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Erbärmlich

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  1. Erbärmlich

    Autor: Linux-Profi 05.01.10 - 17:24

    > Daneben läuft auf etwa 2.500 Rechnern der Stadtverwaltung das
    > freie Betriebssystem erfolgreich.

    Nach so viel verstricherner Zeit und so viel audsgegebenem Geld ist 2500 von 14000 Rechnern einfach erbärmlich!

  2. Re: Erbärmlich

    Autor: reihenfolge 05.01.10 - 17:33

    Linux-Profi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Daneben läuft auf etwa 2.500 Rechnern der Stadtverwaltung das
    > > freie Betriebssystem erfolgreich.
    >
    > Nach so viel verstricherner Zeit und so viel audsgegebenem Geld ist 2500
    > von 14000 Rechnern einfach erbärmlich!

    Die Zeit wurde eben zunächst in die Umstellung der Software gesteckt, so dass man erstmal immer bei Bedarf den direkten Vergleich hat. Nachdem das nun mit plattformübergreifender Software funktioniert, kann auch das zugrundeliegende OS ausgetauscht werden.
    Meine Meinung nach ist das eine sinnvolle Reihenfolge.

  3. Re: Erbärmlich

    Autor: Campact.de 05.01.10 - 17:37

    Einige Probleme bei der Umstellung, die zur Verzögerung beigetragen haben, wurden ja im Artikel aufgeführt.
    Eine große Hürde war die "Standard"-Software SAP, deren Applikationen den internationalen Dokumentenstandard ODF standardmäßig nicht unterstützen.

    Ich lese das anders: Mehr als jeder 6. Rechner wurde im Rahmen des Pilotprogramms bereits erfolgreich auf Linux umgestellt, während alle anderen parallel dazu wie gewohnt weiterarbeiten können.

    Da die meisten Probleme jetzt also gelöst sind, bleibt also jetzt noch die Aufgabe, alle restlichen Rechner in den kommenden Monaten umzustellen.

  4. Re: Erbärmlich

    Autor: Lars154 05.01.10 - 18:01

    Linux-Profi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nach so viel verstricherner Zeit und so viel audsgegebenem Geld ist 2500
    > von 14000 Rechnern einfach erbärmlich!

    Man ist beim Budget weit unter der Grenze, man hat mit der Umstellung der > 20.000 proprietären Vorlagen die größte Hürde geschafft und bereits über 2.000 Rechnet komplett umgestellt.


    Besser konnte es bei der Verseuchung durch Microsoft die vorhanden war kaum laufen.

  5. Re: Erbärmlich

    Autor: lunix 05.01.10 - 18:09

    > Besser konnte es bei der Verseuchung durch Microsoft die vorhanden war kaum laufen.

    ...und jetzt haben die stattdessen ein Linux-Verseuchung

  6. Re: Erbärmlich

    Autor: nöö 05.01.10 - 18:19

    lunix schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > ...und jetzt haben die stattdessen ein Linux-Verseuchung

    Haben sie gar nicht. Sie können stattdessen nutzen, was sie möchten:
    Solaris und weitere UNIXe, FreeBSD, DragonflyBSD, Mac OS X und weitere BSD-Derivate, jede Menge GNU/Linux-Distributionen oder auch Windows.

  7. Re: Erbärmlich

    Autor: gast435 05.01.10 - 18:20

    Falsch! Jetzt sind sie flexibel was den Einsatz eines Betriebssystems angeht! Sie können sowohl Linux als auch Windows einsetzen! Das Betriebssystem welches eingesetzt wird ist eigentlich relativ nebensächlich. Hauptsache die Anwendungssoftware ist unabhängig vom Betriebssystem. Dann kann man rein nach Kosten/Nutzen-Verhältnis entscheiden welches Betriebssystem eingesetzt wird.
    Dem Anwender kann doch eigentlich vollkommen egal sein welches Betriebssystem eingesetzt wird. Er soll da eh nichts konfigurieren oder installieren. Das macht der IT-Service. Wichtig für den Anwender ist nur das seine Programme, mit denen er arbeiten muss, laufen.

  8. Re: Erbärmlich

    Autor: random 05.01.10 - 19:00

    ein verwandter von mir war mit bei der umstellung als itler dabei. das hauptproblem waren anscheinend echt die makros von office. das geschreie weil es jetzt statt windows debian ist war nicht da.

