium bestehen allerdings ist tritium nicht extrem gefährlich unter anderem weil es wegen seiner extrem geringen dichte sofort nach oben und letztendlich die atmosphäre verlässt. der austritt des plasmas wäre somit zwar per definiton ein störfall aber ich glaube nicht das er irgendwelche auswirkungen auf menschen oder umwelt haben würde.
> Im Übrigen, widersprechen sich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit eigentlich
> nicht ... im Gegenteil ...
langfristig ist das sicher richtig
> Die eingesetzten
> Energiemengen werden sinnlos verblasen (und wurden herkömmlich erzeugt) ...
im vergleich zum globalen energieverbrauch vernachlässigbar
> der komplette Ansatz ist schlicht falsch. Davon abgeshen, dass ich diesem
> (menschlichen) Gesocks derartig wirksame (gefährliche) Energiequellen
> schlicht nicht gäbe, solange die zugehörige ethische Reife der
> "Entscheider" fehlt ...
das einzige was an kernfusion gefährlich ist ist der einsatz in waffen und den haben wir schon lange. was den rest angeht so würde die kernfusion die "wirksamkeit" wohl deutlich steigern während die gefahr gegen null fallen würde, was kann man daran nicht mögen?
> Ceterum censeo: Bestehendes optimal nutzen ist _erstmal_ vieeeel klüger ...
> da beginnt der Weg nämlich dort wo es am meisten schmerzt ... _ganz_ am
> Anfang der Prozessstrukturen.
es ist aber eben auch viel begrenzter, in zukunft werden wir auf jeden fall in neue dimensionen des exergieverbrauchs vorstoßen um neue technologien nutzen zu können -
Re: eine geisteswissenschaftlerin als leiterin des ministeriums für bildung und forschung
Autor: dossi 03.05.12 - 23:28
+1
Ich ziehe den Hut. Respekt, derartig gute Darstellung begegnet mir selten.
Ich bin dennoch nur teilweise d'accord, da diese Einlassungen immer noch unvollständig und eher optimistisch sind.
Insbesondere fehlt mir die Berüchsichtigung des HS-Faktor (Homo sapiens, wobei ich mehr ein Anhänger der apis homo Einordnung bin.).
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Im Übrigen halte ich insgesamt diese Abwertend gehaltene Einordnung der Geisteswissenschaft gegenüber der "echten" Naturwissenschaften für bedenklich. Das Studium ist insgesamt nur der Passierschein zum Akademiker-Ball. Dass Werkzeuge dazugelernt werden ist erfahrungsgemäß eher bei Geisteswissenschaftlern zu beobachten, nicht so sehr bei Naturwissenschaftlern (leider). Viele Synthesewissenschaften beinhalten sogar erheblich mehr Naturwissenschaft (MPI) als Standard-Naturwissenschaften ... sind aber MIT Philosophie und Ethik... Also Magister vs. Diplom.
Ich persönlich verfechte immer noch wieder ein Studium Generale einzuführen ... dies würde sehr viel mehr echte Bildung, denn Fachwissen des Fachstudiums bewirken.
/dossi



