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"Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

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  1. "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: Dadie 21.11.14 - 00:03

    Meine Erfahrung mit Betriebsräten ist da eher trüber. Hatte schon mit den unterschiedlichsten Arten von Betriebsräten zu tun.

    Da hätten wir einmal die Korrupten bzw. die nur dort sind für zusätzliche Entlohnung. Den Mitgliedern dort ist in der Regel der Posten (und die Vorteile des Postens) wichtiger als das Wohlergehen der anderen Arbeitnehmer.

    Dann hatte ich auch das schlechte Vergnügen einem Betriebsrat kennen zulernen der für seine Mitarbeiter kämpft. Leider nur für die alten Mitarbeiter die bald in Rente gehen. Auszubildende und neue Mitarbeiter dürfen ruhig über Sub-Unternehmen rein kommen. Und überhaupt, wichtig sind nur die 50 Jahre und älter Mitarbeiter, der Rest soll doch bitte einfach alles ertragen. Ausgebildet wird nicht oder kaum und Perspektive sollte man denen auch nicht geben.

    Und dann durfte ich auch mal den zahnlosen Betriebsrat erleben. Der Arbeitgeber hat nur das Wort "Eventuell" und "Entlassungen" im Mund und schon kuscht der Betriebsrat aus Angst. Am Ende will man dann hart gekämpft haben und konnte großartige Kompromisse herausschlagen! Niemand wird entlassen und alle verzichten auf X% ihres Lohns. Und alle so am Schreien "Yeah ..."


    Und gerade bei einem Onlinehändler dürften die Arbeitnehmer unglaublich ersetzbar sein. Ist doch im Supermarkt nicht groß anders. Entweder man erledigt den Knochenjob für 300¤ auf 35h pro Monat (die Real 15h pro Woche sind zzg. falscher Buchführung um das zu verschleiern) oder irgendwer anders tuts. Da wird nicht groß Diskutiert.

    Und sollte sich dort dennoch ein Betriebsrat bilden, werden einfach alle Arbeitnehmer entlassen (bzw. das Unternehmen gezielt beendet und neugegründet) und ein Sub-Unternehmen als Dienstleister stellt dann die Arbeitnehmer für den Betrieb. In der Regel können die Arbeitnehmer dann vom alten Betrieb direkt in das Sub-Unternehmen wechseln. Hat auch gleich den Vorteil, dass man Steuern sparen kann. Das Sub-Unternehmen liegt im Ausland und stellt hohe Rechnung für Dienstleistungen. Die Bezahlt der Betrieb um seinen Gewinn niedrig zu rechnen.

    Und man hört natürlich nicht bei einem Sub-Unternehmen auf. Möglichst viele Sub-Unternehmen sollten es sein. Jedes Sub-Unternehmen mit seiner eigenen Uniform. Den Arbeitnehmern soll bewusst sein, dass es genug Ersatz gibt und dass sie wenn nur für einen kleinen Teil der Belegschaft kämpfen. Am Besten spielt man die unterschiedlichen Gruppen noch gegenseitig aus. Die Arbeitnehmern sollen sich gegenseitig hassen um ja nicht solidarisch miteinander zu "kämpfen".

    Das geht auch ziemlich einfach. Wir hatten bei uns eine Tafel damals hängen. Für jedes Sub-Unternehmen standen die anzahl der Tage seit denen es zu keinem Unfall bei einem Mitarbeiter des Sub-Unternehmen gekommen war. Schnell wurde das eine Art "Wer ist am längsten Unfallfrei"-Wettbewerb. Die Arbeitnehmer meldeten Teilweise Unfälle nicht und unter den Sub-Unternehmen gab es Anfeindungen und Schadenfreude wenn jemand vom "gegnerischen Lager" einen Unfall hatte und der Zähler auf 0 gesetzt wurde.

    Aber vielleicht ist es ja im Osten, Süde oder Norden anders und nur im Westen des Landes sind derartige Zustände existent ...

  2. Re: "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: manitu 21.11.14 - 02:14

    hier gab es thema betriebsrat schonmal: https://forum.golem.de/kommentare/internet/betriebsraete-it-mitarbeiter-organisieren-sich-kaum/300-unbezahlte-ue-stunden-betriebsrat-reagiert-nicht/87877,3956890,3957626,read.html

  3. Re: "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: Anonymer Nutzer 21.11.14 - 06:14

    Sind dann aber nicht die Arbeitnehmer selbst schuld wenn sie einen Betriebsrat aufstellen der wie von dir beschrieben handelt?

