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Campus-Netz = ?

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  1. Campus-Netz = ?

    Autor: nachgedacht 27.09.21 - 19:34

    Lacht mich nicht aus:

    - Kann ich mir so ein Campus-Netz wie ein internes WLAN mit besserer Reichweite (2W statt 100mW) + Voip-tauglichem Handover und geringerer Latenz vorstellen?
    Man bestückt also Smartphones (oder G5-Daten-Sticks) mit eigener SIM und hat dann das interne Netzwerk auf dem Smartphone?

    - Weiß jemand, was so eine Funkzelle (Abdeckung 300x200 Meter) incl. Infrastruktur ungefähr kostet?

  2. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: Stephan2204 27.09.21 - 20:02

    Details kenne ich zumindest mündlich.
    Rechne mal mit einem 6stelligen Betrag für 2-3 Stationen samt Antennen, Core und Netzwerkequipment

  3. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: Poison Nuke 27.09.21 - 20:08

    Stephan2204 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rechne mal mit einem 6stelligen Betrag für 2-3 Stationen samt Antennen,
    > Core und Netzwerkequipment

    die Technik selbst ist unterhalb des 6-stelligen Bereiches, aber Du musst es auch noch einrichten (lassen). Und wenn man ein komplettes Gelände damit ausstatten will, dann landet man schnell im oberen 6-stelligen Bereich.

    Aber ja im Endeffekt ist es nichts weiter als ein etwas besseres WLAN von der Reichweite her, man kann mit weniger Stationen einen größeren Bereich abdecken und konstant hohen Bandbreiten erreichen, die mit WiFi Zellen schwerer zu realisieren sind.

    Es mangelt aber schlichtweg an Endgeräten die sowas unterstützen, man kann ein 5G-iPhone nicht einfach mal in so ein Campus-Netz einbuchen. Und bei Hololens z.B. muss man einen Dongle ranhängen, der jetzt auch nicht unbedingt so elegant ist. Von daher ist selbst das rumtesten aktuell echt mühselig.

  4. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: /lib/modules 27.09.21 - 23:59

    weiß nicht inwiefern du damit vertraut bist, deshalb:
    Wenn man wifi im größeren Stil ausrollt sind die APs auch gar nicht mehr das teure. Die Vorbereitung, Antennen, Halterungen, Kabel, Switchports, Mauerdurchbrüche, verschließen der Brandschotte, Lizenzen, etc machen je nach Installation sogar den Großteil aus.

    Gerade in Gebäuden die weiläufiger sind - und da gehören Flugplätze bzw Instandhaltungsgebäude für Flugzeuge halt dazu - ist da ein Mobilfunknetz deutlich preiswerter.
    Wenn du dann als Firma noch ein paar Technologiefördergelder abgreifen kannst, wirds natürlich erheblich billiger.
    Zumal alles was du so an Core Netz Komponenten hast nur einmal gekauft werden muss...

  5. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: wire-less 28.09.21 - 07:26

    /lib/modules schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > weiß nicht inwiefern du damit vertraut bist, deshalb:
    > Wenn man wifi im größeren Stil ausrollt sind die APs auch gar nicht mehr
    > das teure. Die Vorbereitung, Antennen, Halterungen, Kabel, Switchports,
    > Mauerdurchbrüche, verschließen der Brandschotte, Lizenzen, etc machen je
    > nach Installation sogar den Großteil aus.
    >
    > Gerade in Gebäuden die weiläufiger sind - und da gehören Flugplätze bzw
    > Instandhaltungsgebäude für Flugzeuge halt dazu - ist da ein Mobilfunknetz
    > deutlich preiswerter.
    > Wenn du dann als Firma noch ein paar Technologiefördergelder abgreifen
    > kannst, wirds natürlich erheblich billiger.
    > Zumal alles was du so an Core Netz Komponenten hast nur einmal gekauft
    > werden muss...

    Auch ein 5G Netz auf 3,5GHz Basis ist nicht einfach. Die Ausbreitungseigenschaften sind nicht so viel besser wie bei 5GHz und das Spektrum das ich bekomme ist begrenzt. Und wenn ich das als Service von der Telekom buche wird das sicher kein Schnäppchen. Bei WLAN hab ich mehr Auswahl bei den Dienstleistern.

    Aber schon alleine wegen den Endgeräten würde ich auf WLAN setzen. Das ist Standard in jedem PC/Laptop/Smartphone.

  6. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: einglaskakao 28.09.21 - 09:45

    wire-less schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber schon alleine wegen den Endgeräten würde ich auf WLAN setzen. Das ist
    > Standard in jedem PC/Laptop/Smartphone.

