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Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

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  1. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: eidolon 17.02.19 - 16:53

    AnAmigian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist erstaunlich, wie das DSGVO gerne als böse für den
    > Otto-Normal-Menschen gesehen wird. Es ist hauptsächlich eine Reaktion auf
    > die Verletzung der Persönlichkeitsrechte durch Firmen. Also, zu deinem
    > Schutz.

    Es wurden ja keine Rechte verletzt. Aber viele haben sich zurückgezogen, weil es ja sein könnte, dass irgendwie Rechte verletzt werden könnten oder man einfach so mal verklagt wird und die Betreiber keinen Nerv auf sowas haben. Ein Forum, das es mittlerweile nicht mehr gibt, wurde sogar von nem Anwalt betrieben und wenn der sagt, dass er das Risiko nicht tragen will, dann wird da schon was dran sein.

    > Die Youtube-Erfinder hatten damit damals nicht das Ziel, alle Daten über Dich abzugreifen,
    > um ihre anderen Geschäftsmodelle damit zu stützen. Sie wollten auf einfache Art Videos
    > per Internet zur Verfügung stellen.

    Ja und sowas wäre nie entstanden, hätte es dieses neue Gesetz damals schon gegeben. Es gibt ja sogar schon Foren, die das Posten von Bildern deaktiviert haben, nur noch Links sind erlaubt. Tolles Internet.

  2. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: unbuntu 17.02.19 - 16:55

    Es ist verständlich, wenn bei einem neuen schwammigen Gesetz gerade die kleinen nen Rückzieher machen. Es geht nicht darum, dass man verklagt wird, sondern dass man jetzt viel leichter verklagt werden kann. Das Risiko will keiner tragen.

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  3. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: McWiesel 17.02.19 - 17:01

    > Wie das ginge wusste zwar kaum einer, weshalb viele ihre "Websites" bei günstigen Hostern posteten, welche es heute nicht mehr gibt.

    Ja, leider. Wieviele Leute haben hier ihren Einstieg in die IT gefunden? html als Hobby scripten? php lernen? Grafiken designen? Heute gibt's sowas wie private Homepage faktisch gar nimmer, kleine Firmen haben irgendein 0815-CMS und fertig.

    > Was sind denn Share-Ratio-FTP-Server? Scheint ein nerdiger Insider zu sein.

    Nein, nur jemand, der mit IT aufgewachsen ist. FTP-Server mit Ratio 1:3 zwangen den User ein mp3 Titel hochzuladen, um 3 herunterladen zu können. JA, aus heutiger Sicht definitiv grenzwertig, damals normal.

    > Gibt es heute noch.

    Foren gibt es heute fast nicht mehr. Wenn heute Infos brauchst oder Leidensgenossen für Krankheiten, Autothemen, IT-Probleme o.ä. suchst, findest meist nur noch tote Foren aus den Jahren 2000 bis 2008. Dann kamen Facebook Gruppen und haben das alles angefangen kaputt zu machen. In dieser Zeit wurde eine gewaltige Wissensdatenbank ins Netz gestellt, die heute dank DSGVO & Co nicht nur tot ist, sondern aktiv vernichtet wird. Wenn früher nen Schaltplan für nen 40 Jahre altes Radio gebraucht hast, hast den irgendwo in einem Forum bekommen und damit das Ding wieder flott machen können. Heute sind die Platformen dafür nicht mehr vorhanden und wenn, dann traut sich keiner mehr sowas hochzuladen, es könnte ja ein Geier sich in seinen Rechten verletzt fühlen.

    > Alle anderen sind mit dem heutigen Internet (bis auf Werbetracker) wahrscheinlich äußert zufrieden. Eine gesicherte Gemeinschaft (aufgebaut von Entwicklern, die alles so einfach wie möglich gemacht haben) bei der man sich eben nicht Gedanken darüber machen muss, was in das Feld "SMTP" gehört.

    Darum geht es gar nicht. Es geht um den Verlust der Netzkultur, die es früher gab - jetzt sind sogar schon banale Memes dran, will man alles in nicht mehr haben....



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.19 17:19 durch McWiesel.

  4. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: teenriot* 17.02.19 - 17:05

    Ein gefühltes Risiko welches die Realität widerlegt, mehr nicht.
    Übertrieben ausgedrückt: für die Panik der Impfgegner ist niemand anderes verantwortlich als die Impfgegner selbst.

  5. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: unbuntu 17.02.19 - 17:31

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein gefühltes Risiko welches die Realität widerlegt, mehr nicht.

    Gut dass man vorher immer die Realität von Monaten später kennt.

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  6. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: teenriot* 17.02.19 - 17:40

    So lässt sich aber euch keine automatisierte Panik herleiten.