    Ein Betriebsrat als solches, sofern richtig besetzt, soll doch als bindeglied und vermittlungsstelle zwischen den belangen der Arbeitnehmer und des Arbeitgebers dienen.

  4. Re: "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: 9life-Moderator 21.11.14 - 06:24

    In unserer Firma ist das Wort "Betriebsrat" auch ein an Blasphemie grenzender Begriff. Und bei jedem Personalgespräch wird bei Gehaltsfragen auf "die schwierige Kundensituation" hingewiesen und mehrere Jahre werden Nullrunden gefahren (was einem realen Verlust für die AN bedeutet). Doch im Betriebseigenen "Newsletter" werden jedes Jahr tolle und ertragreiche Jahresabschlüsse gefeiert - Und dies haben alles die Mitarbeiter erwirtschaftet, die davon keinen Cent sehen. Weihnachts- oder Urlaubsgeld habe ich seit 12 Jahren nicht mehr bekommen.

    Ich soll einfach kündigen, wenn es mir nicht gefällt? Prima. Mit fast 50 Jahren sehe ich extrem gut gelaunt auf viele Jahre Langzeitsarbeitslosigkeit und vorzeitigen Eintritt ins Rentenalter vor mir (inklusive aller Abstriche der ohnehin knappen Rente). Und das Beste: Unser Haus, was wir uns mit viel Herzblut gebaut haben, wird die Bank sicher gern Zwangsversteigern, wenn wir die Kredite nicht mehr bedienen können...

    Betriebsräte und Gewerkschaften sind sicher die die Lösung auf alle Probleme. Aber sie sind nun mal das EINZIGE legale Mittel, die Arbeitnehmerinteressen zu wahren. Auch wenn es unter den Betriebsräten auch Flaschen und schwarze Schafe gibt.

  5. Re: "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: gaym0r 21.11.14 - 08:10

    9life-Moderator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich soll einfach kündigen, wenn es mir nicht gefällt? Prima. Mit fast 50
    > Jahren sehe ich extrem gut gelaunt auf viele Jahre
    > Langzeitsarbeitslosigkeit und vorzeitigen Eintritt ins Rentenalter vor mir

    Es gibt da nen Geheimtrick, kennt fast keiner: Erst neuen Job suchen, DANN kündigen.

  6. Re: "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: StefanGrossmann 21.11.14 - 08:20

    Wie fühlt man sich denn als Schleifer der unbezahlte Arbeitsstunden gut findet und den betroffenden Kündigungen zustimmt weil die Firma reale Gründe haben könnte?
    Solange sich die Firma nicht richtig dazu äussert sehe ich die hier dargestellte Sachlage als gegeben an. Und diese wirft kein gutes Licht auf Kündigung und Firma.
    Betriebsratbildungsverhinderung ist weit verbreitet.
    Auch in meiner Firma wurde mir auf die Frage nach dem Betriebsrat gesagt:
    Da kann ich Ihnen keine Auskunft geben und sowas ist hier auch nicht erwünscht.
    Und das bei Deutschlands "besten Arbeitgeber", wie man sich selber auszeichnet.

  7. Re: "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: plutoniumsulfat 21.11.14 - 10:54

    muss ab 500 MA nicht ein Betriebsrat gegründet werden?

  8. Re: "Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen" ...

    Autor: StefanGrossmann 21.11.14 - 11:08

    Es gibt vermutlich einen... hab nur noch nicht rausgefunden wer es ist ;)
    Nach 4 Jahren.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.11.14 11:09 durch StefanGrossmann.

  9. Abhilfe schaffen!!!

    Autor: Mannfred 05.12.14 - 14:26

    Hallo,

    Ja Betriebsrat ist so ne Sache......ich hab auch schon diverse Erfahrungen gemacht. Also sowohl positiv als auch negativ. Aber manche sollten sich ruhig Mal bisschen informieren, was ihre Rechte und PFLICHTEN sind ( [www.ifb.de] ) oder noch besser vielleicht gleich ein Seminar besuchen, kann ihn einigen Fällen nicht schaden...
    Ist immer schade wenn es so ne Interessensvertretung gibt und wird die Arbeit nicht ordentlich erledigt!

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