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Überwachung von öffentlichen Facebook-Posts? Skandal!

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  1. Überwachung von öffentlichen Facebook-Posts? Skandal!

    Autor: carsten.wawer 09.08.12 - 13:15

    Ernsthaft: Wenn ich gleich vor die Tür gehe und auf die gegenüberliegende Häuserwand in großen Lettern vermerke: "Habe Durchfall, fühle mich schlecht", dann ist es doch keine "Überwachung", wenn jemand von der Stadt vorbeikommt und dies notiert. So unwichtig das für die Stadt auch sein mag.

    Es wird wohl noch etwas dauern bis die digitalen Steinzeitmenschen verstehen werden, wie man Kommunikation in den sozialen Medien betreibt.

    Lernt mit dem Medium umzugehen, anstatt Überachung zu rufen, wo euch nur jemand zuhört!

  2. Re: Überwachung von öffentlichen Facebook-Posts? Skandal!

    Autor: jeegeek 09.08.12 - 13:36

    Da stimme ich dir zu. Wer öffentlich Inhalte verfügbar macht muss auch damit leben das diese auf welche Art auch immer verwertet werden. Kein Mensch mit klaren Verstand würde sich in die Innenstadt stellen und laut schreien "Leute ich habe Durchfall", aber bei Twitter, Facebook und andere wird es sofort geschrieben...

    Grüße

  3. Re: Überwachung von öffentlichen Facebook-Posts? Skandal!

    Autor: Charles Marlow 09.08.12 - 14:05

    > Ernsthaft

    Nein, IMO. Denn ausser deiner gibt es noch andere Meinungen, die mindestens genauso "ernsthaft" sind.

    > Wenn ich gleich vor die Tür gehe und auf die gegenüberliegende
    > Häuserwand in großen Lettern vermerke

    Gehört die Hauswand dann auch einer grossen Firma, die die Informationen systematisch sammelt und weiterverkauft?

    > dann ist es doch keine "Überwachung", wenn jemand von der Stadt
    > vorbeikommt und dies notiert.

    Doch. Natürlich ist es das. Es MUSS ja erst "jemand" kommen und es aufschreiben.

    > So unwichtig das für die Stadt auch sein mag.

    Moment, Du relativierst da schon? Entweder IST es wichtig, dann ist es das der "Stadt" auch wert. Oder es ist unwichtig. Dann ist das Aufschreiben sinnlos und auch nicht zu rechtfertigen. Dieser "jemand" wird schliesslich auch Geld kosten.

    Nur weil es die Information quasi "kostenlos" gibt, heisst nicht, dass die Überwachung damit automatisch schon gerechtfertigt ist.

    > Es wird wohl noch etwas dauern bis die digitalen Steinzeitmenschen
    > verstehen werden, wie man Kommunikation in den sozialen Medien betreibt.

    Pauschal eine Gruppe abzuwerten, weil man im Vergleich zu ihr ja eine "überlegene" Einstellung hat, spricht nicht gerade für einen Standpunkt.

    > Lernt mit dem Medium umzugehen, anstatt Überachung zu rufen, wo euch nur
    > jemand zuhört!

    1. Facebook gehört einer Firma, die mit den gesammelten Daten Gewinn macht.
    2. Was geht es den Staat an, was in einem Forum geschrieben wird?
    3. Welchen Nutzen hat die Überwachung für den Staat? Und wer trägt die Kosten, wenn es KEINEN Nutzen hat? Was passiert wenn dafür andere Leistungen des Staates vernachlässigt werden?
    4. Wie kann man in einem allgemeinen Sinn von einem "Medium" und damit "umgehen" sprechen, wenn es hier um eine konkrete Webseite (Facebook) und konkrete Zusammenhänge geht?
    5. Die Einstellung ist naiv und fatal.

  4. Re: Überwachung von öffentlichen Facebook-Posts? Skandal!

    Autor: carsten.wawer 09.08.12 - 14:22

    Hallo Charles,

    > Gehört die Hauswand dann auch einer grossen Firma, die die Informationen
    > systematisch sammelt und weiterverkauft?

    Ja, warum nicht? Da hat sich der Besitzer des Hauses gedacht: Ich stelle meine Häuserwand zur Verfügung, dort kann man sich verewigen. Außerdem gibts noch kleine Zimmer im Haus, bei denen die Inhalte nicht öffentlich einsehbar sein, weil dafür Schlüssel vergeben werden.

    Bei so einem System würde sich NIEMAND darüber aufregen, daß mit den öffentlichen Daten gearbeitet wird.

    > Doch. Natürlich ist es das. Es MUSS ja erst "jemand" kommen und es
    > aufschreiben.

    Aber es war eine ÖFFENTLICHE Äußerung. Vielleicht müssen die Leute dann einfach mal lernen was es heisst sich ÖFFENLICH zu äußern.

