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Patente sind die Pest

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Patente sind die Pest

    Autor: Dakkaron 07.12.21 - 22:26

    Das Zeug hat keinerlei Vorteil. Patente machen Innovation zu nichte, da jede Produktentwicklung ein Minenfeld wird. Man investiert Geld, entwickelt was, und dann kommt irgendwer daher, hält einem ein Patent unter die Nase und die ganze Investition war für die Katz.

    Das Zeug gehört ersatzlos gestrichen.

  2. Re: Patente sind die Pest

    Autor: FerdiGro 07.12.21 - 22:49

    Jetzt überlege Mal ein Patent gilt 100 Jahre.. gibt es nicht?

    Oh doch! Nennt sich Urheberrecht. Ja. 100 Jahre!

  3. Re: Patente sind die Pest

    Autor: fabiwanne 08.12.21 - 02:08

    > Ja. 100 Jahre!
    Üblicherweise eher 70 Jahre nach dem Tod des letzten Mitautors. Das ist deutlich länger.
    > Nennt sich Urheberrecht.
    Prinzipiell ist das Urheberrecht das kleinere Übel: Um gegen das Urheberrecht zu verstoßen, muss man direkt einen 1:1 Abklatsch liefern. Dank Schöpfungshöhe ist man im Normalfall auf der sicheren Seite, wenn man sich selbst etwas ausgedacht hat, weil das nie 100% das gleiche Sein wird.
    Während Patente üblicherweise so offen formuliert sind, dass sie möglichst viele unwissende treffen.
    Selbstverständlich gibt es auch da Auswüchse: z.B. die 5 Töne oder die Abwesenheit von Grün der Telekom.
    Die Auswüche da kommen dann eher bei Kopierschutz und Co.

  4. Re: Patente sind die Pest

    Autor: JE 08.12.21 - 06:35

    Patente waren ursprünglich dafür da, Innovationen zu fördern, indem verhindert wurde, daß z.B. neue Maschinen einfach kopiert wurden, damit der Erfinder etwas von seiner Arbeit hatte - aber nach einer gewissen Zeit liefen sie ab, damit alle anderen das nutzen und darauf aufbauen konnten.

    Das hat in der Welt Mitte des 19. Jahrhunderts auch prima funktioniert, passt aber nicht besonders auf die deutlich schnellere Entwicklung im Software-bereich

  5. Re: Patente sind die Pest

    Autor: FerdiGro 08.12.21 - 07:09

    fabiwanne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ja. 100 Jahre!
    > Üblicherweise eher 70 Jahre nach dem Tod des letzten Mitautors. Das ist
    > deutlich länger.
    > > Nennt sich Urheberrecht.
    > Prinzipiell ist das Urheberrecht das kleinere Übel: Um gegen das
    > Urheberrecht zu verstoßen, muss man direkt einen 1:1 Abklatsch liefern.
    > Dank Schöpfungshöhe ist man im Normalfall auf der sicheren Seite, wenn man
    > sich selbst etwas ausgedacht hat, weil das nie 100% das gleiche Sein wird.
    > Während Patente üblicherweise so offen formuliert sind, dass sie möglichst
    > viele unwissende treffen.
    > Selbstverständlich gibt es auch da Auswüchse: z.B. die 5 Töne oder die
    > Abwesenheit von Grün der Telekom.
    > Die Auswüche da kommen dann eher bei Kopierschutz und Co.

    Sehe ich anders. Wer hat das Recht einmal was zu leisten und dann 100 Jahre + dahin zu profitieren?

    Extremes Missverhältnis wenn du mich fragst.

  6. Re: Patente sind die Pest

    Autor: x2k 08.12.21 - 07:45

    Das ganze ist ein zweischneidiges schwert.
    Ich hab auch schon von einem fall gehört da hat ein Unternehmen eine Chemische Synthese entwickelt und mit viel aufwand und Investitionen dann ein großtechnisches verfahren daraus gemacht. Der Fehler war das in dem patent dazu genaue angaben gemacht wurden was druck und Temperatur anging.
    Die Konkurrenz hat das Patent gelesen und dann mit 5 grad unterschied nachgemacht. Da die Parameter ja nicht vom Original patent abgedeckt waren konnten die das einfach machen und bekamen recht.

