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Selbstjustiz? Ja, bitte!

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  1. Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: blu3b1rd 28.07.21 - 13:35

    Muss man Anschuldigungen prüfen? Nein, man nimmt sie einfach für bare Münze und bestraft ihn direkt mit der maximalen Härte der Cancel-Cultur.

    Grundsätze wie "unschuldig bis die Schuld bewiesen"?

    Niemals! Einfach erstmal sein Lebenswerk zerstören und dafür sorgen, dass er auch niemals nicht nie wieder irgendetwas mit seinem Leben anfangen kann.

    Für alle die es nicht wissen, in einem Rechtsstaat gibt es die Judikative, die hört sich beide Seiten an, lässt sich Beweise vorlegen und entscheidet dann ob un in welchem Maße der Beschuldigte schuldig ist und erst dann und auch nur dann wir er entsprechend bestraft.

    Es gibt kein rechtskräftiges Urteil. Es gibt lediglich Anschuldigungen. Je nach Fall schickt man Beschuldige in unbezahlten Urlaub schicken oder sie vom Dienst freistellen bis es geklärt ist, aber einfach direkt mal bestrafen? Das hat nichts, aber auch gar nichts in einem Rechtsstaat zu suchen. Das ist einfach nur 12. Jahrhundert Hexenverbrennung.

  2. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: Lapje 28.07.21 - 14:01

    Wenn Du uns jetzt noch erklärst, was das mit "Selbstjustiz" zu tun hat?

  3. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: happymeal 28.07.21 - 14:16

    blu3b1rd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muss man Anschuldigungen prüfen? Nein, man nimmt sie einfach für bare Münze
    > und bestraft ihn direkt mit der maximalen Härte der Cancel-Cultur.
    >
    > Grundsätze wie "unschuldig bis die Schuld bewiesen"?
    >
    > Niemals! Einfach erstmal sein Lebenswerk zerstören und dafür sorgen, dass
    > er auch niemals nicht nie wieder irgendetwas mit seinem Leben anfangen
    > kann.
    >
    > Für alle die es nicht wissen, in einem Rechtsstaat gibt es die Judikative,
    > die hört sich beide Seiten an, lässt sich Beweise vorlegen und entscheidet
    > dann ob un in welchem Maße der Beschuldigte schuldig ist und erst dann und
    > auch nur dann wir er entsprechend bestraft.
    >
    > Es gibt kein rechtskräftiges Urteil. Es gibt lediglich Anschuldigungen. Je
    > nach Fall schickt man Beschuldige in unbezahlten Urlaub schicken oder sie
    > vom Dienst freistellen bis es geklärt ist, aber einfach direkt mal
    > bestrafen? Das hat nichts, aber auch gar nichts in einem Rechtsstaat zu
    > suchen. Das ist einfach nur 12. Jahrhundert Hexenverbrennung.

    Wie wurde der Betroffene denn bestraft? Hab ich das irgendwie überlesen?

  4. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: W-Mann 28.07.21 - 14:33

    Bestraft in Form einer Vorverurteilung. Sowas lässt sich wenn sich später herausstellen sollte dass es doch anders abgelaufen ist nur noch schwer korrigieren, der Ruf ist dann ruiniert. Ich denke das war zumindest zu einem Teil damit gemeint, dazu kommen ja dann noch die Einnahmeausfälle von Mitgliedern die sich davon vor Klärung der Umstände beeindrucken lassen und ihr Abo kündigen und ähnliches. Das würde mir jetzt auf die schnelle einfallen, da ließen sich bestimmt noch ein paar weitere Schäden finden die bis jetzt entstanden sind. Das sehe ich da ähnlich wie blu3b1rd

    Man muss nicht weinen wegen jedem kleinen Mist, man versucht's weiter bis der Kuchen aufgefuttert ist.

  5. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: nik0x6e766c 28.07.21 - 14:52

    Also versteh ich das jetzt richtig:

    Eine Staatliche Einrichtung hat nach zweijähriger ausführlicher Ermittlung offiziell Anklage aus den im Artikel genannten Gründen erhoben.

    Die damals Verantwortlichen geben das zu und entschuldigen sich und gestehen ein, dass sie Fehler gemacht haben. Blizzard entfernt intern alle Referenzen auf einen der bei den Vorkommnissen beteiligten Mitarbeiter (weil sie sich offensichtlich sicher sind was da los war).

    Niemandem ist was passiert, es wird niemand persönlich angegangen und hier wird von Selbstjustiz gesprochen?

    Meine Güte ... Da wundert mich jetzt auch nichts mehr, dass es immer noch solche Fälle gibt.

  6. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: ds4real 28.07.21 - 17:42

    Man könnte es auch allgemeiner sehen: statt vorzuverurteilen sollte es den Gerichten überlassen werden Anhand von Beweisen und Zeugen zu entscheiden, ob der Beschuldigte auch wirklich schuldig ist. Doch das wird übergangen weil sich viele gar nicht zur Polizei etc. trauen?

    Das klingt für mich nicht nach Rechtsstaat, sondern nach Schreistaat: wer am lautesten beschuldigt, hat automatisch Recht. Nur als Frage: Assange wurde der Vergewaltigung beschuldigt, obwohl viele (inkl. mir und auch ihm) gesagt haben, dass dies lediglich der Ablenkung gilt. Nachdem er gefasst wurde, wurden die Beschuldigungen plötzlich zurückgenommen weil er Recht hatte.

    Das ist in unserer Gesellschaft seit einigen Jahren Gang und Gebe. Statt Anzeige zu erstatten und zu klagen, wird getwittert und statt, dass es eine Entscheidung seitens irgendwelcher Gerichte gibt, findet die Vorverurteilung statt, sodass es schlussendlich egal ist, ob dahinter ein Funken Wahrheit steckt.