    > 1. Facebook gehört einer Firma, die mit den gesammelten Daten Gewinn
    > macht.

    Da haben sie ein Geheimnis draus gemacht. Und wer damit ein Problem hat sollte sich anderen Social Networks anschließen. Ganz grundsätzlich.

    > 2. Was geht es den Staat an, was in einem Forum geschrieben wird?

    In einem privaten Forum nichts. Aber das ist ja auch eines der großen Mißverständnisse, Es ging bei dieser "Überwachung" nie darum private Kommunikation zu überwachen, sondern nur darum die öffentlichen Äußerungen auf Facebook, die auch für jeden anderen Nutzer einsehbar sind, zu speichern und weiterzuverarbeiten.

    > 3. Welchen Nutzen hat die Überwachung für den Staat? Und wer trägt die
    > Kosten, wenn es KEINEN Nutzen hat? Was passiert wenn dafür andere
    > Leistungen des Staates vernachlässigt werden?

    Früher haben Abgeordnete jeden Tag eine Presseschau auf den Schreibtisch bekommen. Heute reicht das nicht mehr aus, weil politische Meinungsbildung inzwischen zu großen Teilen im Netz stattfindet.

    Daß ein Abgeordneter wissen will, wie Menschen zu ihm oder seinen politischen Projekten stehen, find ich nicht nur nachvollziehbar sondern vollkommen richtig. Daß man mitbekommen will, wo die wichtigen Diskussionen stattfinden, um daran teilzunehmen ist auch vollkommen richtig.

    Früher war es der Marktplatz oder die Kneipe, in der solche Gespräche stattfinden. Heute müssen Politiker ins Netz schauen.

    > 4. Wie kann man in einem allgemeinen Sinn von einem "Medium" und damit
    > "umgehen" sprechen, wenn es hier um eine konkrete Webseite (Facebook) und
    > konkrete Zusammenhänge geht?

    Weil es ein grundsätzliches Problem seit den ersten Schritten des Web2.0 ist. Die Menschen müssen den Unterschied zwischen einer öffentlichen Äußerung und privaten Äußerungen im Netz verstehen.

    Es geht also natürlich nicht nur um Facebook, deshalb spreche ich vom Medium.

    > 5. Die Einstellung ist naiv und fatal.

    Na Du musst es ja wissen.

    Ich sage es nochmals: Bei der Analyse (bzw. "Überwachung") von Social Media Kanälen und Blogs geht es um die Analyse von ÖFFENTLICH VERFÜGBAREN Informationen. Die sind bereits über Google und andere Suchmaschinen verfügbar.

    Es geht nicht um Posts, die Du in einer geschlossenen Forengruppe (bei Facebook) oder in privaten Foren hinterlassen hast. Auch um Posts, die Du mindestens auf deine Freunde beschränkst, kann von solchen Systemen nicht ausgelesen werden.

    Es ist beileibe nicht so, daß der Staat hier eine Backdoor zu Facebook aufbaut, sondern es kann immer noch nur das gelesen, was man selbst zulässt....

  5. Re: Überwachung von öffentlichen Facebook-Posts? Skandal!

    Autor: Anonymer Nutzer 09.08.12 - 19:13

    hallo carsten,

    nehmen wir einmal an, daß die meisten menschen inzwischen bei facebook sind (absolut unzutreffend!). nehmen wir ferner an, daß kaum einer von denen den unterschied zw "öffentlicher" und "privater" äußerung verstanden hat (völlig undenkbar!). und dann kommen abgeordnete und werten das alles per mausklick aus.

    *****



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.12 19:50 durch ap (Golem.de).

  6. Re: Überwachung von öffentlichen Facebook-Posts? Skandal!

    Autor: carsten.wawer 09.08.12 - 21:14

    Hallo uuurmele,

    > nehmen wir einmal an, daß die meisten menschen inzwischen bei facebook sind
    > (absolut unzutreffend!). nehmen wir ferner an, daß kaum einer von denen den
    > unterschied zw "öffentlicher" und "privater" äußerung verstanden hat
    > (völlig undenkbar!). und dann kommen abgeordnete und werten das alles per
    > mausklick aus.
    >
    > *****

    Ich kann Dir nicht folgen. Sollen Politikern Tools, die andere Unternehmen und Personen von öffentlichem Interesse wie selbstverständlich nutzen, verwehrt bleiben? Nur weil es gerade dem Zeitgeist entspricht Politikern die übelsten Hintergedanken nachzusagen?

    Ich bleibe dabei: Das Thema heisst Aufklärung! Nicht irgendetwas verbieten, weil jemand damit etwas böses machen könnte, wenn jemand anders unvorsichtig ist. Wir reglementieren auch nicht das Gehen auf der Straße, weil jemand sehen könnte, wie jemand anders seine Haustür offen lässt.

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