    Deswegen schreiben Unternehmen schwammig z.b. von 30 bis 70grad statt der korrekten 52grad die man tatsächlich benutzt.

    Ich kann beide seiten verstehen auf der einen seite nagelt man Innovation zu aber auf der anderen seite will niemand Millionen in Forschung stecken um dann zu sehen wie jemand anderes damit gewinn macht.

    Es gibt in der Chemie aber auch regelrechte patentkriege. Manche grösere Unternehmen patentieren bewusst dinge die absolut nicht zielführend sind bzw nicht funkionieren. Die Konkurrenz sieht ja was an Anträgen und Verfahren läuft. Dadurch fühlt sich die Konkurrenz unter druck gesetzt und forscht in die selbe Richtung, so bindet man Kapazitäten und Investitionen bei der Konkurrenz und kann in ruhe seinen Vorsprung in die richtige Richtung aus bauen. Das wird intern Nebelkerze genannt.

  7. Re: Patente sind die Pest

    Autor: Muntermacher 08.12.21 - 07:56

    FerdiGro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > fabiwanne schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Ja. 100 Jahre!
    > > Üblicherweise eher 70 Jahre nach dem Tod des letzten Mitautors. Das ist
    > > deutlich länger.
    > > > Nennt sich Urheberrecht.
    > > Prinzipiell ist das Urheberrecht das kleinere Übel: Um gegen das
    > > Urheberrecht zu verstoßen, muss man direkt einen 1:1 Abklatsch liefern.
    > > Dank Schöpfungshöhe ist man im Normalfall auf der sicheren Seite, wenn
    > man
    > > sich selbst etwas ausgedacht hat, weil das nie 100% das gleiche Sein
    > wird.
    > > Während Patente üblicherweise so offen formuliert sind, dass sie
    > möglichst
    > > viele unwissende treffen.
    > > Selbstverständlich gibt es auch da Auswüchse: z.B. die 5 Töne oder die
    > > Abwesenheit von Grün der Telekom.
    > > Die Auswüche da kommen dann eher bei Kopierschutz und Co.
    >
    > Sehe ich anders. Wer hat das Recht einmal was zu leisten und dann 100 Jahre
    > + dahin zu profitieren?
    >
    > Extremes Missverhältnis wenn du mich fragst.

    Wandere in ein kommunistisches Land aus, dann wirst Du glücklich. Gegenfrage: warum sollten von etwas profitieren, was sie nie selber produziert haben. Beim Urheberrecht ist das Problem bei den Rechteverwertern, die nicht Urheber sind, außer direkten Nachkommen.
    Aus Texten darfst Du frei zitieren, nur warum Deine Innovation gestört, wenn Du z.B. den Herr der Ringe nicht einfach kpieren und verkaufen darfst?

    Patente stören Wdttbewerb, klar, aber sie schützem Investitionen. Beispiel Pharma: Ein Medikament kostet ca 1 Mrd ¤ (Zeitpunkt ca 2014, ggf. mittlerweile mehr) bevor es auf den Markt kommt. Wer würde das investieren, wenn es jeder kopieren dürfte?

  8. Re: Patente sind die Pest

    Autor: nils0 08.12.21 - 09:15

    Der Punkt ist doch eher der, dass du selbstständig bzw. eigenständig ein Produkt entwickeln kannst das im besten Fall erfolgreich wird und nach 20 Jahren wenn der Rubel rollt, kommt ein dahergelaufener Troll an und behauptet ein Bestandteil deiner Software funktioniere sehr ähnlich dem, was er vor 21 Jahren hat patentieren lassen.

