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  5. › Überbauen: Telekom setzt…

Wirtschaftlich verständlich

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  1. Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Oktavian 25.07.17 - 18:56

    Natürlich tun sie das, und es wäre auch verrückt, wenn Sie es nicht täten.

    Auch die Telekom verfügt nicht über unbegrenzte Finanzmittel und muss somit priorisieren, wo sie was investieren. Das Mittel ist die Investitionsrechnung.

    Wenn eine Gegend quasi ausschließlich von der Telekom mäßig versorgt wird, warum soll man gerade da investieren. Es bindet viele Mittel, und da der Kunde nur bereit ist, sehr wenig mehr bis überhaupt nicht mehr zu zahlen, rechnet sich die Investition allenfalls auf unsinnig langen Zeiträumen.

    Man kann diese Mittel besser für Projekte einsetzen, die sich schneller rechnen und dann Gewinn abwerfen.

    Falls aber dann ein anderer in einem so unterversorgten Bereich investieren will, ändert sich plötzlich die Rechnung. Die regelmäßigen Einnahmen für mäßige Leistung drohen wegzufallen. Also investiert man nun auch dort. Zwar rechnet sich das immer noch nicht, aber es vermeidet, dass die Einnahmen wegfallen. Zudem hat es den Nebennutzen, der Konkurrenz zu schaden.

    Das ganze nennt sich Opportunitätskosten. Natürlich ist das volkswirtschaftlicher Unsinn, aber betriebswirtschaftlich ist es sinnvoll. Vielleicht war das der Fehler bei der Privatisierung der grauen Post, man hat sie dazu verdammt, Gewinn machen zu müssen.

  2. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Faksimile 25.07.17 - 19:14

    Da könnte ja der große mittelbare und unmittelbar Miteigentümer (Bundesrepubilk Deutschland) mal vokswirtschaftlich auf die Entscheidungen der Telekom einwirken.

  3. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Oktavian 25.07.17 - 19:24

    > Da könnte ja der große mittelbare und unmittelbar Miteigentümer
    > (Bundesrepubilk Deutschland) mal vokswirtschaftlich auf die Entscheidungen
    > der Telekom einwirken.

    Warum sollte er?

    Die Gewinne der Telekom fließen zu nicht unerheblichen Teilen in den Bundeshaushalt. Jede Subvention, die an die Telekom gezahlt wird, fließt indirekt langfristig wieder in die Haushalte zurück.

    Eine Entscheidung, die die Gewinne der Telekom beträchtlich schwächen würde, wäre für den Staat aus finanzieller Sicht wiederum schädlich.

    Zudem wären Entscheidungen eines Hauptaktionärs, die die Marktsituation des Unternehmens beträchtlich schwächen würden, aktienrechtlich zumindest bedenklich. Ein Aktionär würde die anderen massiv schädigen. Evtl. könnte der Staat in Haftung genommen werden.

    Die anderen großen Spieler auf dem Markt sind eher ausländische Konzerne, die wiederum ihre Gewinne woanders versteuern.

    Vertrackte Situation.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.17 19:29 durch Oktavian.

  4. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Faksimile 25.07.17 - 19:37

    Das kann man auch gesetzgeberisch.

  5. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Oktavian 25.07.17 - 19:43

    > Das kann man auch gesetzgeberisch.

    Natürlich, das wäre dann aber ein merkwürdiges Verständnis von der Freiheit des Marktes.

    Erst verkauft man das Netz mit dem Versprechen der Freiheit des Marktes unter gewissen regulatorischen, vor der Privatisierung bekannten Bedingungen. Reguliert wird das Monopolnetz, nicht aber die unternehmerische Entscheidung.

    Danach will man genau bei dem Unternehmen die Freiheit der Investitionsentscheidungen per Gesetz massiv beschränken? Hört sich für mich schwierig an.

    Und wie gesagt, warum sollte der Gesetzgeber das? Die schwarze Null muss stehen, man würde sich nur ins eigene Fleisch schneiden.

    Wenn der Staat unternehmerische Entscheidungen lenken will, dann hat er durch Förderungen das Mittel der Wahl. Das vergibt er diskriminierungsfrei.

