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Opposite Day?

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  1. Opposite Day?

    Autor: j0hnd0e 20.09.19 - 19:15

    Die Stadtwerke planen ein eigenes Netz, nachdem die Telekom viele Jahre nichts gemacht hat. Dann kommt die Telekom und versucht, ihr Leitungsmonopol zu retten, indem sie doch schnell noch Vectoring anbietet, um den neuen Konkurrenten zu Fall zu bringen. Das ist ihr auch oft genug gelungen: Viele Stadtwerke haben ihre Internetprovider-Pläne wegen wackelnder Einnahmeprognosen wieder in die Schublade gelegt. Aber die Stadtwerke sind die bösen Möchtegern-Monopolisten. Der vielerorts faktische Monopolist Telekom als Verteidiger der Wahlfreiheit? Diese Selbstdarstellung der Telekom ist wohl nur mit "Angriff ist die beste Verteidigung" zu erklären.

  2. Re: Opposite Day?

    Autor: Mett 21.09.19 - 00:45

    Bei uns haben die Stadtwerke ihre lächerlichen FTTB-Tarife angepasst und erweitert, nachdem die Telekom Vectoring im Stadtgebiet ausgebaut hat. Und auch sonst kommen sie mit ihrem FTTB-Ausbau einfach nicht in die Pötte. Da gibt es sicherlich aktivere Stadtwerke mit progressiven Tarifen. Allerdings ist es auch so, dass man über das Telekom-VDSL immerhin Tarife anderer Provider buchen kann. Das sieht bei Glasfaser praktisch ganz anders aus. Insofern hat die Telekom recht. Die Stadtwerke errichten lokale Monopole. Wie ist es da rechtlich? Müssen die Stadtwerke anderen Providern Zugang zu ihren Fasern ermöglichen wie es die Telekom tun muss (wobei es da aktuell keine anderen Provider gibt)?

  3. Re: Opposite Day?

    Autor: 946ben 21.09.19 - 00:46

    Der feine Unterschied: Die Telekom ist Monopolist, weil keiner selbst investieren will. Aber jeder dürfte theoretisch der Telekom Wettbewerb machen.
    Beim Ausbau der Stadtwerke wird aber die Genehmigungsbehörde selbst zum Wettbewerber und nutzt diese Doppelrolle aus, um andere Anbieter aus dem Wettbewerb auszuschließen.
    Das eine ist natürliche Marktwirtschaft, das andere potentiell unlautere Mittel bedingt durch einen Interessenskonflikt.

  4. Re: Opposite Day?

    Autor: Faksimile 21.09.19 - 18:07

    Und Du meinst, bei einem Telekom-GF Anschluss kannst Du problemlos andere Provider buchen?

    Das weise doch mal bitte nach.
    Da ist nämlich, meines Wissens nach, genau so ein Monopol vorhanden.

  5. Re: Opposite Day?

    Autor: Faksimile 21.09.19 - 18:09

    Der bei der Telekom genauso vorhanden ist => siehe Telekom-GF Anschlüsse. Nur durch die Regulierung der BNetzA muss die Telekom ihr CuDA Netz öffnen. Und das macht sie im Grunde genommen verdammt ungern.

  6. Re: Opposite Day?

    Autor: j0hnd0e 21.09.19 - 18:47

    Die Telekom hat vielerorts schon ein Monopol und die Stadtwerke können gar keins aufbauen, weil das Netz der Telekom nicht verschwindet. Die Telekom ärgert sich nur darüber, dass sie ihr existierendes Monopol nicht völlig ungehindert verteidigen darf. Das würde sie gerne tun, indem sie entgegen früherer Aussagen doch ausbaut, aber nur so viel, dass es reicht, die Kalkulation der Stadtwerke zu zerschießen. Das ist antikompetitives Verhalten, das den Ausbau der Breitbandverfügbarkeit hemmt, von einem Unternehmen, das zu 30% dem Staat gehört! Und dieses Unternehmen ist dann so frech, sich als Retter der Wahlfreiheit darzustellen, obwohl die Telekom regelmäßig gegen die Regulierung argumentiert, die ihr die ungeliebte Wahlfreiheit sowieso nur im Kupferbereich auferlegt.

