1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Urheberrecht behindert Ausbau…

Die Piratenpartei macht einen Fehler

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 11:08

    Ich habe schon in mehreren Posts dargelegt, weshalb die Abschwächung des Urheberrechts ablehne (jedenfalls in der Form, in der sie die Piratenpartei vorschlägt), ja, weshalb ich die Vorstellungen, die sich damit verbinden, sogar für dumm halte. Aber ich glaube darüber hinaus, dass die Piratenpartei einen großen wahltaktischen Fehler begeht.

    Ich kenne eine Reihe an Leuten aus der 'Kreativbranche', die aus anderen Gründen (u.a. Stichwort: Internetsperren) die Piratenpartei durchaus wählen würden, für die aber das Thema Urheberrecht ein absolutes 'No go' darstellt, zum Teil, weil es dabei zumindest gefühlt um ihre Existenzgrundlage geht (diese Leute verdienen mit ihren Ideen, mit ihrem geistigen Eigentum ihr Geld und ernähren damit zT ihre noch jungen Kinder).

    Die Piratenpartei schneidet sich mit diesem Programmpunkt einen Großteil ihres Wählerpotentials ab. Nur mit Linux-, golem.de- oder heise.de-Fans werden sie wenig Erfolg haben.

  2. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Realconz 30.08.09 - 12:10

    Eventuell solltest du dir das Wahlprogramm und inwiefern man Patente abschwächen will einmal genauer durchlesen. Dann würdest du nicht deinen pseudo Mist von dir geben.

    Wahltaktik? Eventuell wollen sich die Piraten von anderen Parteien unterscheiden und die Leute nicht verarschen?

    Also wenn man mal absolut keine Ahnung und Langeweile hat einfach mal die Fresslucke halten und nur dafür verwenden wofür sie Gott vorsah.

  3. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 12:13

    Ist das die Diskussionskultur, die die Piratenpartei anstrebt? Dann gibt es sicherlich noch einen weiteren Grund, warum Leute sich überlegen werden, ob sie diese Partei wirklich wählen wollen.

  4. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Siga9876 30.08.09 - 12:13

    Ja. Urheber müssen entlohnt werden. Die fetten Mitesser (verlage/labels/...) nicht bzw. die müsen dem brutalen kapitalistischem Marktwirtschaft unterjocht werden und so billig wie möglich sein. Momentan kriegen die 99,9999% und die Autoren/Urheber/... kaum was. Ausnahmen sind halt Britney, Madonna,... . Aber Madonna bringt dem Label nichts und ist wohl eher Werbung. Die wahren Gewinne erbringen dann wohl die mittelgroßen Musiker/Bands. Der Rest (newcomer) werden durchgeschleppt.
    Einzelhandel: Jan-Nov kann man von den Einnahmen so grade die Mieten+Löhne+Waren+Strom+Werbung,... bezahlen. Gewinne macht man im Dezember(Weihnachtsgeschäft). Bonzofirmen zahlen keine Steuern. Der Mittelstand finanziert geklaute Dienstwagen. Aber die fetten Geburtstagsfeiern finden mit den nicht-steuer-zahlern statt. wobei diese Bonzo-Firmen auch viele besonders in der verwaltung und management überflüssige Leute beschäftigen was viel Lohnsteuer gibt. Aber gewerbesteuer zahlen/zahlten die kaum usw.

    Völlig freies "raubkopieren" halte ich daher für unzulässig oder ruhig nur bis 18 Jahre. Kulturflatrate o.ä. ohne fetten Verwaltungswasserkopf wären z.b. sinnvolle ideen.
    Aber über Gesetze die von Lobbyisten gemacht werden funktioniert das nicht.

    Mam muss knallhart die Mittel der Marktwirtschaft in Verbindung mit breiter Information nutzen. Das funktioniert i.d.R. schneller als Verordnungen oder Schikano-Gesetze. Leider klappt Breite Information dank fieser Agentur-Copy-Cat-Portale nicht besonders. In Blogs verbreitet sich mehr faktische Wahrheit aber auch mehr Unfug. Dieses Wissen schafft es aber i.d.R. nicht bis in die Tageszeitungen.