  7. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: throgh 17.02.19 - 21:09

    Einige berechtigte Punkte, gar keine Frage. Aber dies wieder auferstehen zu lassen passiert eben nicht auch gleichermaßen von allein. Im Gegenteil: Dinge wie ein anständiger, respektvoller Umgang miteinander und vieles mehr sind heute mehr denn je eine Seltenheit geworden, ebenso wie es klare Herleitungen und Wissensvermittlung sind. Um all das aufarbeiten zu können, braucht es aber mehr als das Bedauern an dieser Stelle. Es ist auch die Frage: Wer hat hier was konkret "zerstört"? Und ich denke auch, dass sich jeder Nutzer, jeden Nutzerin selbst an die eigene Nase fassen kann und hinterfragen sollte was von der eigenen Position heraus getan worden ist und auch wird, um eine demokratische wie auch faire Netzpolitik am Leben zu erhalten oder lieber nur der Bequemlichkeit den Vorzug geben zu wollen. Derweil geht es Vielen nur noch darum mit dem eigenen digitalen Selbstbildnis kokettieren zu wollen und sich selbst etwas im "Internet" zu zeigen und herausputzen zu wollen.

    Das ist alles ein gesamtheitlicher Prozess und allein der Umgang mit dem Artikel 13 zeigt wie wenig Interesse an klarer Aufarbeitung besteht. Lieber orientiert man sich nur noch an Schlagwörtern und versucht mit Unterstellungen voran zu kommen.

    GNU/Linux: Eine Wahlfreiheit zu haben ist besser als sich der reinen Bequemlichkeit hinzugeben, auch wenn das nicht immer einfach ist!

    Hyperbola GNU/Linux | Alpine Linux | GuixSD | Trisquel 7

    Kein Freund von Schubladen, nimmt aber gern Hafermilch und Kekse, sofern er in eine Solche gestopft werden soll. Danke vorab dann!

  8. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: wlorenz65 18.02.19 - 06:23

    > In den '90ern war es noch cool, in den Anfängen des "Web 2.0" auch noch.

    Damals war das Netz halt eine exclusive Nerd-Veranstaltung. Und dann kamen die Massen.

    Vielleicht ist das Netz von damals heute mit VPN+Bittorrent+Retroshare vergleichbar, da kommen die Massen nicht hin.

  9. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: SchreibenderLeser 18.02.19 - 08:22

    McWiesel schrieb:
    > - die Content-Mafia, die zufällig ausgewählter User für illegale Downloads
    > erfolgreich anklagte
    > - die GEMA, die Musik als "Share Economy" zerstörte

    Leistungen anderer Leute unentgeltlich zu verwenden ist keine "Shared Economy", sondern einfach Abstauben von Leistungen anderer.

    Wenn du selbst einen Film drehst und ihn kostenlos zur Verfügung stellst, in der Hoffnung, dafür auch was kostenlos zu bekommen, dann ist das "Shared Economy". Leider ist die Welt schlecht und du würdest mit einem Verlust aus diesen Geschäft gehen... ;-)

  10. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: divStar 18.02.19 - 09:00

    Hotohori schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sowohl Leute die illegal Dinge
    > sharen als auch Betrüger die versuchen Nutzern Geld abzunehmen usw.

    1. Teilen (sharen) liegt in der Natur des Menschen - irgendwen dafür entlohnen, der für die x-te Kopie eines Liedes Geld sehen will - nicht.

    2. Im frühen Internet würde mittels DirectConnect, BBS, auf LAN-Partys usw. geteilt. Es mag gesetzlich ein Verbrechen sein - ähnlich wie Datendiebstahl - aber moralisch ist es aus meiner Sicht immer noch ein Kavaliersdelikt, denn die ganzen Sänger gehe ja wohl kaum Pleite - schon gar nicht wegen der "Piraten".

    3. Man hat heutzutage immer mehr die Katze im Sack zu kaufen und die Klappe zu halten. Das sehe ich nicht ein. Und der riesige Anteil an Werbung im Radio bzw. privaten Fernsehen macht es mir nahezu unmöglich mir etwas vorher anzusehen und anzuhören.

    Warum dürfen Musiker und deren Manager usw. kostenfrei andere Menschen abhängig machen und sie so in die Kriminalität treiben? Beim Lottospiel und Drogen wird halt gewarnt bzw. ist es gleich verboten - aber Film und Musik sind nicht verboten, trotzdem macht man sich schon bei der kleinsten angeblich-illegalen Kopie strafbar. Warum eigentlich? Da stimmt doch irgendwas nicht...