  9. Re: Erbärmlich

    Autor: Moktok 05.01.10 - 21:08

    Man darf auch nicht vergessen, dass die Umstellungen aufgrund der internen Grabenkämpfe der einzelnen Referate ständig verzögert wird.
    Gast435 hat die Sache richtig erkannt: Unabhaengigkeit von dem Betriebssystem ist der Größte Gewinn.
    Grüße,
    Mok.-

  10. Sehr fraglich,

    Autor: maxi22 05.01.10 - 21:46

    ..., wenn bei der Münchener Stadtverwaltung OpenOffice, Firefox, Thunderbird und Gimp die wesentlichen Programme sind, mit denen sie arbeiten. Okay, SAP war noch erwähnt. Was die da mit Firefox, Thunderbird und Gimp rummachen ist mir allerdings fraglich. Die sollten doch Software haben, die in sich geschlossene Prozesse abbildet. Oder arbeiten die doch so schwachsinnig primitiv? Wen dem so ist, wozu haben die dann IT Abteilungen.
    Aber wahrscheinlich ist dieser ganze Umstellungsprozess ja genau entstanden, um die IT-Abteilungen zu beschäftigen.

  11. Re: Erbärmlich

    Autor: Lars154 05.01.10 - 22:10

    Nein, sie haben jetzt die Wahl. Freie Wahl des Betriebssystems und freiere Wahl der Office Lösung. Vor allem aber endlich freie Wahl der Dienstleister da diese keine Lizenzen und Zertifikate von Microsoft benötigen.

  12. Re: Erbärmlich (off topic)

    Autor: Anfrager 06.01.10 - 08:07

    Hallo campact.de - arbeiten Sie bei dieser Organisation? Habe gehört, die nutzen auch Linux - bin an Erfahrungsaustausch interessiert. Freue mich über eine Mail an ecoscout ät gmx de. Danke!

  13. Re: Erbärmlich

    Autor: Linux-Profi 06.01.10 - 10:09

    > Die Zeit wurde eben zunächst in die Umstellung der Software
    > gesteckt ...

    In der mit viel Geld und viel Tamtam vorgestellten Clientstudie (ich meine das war irgendwann 2002) hieß es, dass die Softwareumstellung, Dokumentenumstellung, Schulung und Roll-Out von 14000 Clients mit Linux innerhalb von drei Jahren mit 30 Mio EUR zu bewerkstelligen sei - und damit in etwa gleich Aufwändig wie eine Windows/MS-Office-Migration. Und das war so genehmigt worden.

    Das Einzige was man seit dem hört sind "Weichmacher" warum man das Ziel verfehlt (ohne das die Änderungen am Projektziel oder den Kosten jemals genehmgt worden wären) hat und trotzdem "alles Gut" ist. Jeder andere IT-Verantwortliche wäre schon lange entlassen worden.

    In meinen Augen Erbärmlich!

  14. Re: Erbärmlich

    Autor: IT_Profi 06.01.10 - 10:47

    Linux-Profi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Einzige was man seit dem hört sind "Weichmacher" warum man das Ziel
    > verfehlt (ohne das die Änderungen am Projektziel oder den Kosten jemals
    > genehmgt worden wären) hat und trotzdem "alles Gut" ist. Jeder andere
    > IT-Verantwortliche wäre schon lange entlassen worden.
    >
    > In meinen Augen Erbärmlich!

    Ja, richtig! In der IT Branche verschätzt man sich gewöhnlich niemals und wird ansonsten sofort entlassen.

  15. Re: Erbärmlich

    Autor: blubb___ 06.01.10 - 14:43

    [quote]In der mit viel Geld und viel Tamtam vorgestellten Clientstudie (ich meine das war irgendwann 2002) hieß es, dass die Softwareumstellung, Dokumentenumstellung, Schulung und Roll-Out von 14000 Clients mit Linux innerhalb von drei Jahren mit 30 Mio EUR zu bewerkstelligen sei - und damit in etwa gleich Aufwändig wie eine Windows/MS-Office-Migration. Und das war so genehmigt worden. [/quote]

    Die Studie kam Ende 2003 raus, untersuchte aber Migrationsmöglichkeiten XP/XP, XP/OSS, LX/OSS, LX/OSS/VM und LX/OSS/TS (VM=VirtualMachine, TS=TerminalServer).
    Die Migration auf XP/XP wurde auf 34 Millionen Euro geschätzt, wovon über 7 Millionen € auf Microsoft Lizenzen abfielen. Ich persönlich sehe da lieber, dass München eine solche Studie durchführt, und dabei OS software produziert. Vermutlich wäre sonst auch schon die nächste Migration fällig.