  6. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Faksimile 25.07.17 - 19:52

    Kann er ja, wenn er z.B. Förderungen nur fü tatsächlichen FTTB/H Ausbau vergibt und gleichzeitig ein Überbauverbot für GF-Ausbaugebiete verordnet.
    Die Privatisierung war übrigens eine EU geforderte!
    Und das Privatunternehmen nicht für den Kunden und die Volkswirtschaft entscheiden, da regt sich ja gerade die Republik über die Automobilwirtschaft auf ...
    Die Privatwirtschaft interessiert Regeln nicht wirklich. Geld ist wichtiger.

  7. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Oktavian 25.07.17 - 20:02

    > Kann er ja, wenn er z.B. Förderungen nur fü tatsächlichen FTTB/H Ausbau
    > vergibt und gleichzeitig ein Überbauverbot für GF-Ausbaugebiete verordnet.

    Also man fördert nicht nur exklusiv eine Technologie, sondern garantiert dem Gewinner auch gleich noch ein Monopol. Merkwürdiges Verständnis von Marktwirtschaft. Das klingt fast so, als hätte man aus den Fehlern der Vergangenheit wenig gelernt.

  8. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: DerDy 25.07.17 - 20:08

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da könnte ja der große mittelbare und unmittelbar Miteigentümer
    > (Bundesrepubilk Deutschland) mal vokswirtschaftlich auf die Entscheidungen
    > der Telekom einwirken.
    Quatsch. Nur unterlegene Konkurrenten fordern das. Und das ist echt totaler Blödsinn.
    ICh wette in Uelzen gibt es mehr als eine Apotheke, mehr als eine Tankstelle, mehr als ein Arzt, mehr als ein Supermarkt, mehr als ein Optiker, mehr als ein Autohaus, mehr als ein Friseur, mehr als ein Gärtner, etc.

    Wenn man keine Ahnung hat, dann sollte man sich auch besser nicht dem Wettbewerb stellen. Punkt.

  9. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Faksimile 25.07.17 - 20:55

    Man emöglicht ihm einen zeitweise gesicherten Markteintritt als quasi Welpenschutz. Das kann meinetwegen auch von der wirtschaftlichen Größe des Unternehmens abhängen.
    Größere und längerfristig am Markt tätige Unternehmen bräuchten das nicht unbedingt. Aber der Marktführer darf jeden, der "seine Nase herausstreckt" und nicht bei ihm selber als Reseller zukauft, sofort kaputtmachen?

  10. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Faksimile 25.07.17 - 21:01

    Eine Apotheke konkurriert mit der anderen Apotheke in gewissem Umkreis durch Laufkundschaft bzw. die (meistens vorhandene) örtliche Nähe von Facharztansmmlung zu anderer Facharztansammlung. Auch hier gibt es bestimmt Konzentrationen auf nur wenige Anbieter. Jedenfalls ist das an meinem Wohnort so. Und in den anderen genannten Branchen ist das auch vielfach so. => Lokale Oligopole
    Aber das kannst oder willst Du wahrscheinlich gar nicht sehen.

  11. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: DerDy 25.07.17 - 21:06

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine Apotheke konkurriert mit der anderen Apotheke in gewissem Umkreis
    > durch Laufkundschaft bzw. die (meistens vorhandene) örtliche Nähe von
    > Facharztansmmlung zu anderer Facharztansammlung.
    Ja, und für die eine Apotheke ist die andere Apotheke eine Konkurrent, die ihm ein Teil der Laufkundschaft wegnimmt.
    Warum sollte es bei Providern anders sein? Eigentlich hast du mit deinem Beispiel nur erklärt, dass es gut ist, wenn der Kunde zwischen mehreren Providern wählen darf. Und das es solche Konstellationen überall gibt. Doch du willst ein Monopol, ja du schreist doch, dass die Telekom 5 Jahre nicht ausbauen sollte.

    > => Lokale Oligopole
    Uelzen hat LuneCom und Telekom, passt doch.