  9. Re: Patente sind die Pest

    Autor: JE 08.12.21 - 09:20

    Vermutlich sind garnicht die Patente selber das Problem, sondern eher, daß blosse Ideen patentiert werden, die nicht parentiert werden sollten (z.B. "Einkaufen mit einem Klick" - Amazon)
    Wenn jetzt sagen wir ein komplexes Programm patantiert würde, wäre das wohl weniger ein Problem.

  10. Re: Patente sind die Pest

    Autor: Trockenobst 08.12.21 - 09:30

    JE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn jetzt sagen wir ein komplexes Programm patantiert würde, wäre das wohl
    > weniger ein Problem.

    Komplexität ist endlich. Auch ein komplexer Videostream ist am Ende nur Mathematik und Daten. Computer können gut mit Komplexität, viel besser als der Mensch. Somit ist das Argument bestenfalls "warum sollten wir das alles teuer erforschen".

    Dafür gibt es andere Ansätze, wie z.B. bei der Covid Forschung. Die ist auch sehr teuer und komplex und deswegen hat man hier 90% vom Staat gespendet. Und trotzdem werden die Patente nicht raus gegeben, weil wir alle fkcung pussies vor den Eliten sind.

  11. Re: Patente sind die Pest

    Autor: FerdiGro 08.12.21 - 10:14

    Muntermacher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > FerdiGro schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > fabiwanne schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > > Ja. 100 Jahre!
    > > > Üblicherweise eher 70 Jahre nach dem Tod des letzten Mitautors. Das
    > ist
    > > > deutlich länger.
    > > > > Nennt sich Urheberrecht.
    > > > Prinzipiell ist das Urheberrecht das kleinere Übel: Um gegen das
    > > > Urheberrecht zu verstoßen, muss man direkt einen 1:1 Abklatsch
    > liefern.
    > > > Dank Schöpfungshöhe ist man im Normalfall auf der sicheren Seite, wenn
    > > man
    > > > sich selbst etwas ausgedacht hat, weil das nie 100% das gleiche Sein
    > > wird.
    > > > Während Patente üblicherweise so offen formuliert sind, dass sie
    > > möglichst
    > > > viele unwissende treffen.
    > > > Selbstverständlich gibt es auch da Auswüchse: z.B. die 5 Töne oder die
    > > > Abwesenheit von Grün der Telekom.
    > > > Die Auswüche da kommen dann eher bei Kopierschutz und Co.
    > >
    > > Sehe ich anders. Wer hat das Recht einmal was zu leisten und dann 100
    > Jahre
    > > + dahin zu profitieren?
    > >
    > > Extremes Missverhältnis wenn du mich fragst.
    >
    > Wandere in ein kommunistisches Land aus, dann wirst Du glücklich.
    > Gegenfrage: warum sollten von etwas profitieren, was sie nie selber
    > produziert haben. Beim Urheberrecht ist das Problem bei den
    > Rechteverwertern, die nicht Urheber sind, außer direkten Nachkommen.
    > Aus Texten darfst Du frei zitieren, nur warum Deine Innovation gestört,
    > wenn Du z.B. den Herr der Ringe nicht einfach kpieren und verkaufen
    > darfst?
    >
    > Patente stören Wdttbewerb, klar, aber sie schützem Investitionen. Beispiel
    > Pharma: Ein Medikament kostet ca 1 Mrd ¤ (Zeitpunkt ca 2014, ggf.
    > mittlerweile mehr) bevor es auf den Markt kommt. Wer würde das investieren,
    > wenn es jeder kopieren dürfte?

    Es geht um die 100 Jahre. Patente sind für mich ok.

    Urheberrecht ist raffgier.

    Ich lebe übrigens sehr gut und gerne hier. Trotzdem gibt es Dinge die verbessert werden sollten.

    Daneben ist Patentrecht global Recht ähnlich gelagert. Google Mal.