    Wenn der $200/EUro140-Sony-Reader auf den Markt kommt und man 70%Autor/30%Shop-Sachbücher bei Shops kaufen kann, war es das für Verlage die keine lobbyisten mehr bezahlen können. Der Buchmarkt bricht zusammen.
    Dafür braucht man aber keine Gesetze und Politiker.
    Sony-Reader/Apple-IReader werden den Verlagen das Wasser abgraben.
    Dann kommen Musik und dann Filme dran. Lobbyisten kann man dann nicht mehr bezahlen.
    So wie Autos die Pferdekutschen oder DVD die VHS und Musik-CDs die Schallplatten im Mainstream-Bereich ersetzten. Luxus-Pferderennen, LaserDiscs und Luxus-Schallplatten-Spieler sind sicher rentabel aber fast iirrelevanter Marktanteil gegenüber dem was faktisch zahlenmößig gekauft wird (Autos, CDs, DVDs bald BDs).

  5. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 12:16

    BTW: Ich habe das Programm gelesen - genauso wie die Freunde von mir, die wegen der Aufweichung des Urheberrechts (und nichts anderes strebt die Piratenpartei an) die Piratenpartei nicht wählen werden.

  6. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 12:26

    Sehr schön detailliert ausgeführt, wieso die Urheberrechts-Vorstellungen der Piratenpartei hahnebüchen sind:

    http://blindtextblog.blogspot.com/2009/06/liebe-piratenpartei-so-wird-das-nichts.html

  7. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Dipl. Des. 30.08.09 - 12:55

    Wieso tun eigentlich alle so als würde eine Piratenpartei im Parlament, in der Opposition (bei vermutlich knapp 5%), Gesetze erlassen und Deutschland allein regieren?

    Wenn ich nun als Kreativer (der ich bin) die Piraten wähle, dann kann ich fröh sein wenn meine Stimme nicht unter "Sonstige" verbucht wird.

    So. Wenn sie es jemals in dne Bundestag schaffen, dannwird sich das alles entwickeln. Dann ist die Piratenpartei maximal ein kleiner Impuls der die anderen Parteien mitbeeinflusst, wie die Grünen einst. Und da haben wir eine CDU/CSU die ein absolut verwerterfreundliches UrhG will. Die Piratenpartei würde ein konsumentenfreundliches UrhG wollen.

    Für mich als Kreativen bleibt die Hoffnung dass unsere Zunft gestärkt wird, bzw stark bleibt. Vielleicht passiert dies gerade durch die Piraten, die gegen das Verwerterfreundliche opponieren. Denn diese Änderungen am UrhG sind für mich viel fataler als alles was die Piraten wollen, für die Kreativen.

    Als Kreativer muss meine Arbeit vor dem Missbrauch durch die Verwerter/Auftraggeber geschützt werden, nicht vor den Endkunden.

  8. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 13:05

    Das Problem ist doch: Wenn die Endkunden die Ergebnisse Deiner Arbeit als Kreativer (beispielsweise als Musiker) frei untereinander verbreiten dürfen (weil es sich ja pro forma nicht um kommerzielle Nutzung handelt), dann ist der Absatzmarkt, der auch das Gehalt der Kreativen sichert, tot.

    Was Dein Einwand angeht, im Parlament werde auch die Piratenpartei Kompromisse eingehen (müssen), stimme ich Dir zwar prinzipiell zu, doch bin ich erst mal gewillt, die Piratenpartei beim Wort zu nehmen. Und wenn ich mir die Diskussionswilligkeit mancher ihrer Protagonisten ansehe ('wenn Du nicht unserer Meinung bist, halt die Klappe'), dann kommen mir auch leise Zweifel an der Kompromissfähigkeit.

  9. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Siga9876 30.08.09 - 13:15

    Wenn kommnerzielle z.b. 10% der Kosten (für DVB-[SCTH]) für Filme an den Film bezahlen müssen, der dies wiederum an alle/fast alle/viele Beteiligte des Filmes verteilt und RTL Werbung reindrückt, dann kriegen die Künstler trotzdem was ab.
    Wenn Download-Sites 10% ihrer Werbeumsätze und oder Traffic-Kosten an die gedownten Künstler abdrücken müssten auch.
    Indirekte Kulturflatrate nenne ich das.

    Nur PrivatPerson<->PrivatPerson wäre kostenlos. Auf konzerten kauft man die alben per bluetoothhandy gleich von der Band für 5 Euro. Das bezahlen die Kunden gerne und die Band hat 4,99 Euro (1 Cent Nokia-Money-Kosten, aber leider wohl eher viel mehr :-((( ) also 4,80 Euro in der Tasche.