    Danke für dein Beistrag, um meine Aussage zu bestätigen.

  12. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Faksimile 25.07.17 - 22:32

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Faksimile schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Eine Apotheke konkurriert mit der anderen Apotheke in gewissem Umkreis
    > > durch Laufkundschaft bzw. die (meistens vorhandene) örtliche Nähe von
    > > Facharztansmmlung zu anderer Facharztansammlung.
    > Ja, und für die eine Apotheke ist die andere Apotheke eine Konkurrent, die
    > ihm ein Teil der Laufkundschaft wegnimmt.

    Die Laufkundschaft kommt typischerweise aus einem bestimmten Umkreis. Kein Kunde/Patient wird ausserhalb des Notdienstes zu einer weiter entfernten Apotheke gehen. Daher ist der Kundenstamm durch die örtliche Nähe zu den Arztpraxen im Haus oder nebenan sowie einen gewissen Radius gegeben. Und innerhalb dieses "Radius" wirst Du kaum eine andere Apotheke finden => stark örtlich begrenztes Monopol. Zum anderen gibt es auch bei den Apotheken eine Eigentümerkonzentration => Oligopol wenn nicht sogar Monopolisierung.

    > Warum sollte es bei Providern anders sein? Eigentlich hast du mit deinem
    > Beispiel nur erklärt, dass es gut ist, wenn der Kunde zwischen mehreren
    > Providern wählen darf. Und das es solche Konstellationen überall gibt. Doch
    > du willst ein Monopol, ja du schreist doch, dass die Telekom 5 Jahre nicht
    > ausbauen sollte.
    >
    > > => Lokale Oligopole
    > Uelzen hat LuneCom und Telekom, passt doch.
    >
    > Danke für dein Beistrag, um meine Aussage zu bestätigen.

    Nur die Marktmacht von Lünecom und Telekom ist eben nicht vergleichbar. Lünecom will in den Markt mit Glasfaser. Telekom ist marktbeherrschend durch das Eigentum an der TAL. Und daher ist eine Vergleichbarkeit und Marktgleichheit nicht gegeben!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.17 22:45 durch sfe (Golem.de).

  13. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: DerDy 26.07.17 - 00:06

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Apotheke Bla bla...
    Das Apothekenthema ist ziemlich ausgelutscht und trägt nicht weiter zur Klärung bei.

    > Nur die Marktmacht von Lünecom und Telekom ist eben nicht vergleichbar.
    Und das bedeutet was? Auf einem Markt sind die Größen der Anbieter selten ausgeglichen. Warum sollte das auch so sein? Willkommen in der realen Marktwirtschaft. Marktwirtschaft ist kein Ponyhof, hier entscheidet das Angebot.

    > Lünecom will in den Markt mit Glasfaser.
    1. Warum jetzt erst? Warum nicht schon vor knapp 20 Jahren bei der Marktliberalisierung? Ist es die Schuld der Telekom, dass LüneCom 20 Jahre verpennt hat?
    2. LüneCom baut kein Glasfasernetz, sondern ist nur für 25 Jahre Pächter. Die Erdarbeitent macht also jemand anderes und LüneCom setzen sich wie ein Reseller in ein gemachtes Nest. Das findest du wirklich so toll? Naja, ich finde es besser, wenn jemand auch wirklich ausbaut und nicht nur Tarife verramscht.

    > Telekom ist marktbeherrschend durch das Eigentum an der TAL.
    Und durch das ständige Ausbauen weiterer Internetinfrastrukturen. Sonst wären ja bereits alle Kunden zu anderen Provider gewechselt.
    Zudem ist die TAL doch ein weiterer Grund dafür, dass die anderen Provider schon längst ein eigenes Netz hätten aufbauen können. Stattdessen haben sie lieber sich billig eingemietet. Ach ja, macht LüneCom jetzt genauso, sie baut gar kein FTTH Netz. Das Netz baut LK Uelzen für 12 Mio Steuergelder und verpachtet es dann an LüneCom.