    Stimmt sicherlich für Maschinenbau Müller mit übersichtlichem Betriebsgelände, aber für Fraport am Flughafen Frankfurt am Main wird es sicherlich schwierig WiFi über das gesamte Gelände inkl. Rollbahn mit seamless handover auszurollen.
    Da dürfte Mobilfunk leichter zu realisieren sein.

  7. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: /mecki78 28.09.21 - 12:29

    nachgedacht schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lacht mich nicht aus:
    >
    > - Kann ich mir so ein Campus-Netz wie ein internes WLAN mit besserer
    > Reichweite (2W statt 100mW) + Voip-tauglichem Handover und geringerer
    > Latenz vorstellen?

    Kommt der Sache zumindest nahe. Du hast auch keine Probleme mit den Frequenzen, denn auf diesen Frequenzbändern darf nur 5G laufen (auf WLAN Bändern darf alles laufen, z.B. Bluetooth läuft ja auch im 2,4 GHz Band und auch das 5 GHz Band steht jedem offen) und anders als WLAN kann 5G nicht nur Latenzen, sondern auch Bandbreiten garantieren, wenn du das für bestimmte Dienste oder Sender/Empfänger möchtest (QoS ist fester Teil des Standards). Allerdings brauchst du eine Lizenz, eben weil der Bereich nicht frei ist und die alleine kostet schon Geld.

    Willst du ein großes Fabrikgelände gut abdecken, brauchst du auf jeden Fall mehrere kleine Funkzellen, denn selbst wenn wenige große für Fläche reichen würden, nimmt die Datenrate ab und die Latenz zu je größer du die Zellen machst und nicht alles ist offener Raum im Freien, Wände, Maschinen, Fahrzeuge, usw. die Funkwellen absorbieren oder ungünstige reflektieren tun ihr Übriges.

    Zu den Lizenzkosten, hier gilt folgendes:

    Die Lizenzgebühr wird nach der Formel 1000 ¤ + B · t · 5 · (6 · a1 + a2) berechnet. B ist die Bandbreite in MHz zwischen 10 und 100 MHz in Zehnerschritten. t ist die Laufzeit der Zuteilung in Jahren. a ist die Fläche in km^2, wobei zwischen Siedlungs- und Verkehrsflächen (a1) und anderen Flächen (a2) unterschieden wird. Eine 10-jährige Frequenzzuteilung für 30 MHz auf einer Fläche von 25 ha (500 x 500 m2) würde damit 3250 ¤ kosten (Siedlungsgebiet), was einer jährlichen Lizenzgebühr von 325 ¤/Jahr entspricht.

    > Man bestückt also Smartphones (oder G5-Daten-Sticks) mit eigener SIM und
    > hat dann das interne Netzwerk auf dem Smartphone?

    Nicht unbedingt. Hängt davon ab ob du wirklich ein echtes eigenes Netz betreibst, nur einen virtuellen Slice eines Anbieters nutzt, einen Slice mit lokaler User Plane oder ein Hybridnetz. Für weitergehende Details magst du dir vielleicht das hier mal anschauen (Seite 29 bzw. 31):

    https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Digitale-Welt/leitfaden-5G-campusnetze-orientierungshilfe-fuer-kleine-und-mittelstaendische-unternehmen.pdf

    /Mecki

  8. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: nachgedacht 28.09.21 - 20:43

    Vielen Dank für eure Infos !!!

    Die Kosten vom BMWI bzgl. Lizenzen hatte ich schon gefunden, aber zur Hardware ist es schwierig.

    Mit WLAN kenne ich mich (Sophos UTM mit ca. 10 AP's, Ubiquiti mit ca. 30 AP's, Sonicwall-AP's vor ca. 10 Jahren aufgegeben und natürlich Fritz+Repeater) etwas aus.

    WLAN mit einer Versorgungsgüte wie man das halt vom Mobiltelefon kennt, habe ich noch nicht hin bekommen oder bei anderen gesehen.....
    Stationär ist WLAN einigermaßen OK, aber VOIP über Treppenhäuser, Aufzug, Server-Räume, Stockwerke, Produktionsbereiche hinweg ist mit DECT oder einfach UMTS-Handy+VOIP-Client um einiges brauchbarer hin zu bekommen....

    Natürlich müsste man zwecks geringerer Dämpfung versuchen, Frequenzen um die 700MHz statt 3,x GHz zu bekommen. Bandbreite wäre für mich sekundär.

    Bei "Industrie 4.0" denke ich immer: Maschinen an's LAN (die stehen sowieso fest da), Transport-Roboter + Shopfloor-Geräte kommen auch mit kurzen Unterbrechungen beim WLAN klar und im Hochregal: 60GHz Richtfunk.