    Kommerzielle Nutzung kostet Geld. Aber das würden die bezahlen. Man macht ein kellerkino mit gutem beamer und zahlt pro Zuschauer 1 Euro an die Filmer (möglichst nicht "Verwerter"). Downed den film gegen eine Gebühr (4 Gigabyte sind 80 Cent Download-Kosten) oder spielt die BD ab (was man natürlich nicht darf).
    Man macht eine disko und 10% der Umsätze o.ä. gehen an die Musiker/Bands/... .
    Da ist genug Geld im Business2Consumer (Diskos, Kinos, CD-LP-Buch-Shop)-Bereich das momentan bei den fiesen Verwertern vergeudet versickert und die wahren Urheber nicht erreicht.

  10. Die Postings von Siga9876

    Autor: Gesi Luba 30.08.09 - 13:16

    Siga9876 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja. Urheber müssen entlohnt werden. Die fetten Mitesser
    > (verlage/labels/...) nicht

    Erstens mal sind die "fetten Mitesser" Verlage, Labels und andere organisatorische Unternehmen, die den Urhebern viel Arbeit abnehmen und dafür selbstverständlich entlohnt werden. Wie hoch der Lohn dafür ist, bestimmen Verträge zwischen diesen "fetten Mitessern" und den Urhebern. Die Urheber entscheiden also frei, ob sie diese Dienstleistung (um nichts anderes handelt es sich) in Anspruch nehmen oder ob es ihnen zu teuer ist und sie ihr Werk im Internet selbst vermarkten. Das ist ja mittlerweile problemlos möglich. Wo ist also das Problem? Dass Du anderen nicht gönnst, Geld zu verdienen? Unter Umständen sogar viel Geld. Das wird es wahrscheinlich sein.

    Wirst Du eigentlich von der Piratenpartei für Deine Postings bezahlt?

  11. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 13:22

    Ich finde vor allem interessant, welches Zerrbild hier von den 'bösen Verwertern' entsteht. Es ist ja nicht so, dass dort nur zwei Leute arbeiten, die Millionen und Milliarden von Euro verdienen und unter dem Kopfkissen sammeln.

  12. Golem berichtet einseitig

    Autor: Zerquista 30.08.09 - 13:35

    Robert Beloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde vor allem interessant, welches Zerrbild hier von den 'bösen
    > Verwertern' entsteht.

    Dieses Zerrbild entsteht aber auch durch die Golem-Artikel. Wenn Du mal aufmerksam liest, dann ist der Kontext in aller Regel negativ. Kein Wunder, dass dann hier im Forum dieses Bild entsteht. Bei Heise übrigens genauso. Es wird also nur über das Negative berichtet. Das Positive kommt viel zu kurz. Vermutlich auch, weil man über die normale Arbeit, zB den Aufbau einer kleinen Lokalband zur deutschlandweit bekannten Band oder das intensive Kümmern um kleine Autoren und die vielen anderen Dinge, nicht berichtet.

  13. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: r3d0x 30.08.09 - 13:37

    Es tut mir in der Seele weh, dass wir in Konflikte über Urheberrechte geraten. Viel wichtiger wäre es doch, dass Monopol auf unser Geld aufzubrechen, und alternative Wege der Leistungsvergütung einzuführen.

    Klagen über Urheberrechte sind Wohlstandsprobleme. In Ostblockländern müssen sich junge Mütter prostituieren, damit ihre Familien etwas zu essen bekommen.

    Das Kernproblem liegt in der Verteilung des Reichtums. Wenige haben viel, und konsumieren im Verhältnis wenig, während viele wenig haben, und viel konsumieren möchten, aber nicht können, und somit dankbar sind, wenn Sie eine Möglichkeit finden, mehr konsumieren zu können, ohne dafür zahlen zu müssen!

    Die Lösung liegt im Schaffen eines zeitgemäßen Vergütungswesens!

    Dabei kenne ich alle Perspektiven: Konsument und Produzent!

    Mein letztes Werk -> http://www.youtube.com/watch?v=rO8oN0l_ouk

  14. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Siga9876 30.08.09 - 13:37

    Viele kleinere wissen nicht, das es kostenlose ISBN gibt. Die werden also trotz Eurer Bekennungen für ISBN von ihrem ISBN-Verkäufer abgezockt.

    Wer bezahlt Euch also ?

