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"Höhere Attraktivität der schulischen Angebote"

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  1. "Höhere Attraktivität der schulischen Angebote"

    Autor: Mingfu 15.05.12 - 17:18

    Neben der Tatsache, dass man ja durchaus zum vorgestellten elektronischen Klassenbuch eine kritische Meinung haben kann, scheint mir dieser Vorschlag aber von jemandem zu kommen, dem offenbar auch das schulische Angebot zu seinen Schulzeiten zu unattraktiv war. Anders ist das schwer erklärbar.

    Sicher kann Schule attraktiv sein und Spaß machen. Dass sie es aber jederzeit und für jeden mit "Blaumachen" aufnehmen kann, ist einfach unrealistisch - vor allem, wenn noch irgendwas erreicht werden soll. Als Gegenvorschlag taugt das also so nicht. Da würde ich mir von den Piraten durchaus mal mehr wünschen als so halbgar in den Raum geworfene Sachen. Denn einen politischen Blödsinn durch einen anderen politischen Blödsinn zu ersetzen, ist auch keine bessere Lösung.

  2. Re: "Höhere Attraktivität der schulischen Angebote"

    Autor: bstea 15.05.12 - 17:31

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Neben der Tatsache, dass man ja durchaus zum vorgestellten elektronischen
    > Klassenbuch eine kritische Meinung haben kann, scheint mir dieser Vorschlag
    > aber von jemandem zu kommen, dem offenbar auch das schulische Angebot zu
    > seinen Schulzeiten zu unattraktiv war. Anders ist das schwer erklärbar.
    >
    Wieso? Hast du diesbezüglich irgendwelche Hintergrundfakten?
    > Sicher kann Schule attraktiv sein und Spaß machen. Dass sie es aber
    > jederzeit und für jeden mit "Blaumachen" aufnehmen kann, ist einfach
    > unrealistisch - vor allem, wenn noch irgendwas erreicht werden soll. Als
    > Gegenvorschlag taugt das also so nicht. Da würde ich mir von den Piraten
    > durchaus mal mehr wünschen als so halbgar in den Raum geworfene Sachen.
    > Denn einen politischen Blödsinn durch einen anderen politischen Blödsinn zu
    > ersetzen, ist auch keine bessere Lösung.
    Hast du dir das Video mal angeschaut? Die Absage von Delius ist schon ziemlich merkwürdig. Zum einem ignoriert er die vielen Vorteile bei Verwaltung, Lehrern und Schülern. Zum anderem stellt er popul. Sachen in den Raum, die offensichtlich so nicht wahr sind. Ein echter Vollblutpolitiker mit steiler Lernkurve.

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

  3. Re: "Höhere Attraktivität der schulischen Angebote"

    Autor: tpunkterror 16.05.12 - 07:39

    An meiner Schule beispielsweise gab es nahezu keine AG's. Die hätte ich mir gewünscht. An einigen Schulen gibt es wohl Musik-, Schlüssel-, Sport-, Schach-, Tanz-, Debattier-, Technik-, Informatik-, usw. usf.. AG's. Teilweise alles gleichzeitig.

    Ich denke, dass ein vermehrtes Angebot an solchen Dingen die Schullust fördern könnte, weil man in solchen AG's vielleicht auch besser erkennt, wofür gewisse Dinge in der Schule gelehrt werden.

  4. Re: "Höhere Attraktivität der schulischen Angebote"

    Autor: Mingfu 16.05.12 - 08:14

    AGs sind toll und wichtig. Da sollte tatsächlich viel mehr Augenmerk darauf gerichtet werden. Nicht selten ist es so, dass einige Lehrer das nur aus Idealismus machen ohne irgendeine andere Form der Anerkennung dafür zu erhalten (das hat zwar auch Vorteile, weil sie durch die idealistische Herangehensweise meist wirklich begeistern und Interesse wecken können, ist aber insgesamt gesehen trotzdem traurig).

    Aber ich fürchte fast, dass das beim konkreten Problem hier wenig hilft. AGs fördern vor allem die, die schon gut sind, die sich selbst interessieren (das ist gut, das ist wichtig - keine Frage). Aber gerade leistungsschwache Schüler, die schon zum regulären Unterricht kaum erscheinen, wirst du damit kaum einfangen können. Dort fehlt es oft an grundlegenden Dingen wie Disziplin, Sprachkenntnissen und anderen Schlüsselqualifikationen. Das kannst du auch mit einer AG nicht beheben.