  7. Re: Opposite Day?

    Autor: Bonarewitz 21.09.19 - 22:09

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und Du meinst, bei einem Telekom-GF Anschluss kannst Du problemlos andere
    > Provider buchen?
    >
    > Das weise doch mal bitte nach.
    > Da ist nämlich, meines Wissens nach, genau so ein Monopol vorhanden.

    https://www.heise.de/amp/meldung/Telekom-Konkurrenten-Fuer-Glasfaser-soll-Open-Access-vor-Regulierung-gelten-3900051.html
    -> Wenn die Telekom kein Open Access anbietet oder es keine Einigung gibt, wird reguliert.

  8. Re: Opposite Day?

    Autor: j0hnd0e 21.09.19 - 22:24

    Das soll allerdings alle Netzbetreiber betreffen, insofern wäre der Vorwurf der Telekom an die Stadtwerke Unsinn: Die müssten ihre Netze genauso öffnen oder mit Regulierung rechnen. Ich sehe es übrigens so, dass Monopole unbedingt verhindert oder reguliert werden müssen, und zwar nicht so wischiwaschi wie der verlinkte Vorschlag, sondern mit ganz klaren Vorleistungspreisvorgaben. Meine Kritik richtet sich gegen die Selbstdarstellung der Telekom, die in Deutschland praktisch der einzige Netzbetreiber mit weitreichender Monopolstellung ist, jetzt aber so tut, als würden zusätzliche Netze erst zu Monopolen führen.

  9. Re: Opposite Day?

    Autor: LinuxMcBook 21.09.19 - 23:00

    j0hnd0e schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Telekom hat vielerorts schon ein Monopol und die Stadtwerke können gar
    > keins aufbauen, weil das Netz der Telekom nicht verschwindet.
    Die Telekom hatte immer nur ein CuDA-Monopol, aber schon seit fast 2 Jahrzehnten kein Internet-Monopol mehr. Und es wäre ja noch schöner, wenn neue Unternehmen einfach fordern könnte, dass etablierte "verschwinden" sollen, damit sie selbst ohne irgendwas besser/günstiger zu machen an Kunden kommen.

    > Das ist antikompetitives
    > Verhalten, das den Ausbau der Breitbandverfügbarkeit hemmt, von einem
    > Unternehmen, das zu 30% dem Staat gehört!
    80% der Breitbandverfügbarkeit in Deutschland wird von der Telekom gestellt, und das obwohl niemand anderen Firmen verbietet selbst Leitung zu verlegen...

  10. Re: Opposite Day?

    Autor: Faksimile 21.09.19 - 23:37

    Und der Telekom, aufgrund ihrer Größe und Marktmacht, jederzeit unterlegen ist. Die Telekom kann nämlich, gerade bei den neuen Netzen, jederzeit diesen Provider preislich unterbieten ...

    Nennt man Querfinanzierung und vermiest dem Ausbauer in der Anlaufzeit vielfach gründlich das Business.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.09.19 23:38 durch Faksimile.

  11. Re: Opposite Day?

    Autor: LinuxMcBook 21.09.19 - 23:46

    Zuallererst muss man da erstmal festhalten, dass die regulierte Miete der CuDA (bzw. vor allem das VULA für Vectoring) so gering ist, dass niemand, der selbst eine Leitung besitzt (einschließlich! der Telekom), da mithalten kann.

    1und1 und Co müssen für VVDSL doch keine 20¤ zahlen, dafür lohnt es sich streng genommen doch für niemanden Glasfaser zu verlegen, wenn die meisten Kunden ohnehin nicht mehr als 100 MBit abrufen.

    DOCSIS ist in dem Punkt noch Glasfaser-Schädlicher, da haben die Anbieter ja praktisch gar keine zusätzlichen Fixkosten für zusätzliche Kunden.

