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Wozu wählen

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  1. Wozu wählen

    Autor: Anglizismus 15.05.11 - 20:29

    Wozu wählen, wenn man auch eine Meinung hat? Ich brauche keine Parteiendiktatur, ich will selbst bei jedem Gesetz mitbestimmen. Ich will nicht andere für mich entscheiden lassen. Für die Demokratie bin ich.

  2. Volksentscheid != perfekte Lösung

    Autor: Anonymer Nutzer 15.05.11 - 20:49

    Ich wäre auch gern für mehr Mitbestimmung durch das Volk, nur, ich wäre auch dafür, dass man eine Art Kontrolle einführt, die sicherstellt, dass auch nur diejenigen mitreden, die sich auch mit einem Thema beschäftigt haben und somit wissen wovon sie reden.

    Wenn wirklich jeder Hans-Wurst mitreden darf, dann kann es nur ins Extreme laufen, denn die Stimmen der Extremisten (egal ob links oder rechts, egal ob dafür oder dagegen) sind leider immer lauter als die Stimmen der vernünftigen Objektiven.

  3. Totschlagargument Todesstrafe

    Autor: Oktavian 15.05.11 - 21:03

    Ich will gleich mal das Totschlagargument aus der Tasche ziehen, die abgeschaffte Todesstrafe.

    Stellen wir uns mal folgende Situation vor: Ein Kindermörder hat 20 unschuldige kleine Jungs und Mädchen auf dem Gewissen. Vielleicht hat er noch Leichenteile gegessen, Fotos von seinen Taten verkauft, die Taten von den Augen der gefesselten Eltern begangen und bei seiner Festnahme wurde auf dem Notebook auch noch ein raubmordkopiertes Windows gefunden. Die Bild-Zeitung ist ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nachgekommen und hat akribisch gehetzt.

    Und jetzt stellt man zur Entscheidung die Wiedereinführung der Todesstraft, und zwar rückwirkend. Ich befürchte man erhält ein Ergebnis mit einer Eindeutigkeit des Publikumsjokers bei "Wer wird Millionär" bei der 100-Euro Frage.

    Jeder Mensch mag einen gewissen Intellekt haben, aber unterschätze nie die Dummheit von Menschen in großen Gruppen.

  4. Re: Totschlagargument Todesstrafe

    Autor: Anglizismus 15.05.11 - 21:16

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich will gleich mal das Totschlagargument aus der Tasche ziehen, die
    > abgeschaffte Todesstrafe.
    >
    > Stellen wir uns mal folgende Situation vor: Ein Kindermörder hat 20
    > unschuldige kleine Jungs und Mädchen auf dem Gewissen. Vielleicht hat er
    > noch Leichenteile gegessen, Fotos von seinen Taten verkauft, die Taten von
    > den Augen der gefesselten Eltern begangen und bei seiner Festnahme wurde
    > auf dem Notebook auch noch ein raubmordkopiertes Windows gefunden. Die
    > Bild-Zeitung ist ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nachgekommen und hat
    > akribisch gehetzt.
    >
    > Und jetzt stellt man zur Entscheidung die Wiedereinführung der Todesstraft,
    > und zwar rückwirkend. Ich befürchte man erhält ein Ergebnis mit einer
    > Eindeutigkeit des Publikumsjokers bei "Wer wird Millionär" bei der 100-Euro
    > Frage.
    >
    > Jeder Mensch mag einen gewissen Intellekt haben, aber unterschätze nie die
    > Dummheit von Menschen in großen Gruppen.

    Ich finde, wenn er das täte, sollte man ihm das auch antun. Das wäre gerecht.
    Aber nochmal zur Demokratie: Es geht nicht darum, dass etwas zu entscheidendes "richtig" oder "falsch" ist, sondern ob sich die Mehrheit dafür oder dagegen ausspricht. So gibt es nicht bei allen Fragen ein sachliches "richtig" oder "falsch". Die Gegner oder Befürworter nutzen das aus und stellen ihre Vorstellung als das Wahre hin.

  5. Re: Totschlagargument Todesstrafe

    Autor: Oktavian 15.05.11 - 21:36

    > Ich finde, wenn er das täte, sollte man ihm das auch antun. Das wäre
    > gerecht.

    Interessante Herangehensweise. Und wenn er einfach psychisch extremst krank war? Immer noch okay?