    Viele wissen nicht, wie die Konditionen sind oder haben nicht viele Auswahl. Lad doch mal bei grin/hausarbeiten deine Diplomarbeit hoch und schau wie viel du kriegst.

    Wer musiker nur einmalig abfindet und dann 99 Jahre nach deren tot oder aufnahme abkassieren will und die Musiker nicht an den umsätzen beteiligt, ist ein fieser verwerter.
    aber wenn paypal die einzige möglichkeit bei ebay ist um dinge über 100 Euro zu bezahlen und paypal 50% nimmt, hälst du das für vertragsfreiheit zwischen mächtigem und ohnmöchtigen, kleinem/großen und voll sittenwürdig. Machst Du ja auch immer so. speziell die 39-Euro-Abos laufen gut. man kann ja ne brille anziehen und die farben ändern um das kleingedruckte zu lesen.

    Bei den verlagen mag das etwas anders aussehen. Büchhändler mahnen ja auch nicht wegen englischem Harry Potter ab. Da sind die fair-use-Regeln akzeptierter als bei Musik/Filmen.

    Aber speziell bei Musik ist die abzocke menschenverachtend.

    wenn ich minister wäre, müssten die Urheber mindestesnt 10% der Umsätze kriegen. Aber sowas haltet ihr sicher für unkapitalistisch und 10% sind sicher zu viel. einmal bezahlen ist gut genug laut euch.
    aber dann wegen 20% bei Vermittlern heulen obwohl ihr 80% bekommt.
    das bands sich direkter an den kosten beteiligen die als anzahlung verrechnet werden, ist ok. aber der aktuelle zustand zwischen schwachem und starken ist zwar keine sklaverei aber ausbeutung bzw. Wucher.

    Schreib doch mal wie viel % ein Autor mindestens vom umsatz kriegen sollte. Ach das kannst und willst Du nicht. Wer bezahlt also Dich ?

  15. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 13:39

    Zerquista, Du hast recht, so ist es leider. Ich finde es schon etwas merkwürdig (um nicht zu sagen: bizarr und sehr traurig), wenn Verlage wie C.H. Beck oder Suhrkamp sprachlich in eine Schublade mit Großbanken wie der Royal Bank of Scotland oder der Deutschen Bank gesteckt werden.

  16. Re: Golem berichtet einseitig

    Autor: arg 30.08.09 - 13:42

    Schau dir nur mal die Nine Inch Nails an, die sind Deutschlandweit bekannt geworden eben weil sie sich nicht an die albernenen Verwerter geklammert haben sondern sich übers internet selbst vermarkten.

    In Zukunft wird da mehr Eigenintitiative erforderlich sein dann kann man auch im Internet was Reißen und von den Downloads sogar profitieren. das Zeitalter von DSDS und irgendwelchen Plattenfirmen die Stars aufbauen geht zuende.
    Gibt mitlerweile viele bands die Bekannt dadurch bekannt wurden das sie ihre Musik als Gratis Download angeboten haben, z.B. auf Myspace usw mit dem resultat das plätzlich tausende Leute zu den Konzerten gekommen sind mit entsprechenden Einahmen für die Musiker.

    Das Internet bietet viele Chancen man muss sie nur nutzen anstatt es permanent zu verteufeln und zu bekämpfen. In Zukunft werden immer mehr junge Dynamische Künstler Erfolge verbuchen indem sie das Netz für sich nutzen anstatt mit Hilfe veralteter Urheberrechtsysteme ihre eigenen Fans zu kriminalisieren.

  17. Re: Die Piratenpartei macht einen Fehler

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 13:43

    Siga9876 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------> Wer bezahlt also Dich ?

    Toller argumentativer Trick. Wenn jemand anderer Meinung ist, wird ihm ein persönliches materielles Interesse unterstellt. Mich bezahlt kein Verlag, um das klarzustellen. Darf ich trotzdem anderer Meinung als die Piratenpartei sein?

  18. Re: Golem berichtet einseitig

    Autor: Robert Beloe 30.08.09 - 13:48

    arg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gibt mitlerweile viele bands die Bekannt dadurch bekannt wurden das sie
    > ihre Musik als Gratis Download angeboten haben, z.B. auf Myspace usw mit
    > dem resultat das plätzlich tausende Leute zu den Konzerten gekommen sind
    > mit entsprechenden Einahmen für die Musiker.