  11. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: McWiesel 18.02.19 - 09:01

    SchreibenderLeser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > McWiesel schrieb:
    > > - die Content-Mafia, die zufällig ausgewählter User für illegale
    > Downloads
    > > erfolgreich anklagte
    > > - die GEMA, die Musik als "Share Economy" zerstörte
    >
    > Leistungen anderer Leute unentgeltlich zu verwenden ist keine "Shared
    > Economy", sondern einfach Abstauben von Leistungen anderer.
    >
    > Wenn du selbst einen Film drehst und ihn kostenlos zur Verfügung stellst,
    > in der Hoffnung, dafür auch was kostenlos zu bekommen, dann ist das "Shared
    > Economy". Leider ist die Welt schlecht und du würdest mit einem Verlust aus
    > diesen Geschäft gehen... ;-)

    Richtig, aber auf die Idee daraus ein für beide Seiten sinnvolles Geschäftsmodell zu machen kamen dann andere wie Spotify, Amazon oder Apple Music.
    Die GEMA und deren Vasallen kriminalisierten und gaengelten (Yt-Sperren) lieber über Jahre die Kunden und dachten echt noch, dass es außer dem CD-Kauf im Laden kein Geschäftsmodell für Musik gibt.

  12. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: /mecki78 18.02.19 - 14:24

    Das Internet ist ein Netzwerk, das Daten von A nach B bringt, nicht mehr und nicht weniger. Und das tut es heute besser als jemals zuvor. Das einzige was hier kaputt ist, ist deine kaputte Vorstellung davon, was das Internet ist oder in deinen Augen zu sein hat.

    /Mecki

  13. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: Hotohori 18.02.19 - 21:45

    con2art schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man mal daran denkt, dass das Urheberrecht vor 200 Jahren erfunden
    > wurde, um die Urheber vor den Verlagen/Verwertern zu schützen, ist es aus
    > meiner Sicht interessant zu sehen, wie das Schützen das Verwertern vor den
    > Urhebern heute als "normal" bezeichnet wird.
    >
    > Aus meiner Sicht wird es Zeit, endlich das Urheberrecht zu reformieren.
    > Nicht die Version von vor 200 Jahren (zuletzt aktualisiert zur
    > Jahrtausendwende) ins Internet zu bringen, sondern neu definieren, was ein
    > Urheber ist.
    >
    > Denn nach dem aktuellen Gesetz sind und bleiben wir dank Computer und
    > Kamera alle Urheber. Jeder einzelne.

    Das wäre mir auch definitiv der liebste Ansatz... ich sehe nur ein Problem: die Lobby redet heute zu stark überall mit, das heißt am Ende hätten wir eine Neudefinition im Sinne der Lobbies und damit vermutlich noch schlimmer als es jetzt ist...

    Wir müssten also erst mal etwas gegen die Lobby Politik unternehmen und erst dann können wir uns um die anderen Dingen kümmern.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.02.19 21:46 durch Hotohori.

  14. Re: Das Internet ist doch eh schon lange kaputt

    Autor: Hotohori 18.02.19 - 21:51

    eidolon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > AnAmigian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es ist erstaunlich, wie das DSGVO gerne als böse für den
    > > Otto-Normal-Menschen gesehen wird. Es ist hauptsächlich eine Reaktion
    > auf
    > > die Verletzung der Persönlichkeitsrechte durch Firmen. Also, zu deinem
    > > Schutz.
    >
    > Es wurden ja keine Rechte verletzt. Aber viele haben sich zurückgezogen,
    > weil es ja sein könnte, dass irgendwie Rechte verletzt werden könnten oder
    > man einfach so mal verklagt wird und die Betreiber keinen Nerv auf sowas
    > haben. Ein Forum, das es mittlerweile nicht mehr gibt, wurde sogar von nem
    > Anwalt betrieben und wenn der sagt, dass er das Risiko nicht tragen will,
    > dann wird da schon was dran sein.
    >
    > > Die Youtube-Erfinder hatten damit damals nicht das Ziel, alle Daten über
    > Dich abzugreifen,
    > > um ihre anderen Geschäftsmodelle damit zu stützen. Sie wollten auf
    > einfache Art Videos
    > > per Internet zur Verfügung stellen.
    >
    > Ja und sowas wäre nie entstanden, hätte es dieses neue Gesetz damals schon
    > gegeben. Es gibt ja sogar schon Foren, die das Posten von Bildern
    > deaktiviert haben, nur noch Links sind erlaubt. Tolles Internet.

    Das muss aber jeder Betreiber für sich entscheiden, ich kenne noch genug Foren, die auch nach der DSGVO existieren. Die paar, die ich noch besuche, sind alle noch offen.

    Außerdem wird man in den seltensten Fällen direkt verklagt, vorher kommt so gut wie immer ein "Warnschuss", auf den man dann halt entsprechend reagiert.

    Aber ich gebe zu, ein Forum würde ich mir mit der DSGVO erst recht nicht mehr antun.

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