    Lg

  12. Re: Patente sind die Pest

    Autor: Marinko 08.12.21 - 10:17

    Eine Post sind vor allem jene Patente, die einfach nur zu allgemein etwas beschreiben. Ich habe selbst zum Beispiel Controller von Valve fürs zocken benutzt und Valve hat hierfür eine Patentstrafe zahlen müssen, Microsoft nicht, da sie diesen Unsinn "lizenziert" haben.

    Konkret kurz zusammengefasst: die Tasten unter dem Controller, da ich keine Links posten kann, die mit dem Ringfinger bedienbar sind, haben ein Patent. Daher es ist verboten die Ringfinger beim Spielen zu benutzen ohne was dafür zu zahlen.

    gamestar [das hier entfernen] .de/artikel/valve-steam-controller-millionenstrafe,3366592.html

  13. Re: Patente sind die Pest

    Autor: spiegelneuron 08.12.21 - 16:25

    Dakkaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Zeug hat keinerlei Vorteil. Patente machen Innovation zu nichte, da
    > jede Produktentwicklung ein Minenfeld wird. Man investiert Geld, entwickelt
    > was, und dann kommt irgendwer daher, hält einem ein Patent unter die Nase
    > und die ganze Investition war für die Katz.
    > Das Zeug gehört ersatzlos gestrichen.

    Patente sollen eigentlich ein Investitionsschutz sein. Und wenn eben eine Entwicklung viel Geld kostet, dann wird die eben ohne solch einen Investitionsschutz nicht gemacht. Gäb es keine Patente, dann würden z.B. keine neuen Medikamente entwickelt, denn die Entwicklung von Medikamenten ist fast durchweg privat getrieben.

  14. Re: Patente sind die Pest

    Autor: 486dx4-160 09.12.21 - 17:59

    spiegelneuron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dakkaron schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das Zeug hat keinerlei Vorteil. Patente machen Innovation zu nichte, da
    > > jede Produktentwicklung ein Minenfeld wird. Man investiert Geld,
    > entwickelt
    > > was, und dann kommt irgendwer daher, hält einem ein Patent unter die
    > Nase
    > > und die ganze Investition war für die Katz.
    > > Das Zeug gehört ersatzlos gestrichen.
    >
    > Patente sollen eigentlich ein Investitionsschutz sein. Und wenn eben eine
    > Entwicklung viel Geld kostet, dann wird die eben ohne solch einen
    > Investitionsschutz nicht gemacht. Gäb es keine Patente, dann würden z.B.
    > keine neuen Medikamente entwickelt, denn die Entwicklung von Medikamenten
    > ist fast durchweg privat getrieben.

    Mit Patenten sollte ursprünglich sichergestellt werden, dass Erfindungen für alle nutzbar sind und kein Geschäftsgeheimnis bleiben. "Patere" ist lateinisch für "zungänglich machen", "vor Augen legen". Die Gesellschaft sollte also davon profitieren.
    Um das Patentverfahren den Unternehmen schmackhaft zu machen, gesteht man ihnen für einen begrenzten Zeitraum staatlich garantierte Monopolrechte zu. Man hätte sie auch zwingen können, aber dann müsste man regelmäßig Razzien durchführen und nach Geschäftsgeheimnissen suchen.

    Für die These, dass Patente den technischen Fortschritt beflügeln, hätte ich gerne einen Nachweis. China hat auf Patente geschissen und dadurch einen beispiellosen wissenschaftlichen Höhenflug hingelegt. "Made in Germany" wurde genauso groß. Es gilt schneller und besser zu sein als die Anderen, und nicht um die beste Rechtsabteilung.

    Zur Pharmaforschung: Die teuren Grundlagen werden praktisch immer mit Steuergeld finanziert. und erforscht. Sobald da was Erfolgversprechendes auftaucht steigen sie mit Drittmitteln ein um die Ergebnisse der weiterhin überwiegend staatlich finanzierten Forschung unter Verschluss halten zu können und monopolisieren die öffentliche Vorentwicklung. Vermarkten tun sie dann ganz alleine, wenn man Glück hat zahlen sie irgendwo Steuern. Sie AIDS, siehe Covid, siehe Krebsmedikamente usw.