    Ja, sehr schön, freut mich wirklich für die. Aber der Punkt ist: Diese Bands machen das freiwillig (!). Und freiwillig sollte es auch bleiben. Ein Künstler sollte weiterhin selbst entscheiden dürfen, ob er seine Arbeit für lau herausgibt oder ob er für seine Arbeit Geld verlangt.

    > Das Internet bietet viele Chancen man muss sie nur nutzen anstatt es
    > permanent zu verteufeln und zu bekämpfen.

    Ich verteufle das Internet nicht, im Gegenteil. Ich bin nur dagegen, dass man ungefragt Sachen nutzt, die ein anderer produziert hat, ohne um dessen Erlaubnis zu fragen. Das hat mit 'Internet = toll oder böse' nicht das Geringste zu tun.

  19. Re: Golem berichtet einseitig

    Autor: Shadow27374 30.08.09 - 14:48

    Ich kenne auch Leute aus der 'Kreativbranche' und siesind FÜR eine Reformierung des Urheberrechts ganz nach dem Willen der Piratenpartei!
    Ebenso viele andere Künstler welche man über die Monate in verschiedenen News bewundern konnte.

  20. Re: Golem berichtet einseitig

    Autor: 0o9i8u7z 30.08.09 - 15:58

    > Ich verteufle das Internet nicht, im Gegenteil. Ich bin nur dagegen, dass
    > man ungefragt Sachen nutzt, die ein anderer produziert hat, ohne um dessen
    > Erlaubnis zu fragen. Das hat mit 'Internet = toll oder böse' nicht das
    > Geringste zu tun.
    Das Urheberrecht, wie es aktuell ist, wurde von Firmen geschaffen & gehalten die das Internet verteufeln (man braucht sich nur mal Äußerungen von Sony - immerhin einer der größten Musiklabels - anhören, da läufts einem kalt den Rücken runter).


    Zugegeben, das Wahlprogramm der Piratenpartei ist schon sehr interpretationswürdig. Ich habe den verlinkten Blog gelesen (und werde mich in meinem Beitrag vielfach darauf stützen), ich interpretiere es so, dass die Intention der Piratenpartei primär das Einschränken von DRM ist (mittlerweile haben sogar die Verlage und Verwerter selbst erkannt, dass DRM nicht der Weißheit letzter Schluss ist).


    Um mal direkt auf die Punkte der PP einzugehen: Dass ein Musiker, der seine Musik über die üblichen Vertriebswege (CD-Verkauf) an den Mann bringen will, auch die Art des "Kopierschutzes" bestimmen darf, ist Wunschdenken. Natürlich verstehe ich den Wunsch der Musiker, ihre Werke schützen zu wollen. Aber zu welchem Preis? Ein Kunde darf nach dem Willen der Verlage seine Musik noch nichtmal vom PC auf seinen MP3-Player kopieren. Der an sich legale Weiterverkauf von Musik wird durch DRM effektiv verhindert. Durch DRM lassen sich Benutzerprofile der Hörer anlegen, um seinen Musikgeschmack zu erkennen und passende Werbung dafür anzubieten - alles kein Problem, aber wie war das nochmal mit dem Weiterverkauf solcher Daten? Wenn die DRM-Server abbestellt werden, hat man als legaler Musikbesitzer keinerlei legale Möglichkeit mehr, seine gekaufte Musik anzuhören. Der "Kopierschutz" ist zum Abspielschutz montiert worden. Auch recht schön: Verlage und Musiker können sich bei Problemen einfach aus der Affäre ziehen und die Schuld beim Kunden überlassen, oder muss ich nochmal auf das Kindle-Desaster mit dem Buch "1984" hinweisen? Auch wenn das nicht direkt mit Musik zu tun hat: Mit DRM bestehen diese Möglichkeiten auch für Verlage. Der Kunde wird in seinen Rechten effektiv eingeschränkt und kann nichts dagegen tun. Am Liebsten hätten es die Verlage und Plattenverleger, wenn gleich das Betriebssystem aus deren Hand kommt, um alles, was Kopierfähig wäre, zu unterbinden und für jede Einzelkopie zusätzlich zur Kasse gebeten wird (was auch schonmal in ähnlicher Art versucht wurde, für weitere Infos kann man gerne in Wikipedia recherchieren, Stichwort "Sony XCP").