  12. Re: Opposite Day?

    Autor: Faksimile 22.09.19 - 10:45

    100/40 habe ich auch seit ein paar Tagen, weil Vodafone den Preis für 16/1 erhöht hat (Bitstream statt TAL). WENN die DG hier ausbauen würde, würde ich auch dort buchen. Interessenbekundung haben sie vorliegen. Ausbauen müssen sie eben.
    "ich-brauche-glasfaser.de"

  13. Re: Opposite Day?

    Autor: j0hnd0e 22.09.19 - 11:03

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zuallererst muss man da erstmal festhalten, dass die regulierte Miete der
    > CuDA (bzw. vor allem das VULA für Vectoring) so gering ist, dass niemand,
    > der selbst eine Leitung besitzt (einschließlich! der Telekom), da mithalten
    > kann.

    Zuallererst muss man festhalten, dass das deine Meinung ist. Es gibt auch in Deutschland Anbieter, die für ca. 20 Euro im Monat die Leitung bereitstellen. Treffendstes Beispiel ist Rhönnet mit 20 Euro für den reinen Anschluss. Für 35 Euro insgesamt bekommt man dort einen echten Glasfaseranschluss mit 100Mbit/s Tarif. Bei der Telekom bekommt man dafür gerade mal DSL mit höchstens 16Mbit/s. Ja, Rhönnet ist einer dieser fiesen Betreiber, die nicht so kalkulieren, als müssten sie das Netz alle sieben Jahre neu bauen. 20¤ im Monat sind 3600¤ in fünfzehn Jahren. Das Netz hält mindestens doppelt so lange.

  14. Re: Opposite Day?

    Autor: LinuxMcBook 22.09.19 - 12:58

    j0hnd0e schrieb:
    > Zuallererst muss man festhalten, dass das deine Meinung ist.
    Nö, Preise kann man ja zum Glück objektiv vergleichen.


    > bereitstellen. Treffendstes Beispiel ist Rhönnet mit 20 Euro für den reinen
    > Anschluss. Für 35 Euro insgesamt bekommt man dort einen echten
    > Glasfaseranschluss mit 100Mbit/s Tarif.
    Wenn du schon Preise vergleichen willst, dann musst du den Rhönnet Tarif mit Festnetzflat als Grundlage nehmen, denn die ist auch bei der Telekom dabei.
    Dann wären wir bei 20¤ Glasfasergebühr + 30¤ für DOPPELRHÖN 100. Bei der Telekom hingegen bekomme ich 100 MBit über Glasfaser für 45¤.
    Aber ich akzeptiere natürlich das Argument, dass nicht jeder einen Festnetzanschluss braucht. Dann kann man aber auch argumentieren, dass es bei der Telekom natürlich auch einen deutlichen Rabatt auf die Verträge gibt, so zahlt man z.B. im Monat teils 30¤ weniger, sodass der Effektivpreis schon wieder vergleichbar ist.

    > Bei der Telekom bekommt man dafür
    > gerade mal DSL mit höchstens 16Mbit/s.
    Und bei o2 oder Vodafone gibt es für den gleichen Preis 100 MBit. Deswegen habe ich bei meiner Argumentation extra den regulierten VULA-Preis erwähnt, weil da eben nicht mal die Telekom als Leitungseigentümer konkurrieren kann....

  15. Re: Opposite Day?

    Autor: j0hnd0e 22.09.19 - 14:34

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deswegen
    > habe ich bei meiner Argumentation extra den regulierten VULA-Preis erwähnt,
    > weil da eben nicht mal die Telekom als Leitungseigentümer konkurrieren
    > kann....

    Und ich habe Rhönnet als Beispiel angegeben, weil die den "Infrastrukturteil" extra ausweisen. Dieser Preisbestandteil dürfte im wesentlichen dem Vorleistungspreis entsprechen. Aber auch sonst gibt es Anbieter, bei denen sehr klar wird, dass 20 Euro im Monat nicht zu wenig sind, um die letzte Meile bereitzustellen. Fiber One bietet z.B. für 30 Euro im Monat einen Gigabit-Tarif.

  16. Re: Opposite Day?

    Autor: Bonarewitz 22.09.19 - 21:43

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und der Telekom, aufgrund ihrer Größe und Marktmacht, jederzeit unterlegen
    > ist. Die Telekom kann nämlich, gerade bei den neuen Netzen, jederzeit
    > diesen Provider preislich unterbieten ...

    Das ist falsch.
    Die Telekom muss noch immer jeden Tarif von der BNetzA genehmigen lassen, damit sowas nicht passieren kann.

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