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Vectoring ist doch gut
Autor: Kalti94 23.03.21 - 19:24
Vectoring dekt von 90% der Haushalte den Breitbandbedarf. Es wäre ökonomisch einfach nur dum gewesen FTTH zu bauen und dann 100 MBit Leitungen zu realisieren.
Es ist schon klar warum die Telekom Konkurrenten Vectoring verfluchen... . Zum einen müssten diese ihre Technik abbauen und zum anderen können sie eben nun keine Glasfaserkabel billig von der Telekom mieten.
Die Telekom hat ebenso wie die Post und die Bahn die Aufgabe wirtschaftlich zu arbeiten. IMHO sollte Telekom und Bahn wieder ohne Gewinnzwang verstaatlicht werden. Was helfen uns drei schlechte Mobilfunknetze, die ständigen Ausschreibungen im Nahverkehr und hunderte kleine Glasfasernetze? Oder wie Böhmermann sagte: Man braucht ja auch nicht rotes, blaues und magenta farbiges Wasser aus der Leitung. -
Re: Vectoring ist doch gut
Autor: Oktavian 23.03.21 - 19:57
> Es ist schon klar warum die Telekom Konkurrenten Vectoring verfluchen... .
> Zum einen müssten diese ihre Technik abbauen und zum anderen können sie
> eben nun keine Glasfaserkabel billig von der Telekom mieten.
Und zum Dritten sind eben von 90% der Bürger die Bedürfnisse erfüllt. Wer vorher DSL3000 hatte, lässt sich eher eine Glasfaser mit passendem Vertrag zu erheblichen Kosten aufschwatzen als jemand, der VDSL 250 hat. Wenn aber in einem schon erschlossenen Gebiet nur noch 10% einen echten Bedarf haben und weitere 30% die Faser halt nehmen, wenn es denn nicht mehr kostet, dann rechnet sich der Ausbau nicht mehr.
> Die Telekom hat ebenso wie die Post und die Bahn die Aufgabe wirtschaftlich
> zu arbeiten. IMHO sollte Telekom und Bahn wieder ohne Gewinnzwang
> verstaatlicht werden.
Die Bahn ist zu 100% staatlich. Man hätte sie gerne an die Börse gebracht, hat sie auch dafür "hübsch" gemacht, dann aber doch nie etwas verkauft.
Den Aktionären der Telekom könnte man die Aktien wieder abkaufen. Nur wer will sich das leisten? Und wie ist ein Reverstaatlichung mit europäischen Recht vereinbar?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.03.21 20:01 durch Oktavian. -
Re: Vectoring ist doch gut
Autor: senf.dazu 24.03.21 - 10:51
Kalti94 schrieb:
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> Es ist schon klar warum die Telekom Konkurrenten Vectoring verfluchen... .
> Zum einen müssten diese ihre Technik abbauen und zum anderen können sie
> eben nun keine Glasfaserkabel billig von der Telekom mieten.
Im letzten Jahr sind 1 Mio FTTH Anschlüsse neu erstellt worden. Nur 500000 davon von der Telekom. Die jährlichen Telekomunikations-Investitionssummen von Telekom und Konkurrenz unterscheiden sich seit Jahren nicht sonderlich, jeweils gute 4 Mrd/a. (aktuelle VATM Breitbandstudie). Die Telekom wird gerade von der Konkurrenz überholt und wird mit dem Wechsel zu FTTH einen guten Teil des Marktantteils an der Netzlandschaft verlieren - nix mehr 100% und überall sind wir schon. Ist aber ok so - wer 50J seine Abschreibungen nicht mehr in die allerletzte Meile investiert sondern nur in die vorletzte ..
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> Die Telekom hat ebenso wie die Post und die Bahn die Aufgabe wirtschaftlich
> zu arbeiten. IMHO sollte Telekom und Bahn wieder ohne Gewinnzwang
> verstaatlicht werden. Was helfen uns drei schlechte Mobilfunknetze, die
> ständigen Ausschreibungen im Nahverkehr und hunderte kleine Glasfasernetze?
> Oder wie Böhmermann sagte: Man braucht ja auch nicht rotes, blaues und
> magenta farbiges Wasser aus der Leitung.
Es gibt keine hunderte finanzkräftige Anbieter (mehrere Mrd ¤ für den FTTH Ausbau in den nächsten Jahren) im FTTH Markt. Im letzten Jahr gab's von den zusätzlichen +1 Mio FTTH Anschlüssen im wesentlichen Telekom (+0.5 Mio FTTH) und Deutsche Glasfaser (+0.36 Mio FTTH Anschlüsse, 7 Mrd ¤ für den FTTH Ausbau verfügbar). Seit neuestem gibt's auch weitere Anbieter wie Telefonica mit Allianz als Investor dahinter (5 Mrd ) die offenbar an dem Geschäftskonzept der Deutschen Glasfaser und damit an langlaufenden Infrastrukturinvestitionen gefallen gefunden haben.