    Und weil hier auch das Urheberrecht genannt wurde: In der Zeit, als es in Deutschland kein Urheberrecht gab, lebten die ganzen noch heute gefeierten Dichter und Denker, es war eine Zeit der Wissensexpansion im Volk, und es wurden erheblich mehr Romane, Gedichte und Publikationen verfasst als nach der Einführung des Urheberrechts.

    Ähnlich Linux (und überhaupt FreieSoftware): Explizit keine Patente, und trotzdem Milliardenumsätze, ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg, und enorme Fortschritte in relativ kurzer Zeit.

    Vielleicht sollte sich der Staat hier zurückziehen und das dem Markt überlassen. Staatliche Monopolrechte auf jeden Trivialscheiß und Vererbung von Nutzungsrechten bringen die Gesellschaft nicht wirklich voran, sondern nur das Budget Einzelner. Im letzten Fall auch noch das von Erben, die definitiv nichts geleistet haben.
    Weg damit, das kann der Markt besser! Zum Ausgleich kann man gerne die Krankenhäuser wieder vergesellschaftlichen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.12.21 18:16 durch 486dx4-160.

  15. Re: Patente sind die Pest

    Autor: spiegelneuron 09.12.21 - 18:38

    > Mit Patenten sollte ursprünglich sichergestellt werden, dass Erfindungen
    > für alle nutzbar sind und kein Geschäftsgeheimnis bleiben. "Patere" ist
    > lateinisch für "zungänglich machen", "vor Augen legen". Die Gesellschaft
    > sollte also davon profitieren.

    Bitte lies das bevor Du so einen Quatsch erzählst:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Patent

    > Um das Patentverfahren den Unternehmen schmackhaft zu machen, gesteht
    > man ihnen für einen begrenzten Zeitraum staatlich garantierte Monopolrechte
    > zu. Man hätte sie auch zwingen können, aber dann müsste man regelmäßig
    > Razzien durchführen und nach Geschäftsgeheimnissen suchen.

    Eine nicht geschützte Idee zu übernehmen ist völlig legal.

    > Für die These, dass Patente den technischen Fortschritt beflügeln, hätte
    > ich gerne einen Nachweis.

    Bei technischen Patenten ist das sicher die Ausnahme.
    Aber in der Pharma-Forschung ist das die Regel, denn die angewandte Forschung findet an der Stelle nur in privater Hand statt. An den Unis findet derartige Forschung kaum statt weil keiner so blöd ist, da für ein Professoren-Gehalt zu forschen während man in der Privatwirtschaft sehr viel mehr verdient.

    > China hat auf Patente geschissen und dadurch einen beispiellosen
    > wissenschaftlichen Höhenflug hingelegt.

    Wieder Blödsinn:
    https://www.zeit.de/wissen/2020-04/china-patente-wipo-anmeldungen-antraege-usa-deutschland
    Und man kann als Ausländer in China auch sehr gut eigene Schutzansprüche durchsetzen - die Chinesen sind da sehr kooperativ, vermutlich weil die im Gegenzug das gleiche auf fernem Territorium verlangen.

    > "Made in Germany" wurde genauso groß.

    Quelle ?

    > Zur Pharmaforschung: Die teuren Grundlagen werden praktisch immer mit
    > Steuergeld finanziert.

    Quelle dafür, dass das relevante Grundlagen für die Privatwritschaft sind, und, dass die einen wesentlichen Anteil an den Kosten der Endprodukte ausmachen ?

    > Sobald da was Erfolgversprechendes auftaucht steigen sie mit Drittmitteln
    > ein ...

    An den Unis findet praktisch keine angewante Pharma-Forschung statt außer, dass die zum Teil die unabhängien Studien durchführen die die Produkte der Pharma-Industrie relativieren.

    > Sie AIDS, siehe Covid, siehe Krebsmedikamente usw.