    Ziehen wir uns also auf das Alte Testament zurück und lassen 2000 Jahre Kultur und Aufklärung hinter uns. Klar, foltern ist erlaubt, morden, fremde Länder mit Krieg überziehen, solange wir nur die Guten sind. Zu weit hergeholt. Für all das kann ich Dir Fälle nennen, bei denen ich leicht eine Mehrheit in D bekäme.

    > Aber nochmal zur Demokratie: Es geht nicht darum, dass etwas zu
    > entscheidendes "richtig" oder "falsch" ist, sondern ob sich die Mehrheit
    > dafür oder dagegen ausspricht.

    Die Mehrheit hat also immer Recht? Wenn die Mehrheit einer Staates beschließt, dass es vollkommen okay ist, religiöse Minderheiten anzuzünden, dann ist das okay? Wirklich?

    Es geht in einer Demokratie nicht primär um Entscheidungen, sondern um den Weg dahin, um den Prozess. Argumente werden abgewogen, Vorlagen verändert, diskutiert, wieder angepasst, usw. In einem Volksentscheid kann ich jede noch so krude Vorlage zur Abstimmung stellen, und es heißt nur ja oder nein.

    Ach, noch einen. Ich würde gerne sehen, wie Du eine Mehrheit für eine dringend notwendige Steuererhöhung organisierst.

  6. Re: Totschlagargument Todesstrafe

    Autor: watcher 15.05.11 - 21:47

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [...]

    Warum so abstrakt? Du meinst also so, wie es im Falle Bin Ladens ablief?

  7. Re: Totschlagargument Todesstrafe

    Autor: Anglizismus 15.05.11 - 21:53

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich finde, wenn er das täte, sollte man ihm das auch antun. Das wäre
    > > gerecht.
    >
    > Interessante Herangehensweise. Und wenn er einfach psychisch extremst krank
    > war? Immer noch okay?
    Was willst du mit ihm machen? Den Steuerzahler seinen Unterhalt in einem deutschen Luxusknast bezahlen lassen? Wer so psychisch krank ist, den kann man nicht auf die Gesellschaft loslassen. Und andere für ihn bezahlen lassen ist falsch.

    > Die Mehrheit hat also immer Recht? Wenn die Mehrheit einer Staates
    > beschließt, dass es vollkommen okay ist, religiöse Minderheiten anzuzünden,
    > dann ist das okay? Wirklich?
    Der Begriff Demokratie sagt aus, dass alle mitentscheiden dürfen. Wenn das Beispiel, das du genannt hast, eintritt, dass die Mehrheit das will, ist das ein Schritt Richtung Mittelalter oder Steinzeit, aber die Mehrheit hat es entschieden. Aber ich glaube nicht, dass es so eine Mehrheit geben wird. Aus den Sichtweisen von anderen betrachtet, kann etwas Recht oder Unrecht sein, deshalb soll ja jeder seine Meinung kundtun.

    > Es geht in einer Demokratie nicht primär um Entscheidungen, sondern um den
    > Weg dahin, um den Prozess. Argumente werden abgewogen, Vorlagen verändert,
    > diskutiert, wieder angepasst, usw. In einem Volksentscheid kann ich jede
    > noch so krude Vorlage zur Abstimmung stellen, und es heißt nur ja oder
    > nein.
    Das macht eine aufgeklärte Gesellschaft aus. Derzeit arbeiten die Massenmedien gegen den menschlichen Verstand, schüren Unwissen und propagieren falsche Werte. Es interessiert mich nicht, dass Dieter neue Schuhe hat. Ich glaube nicht, dass es richtig ist, Portugal den Hintern zu wickeln. Ich lasse mich auch nicht gegen Schweinegrippe impfen.

    > Ach, noch einen. Ich würde gerne sehen, wie Du eine Mehrheit für eine
    > dringend notwendige Steuererhöhung organisierst.
    Vielleicht sollten die Gelder nicht aus den Erkern geworfen werden und stattdessen sinnvoll eingesetzt werden. Sind ja echt leckere Sachen im Haushaltsplan: http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_100748/DE/BMF__Startseite/Aktuelles/Monatsbericht__des__BMF/2010/07/analysen-und-berichte/b01-Bundeshaushalt-2011-und-Finanzplan-2010-bis-2014/node.html?__nnn=true



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.05.11 21:54 durch Anglizismus.

  8. Basisdemokratie

    Autor: jack-jack-jack 15.05.11 - 21:56

    und Du entscheidest dann zusammen mit den ganzen anderen, die ihre Meinung in 5 Minuten aus dem Bauch getroffen haben ?