Warum man in einer Phase in der gerade der Festnetz (FTTH) Wettbewerb anfängt Gehen zu lernen verstaatlichen sollte bleibt mir schleierhaft. Im Mobilfunk gibt's eh mehrere Wettbewerber die auch gerne mal versuchen mit ihrer gemeinschaftlichen Markthoheit neuen Anbietern das Leben schwer zu machen. Der Wettbewerb läuft also. Selbst fehlende Auflagen für Mobilfunk haben inzwischen wohl genügend politische Rückendeckung.
Bei uns ist vor gut 5..10J FTTC von HTP ausgebaut worden. Vor 1..2J FTTH von Deutsche Glasfaser. Beides privatwirtschaftlich. Für HTP war das sicherlich Verschleuderung von Investmitteln - die werden ihre Amortisation bis zum Abwandern von mehr als 40% der besser zahlenen Kunden wohl nur so gerade eben hinbekommen haben.
Ich würd die Frage ob sinnvoll für die Kunden mal davon abhängig machen - ob denn vor 5..10J die mindertiefe Ausbautechnik mit Erdraketen schon einsatzreif gewesen wäre. Bundes- und kommunalpolitisch war sie's vielleicht noch nicht so richtig, technisch vielleicht schon so grad eben ?
Man darf auch nicht übersehen das FTTH die Außenbereiche besser anbindbar macht - im Gegensatz zu FTTC kriegt man auch bei etwas längeren Leitungen Datenraten die die Kunden glücklich machen. Sprich das macht den Unterschied zwischen 90% und 100%.
8 mal bearbeitet, zuletzt am 24.03.21 11:10 durch senf.dazu. -
Vectoring ist der Glasfaserkiller überhaupt
Autor: solary 24.03.21 - 11:38
>Und zum Dritten sind eben von 90% der Bürger die Bedürfnisse erfüllt. Wer vorher DSL3000 hatte, >lässt sich eher eine Glasfaser mit passendem Vertrag zu erheblichen Kosten aufschwatzen als >jemand, der VDSL 250 hat. Wenn aber in einem schon erschlossenen Gebiet nur noch 10% einen >echten Bedarf haben und weitere 30% die Faser halt nehmen, wenn es denn nicht mehr kostet, >dann rechnet sich der Ausbau nicht mehr.
Genau das ist das Problem. das haben viele noch nicht erkannt, Glasfaser kommt einfach zu spät.
Wer VDSL-100 hat wird in 1 Jahr vielleicht auf 250 umsteigen, aber das reicht dann wieder für 2-3 Jahre.
Das ist leider die Masse, nur die mehr Upload brauchen wie ich und 2-3 andere würde sagen, Glasfaser ist die Zukunft und unterschreiben, aber das sind 10-15%, dafür wird die Telekom keine Bagger kommen lassen, auch wenn ein Vdsl-250 Kunde auf Glas-250 umsteigt verdient die Telekom mit Glück 5¤ mehr, Glasfaser rechnet sich einfach nicht mehr.
Nur wenn viele für 500-1000mb/s mehr als 80¤ zahlen kommt die Telekom auf einen grünen Zweig.
Aber wer zahlt 80¤, wenn Vodafone mit ihr 49¤ Angebot kommt, Vodafone hat ihr 1GB Netz auch
gut in Deutschland verteilt, die bleiben ja auch nicht stehen, wenn die erst mal mit 200-1000 Upload kommen macht das Glasfaser so gut wie überflüssig.
Da kann die Telekom einpacken.
Es gibt immer noch Glasfaser Befürworter wie mich und viele it Leute, aber das wird nicht für
20-60 Mrd. Investitionen reichen, und die Ausgebauten Gebiete bekommen auch keine Förderung.
Glasfaser kommt einfach 4-5 Jahre zu spät.
Klar war Vectoring für viele ein Segen, aber nebenbei hätte die Telekom in kleinen Schritten schon mal mit FHHB anfangen können, z.B. Neubauten generell mit Glas & Kuper versorgen, viele Neubauten die erst jetzt fertig wurden haben nicht mal Glas im Keller.
So wären wir vielleicht schon bei 20%, jetzt fangen wir eigentlich bei null an mit wenigen Ausnahmen. -
Re: Vectoring ist doch gut
Autor: /mecki78 24.03.21 - 14:17
Kalti94 schrieb:
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> Vectoring dekt von 90% der Haushalte den Breitbandbedarf.
Hätte man die ursprünglichen Pläne der deutschen Bundespost damals umgesetzt, wären bis 2015 100% der Haushalte mit Glasfaser versorgt gewesen. Aber dann kam die Telekom und die wollte lieber erst mal weiter Geld mit Kupfer verdienen, als Glasfaser zu verlegen. Und während die restliche Welt Glasfaser verlegt hat, gab es in Deutschland nur ein Kupferupgrade nach dem anderen. Und deswegen sieht das heute so aus:
Und deswegen haben viele heute gar kein Breitbandinternet, was an der geringen Reichweite dieser Technologien liegt:
Im Vergleich: Glasfaser kommt ohne Verstärker problemlos 20 km weit und das mit 10 Gbit/s pro Ader (XG-PON)
/Mecki