    Das einzige Medikament was in die obige Reihe passt ist der AstraZeneca Impfstoff gg. Corona, der zuammen mit der Uni Oxford entwickelt wurde. Der wird praktisch zum Selbstksotenpreis abgegeben und ist - Schrott.
    Oder guck dir die beiden mRNA-Impfstoffe an: die gehen auf 20 Jahre _privater_ _Grundlagenforschung_ und zig Millionen Investoren-Gelder zurück. Ohne diese Forschung ständen wir jetzt in der Corona-Krise mit schlechteren Impfsroffen dar. Und solche _private_ Forschung würde nicht stattfinden ohne, dass das Wissen geschützt werden kann da es jeder sofort reverse-engineeren und kopieren könnte.

    > Und weil hier auch das Urheberrecht genannt wurde: In der Zeit, als es in
    > Deutschland kein Urheberrecht gab, lebten die ganzen noch heute gefeierten
    > Dichter und Denker, es war eine Zeit der Wissensexpansion im Volk, und es
    > wurden erheblich mehr Romane, Gedichte und Publikationen verfasst als nach
    > der Einführung des Urheberrechts.

    Das ist schon wirklich dümmlich, gg. das Urheberrecht zu schießen.
    Es gibt eben Leute die komplexe Werke schaffen und für ihre Abeit bezahlt werden wollen.

    > Ähnlich Linux (und überhaupt FreieSoftware): Explizit keine Patente,
    > und trotzdem Milliardenumsätze, ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg,
    > und enorme Fortschritte in relativ kurzer Zeit.

    Ja, weil es eine geteilte Entwicklung ist.
    Es gibt aber auch Software die von ihrer Natur her auf ein Unternehmen zurückgeht.
    Da kann dann folgendes passieren: https://www.heise.de/news/Elastic-Amazon-ist-schuld-am-Open-Source-Ende-5030541.html

    > Vielleicht sollte sich der Staat hier zurückziehen und das dem Markt
    > überlassen. Staatliche Monopolrechte auf jeden Trivialscheiß und
    > Vererbung von Nutzungsrechten bringen die Gesellschaft nicht
    > wirklich voran, ...

    Die wenigste Software würde von einer Community entwickelt, das meiste ist eben Spezialsoftware die ohne Urheberrecht einfach nicht entwickelt würde.

    Find mal einen würdigen Rang in der Fressordnung, dann haste es auch nicht nötig, den Revoluzzer zu machen.



    7 mal bearbeitet, zuletzt am 09.12.21 18:50 durch spiegelneuron.

  16. Nutzen und Mißbrauch nicht verwechseln

    Autor: fanreisender 12.12.21 - 14:02

    Du musst Dich versuchsweise einfach einmal in die Lage eines Patentinhabers setzen.
    Du bist beispielsweise Hersteller von Eisenbahnschienen und hast nach jahrelangen aufwendigen Forschungen am Ende durch einen Zufall festgestellt, dass die Haltbarkeit Deiner Schienen um 10% steigt, wenn beim Strangguss die Werkssirene läuft.

    Das ist jetzt natürlich ein völlig konstruiertes Beispiel, es geht darum, dass Du nach der Investition von sehr viel Arbeitszeit (und Geld) einen Effekt gefunden hast, der mit großem Effekt sehr billig in die Praxis umzusetzen ist.

    Und natürlich vefrügen Deine Wettbewerber auch über Sirenen, können das Ganze also spielend leicht nachmachen, wenn sie erst einmal erfahren haben, wie dass geht. Keine Sorge, die Wettbewerber bekommen das heraus, notfalls hilft ein kleines "Trinkgeld" an den Mitarbeiter, der die Sirene einschaltet.

    Ja, und nun?