  9. Re: Campus-Netz = ?

    Autor: /mecki78 29.09.21 - 14:55

    nachgedacht schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit WLAN kenne ich mich (Sophos UTM mit ca. 10 AP's, Ubiquiti mit ca. 30
    > AP's, Sonicwall-AP's vor ca. 10 Jahren aufgegeben und natürlich
    > Fritz+Repeater) etwas aus.

    Ubiquiti ist ganz billige Hardware. Die verbauen das gleiche Zeug wie 30¤ APs von Noname Anbietern, die verpacken es nur hübscher und verstecken es hinter hübscherer Software. Die größte stärke von Ubiquiti ist deren Marketing, die dir das Zeug als die größte Innovation seit geschnitten Brot verkaufen will.

    Ist zwar schon älter, aber da hat sich nicht viel geändert bis heute:

    http://wlanpros2.project.ihelphosting.com/wp-content/uploads/2013/02/Wi-Fi%20Stress%20Test%20Report.pdf

    Ubiquiti ist mit als erster komplett eingebrochen. Und SonicWALL macht zwar gute Firewalls, aber mit deren APs hatten wir auch eher schlechte Erfahrungen. Sophos kenne ich nur die Firewalls, hatte noch keinen AP von denen und mir missfällt deren Oberfläche und Bedienkonzepte, aber das ist Geschmacksfrage.

    Was APs angeht: Ruckus oder Aruba, weil die spielen in einer komplett anderen Liga. Und dann muss es auch nicht das neuste von neuen sein. Deren 802.11n Netze sind stabiler und liefern bessere Datenraten als so manches 820.11ac Wave2 Netz der Konkurrenz, zumindest dann wenn man eben nicht nur ein Netz mit 10 Teilnehmern hat, die gelegentlich mal ein paar Daten transferieren, sondern mehr so ein Netz mit 200 Teilnehmern die praktisch nonstop Daten transferieren und dazu noch ständig die APs wechseln, weil sie in Bewegung sind. Erst bei so was erkennt man dann die Qualitätsunterschiede zwischen den Herstellern, die auch nur Consumer Elektronik und Antennen verbauen und denen, die Profi-Equipment produzieren.

    5G Hardware wird kaum getrennt angeboten, da die meisten ziemlich überfordert wären die selber zu installieren und korrekt aufzusetzen. Die überlassen das dann einer Firma und die macht ein Komplettangebot, in dem die Hardware bereits enthalten ist. Du kannst die Hardware durchaus auch selber beziehen, aber das ist kein Massenmarktprodukt, dass bei Mediamarkt im Regal steht.

    https://www.cablefree.net/5g-lte/5g-nr-gnodeb-base-station/
    https://www.nokia.com/networks/radio-access/airscale/

    Die Preise dafür gibt es meistens nur auf Anfrage, vor allem deswegen, weil die gar nicht so fest sind, sondern auch davon abhängen wie viel Hardware du abnehmen möchtest.

    Die einzelnen Komponenten sind dabei gar nicht so teuer:

    https://chinaxingheda.en.alibaba.com/product/62331744800-813257063/New_with_Original_Packing_473096A_103_AirScale_Capacity_Base_Station_baseband_NOKIA_ABIA.html

    Allerdings brauchst du mehrere Komponenten. Im Normalfall mindestens eine Managementeinheit (Bases Unit, Base Station, etc.), ein Modul pro Antenne (Remote Unit, Remote Radio Head, etc.) und dann noch die Antennen. Wobei es hier keine feste Aufteilung gibt und bei manchen Herstellern brauchst du mindestens 5 Einheiten. Und einige davon brauchst du mehrfach, da jede Zelle hier einen eigenen Satz braucht. Und du brauchst Software, die bei dir direkt läuft oder Remote beim Hersteller (Cloud RAN).

    Und nichts ist hier kompatibel, jeder Hersteller baut eigene Hardware und Software, die nur zu seinen eigenen Produkten kompatibel ist. Ausgenommen OpenRAN Hardware/Software. Bei OpenRAN sind die Schnittstellen standardisiert, d.h. auch hier arbeitet jede Hard- und Software intern wie auch immer sie möchte, aber da die Schnittstelle nach außen hin spezifiziert ist, lassen sich hier Komponenten unterschiedlicher Hersteller miteinander kombinieren; zumindest theoretisch. Wir alle wissen, dass das nicht immer reibungslos läuft in der Praxis. Wer also nicht auf OpenRAN setzt, der bindet sich fest an einen Hersteller oder muss eines Tages das komplette Netz austauschen.

    /Mecki

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