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Schlecht gemeint, schlecht gemacht

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  1. Schlecht gemeint, schlecht gemacht

    Autor: Mingfu 17.02.19 - 01:12

    Die Argumentation hinter diesen Regeln ist, dass die amerikanischen Internetkonzerne endlich mal zur Kasse gebeten werden sollen, damit europäische Inhaltsanbieter mehr von dem Geld sehen, welches über den großen Teich abfließt. Wobei es natürlich nicht um die Besserstellung der eigentlichen Urheber geht, sondern um die Sicherung der Pfründe einer Inhaltsvermittlungsindustrie.

    Wenn man sich aber die Regelungen anschaut, gehen die aber selbst unter diesen Umständen vollkommen nach hinten los. Google kommt man beispielsweise mit dem Leistungsschutzrecht nicht bei. Das sieht man jetzt bereits an der Suche, die bei aktuellen Ereignissen, die viele Verlinkungen auf Nachrichtenseiten generieren, oftmals nur noch Überschrift und Link ausgibt, aber keine Textausschnitte mehr zeigt. Das wird auch weiterhin kostenlos erlaubt sein. Google wird also nichts bezahlen. Außer, dass der Nutzer nun nicht einmal mehr ansatzweise einschätzen kann, ob das ausgegebene Suchergebnis für ihn hilfreich ist, ändert sich also überhaupt nichts. Einfach nur eine sinnlose Verschlechterung der Situation, weil gierige Verleger das große Geld witterten, welches sie aber überhaupt nicht bekommen.

    Und bei der Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen läuft es nicht besser. Vermutlich wird Google bei Youtube mit Content-ID die technischen Verpflichtungen bereits erfüllen. Das zusätzlich vorgesehene Bemühen um einen Lizenzerwerb ist dagegen ein purer Gummiparagraph. Denn natürlich steht es unter einem wirtschaftlichen Vorbehalt, weil sonst Inhaltsanbieter jeden Preis verlangen könnten, wenn die Plattformbetreiber zum Zwangserwerb zu jedem Preis verpflichtet wären. Das wird ein Streitfall werden, der über endlose Prozesse durch alle Instanzen geführt wird. Google kann sich das bequem leisten. Für neue Anbieter sind das aber riesige Markteintrittshindernisse. Denn wenn man sich unmittelbar mit Lizenzverhandlungen mit allen möglichen Anbieter auseinandersetzen muss, ständig unter einem Klagerisiko steht, sich zeitnah über recht komplexe technische Filtermöglichkeiten Gedanken machen muss (man kann diesbezüglich maximal drei Jahre eine Ausnahmeregelung nutzen), dann wird man gar nicht erst einen solchen Service starten. Ergebnis ist, dass das auch in Zukunft ein Monopol amerikanischer Anbieter bleiben wird, weil die die einzigen sind, die überhaupt die Ressourcen zum Umgang mit diesen EU-Urheberrechtsregelungen haben.

  2. Re: Schlecht gemeint, schlecht gemacht

    Autor: bombinho 17.02.19 - 14:51

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Google kommt man
    > beispielsweise mit dem Leistungsschutzrecht nicht bei. Das sieht man jetzt
    > bereits an der Suche, die bei aktuellen Ereignissen, die viele Verlinkungen
    > auf Nachrichtenseiten generieren, oftmals nur noch Überschrift und Link
    > ausgibt, aber keine Textausschnitte mehr zeigt. Das wird auch weiterhin
    > kostenlos erlaubt sein. Google wird also nichts bezahlen. Außer, dass der
    > Nutzer nun nicht einmal mehr ansatzweise einschätzen kann, ob das
    > ausgegebene Suchergebnis für ihn hilfreich ist, ändert sich also überhaupt
    > nichts.

    Rein theoretisch waere das ein sinnvoller Umstand, wenn es denn eine europaeische Alternative gaebe, die es besser macht. Ist nur leider nicht in Sicht, soviel Arbeit will man sich dann auch nicht machen.

    Und so ganz nebenbei hat man eine solche Alternative auch schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit einem solchen Gesetz wirksam verhindert.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.19 14:52 durch bombinho.

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