    Du hast viel Geld investiert, das Du nun auch gern wieder erwirtschaften möchtest. An sich kein Problem, da Deine Schienen ja 10% haltbarer sind. Die Kunden werden Dir dankbar sein, wenn sie die Schienen für 8% Aufpreis erhalten. Von den 8% benötigst Du 0,1% für die Kosten der Sirene (und zur Beruhigung von Klagen der Nachbarschaft. :-) ). Der Rest deckt nachträglich deine Forschungskosten. Mit 5% abgeschrieben über 10 jahre sind Deine Forschungskosten gedeckt, verbleiben 2,9% zusätzlicher Gewinn.

    Was machen jetzt die Wettbewerber? Nun, die 0,1% müssen sie auch investieren. Den ganze Forschungsaufwand hatten sie nicht, ein kleines "Taschengeld" für die Weitergabe der nötigen Information ist noch anzusetzen. Der Wettbewerber ist jetzt ganz nett zu seinen Kunden und verlangt nut 4% Aufpreis. Abzüglich der 0,1% und des "Taschengeldes" erzielt der Wettbewerber jetzt trotz günstigeren Preises einen Zusatzgewinn von etwa 3,5%. Dazu kommt noch, dass Du mit 8% Preisaufschlag nicht mehr wettbewerbsfähig bist. Verlangst Du auch nur die 4% Aufschlag Deines Wettbewerbers, kannst Du die bereits genannten 5% Forschungskosten nicht abschreiben.

    Das ist der bestimmungsgemäße Einsatz von Patenten. Dazu kommt noch die Innovationsförderung. Im Nebenwaschgang ist ein Patent immer auch eine Veröffentlichung! Wettbewerber können den Inhalt des Patentes zwar nicht sofort nutzen, erhalten aber Denkanstöße für die eigene Forschung und finden vielleicht sogar eine bessere als die patentierte Lösung.

    Dass Patente auch missbraucht werden, müssen wir nicht diskutieren. Dem ist so. Das gilt aber für jede nützliche Sache dieser Welt. Mit einem Flugzeug kann man nützliche Dinge verrichten, man kann damit auch Türme abreißen ...

  17. Re: Patente sind die Pest

    Autor: fanreisender 12.12.21 - 14:08

    Die gängigen Missverständnisse beruhen darauf, Software auf Office&co. festzunageln.

    Das ist aber weniger als die Spitze des Eisberges.

    Die Software, auf die sich vom Denkansatz her der Patentschutz bezieht, beinhaltet meinethalben die Steuerung eines Autodrehkranes, um die Last auch bei Windbewegungen, unabhängig vom Bediener möglichst ruhig zu halten.

    Das ist übrigens kein konstruiertes Beispiel, sondern eine ähnlich herausfordernde Aufgabe mit bisher nur teilweise gelungenen Lösungen wie die Steuerung einer Containerbrücke.

    Jedenfalls steckt dahinter sehr viel Forschungsarbeit, die man eben, sobald sie einmal geleistet ist, leicht kopieren könnte.

    Die Grundidee wird von Patenttrollen pervertiert, schon klar.

  18. Re: Patente sind die Pest

    Autor: fanreisender 12.12.21 - 14:15

    x2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich kann beide seiten verstehen auf der einen seite nagelt man Innovation
    > zu

    Patente nageln mitnichten Innovationen zu. Ein Patent ist in erster Linie eine Veröffentlichung! Jeder kann ein Patent lesen.
    Die sofortige Nutzung eines patentierten Inhalts ist nicht möglich, man kann aber Anregungen entnehmen und vielleicht eine bessere Lösung finden.

    Wirklich schwer nachzuahmende Dinge, die aber für ein Produkt unentbehrlich sind, werden am Ende sogar gar nicht patentiert, eben, um nichts zu verraten. Das ist selten, als Beispiel fallen mir supraleitenden Nb3Sn-Joints ein. Gibt Unmengen an Publikationen zu diesem Thema, wirklich perfekt beherrscht wird die Technik weltweit von vielleicht 10 Menschen. Angeblich hilft auch reverse engineering nicht, kann ich jetzt nicht beurteilen.

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