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Warum

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  1. Warum

    Autor: Teebecher 12.02.18 - 15:39

    Das Urteil an sich begrüße ich, aber:

    Warum sollte (muss?) sich eine US-Firma an einen Gerichtsbeschluss aus Ostdeutschland halten?

    In meiner (naiven) Welt ist es so:
    Ich mache eine Webseite auf, und die Gesetze, die da gelten, wo ich meinen Firmensitz habe, gelten auch für die Webseite.
    Wenn die Krauts nun andere Vorstellungen haben, dann müssen sie damit leben, dass es da Differenzen gibt und den Dienst nicht nutzen, oder die Differenzen ignorieren.

    Würde ich also hier eine Seite aufmachen, auf der Nippelfotos sind, juckt es mich nicht für 2Cent, dass der prüde Ami Probleme mit Nippeln hat.

    Genau so mit dem Netzwerk von Zuckerberg, US-Firma, US-Law.

  2. Re: Warum

    Autor: sundilsan 12.02.18 - 15:46

    "Genau so mit dem Netzwerk von Zuckerberg, US-Firma, US-Law."

    Na ganz offensichtlich ja nicht, sonst hätte es diese Verhandlung gar nicht gegeben.

  3. Re: Warum

    Autor: subjord 12.02.18 - 15:53

    Teebecher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Urteil an sich begrüße ich, aber:
    >
    > Warum sollte (muss?) sich eine US-Firma an einen Gerichtsbeschluss aus
    > Ostdeutschland halten?
    >
    > In meiner (naiven) Welt ist es so:
    > Ich mache eine Webseite auf, und die Gesetze, die da gelten, wo ich meinen
    > Firmensitz habe, gelten auch für die Webseite.
    > Wenn die Krauts nun andere Vorstellungen haben, dann müssen sie damit
    > leben, dass es da Differenzen gibt und den Dienst nicht nutzen, oder die
    > Differenzen ignorieren.
    >
    > Würde ich also hier eine Seite aufmachen, auf der Nippelfotos sind, juckt
    > es mich nicht für 2Cent, dass der prüde Ami Probleme mit Nippeln hat.
    >
    > Genau so mit dem Netzwerk von Zuckerberg, US-Firma, US-Law.

    Facebook ist ein international tätiger Konzern. Er operiert zwar nur im Internet, ist aber auch auf dem Europäischen Markt tätig. Wenn er auf dem Europäischen Markt operiert muss er sich auch der europäischen Rechtsprechung Unterwerfen. Dinge im Internet sind nicht so einfach wie man es sich vorstellt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.02.18 16:02 durch sfe (Golem.de).

  4. Re: Warum

    Autor: George99 12.02.18 - 16:15

    Teebecher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Würde ich also hier eine Seite aufmachen, auf der Nippelfotos sind, juckt
    > es mich nicht für 2Cent, dass der prüde Ami Probleme mit Nippeln hat.

    Deine kleine private Webseite wird sowieso unter dem Radar bleiben. Je nach Problematik des Inhalts solltest du dann aber eventuell von Reisen in die USA Abstand nehmen.

    Nun will FB dagegen auch in der EU Geld verdienen mit lokalen Werbekunden. Wenn FB dabei nach EU-Recht bzw. DE-Recht illegal operiert, würden die Werbekunden selbst in Schwierigkeit geraten, mit so einer Firma zusammen zu arbeiten.

  5. Re: Warum

    Autor: Oktavian 12.02.18 - 16:20

    > Warum sollte (muss?) sich eine US-Firma an einen Gerichtsbeschluss aus
    > Ostdeutschland halten?

    Das ganze nennt sich Marktortprinzip. Wer auf einem Markt auftritt und diesen aktiv bearbeitet, muss sich auch an die Regeln dieses Marktes halten.

    > Würde ich also hier eine Seite aufmachen, auf der Nippelfotos sind, juckt
    > es mich nicht für 2Cent, dass der prüde Ami Probleme mit Nippeln hat.

    Dem ist schon so, solange dein Markt Deutschland ist, und die US-Amerikaner eher zufällig auf diese Seite stoßen können. Wenn Du aber den amerikanischen Markt bearbeitest, dort eine Tochter gründest, dort Geld einnimmst, wirst du nicht umhin kommen, dich an amerikanisches Recht zu halten (das mit Nippeln erstaunlich wenig Probleme hat). Schließlich hast Du eine ladungsfähige Anschrift in den USA, dort läuft pfändbares Vermögen auf, dort sitzen Geschäftsführer (mutmaßlich dann bald im Knast).