  9. Re: Wozu wählen

    Autor: Shadow27374 15.05.11 - 23:52

    Anglizismus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wozu wählen, wenn man auch eine Meinung hat? Ich brauche keine
    > Parteiendiktatur, ich will selbst bei jedem Gesetz mitbestimmen. Ich will
    > nicht andere für mich entscheiden lassen. Für die Demokratie bin ich.


    Dann wähle die Piratenpartei und hoffe auf ein stetiges Ansteigen. Denn dann gibt es vielleicht irgendwann in der Zukunft eine echte bürgernahe direkte Demokratie mit vielen Volksentscheiden.

  10. Re: Totschlagargument Todesstrafe

    Autor: Oktavian 16.05.11 - 00:41

    > Warum so abstrakt? Du meinst also so, wie es im Falle Bin Ladens ablief?

    Hmm, schwieriger Fall. Hier ist noch nicht ganz klar, ob BL
    a) versucht hat, bei seiner geplanten Verhaftung zur Waffe zu greifen -> Notwehr
    b) als Oberhaupt einer gegnerischen Kriegspartei anzusehen ist -> Gedeckt durch Kriegsvölkerrecht
    c) Als Krimineller anzusehen ist und die Aktion mit Einverständnis und auf Wunsch der pakistanischen Regierung durchgeführt wurde -> Lokales Problem in Pakistan
    d) ohne Wissen von P erschossen wurde -> Verstoß gegen pakistanische Gesetze und das internationale Recht.

    Also noch zu unklar, um als Beispiel zu dienen. Denn auch für die USA gilt die Unschuldsvermutung.

  11. Re: Wozu wählen

    Autor: Anglizismus 16.05.11 - 13:48

    Shadow27374 schrieb:
    > Dann wähle die Piratenpartei und hoffe auf ein stetiges Ansteigen. Denn
    > dann gibt es vielleicht irgendwann in der Zukunft eine echte bürgernahe
    > direkte Demokratie mit vielen Volksentscheiden.

    Ich habe doch gesagt, dass ich mich nicht auf Parteien einlasse. Ich kann meine Meinung selbst vertreten.

  12. Re: Wozu wählen

    Autor: nero negro 17.05.11 - 16:52

    >> Interessante Herangehensweise. Und wenn er einfach psychisch extremst krank
    >> war? Immer noch okay?
    Wenn der sowas gemacht hat, ist davon auszugehen, dass er psychisch nicht ganz normal war^^

    >Was willst du mit ihm machen? Den Steuerzahler seinen Unterhalt in einem >deutschen Luxusknast bezahlen lassen? Wer so psychisch krank ist, den kann man >nicht auf die Gesellschaft loslassen. Und andere für ihn bezahlen lassen ist falsch.
    Dich die Straßen, das Internet, ... nutzen zu lassen, das andere errichtet haben ist falsch! Merkst du was?
    Diese Haltung bezeichnet man auch als Arroganz. Aber ja, ich wäre in diesem Fall auch für die Todesstraft, aber nicht weil ich ihm eins reinwürgen will, sondern weil man tot wahrscheinlich besser dran ist als lebenslang in einer geschlossenen Anstalt (gleich, welche)

    >Der Begriff Demokratie sagt aus, dass alle mitentscheiden dürfen. Wenn das Beispiel, >das du genannt hast, eintritt, dass die Mehrheit das will, ist das ein Schritt Richtung >Mittelalter oder Steinzeit, aber die Mehrheit hat es entschieden. Aber ich glaube >nicht, dass es so eine Mehrheit geben wird.
    Die Mehrheit hat auch Adolf Hitler gewählt. Nicht die absolute Mehrheit, aber die Mehrheit. Also viel Spaß mit deinem Glauben an die Mehrheit, aber der ist genauso gut fundiert, wie der Glaube an das fliegende Spaghettimonster.

    >Das macht eine aufgeklärte Gesellschaft aus. Derzeit arbeiten die Massenmedien >gegen den menschlichen Verstand, schüren Unwissen und propagieren falsche >Werte.
    Und genau das wird bei einer reinen Mehrheitsentscheidung noch weit mehr zum Problem. Weil dann wird die Masse, die nie über das Problem nachgedacht hat, einfach das ankreuzen, was die Massenmedien sagen. Oder die Leute werden befinden, dass abgehackte Hände für Diebstahl geil aussehen, und einem selbst kann ja eh nichts passieren. Schön viel Blut und nichtmal so eklig pixelig.

    ps: könnte Spuren von Sarkasmus enthalten

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