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  5. › Studie veröffentlicht: Wie aus…

journalistische Überspitzungen

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  1. journalistische Überspitzungen

    Autor: Anonymer Nutzer 26.03.18 - 23:39

    Sind also keine fakenews. Soso.

    Da wird mal schnell aus einem "liegt im bereich des möglichen" oder "man kann nicht ausschließen" ein "wahrscheinlich" oder ein "ist sicher so" um mehr klicks zu generieren und sowas nennt man dann nicht fakenews. Gut zu wissen wie man da versucht zu differenzieren.

  2. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: Mingfu 27.03.18 - 00:36

    Zum einen fällt das in die separate Kategorie "schlechter Journalismus" innerhalb der Studie (geht also mitnichten einfach so durch), zum anderen ist es eben ein Unterschied, ob dann zumindest im Artikel die Darstellung relativiert ist (worüber sich der Leser dann oftmals ärgern wird, weil die Überschrift ihm eine andere Erkenntnis versprach) oder ob absichtlich dann auch im Artikel etwas komplett Falsches berichtet wird.

  3. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: quineloe 27.03.18 - 01:23

    Für mich fangen fake news schon da an, wo ein Politiker ein Versprechen abgibt.

    Aber aus irgendeinem Grund wird denen tatsächlich zugestanden, ihre "Meinung" alle paar Tage ändern zu dürfen.

  4. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: Mingfu 27.03.18 - 01:46

    Besser jemand, der bei veränderter Lage seine Meinung ändert, statt jemand, der nur deshalb stur daran festhält, weil er das vorher mal gesagt hat. Zumal Politiker auch selten aus freien Stücken umschwenken, sondern sie vielfach mit dem Problem konfrontiert sind, dass das, was sie befürworten, so nicht mehrheitsfähig ist. Um Mehrheiten dafür zu erhalten, muss man dann eben Änderungen vornehmen, Kompromisse eingehen.

    Auch halte ich relativ wenig von dieser doch recht naiven Vorstellung, Politiker würden irgendetwas "versprechen". Da schwingt irgendwie die Vorstellung des hilflosen Bürgers mit, der sich einer Obrigkeit ausliefert. Das passt nicht zu einer Demokratie, mit solchen Bürgern funktioniert die nämlich nicht. Besser fände ich die Ausdrucksweise, dass Politiker Ziele formulieren. Damit ist nämlich klar, dass es sich um einen Annäherungsprozess handelt, der sich oftmals nicht vollständig wird realisieren lassen (weil andere Menschen andere Ziele haben, die in Konflikt dazu stehen) oder manchmal eben auch nahezu gar nicht.

  5. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: quineloe 27.03.18 - 09:47

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Besser jemand, der bei veränderter Lage seine Meinung ändert, statt jemand,
    > der nur deshalb stur daran festhält, weil er das vorher mal gesagt hat.

    Das ist ja wohl die Schönrederei des Jahres. Dass Schulz Außenminister werden wollte, nachdem er vor der Wahl das Gegenteil versprochen hat, das fandest du also in Ordnung?

  6. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: Mingfu 27.03.18 - 10:21

    Ja, genau das ist ein schönes Beispiel - ich fand, er hätte Außenminister werden sollen.

    Zum einen aus programmatischen Gründen: Wenn man das Kapitel Europapolitik prominent an die erste Stelle des Koalitionsvertrages setzt, dann hätte die Person, die dafür maßgeblich verantwortlich zeichnet, auch in die Regierung eintreten müssen.