    Gäbe es handfeste Beweise, wäre es eine Klage gewesen, bei der Blizzard nicht mit einer Entschuldigung davongekommen wäre (wobei sie noch nicht aus den Schneider sind). Beschuldigten kann erstmal jeder jeden - aber es ist nichts als üble Nachrede, solange es nicht vom Gericht festgestellt und Konsequenzen gezogen wurden.

  7. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: Garius 28.07.21 - 17:46

    W-Mann schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bestraft in Form einer Vorverurteilung. Sowas lässt sich wenn sich später
    > herausstellen sollte dass es doch anders abgelaufen ist nur noch schwer
    > korrigieren, der Ruf ist dann ruiniert. Ich denke das war zumindest zu
    > einem Teil damit gemeint, dazu kommen ja dann noch die Einnahmeausfälle von
    > Mitgliedern die sich davon vor Klärung der Umstände beeindrucken lassen und
    > ihr Abo kündigen und ähnliches. Das würde mir jetzt auf die schnelle
    > einfallen, da ließen sich bestimmt noch ein paar weitere Schäden finden die
    > bis jetzt entstanden sind. Das sehe ich da ähnlich wie blu3b1rd
    Hier wurde "bestraft" indem man Referenzen entfernt, die die Opfer an den Täter erinnern würden. Niemandem ist damit geschadet worden.

    Ich weiß schon vor was ihr mit euren Posts warnen wollt. In diesem Fall dürfte sich aber selbst der Schaden am Ruf der Person durch Entfernung der Referenzen in Grenzen halten.

  8. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: BlindSeer 29.07.21 - 07:32

    Und bei klarem Freispruch wird alles wieder eingebaut? Wenn du jemanden einen Teil seines Lebenswerk nimmst, dann kann das für ihn schon eine harte Strafe sein und ihm psychischen Schaden zufügen. Vor allem sind es erste Schritte in eine besorgniserregende Richtung.

  9. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: Garius 29.07.21 - 12:29

    BlindSeer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und bei klarem Freispruch wird alles wieder eingebaut?
    Selbstverständlich kann auch er sämtliche rechtlichen Schritte nutzen.

    > Wenn du jemanden
    > einen Teil seines Lebenswerk nimmst, dann kann das für ihn schon eine harte
    > Strafe sein und ihm psychischen Schaden zufügen.
    In Relation wozu? Dazu das das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer immer wieder den Namen des Täters vom Game vors Gesicht gesetzt kriegt? Da hält sich dann mein Bedauern in Grenzen. Wir reden in diesem Falle ja auch gar nicht davon, dass jemandes Lebenswerk aufgrund eines Verdachts zunichte gemacht wurde.

    > Vor allem sind es erste Schritte in eine besorgniserregende
    > Richtung.
    Kann ich vollkommen nachvollziehen. Gibt genügend Fälle, wo Unschuldige unter Falschdarstellung leiden mussten.

    Dennoch geht es in diesem Fall um Opferschutz. Das ist kein Racheakt an einer Einzelperson, weil diese so ein Schwein war und man sie jetzt richtig fertig machen will. Namen und Anspielungen zu entfernen ist Schutz der mutmaßlichen Opfer davor, immer wieder mit dem Täter und der Tat konfrontiert zu werden. Ich halte das für wichtiger als irgendwelche Namen von virtuellen Gegenständen/Orten/NPCs.

  10. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: BlindSeer 29.07.21 - 12:53

    Ich sage ja nicht, dass es leicht ist. Es ist grundsätzlich schwer und ich rechne dir hoch an dass du auch "mutmaßlich" verwendest. Gerade sowas wird oft vergessen. Nur wenn da nichts war gab es auch nichts zu schützen. Die Taten im Nachhinein durch ein Urteil zu rechtfertigen ist halt auch nicht richtig.
    Das ist ja mitunter das Hauptproblem: Man weiß nicht ob es was zu schützen gibt. Eben dafür sind ja Gerichte da. Mitgefühl ist bei mir auch beim vermeintlichen Opfer, aber ein Urteil muss rational sein, nicht emotional.

    Insbesondere da ein beschädigter Ruf nie wieder voll hergestellt werden kann.

  11. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: Garius 29.07.21 - 13:30

    Das ist durchaus rational. Erst Recht wenn sich Anschuldigungen häufen. Da kannst du nicht erst Monate mit dem Opferschutz warten, bis dann irgendwann Mal ein Urteil da ist.

    Ich glaube du meinst eher verhältnismäßig. Aber die Verhältnismäßigkeit ist in diesem Falle ja offensichtlich gegeben. Aus diesem Grund wirst du ja auch bei Anschuldigungen meist erst von der Arbeit bis zum Urteil suspendiert. Sollten sich die Anschuldigungen als unwahr herausstellen, bleibt auch dem Beschuldigten das Rechtsmittel gegen den entstandenen Schaden vorzugehen.

    Und ja, da muss vor allem die Gesellschaft lernen, besser mit umzugehen. Eine Gesellschaft in der man sich nicht traut Missbrauch anzusprechen, ist aber genauso abzulehnen.

  12. Re: Selbstjustiz? Ja, bitte!

    Autor: BlindSeer 29.07.21 - 13:44

    Das ist eine Diskussion über Nuancen, ob nun eine Entfernung von Referenzen einer Strafe gleich kommt oder nicht. Da kann man halt geteilter Meinung sein, weil die Linien da hauchdünn sind. :)

    mit dem Rest bin ich voll bei dir.

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