    Wir reden bei dem Problem ja nicht von der Idylle irgendwelcher Vorstadtgymnasien, bei denen einer mal für eine Stunde keine Lust hat. Es geht doch hier vor allem um den Teil, der im Bildungssystem ohnehin längst abgehängt ist und in dem schon an an einen normalen Unterricht kaum noch zu denken ist: also vor allem Hauptschulen in bestimmten Großstadtgebieten. Das scheitert dort aber nicht an der Attraktivität der Angebote der Schule - soweit kommt man gar nicht - es scheitert an der riesigen Konzentration von Schülern mit ganz eigenen Problemen, die jede Art von Angebot letztlich überlagern. Es fehlt also an grundlegenden Unterrichtsvoraussetzungen - die kann man aber auch mit ein paar AGs nicht übertünchen.

  5. Re: "Höhere Attraktivität der schulischen Angebote"

    Autor: Captain 16.05.12 - 09:12

    wie wäre es z.B. mit mehr Lehrern und Klassengrössen von max. 20 Leuten und nicht 30, wie jetzt teilweise...

    Bildung wird in diesem Land kaputtgespart...

  6. Re: "Höhere Attraktivität der schulischen Angebote"

    Autor: Mingfu 16.05.12 - 11:55

    Captain schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wie wäre es z.B. mit mehr Lehrern und Klassengrössen von max. 20 Leuten und
    > nicht 30, wie jetzt teilweise...
    >
    > Bildung wird in diesem Land kaputtgespart...

    Ja, wobei auch mehr Geld und kleinere Klassen allein gewisse Probleme nicht lösen werden. Nach mehr Geld und kleinen Klassen zu rufen ist einfach - aber es wäre Augenwischerei, wenn man allein dadurch glaubt, die Bildungsprobleme an den prekären Brennpunkten zu lösen.

    Man schaue sich beispielsweise einmal die Richtlinien zur Klassenbildung in den verschiedenen Bundesländern an:

    > http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Statistik/Klassenbildung_2011.pdf

    Bayern geht dort mit bis zu 33 Schülern pro Klasse heran, Berlin oder Bremen haben für Gesamt- oder Hauptschulen deutlich niedrigere Werte mit orientierungsweise 24-25 Schülern. Trotzdem gilt Bayern nicht als Brennpunkt.

    Die Eltern und das soziale Umfeld der Schule sind das deutlich entscheidendere Kriterium. Was dort versäumt wird bzw. was dort für Probleme existieren, das kannst du auch mit Geld für die Schule nicht zuschütten. In einem solchen Umfeld sind selbst 10 - 15 Schüler pro Klasse für einen Lehrer nicht handhabbar.

    Hier müssten erstmal ganz andere Probleme angegangen werden, damit eine solche Brennpunktbildung vermieden wird. Das ist zum einen ein stadtplanerisches Problem - solche "Ghettos" gilt es zu vermeiden, die dortigen Schulen stehen immer vor riesigen Problemen - zum anderen ein schulorganisatorisches Problem. Denn was passiert denn bei solchen "Problemschulen": Die Eltern der leistungsfähigeren Kinder melden ihre Kinder dann lieber bei anderen Schulen an - zurück bleiben die leistungsschwachen Schüler, deren Eltern sich auch wenig für sie interessieren bzw. die hoffnungslos mit ihnen überfordert sind. In Schulen, wo es also ohnehin schon schlecht läuft, läuft es so noch schlechter. In einem solchen "Umfeld des Versagens" ist natürlich klar, dass Kinder nicht mehr zu motivieren sind.

    Was Berlin dort also mit SMS-Benachrichtigungen zu bekämpfen versucht, hat ganz andere Ursachen. In Kreuzberg oder im Wedding helfen keine SMS. Und auch "ein paar mehr Lehrer" werden an dem Problem leider wenig ausrichten können. Solange man auf der einen Seite "Versagersammelpunkte" und auf der anderen Seite "Elitezuchtanstalten" (überspitzt formuliert) einrichtet, damit die wohlbehüteten Sprösslinge aus Steglitz-Zehlendorf oder Kleinmachnow nicht mit den "Schmuddelkindern" aus dem Wedding oder Kreuzberg zusammen kommen, wird sich daran wenig ändern. Denn den größten Vorteil, nämlich dass sich Kinder gegenseitig motivieren, kann man so nicht nutzen. Ganz im Gegenteil: Gerade dort, wo Motivation dringend nötig wäre, demotiviert man sich gegenseitig im Kampf darum, wer das asozialste Verhalten an den Tag legt.

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