    Zum anderen muss man nur nachvollziehen, warum er wann welche Äußerung getätigt hat, um zu verstehen, dass man das nicht überbewerten sollte. Natürlich sagt er vor der Wahl, dass er nicht in ein Kabinett Merkel eintreten wird. Alles andere wäre sofort als Zeichen für die große Koalition interpretiert worden und damit hätte die SPD erst recht ein Mobilisierungsproblem gehabt (hatte sie in den letzten Wochen vor der Wahl allerdings auch so, weil keine glaubwürdige Machtalternative mehr vorhanden war). Und selbstverständlich sagt er nach der Wahl, dass die SPD eine große Koalition ausschließt, weil ohnehin Jamaika die präferierte Koalition war, so dass die SPD absehbar keine Rolle spielen würde. Da kann man große Töne spucken. Dass die FDP unter Lindner zu einer peinlichen Lachnummer verkommen ist, die keine Regierungsfähigkeit mehr hat, konnte man so tatsächlich nicht wissen. Denn normalerweise sind Sondierungen und Koalitionsverhandlungen in Deutschland weitgehend Formsache und das langwierige Ritual dient vor allem dazu, der eigenen Basis hinterher die zwangsläufigen Zumutungen in den Kompromissen verkaufen zu können - dass man sich nicht hat schnell über den Tisch ziehen lassen.

    Gut, man kann Schulz vorwerfen, dass er zu direkt war, unvorsichtig formuliert hat. Üblicherweise hält man sich als Politiker aus diesen Gründen Hintertüren in seinen Aussagen offen, weil es eben doch anders kommen kann, als man erwartet hat. Dieser Stil ist zwar nicht minder umstritten, aber offenbar notwendig, wenn man sich anschaut, wie kleingeistig die SPD-Basis in dieser Frage schlussendlich reagiert hat.

  7. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: SirFartALot 27.03.18 - 10:34

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Besser jemand, der bei veränderter Lage seine Meinung ändert, statt jemand,
    > der nur deshalb stur daran festhält, weil er das vorher mal gesagt hat.
    > Zumal Politiker auch selten aus freien Stücken umschwenken, sondern sie
    > vielfach mit dem Problem konfrontiert sind, dass das, was sie befürworten,
    > so nicht mehrheitsfähig ist. Um Mehrheiten dafür zu erhalten, muss man dann
    > eben Änderungen vornehmen, Kompromisse eingehen.

    Wie eine Fahne im Wind. Kennen wir schon.

    "It's time to throw political correctness in the garbage where it belongs" (Brigitte Gabriel)

  8. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: Nikolai 27.03.18 - 11:17

    > Aber aus irgendeinem Grund wird denen tatsächlich zugestanden, ihre
    > "Meinung" alle paar Tage ändern zu dürfen.

    Du hättest also lieber verbohrte, faktenresistente Typen die selbst nachdem man ihnen das Gegenteil bewiesen hat weiter Blödsinn verbreiten?

  9. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: Nikolai 27.03.18 - 11:19

    > Wie eine Fahne im Wind. Kennen wir schon.

    Es gibt auch Leute die seit den 30er Jahren NICHTS dazu gelernt haben!

  10. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: quineloe 27.03.18 - 17:08

    cool, ich dachte ich müsste mich erst ein wenig die Lügenliste der Politiker nach unten arbeiten, bis wir das Level der Lüge finden, das für dich akzeptabel ist, aber du gibst ja gleich zu dass sogar Versprechen brechen um sich persönlich zu bereichern (Bundesminister kriegen deutlich mehr als Abgeordnete) für dich schon okay ist.

  11. Re: journalistische Überspitzungen

    Autor: quineloe 27.03.18 - 17:10

    Nikolai schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Aber aus irgendeinem Grund wird denen tatsächlich zugestanden, ihre
    > > "Meinung" alle paar Tage ändern zu dürfen.
    >
    > Du hättest also lieber verbohrte, faktenresistente Typen die selbst nachdem
    > man ihnen das Gegenteil bewiesen hat weiter Blödsinn verbreiten?

    Das kriegen wir aber nicht. Wir haben das, was du da genannt hast (verbohrte, faktenresistente Typen die selbst nachdem man ihnen das Gegenteil bewiesen hat weiter Blödsinn verbreiten), und wir haben Leute wie Heiko Maas, die zuerst auf einem richtigen Standpunkt stehen, und sich dann zu Scheiße überreden lassen (Netzwerkdurchsetzungsgesetz), weil es gerade opportun ist.

    Was wir nicht haben sind Politiker die Blödsinn verbreiten, und dann nachdem ihnen das Gegenteil bewiesen wurde, ihre Meinung ändern.

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