    Auch der Seitenhieb auf GEMA darf nicht fehlen, das vom Kulturförderer nach und nach zum "Kulturvernichter" geworden ist und z.B. für öffentliche Auftritte teils Horrorpreise verlangt, die sich kleinere Bands nie und nimmer leisten können. Natürlich liegt es an dem Musiker, wie er seine Nutzung gestattet. Aber selbst Musikern bleiben einige recht erfolgversprechende musikverbreitende (und lohnende) Mittel verwehrt. (Ich kenne ein paar Freunde, die in einer Band spielen und genau aus den Gründen die PP wählen, AFAIK wurde Ähnliches im PP-Forum bereits angesprochen).

    Was ebenfalls die PP anspricht, sind drakonische Strafen des Urheberrechts und die Auslegung der Verlage, ab wann eine unberechtige Verbreitung eines urheberrechtlich geschützten Werkes stattfand. Spätestens in dem Bereich kann man die Musikindustrie als moralisch verwerflich beschreiben: Wegen ein paar kopierter Musik, dessen Schaden an den Musiker überhaupt nicht abschätzbar sind, soll man hierzulande über 10.000 Euro Strafe zahlen? In Amerika sogar jenseits von ein paar Millionen? Laut Verlage sollen Eltern gefälligst für die Missetaten ihrer Kinder geradegestehen (weil der Sohnemann gebrannte CDs an Kumpels verkaufte, sollen die Eltern ihr Leben lang im zahlen und sonst nur am Hungertuch nagen, quasi im existenziellen Minimum?). Das alles wäre vielleicht gerechtfertigt, wenn es sich um einen großen Schwarzmarktring handeln würde. Strafen ja (meiner Meinung nach selbst diejenigen, die die Musik wissentlich kostenlos und illegal heruntergeladen haben), aber doch nicht so, dass man wegen sowas keine Existenz mehr aufbauen kann. Stattdessen werden Elten für 100.000 Euro verklagt, weil sie ein Video in Youtube einstellten, bei dem sich das eigene Baby zufällig im Takt der Musik, die aus einem Radio kommt, bewegt. Eine angemessene Reaktion darauf wäre, den Eltern zumindest aufzufordern, das Video zu löschen und ansonsten rechtliche Schritte anzudrohen. Stattdessen werden bereits für Unterlassungserklärungen Anwaltkosten in Höhe von 200, 300 Euro fällig... Und das kanns einfach nicht sein!


    Zum Ausgleich der Interessengruppen Kunde und Wirtschaft: Ja, wie die Idee der PP dazu aussieht, steht tatsächlich in den Sternen. Dennoch bin ich als Kunde der Meinung, dass es bei einem Ausgleich nur noch besser werden kann. Evtl. eine arrogante Aussage von mir, aber nicht ganz unbegründet: Als Kunde hat man in Berichterstattungen gegen Raubkopierer das Gefühl, die Verlage erzielen mehr Einnahmen durch die übertrieben hohen Strafzahlungen vereinzelter Raubkopierer als durch das Verkaufen ihrer Musik - wie gesagt, das wäre sogar gerechtfertigt, dürfte es sich um einen "großen Fisch" in der Raubkopiererszene handeln. Meiner Meinung nach ist die Musik in letzter Zeit mehr und mehr zu einem Einheitsbrei verkommen - natürlich ist das subjektiv, aber jungen Künstern bleibt in den klassischen Verkaufsmedien keinerlei Möglichkeiten mehr, dort Fuss zu fassen - wieder ein Seitenhieb auf die GEMA, die eigentlich Variationen fördern sollte.

    Dass es auch anders geht, scheint die Musikindustrie endlich mal zu raffen: Die ersten Online-Musikverkäufer waren bombenerfolgreich, der erste Hersteller der DRM abschaffte ebenso.

    Als Kunde empfinde ich ggü. der Musikindustrie ein starkes Unrechtsbewusstsein, dass dem Verkäufer mehr Rechte hinterlässt als dem Käufer. Gleichzeitig ist es kaum möglich, der Musikindustrie durch Nachfragen des Kunden zu beeinflussen, was eine Besonderheit ggü. fast allen anderen Branchen darstellt. Stattdessen werden Methoden erschaffen, den Kunden weiterhin an die Musikindustrie zu bieten, statt dem Kunden einen Anreiz zu lassen. Das ist eine Besonderheit, die so dreist und offensichtlich von keinem anderen Industriebereich zutrifft. Ich möchte, dass sich das ändert, und da steht die PP für mich an oberster Stelle.