  6. Re: Warum

    Autor: Teebecher 12.02.18 - 17:25

    George99 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > Nun will FB dagegen auch in der EU Geld verdienen mit lokalen Werbekunden.
    > Wenn FB dabei nach EU-Recht bzw. DE-Recht illegal operiert, würden die
    > Werbekunden selbst in Schwierigkeit geraten, mit so einer Firma zusammen zu
    > arbeiten.
    Gibt doch eh kaum Werbung auf FB, dann können sie doch auch die paar Hansels, die keine US Filiale haben ignorieren.

    Also ich bekomme hier trotz Abo mehr Werbung aufgedrückt als bei FB.

  7. Re: Warum

    Autor: Teebecher 12.02.18 - 17:29

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dem ist schon so, solange dein Markt Deutschland ist, und die US-Amerikaner
    > eher zufällig auf diese Seite stoßen können. Wenn Du aber den
    > amerikanischen Markt bearbeitest, dort eine Tochter gründest, dort Geld
    Warum?

    Ich kann ja auch mit Sitz in DE gut mit so Firmen wie Google zusammen arbeiten.
    AdWords, AdSense, Analytics, funktioniert hervorragend von DE mit einer Firma aus US.

    Warum sollte FB mit _nur_ einem Sitz in US nicht genau so funktionieren.

    Haben die eine Dependance in der EU? In DE?

    Wenn ja, selber Schuld, wer will sich in diesem arbeitgeberfeindlichem Land so etwas wirklich antun, wenn er Alternativen hat?

  8. Re: Warum

    Autor: Nullmodem 13.02.18 - 09:41

    Teebecher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Urteil an sich begrüße ich, aber:
    >
    > Warum sollte (muss?) sich eine US-Firma an einen Gerichtsbeschluss aus
    > Ostdeutschland halten?
    >
    > In meiner (naiven) Welt ist es so:
    > Ich mache eine Webseite auf, und die Gesetze, die da gelten, wo ich meinen
    > Firmensitz habe, gelten auch für die Webseite.
    > Wenn die Krauts nun andere Vorstellungen haben, dann müssen sie damit
    > leben, dass es da Differenzen gibt und den Dienst nicht nutzen, oder die
    > Differenzen ignorieren.
    >
    > Würde ich also hier eine Seite aufmachen, auf der Nippelfotos sind, juckt
    > es mich nicht für 2Cent, dass der prüde Ami Probleme mit Nippeln hat.
    >
    > Genau so mit dem Netzwerk von Zuckerberg, US-Firma, US-Law.

    Das heisst, keine Firma muss mehr irgendwelche Gesetze befolgen, sie muss nur in einem Land aufgemacht werden, in dem dieses Gesetzt nicht gilt?
    Firma A zahlt keine Steuern, weil Irland das nicht verlangt?
    Frima B gibt keine Gewährleistung, weil es in Timbuktu kein Gesetz dafür gibt?
    Firma C schert sich nicht um Urheberrecht, weil sie ja aus Hintertimur kommt, da ist das unbekannt?

    Die Ansicht klingt irgendwie seltsam.

    nm

  9. Re: Warum

    Autor: Legendenkiller 13.02.18 - 13:00

    Es gelten die Gesetze wo die Dienstleistung angeboten wird.

    Der Firmensitz ist da scheiß egal.

    Das gilt für alle Produkte, nur für I-Net Dienstleistungen gab/gibt es keine ausreichenden Gesetze oder diese werden nicht durchgesetzt.

  10. Re: Warum

    Autor: floewe 13.02.18 - 16:26

    >Warum sollte (muss?) sich eine US-Firma an einen Gerichtsbeschluss aus Ostdeutschland halten?

    Weil man sonst der Facebook Germany GmbH in Hamburg schlagartig auf den Pelz rückt?

    >Wenn die Krauts nun andere Vorstellungen haben, dann müssen sie damit leben, dass es da Differenzen gibt und den Dienst nicht nutzen, oder die Differenzen ignorieren.

    Oder deine Konten einfrieren auf denen die Einnahmen aus Krautland eingehen und Dich nicht mehr mit Krautgeld füttern? Es geht hier ja nicht um eine Website, sondern um eine in D erbrachte Dienstleistung gegen Entgelt, welches ganz nebenbei der USt. unterliegt. Da sagt D dann ganz einfach, wer in D Geld verdient, hat einen Sitz in D (mittlerweile der EU) zu haben, oder wird dicht gemacht und muss damit leben.