    > Und daher ist eine Vergleichbarkeit und Marktgleichheit nicht gegeben!
    Ein Vergleich ist für dich nicht gegeben, aber Regularien gegen die Telekom ist okay, die ohne Steuergelder ein eigenes Netz ausbaut. Das soll jemand verstehen.

  14. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: plutoniumsulfat 26.07.17 - 20:26

    Genial, im einen Thread findest du es verwerflich, dass der Landkreis selbst gar nicht ausbaut, sondern ein anderer Anbieter, hier ist es au einmal andersherum. Argumentativ klasse!

  15. Re: Wirtschaftlich verständlich

    Autor: Faksimile 27.07.17 - 10:44

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Faksimile schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Apotheke Bla bla...
    > Das Apothekenthema ist ziemlich ausgelutscht und trägt nicht weiter zur
    > Klärung bei.
    >
    Stimmt, weil es ein unpassendes Beispiel war.

    > > Nur die Marktmacht von Lünecom und Telekom ist eben nicht vergleichbar.
    > Und das bedeutet was? Auf einem Markt sind die Größen der Anbieter selten
    > ausgeglichen. Warum sollte das auch so sein? Willkommen in der realen
    > Marktwirtschaft. Marktwirtschaft ist kein Ponyhof, hier entscheidet das
    > Angebot.
    >
    Also hälst Du Monopole oder Oligopole für sinnvoll, da diese Unternehmen dann am Markt mehr oder weniger (meistens mehr) tun und lassen können, was sie wollen?

    > > Lünecom will in den Markt mit Glasfaser.
    > 1. Warum jetzt erst? Warum nicht schon vor knapp 20 Jahren bei der
    > Marktliberalisierung? Ist es die Schuld der Telekom, dass LüneCom 20 Jahre
    > verpennt hat?

    Und das wäre vor 20 Jahren noch einfacher gewesen?

    > 2. LüneCom baut kein Glasfasernetz, sondern ist nur für 25 Jahre Pächter.
    > Die Erdarbeitent macht also jemand anderes und LüneCom setzen sich wie ein
    > Reseller in ein gemachtes Nest. Das findest du wirklich so toll? Naja, ich
    > finde es besser, wenn jemand auch wirklich ausbaut und nicht nur Tarife
    > verramscht.
    >
    > > Telekom ist marktbeherrschend durch das Eigentum an der TAL.
    > Und durch das ständige Ausbauen weiterer Internetinfrastrukturen. Sonst
    > wären ja bereits alle Kunden zu anderen Provider gewechselt.

    Eben. Und das wären in der Gegend auch alles nur Reseller gewesen, da die TAL ja der Telekom gehört ...
    Was dann mit Deiner Argumentation nicht so ganz passt.
    Der Kreis versucht ja gerade in Zusammenarbeit mit LüneCom eine, auch technisch komplett neue Alternative aufzubauen, die dann wohl von der Telekom "bekämpft" wird.

    > Zudem ist die TAL doch ein weiterer Grund dafür, dass die anderen Provider
    > schon längst ein eigenes Netz hätten aufbauen können. Stattdessen haben sie
    > lieber sich billig eingemietet. Ach ja, macht LüneCom jetzt genauso, sie
    > baut gar kein FTTH Netz. Das Netz baut LK Uelzen für 12 Mio Steuergelder
    > und verpachtet es dann an LüneCom.
    >
    Ob das Netz der LüneCom oder dem Kreis (indirekt also dessen Bürgern) gehört, ist doch nebensächlich.
    Dein Verweis darauf, das LC dann nur Reseller ist, gilt dann auch für die Reseller der Telekom => ergo dann kein Wettbewerber.

    > > Und daher ist eine Vergleichbarkeit und Marktgleichheit nicht gegeben!
    > Ein Vergleich ist für dich nicht gegeben, aber Regularien gegen die Telekom
    > ist okay, die ohne Steuergelder ein eigenes Netz ausbaut. Das soll jemand
    > verstehen.

    Ein marktbeherrschendes Unternehmen, aufgrund des Eigentums an der CuDA-TAL, muss eben mit gewissen Regularien rechnen. EU-Recht lässt grüßen!

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