    Wie gesagt, die PP ist noch jung, viele Fragen bleiben unbeantwortet und werden im Kern nicht mal angerissen. Ich bin aber der Meinung, dass es bei den anderen etablierten Parteien nur noch schlechter werden kann; die PP wird sicher nicht von heute auf morgen mit konkreten Forderungen gegen Lobbyisten ankämpfen. Dennoch werden diese Punkte in einer Richtung erwähnt, die endlich einige verpatzte Chancen im Informationszeitalter anpackt, anstatt stur auf ein fast 70-jähriges Urheberrecht festzuhalten und die Nutzer neuer Medien weiterhin zu kriminalisieren.

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. allsafe GmbH & Co.KG, Engen
  2. Wirecard Acceptance Technologies GmbH, Aschheim/München
  3. EPLAN Software & Service GmbH & Co. KG, Monheim (Köln/Düsseldorf), Stuttgart oder München
  4. websedit AG, Ravensburg

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 555,55€ (zzgl. Versandkosten)
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Sendmail: Software aus der digitalen Steinzeit
Sendmail
Software aus der digitalen Steinzeit

Ein nichtöffentliches CVS-Repository, FTP-Downloads, defekte Links, Diskussionen übers Usenet: Der Mailserver Sendmail zeigt alle Anzeichen eines problematischen und in der Vergangenheit stehengebliebenen Softwareprojekts.
Eine Analyse von Hanno Böck

  1. Überwachung Tutanota musste E-Mails vor der Verschlüsselung ausleiten
  2. Buffer Overflow Exim-Sicherheitslücke beim Verarbeiten von TLS-Namen
  3. Sicherheitslücke Buffer Overflow in Dovecot-Mailserver

Minikonsolen im Video-Vergleichstest: Die sieben sinnlosen Zwerge
Minikonsolen im Video-Vergleichstest
Die sieben sinnlosen Zwerge

Golem retro_ Eigentlich sollten wir die kleinen Retrokonsolen mögen. Aber bei mittelmäßiger Emulation, schlechter Steuerung und Verarbeitung wollten wir beim Testen mitunter über die sieben Berge flüchten.
Ein Test von Martin Wolf


    Weltraumsimulation: Die Star-Citizen-Euphorie ist ansteckend
    Weltraumsimulation
    Die Star-Citizen-Euphorie ist ansteckend

    Jubelnde Massen, ehrliche Entwickler und ein 30 Kilogramm schweres Modell des Javelin-Zerstörers: Die Citizencon 2949 hat gezeigt, wie sehr die Community ihr Star Citizen liebt. Auf der anderen Seite reden Entwickler Klartext, statt Marketing-Floskeln zum Besten zu geben. Das steckt an.
    Ein IMHO von Oliver Nickel

    1. Theatres of War angespielt Star Citizen wird zu Battlefield mit Raumschiffen
    2. Star Citizen Mit der Carrack ins neue Sonnensystem
    3. Star Citizen Squadron 42 wird noch einmal verschoben

    1. Bundesrechnungshof: Behörden gaben für eigene Apps Millionen Euro aus
      Bundesrechnungshof
      Behörden gaben für eigene Apps Millionen Euro aus

      Bundesbehörden haben mehrere Millionen Euro für eigene Apps ausgegeben. Der Bundesrechnungshof will diese abschalten lassen, wenn der Betrieb weitere Kosten verursacht.

    2. Riot Games: Schatteninseln und Zeitreisen mit League of Legends
      Riot Games
      Schatteninseln und Zeitreisen mit League of Legends

      Zwei sehr unterschiedliche Abenteuer für Einzelspieler hat Riot Games vorgestellt - beide sind in der Welt von League of Legends angesiedelt. In Ruined King erkunden die Champions die mysteriösen Schatteninseln, Conv/Rgence beschäftigt sich mit Zeitmanipulation.

    3. Energiewende: Dänemark plant künstliche Insel für Wasserstofferzeugung
      Energiewende
      Dänemark plant künstliche Insel für Wasserstofferzeugung

      Dänemark will seine klimaschädlichen Emissionen bis 2030 um 70 Prozent reduzieren. Eine Maßnahme ist der weitere Ausbau der Windenergie. Die Regierung plant einen riesigen Windpark mit angeschlossener Power-To-X-Anlage auf einer künstlichen Insel.


    1. 18:10

    2. 16:56

    3. 15:32

    4. 14:52

    5. 14:00

    6. 13:26

    7. 13:01

    8. 12:15