    Ein großes Problem war auch die Hardware. Es waren noch tausende Uralt-Rechner im Betrieb, die garnicht für XP geeignet gewesen wären (über 7000 Rechner mit weniger als 500 Mhz, von denen über 500 Mhz hatten 5000 Rechner nur 128 MB oder weniger Arbeitsspeicher...).

  16. Re: Erbärmlich

    Autor: Linux-Profi 06.01.10 - 15:19

    > Es waren noch tausende Uralt-Rechner im Betrieb, die garnicht > für XP geeignet gewesen wären (über 7000 Rechner mit weniger
    > als 500 Mhz, von denen über 500 Mhz hatten 5000 Rechner nur
    > 128 MB oder weniger Arbeitsspeicher...).

    ... mussten die nun nicht ausgetauscht werden? Sie wurden ausgetauscht und auf den meisten Windows-Rechnern läuft inzwischen Windows 2000 oder Windows XP.

    Defakto hat Münschen also die Windows-Aktualisierung doch durchgeführt und "nebenher" an einer Linux-Migration gearbeitet - das dürfte wohl die teuerste Art dr Umstellung gewesen sein.

  17. Re: Erbärmlich

    Autor: Linux-Profi 06.01.10 - 17:01

    > Ja, richtig! In der IT Branche verschätzt man sich gewöhnlich > niemals ...

    Das sie sich verschätzt haben ist ja nicht das Problem - der Umgan damit ist das Problem.

    Am 18.6.2004 hat der Stadtrat den Beschluss gefasst, dass die Migration maximal fünf Jahre dauern und max 34 Mio EUR kosten darf.

    Soweit OK aber wie leicht zu erkennen ist, wurde zumindest das zeitliche Ziel deutlich verfehlt - die Kosten auch obwohl da ohne Ende gemauschelt wurde. Die Verantwortlichen hätten frühzeitig den Stadtrat informieren und eine Verlängerung der Frist und um mehr Geld bitten müssen. Das heißt: der es wird mit Geld hantiert, das eigentlich niemals für dieses Projekt freiggeben wurde und die geforderten Leistungen nicht erbracht und davon ausgegangen dass "man halt solange weiterwurstelt biss es fertig ist - wannimmer das auch sei".

    Tolles "Projekt" - normalerweiser zieht man in dem Fall die Verantortlichen eben zu recht zur Verantwortung.

  18. Re: Erbärmlich

    Autor: Linux-Profi 06.01.10 - 17:04

    > Da die meisten Probleme jetzt also gelöst sind, bleibt also
    > jetzt noch die Aufgabe, alle restlichen Rechner in den
    > kommenden Monaten umzustellen.

    Seit 2007 heißt es, dass "die meisten Probleme seien gelöst" und die Umstellung sei nun ein eher "mechanischer Vorgang"

    Das Projekt war am 18.6.2004 vom Stadtrat genehmigt worden und sollte eigentlich nach drei - spätestens aber nach fünf Jahren KOMPLETT ferig sein. Es wird aber weiter gewurstelt und gebastelt - inzwischen ohne Legitimation des Stadtrates.

  19. Re: Erbärmlich

    Autor: Tach 06.01.10 - 17:33

    Stimmt. Man haette viel frueher mit dem Umstieg beginnen sollen. Dann waers auch nicht so teure geworden. Aber wer sich halt an Monopolisten bindet, muss dann den Preis zahlen, wenn er zu spaet wexelt.

    Und Verwaltungen waren noch nie sehr sorgsam mit Geld. Ist ja nicht ihr Geld, sondern wird vom Steuerzahler frei Haus geliefert.

    Trotzdem ist die Umstellung zu begruessen. Besser spaet als nie.

    !=Tach

  20. Re: Erbärmlich

    Autor: xyz.123 07.01.10 - 00:11

    On Zertifikate benötigt werden, entscheided der Auftraggeber (München) - und ja, sie werden weiterhin benötigt (von SAP, Cisco, IBM, Oracle, ...) und die sind viel teuerer als die MS-Lizenzen.

    Die Kosten für die Microsoft-Lizenzen waren recht bescheiden (und wurden mittlerweile trotzdem bezahlt (und mehr als ursprünglich von Microsoft gefordert), schließlich wurden in den mehr als fünf Jahren seit Projektstart die meisten PC getauscht und darauf Windows XP installiert.

    Und freie Wahl des Betriebsystems haben sie auch nicht. Die Lösungen, die implementiert wurden, funktionieren wahrscheinlich nur mit der verwendeten Linux-Distro und ein Tausch wird aufwänding (sprich teuer).

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