    Deiner (naiven) Vorstellung folgend, gäbe es irgendwo auf der Welt Banana-Island, auf dem sitzen alle Firmen des Weltmarkts, welche sich dann nicht mehr um andere Länder scheren brauchen. In der realen Wirtschaft sorgt bereits der Zoll dafür, dass das nicht bzw. nicht wirtschaftlich lukrativ passiert. In #Neuland auch, nur anders.

  11. Re: Warum

    Autor: Teebecher 13.02.18 - 17:14

    Nullmodem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Teebecher schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das Urteil an sich begrüße ich, aber:
    > >
    > > Warum sollte (muss?) sich eine US-Firma an einen Gerichtsbeschluss aus
    > > Ostdeutschland halten?
    > >
    > > In meiner (naiven) Welt ist es so:
    > > Ich mache eine Webseite auf, und die Gesetze, die da gelten, wo ich
    > meinen
    > > Firmensitz habe, gelten auch für die Webseite.
    > > Wenn die Krauts nun andere Vorstellungen haben, dann müssen sie damit
    > > leben, dass es da Differenzen gibt und den Dienst nicht nutzen, oder die
    > > Differenzen ignorieren.
    > >
    > > Würde ich also hier eine Seite aufmachen, auf der Nippelfotos sind,
    > juckt
    > > es mich nicht für 2Cent, dass der prüde Ami Probleme mit Nippeln hat.
    > >
    > > Genau so mit dem Netzwerk von Zuckerberg, US-Firma, US-Law.
    >
    > Das heisst, keine Firma muss mehr irgendwelche Gesetze befolgen, sie muss
    > nur in einem Land aufgemacht werden, in dem dieses Gesetzt nicht gilt?
    Ja, warum nicht?
    Die meisten Gesetze sind doch eh Mumpitz.

    > Firma A zahlt keine Steuern, weil Irland das nicht verlangt?
    Wenn Firma A in Irland sitzt, wird Irland schon Steuern kassieren.

    > Frima B gibt keine Gewährleistung, weil es in Timbuktu kein Gesetz dafür
    > gibt?
    Wenn das so ist, und ich das vorher weiß, wo ist das Problem?
    > Firma C schert sich nicht um Urheberrecht, weil sie ja aus Hintertimur
    > kommt, da ist das unbekannt?
    Urheberrecht ist doch eh für die Füße.
    Ausserdem, es gibt doch genug Länder, die das de facto nicht interessiert.

    >
    > Die Ansicht klingt irgendwie seltsam.
    Finde ich nicht.

  12. Re: Warum

    Autor: Teebecher 13.02.18 - 17:16

    floewe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Warum sollte (muss?) sich eine US-Firma an einen Gerichtsbeschluss aus
    > Ostdeutschland halten?
    >
    > Weil man sonst der Facebook Germany GmbH in Hamburg schlagartig auf den
    > Pelz rückt?
    Doof von Zuckerberg, gerade hier eine Dependance aufzumachen.

    >
    > >Wenn die Krauts nun andere Vorstellungen haben, dann müssen sie damit
    > leben, dass es da Differenzen gibt und den Dienst nicht nutzen, oder die
    > Differenzen ignorieren.
    >
    > Oder deine Konten einfrieren auf denen die Einnahmen aus Krautland eingehen
    > und Dich nicht mehr mit Krautgeld füttern? Es geht hier ja nicht um eine
    > Website, sondern um eine in D erbrachte Dienstleistung gegen Entgelt,
    > welches ganz nebenbei der USt. unterliegt. Da sagt D dann ganz einfach, wer
    > in D Geld verdient, hat einen Sitz in D (mittlerweile der EU) zu haben,
    > oder wird dicht gemacht und muss damit leben.
    OK, und wenn die Server nun ausschliesslich in US stehen?

    >
    > Deiner (naiven) Vorstellung folgend, gäbe es irgendwo auf der Welt
    > Banana-Island, auf dem sitzen alle Firmen des Weltmarkts, welche sich dann
    > nicht mehr um andere Länder scheren brauchen. In der realen Wirtschaft
    > sorgt bereits der Zoll dafür, dass das nicht bzw. nicht wirtschaftlich
    > lukrativ passiert. In #Neuland auch, nur anders.
    Der Zoll kann zum Glück nicht den weltweiten Internettraffic besteuern.

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