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Schutzgelderpressung nach Mafia-Art - aka "Zwangslizenzen" ...

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  1. Schutzgelderpressung nach Mafia-Art - aka "Zwangslizenzen" ...

    Autor: marvin_42 12.08.20 - 10:38

    ... waren und sind wohl das eigentliche Ziel der Urheberrechtsnovelle. Eine GEMA-Vermutung fürs Internet, allerdings nicht beschränkt auf Musik: Im Idealfall wird der gesamte Google-Umsatz auf alle "Künstler" oder solche, die sich dafür halten, verteilt. Wenn Google nicht in jedem Einzelfall beweisen kann, dass besagter "Künstler" gar nichts veröffentlicht hat, muss gezahlt werden.

    Und weil es so viele "Künstler" und "Kreative" gibt in Deutschland, geht das Geld erst einmal an die Verwertungsgesellschaften, die sich daran laben, und den Rest an Verleger weiter geben. Die sich wiederum erst einmal selber bedienen und dann - wenn noch was übrig ist - ein paar Almosen an die "Kreativen" weiter reichen.

    Alles wie gehabt. Bloß, dass das Geld nicht mehr an Google und Facebook fließt - die immerhin die Plattformen aufgebaut, die einen wesentlichen Teil des Internets ausmachen. Sondern an Bürokraten, deren Kernkompetenz das Bequatschen von Politikern ist.

    Und am Ende lassen sich die Politiker, die von Anfang nicht anderes im Sinn hatten als Axel Springer und anderen Steigbügelhaltern frisches Geld zu zu schustern, dafür feiern, dass sie uns Uploadfilter erspart haben. (Die kommen natürlich trotzdem, "wegen der Kinder" oder "gegen den Terrorismus").

  2. Re: Schutzgelderpressung nach Mafia-Art - aka "Zwangslizenzen" ...

    Autor: Snorr 12.08.20 - 13:57

    marvin_42 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Alles wie gehabt. Bloß, dass das Geld nicht mehr an Google und Facebook
    > fließt - die immerhin die Plattformen aufgebaut, die einen wesentlichen
    > Teil des Internets ausmachen.

    Die Marktmacht von Youtube basiert zu nicht unerheblichen Teilen darauf, die Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material über lange Zeit mindestens tolleriert zu haben.

  3. Re: Schutzgelderpressung nach Mafia-Art - aka "Zwangslizenzen" ...

    Autor: Trockenobst 12.08.20 - 14:36

    Snorr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material über lange Zeit
    > mindestens tolleriert zu haben.

    Versuche doch Championsleague hoch zuladen. Dazu reicht 1 Sekunde Ton, Video gesperrt. Wer das in den letzten 10 Jahren nicht hin ge kriegt hat, vom Anwalt das Schreiben zu nehmen und bei Youtube zu sperren, der macht seinen Job nicht.

    Aber das ist ja der Punkt der Verwerter. Manchmal ist das Rechtsmodell das sie haben so kompliziert, das ein Song bei Youtube ist. Ein Japaner hat den hochgeladen und da gibt es für Japan einen Sonderdeal. Und nun wird es schwierig. Mehr als Sperren geht nicht. Da ist das Problem.

    Sperren bringt kein Geld. Löschen bringt kein Geld. Die wollen einfach einen Cut von Youtube und Co. und dann ist irgendwie schon alles lizenziert. Und weil die keine Lust auf einen solchen Deal haben und dann lieber auf ihre Filter verweisen, müssen sie via Gesetz gezwungen werden.

  4. Re: Schutzgelderpressung nach Mafia-Art - aka "Zwangslizenzen" ...

    Autor: lemmingo123 12.08.20 - 15:21

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Versuche doch Championsleague hoch zuladen. Dazu reicht 1 Sekunde Ton,
    > Video gesperrt. Wer das in den letzten 10 Jahren nicht hin ge kriegt hat,
    > vom Anwalt das Schreiben zu nehmen und bei Youtube zu sperren, der macht
    > seinen Job nicht.
    Die 1 Sekunde halte ich für übertrieben, was kann da denn schon analysiert werden? außer vielleichte einer Audio-Watermark aus dem Sky-Stream?

    > Aber das ist ja der Punkt der Verwerter. Manchmal ist das Rechtsmodell das
    > sie haben so kompliziert, das ein Song bei Youtube ist. Ein Japaner hat den
    > hochgeladen und da gibt es für Japan einen Sonderdeal. Und nun wird es
    > schwierig. Mehr als Sperren geht nicht. Da ist das Problem.
    Man macht die Welt also zuerst selbst kompliziert, und verlangt nun vom Gesetzgeber die Welt wieder einfacher zu machen? Und zwar auf eine Art und Weise, dass man sein eigenes Modell nicht ändern muss , sondern die Welt sich anpassen soll!?

    > Sperren bringt kein Geld. Löschen bringt kein Geld. Die wollen einfach
    > einen Cut von Youtube und Co. und dann ist irgendwie schon alles
    > lizenziert. Und weil die keine Lust auf einen solchen Deal haben und dann
    > lieber auf ihre Filter verweisen, müssen sie via Gesetz gezwungen werden.
    Das ganze erinnert mich dann aber schon etwas an eine komisch-verkorkste Art der "Kultur-Flatrate", die doch so verhasst ist bei GEMA&Co.

  5. Re: Schutzgelderpressung nach Mafia-Art - aka "Zwangslizenzen" ...

    Autor: Trockenobst 12.08.20 - 15:35

    lemmingo123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die 1 Sekunde halte ich für übertrieben, was kann da denn schon analysiert
    > werden? außer vielleichte einer Audio-Watermark aus dem Sky-Stream?

    Yep. WWE Wrestling kann bei 0.5 Sekunden Material erkennen ob das ihr Stream ist.
    Natürlich verwenden sie Watermarks, entsprechende unhörbare Marker.

    Es gab hier im Forum einen, der hat versucht ein Video einer Fussballparty hochzuladen (man hat kein Fussball gesehen, nur die Menschen) und das wurde sofort blockiert. Die Fanfare des Stadions hat man aber gehört und da war wohl ein Wasserzeichen drin.

    > Man macht die Welt also zuerst selbst kompliziert, und verlangt nun vom
    > Gesetzgeber die Welt wieder einfacher zu machen?

    Es gibt uploads von Filmen und Serien, wo die Rechtslage so kompliziert ist das der Channel nicht monetarisiert werden kann, aber eine saubere Sperrung/Löschung ist auch nicht möglich.
    Daher will man es lieber auf den einfachen Weg.

    Ich sage: Youtube soll das wieder auf eine Runde zum EGH schicken. Wenn das 10 Jahre lang nicht verabschiedet wird, ist das gut so. Die Lösung ist keine.

    > Das ganze erinnert mich dann aber schon etwas an eine komisch-verkorkste
    > Art der "Kultur-Flatrate", die doch so verhasst ist bei GEMA&Co.

    Natürlich haben Youtube Macher nichts bessers zu tun, als die Zeitung von Gestern zu filmen und online zu stellen. Da sind die 1 Milliarde die man pro Jahr von Google will, logisch. Nur diese Videos gibt es nicht. Also Geld für nichts.

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