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Ich bin ein Künstler...

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  1. Ich bin ein Künstler...

    Autor: FireFreezer 26.03.19 - 19:11

    ... und das seit über 30 Jahren. Und ich möchte mal - so wertungsfrei wie mir nur möglich - eine andere Sichtweise auf das Thema aufzeigen.

    Früher (vor vielen vielen Jahren) war ich mal ein Rädchen in der kommerziellen Musikindustrie. Da lief alles nach dem guten alten Schema ab, über Studio, Musikverlag/Label, Vertrieb und natürlich über die GEMA.

    Wieviel da wirklich bei den Komponisten/Musikern ankam? Damals schon hielt sich das in Grenzen. Obwohl gute Verkaufszahlen, konnte man froh sein, wenn man sich mal ein neues Musikinstrument leisten konnte, oder die Reparatur eines solchen. Das lag auch nicht an den ach so bösen Raubmordkopierern, sondern an jedem, der auf diesem Weg die Hand aufgehalten hatte. Und ich habe mehr als einmal miterlebt, wie Künstler über den Tisch gezogen wurden mit Verträgen, die jenseits von gut und böse waren. Aber nicht jeder Künstler kann es sich leisten, einen Anwalt damit zu beauftragen, die Verträge zu checken. Andere waren zu blauäugig.

    Die meisten (und darunter waren durchaus sehr talentierte/kreative) sind dabei auf der Strecke geblieben, da sie fast alle Kosten zu tragen hatten, die Beteiligung an den Einnahmen aber ein (schlechter) Witz war. So kam es durchaus nicht gerade selten vor, dass die Demo's abgesegnet wurden, sämtliche Kosten für Studio usw. vorgestreckt vom Künstler vorgestreckt werden mußten, oft alle oder fast alle Stücke dann doch abgelehnt wurden. Letztlich mit dem Zweck, lediglich die Rechte für die Komposition und ggf. Texte zu erwerben, diese dann mit namhaften Künstlern zu verwursten. Es hieß dann eben: Entweder das oder gar nix. Viele haben dann zähneknirschend in den sauren Apfel gebissen, damit sie wenigstens einen Bruchteil der Kosten wieder reinbekommen. Vertrag ist schließlich Vertrag. Und die meisten besagten, das (natürlich!) keine Verpflichtung besteht, auch wirklich etwas von und/oder mit dem Künstler etwas zu veröffentlichen. Und vieles im Vertrag war so verfasst oder wurde so ausgelegt, dass es fast immer zu Lasten des/der Künstler war. Der Künstler wollte keine Fotos in einem Bananenkostüm fürs Cover machen? Tja, Pech gehabt. Da unter Vertrag, durfte man aber natürlich auch anderweitig nichts machen. Auf diese Art und Weise wurde so mancher Künstler für die Vertragsdauer "auf Halde" gelegt, wenn er/sie sich nicht mißbrauchen lassen wollte. Oder der Künstler wurde einfach ohne jegliche Promotion auf ein Richtfest eines neuen Kuhstalls geschickt. Egal wie begabt/kreativ.

    Seitdem aber hat sich die Situation verändert, alleine schon durch das Internet. Aber auch dadurch, dass PC's leistungsfähig und erschwinglich sind, mit denen man - mit entsprechendem Knowhow - gar kein Studio mehr braucht. Und wahlweise auch keine Verlage, Label, GEMA und Vertrieb mehr. Ohnehin heißt es ja, nur noch Live Auftritte würden sich "lohnen".

    Wirklich? Es gibt inzwischen genug alternative Wege. Musiker können inzwischen selbst alles machen, im Musikbereich z.B. von der Komposition, den Aufnahmen, bis hin zu Marketing und Vertrieb. Könnte all dies "jemandem" ein Dorn im Auge sein?

    Wie sieht es denn jetzt aus, wenn Musiker/Künstler ihre Werke irgendwo anbieten? Sicher, soll ja angeblich kein Problem sein, wenn man selbst Urheber ist. Aber wird es so auch in der Realität sein? Oder werden Plattformen nun alles kategorisch ablehnen, weil man nicht z.b. Mitglied der GEMA ist, diese nun quasi Monopol/Referenz (zumindest für Deutschland) ist? Werden viele Plattformen nun "wegsterben" oder sich aus Deutschland/Europa zurückziehen, die sich den "Service" von 3rd Party Uploadfiltern gar nicht leisten können, aber selber gar nicht in der Lage sind, die Rechte zu klären? Wie wollen die Uploadfilter Musik erkennen, die etwas schneller abgespielt werden? Das funktioniert jetzt schon nirgends. Wie wollen Uploadfilter Videos erkennen, die etwas schneller/langsamer, oder in einem "Rahmen" eingebettet hochgeladen wurden? Funktioniert bisher auch nicht. Ich denke, da sind auch die Grenzen solcher technischen Maßnahmen erreicht.

    Ich mag mich täuschen, aber diese Urheberrechtsreform scheint mir persönlich von den Lobbyisten so geprägt zu sein, unabhängige Künstler wieder in deren Verlags- und Vertriebswege zurück zu zwingen, wie es früher einmal war, indem sie es ihnen so schwer wie möglich machen.

    Und auch für normale "User" sehe ich Probleme. Zu viel wischiwaschi formuliert, damit man es bestmöglichst dehnen kann. Damit ist eine unglaubliche Rechtsunsicherheit geschaffen worden, zugleich ein neues paradiesisches Eldorado für Abmahnanwälte & Co, da bin ich sicher.

    "Komm auf unsere Seite, dann wird es einfacher für dich und Du stehst dann unter unserem Schutz. Das ist das bißchen Schutzgeld doch wert, nicht wahr? Und nun küss meinen Ring!"

    Und was, wenn man unabhängiger Künstler bleiben will und nicht zu GEMA & Co will? Dann findet man jetzt auch nicht mehr statt, wie früher? Zumindest nicht in Europa?

    Ich habe mich in den letzten Wochen bereits mit mehreren Musikern/Kollegen über dieses Thema unterhalten und aufgrund der heutigen Entscheidung über diese Urheberrechtsreform ist auch für uns die Entscheidung gefallen, aufgrund der Rechtsunsicherheiten und aus anderen Gründen, nichts mehr in Europa und auf europäischen Plattformen zu veröffentlichen.

    Lieber entscheiden wir selber, als andere über unsere Werke entscheiden zu lassen.

  2. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: theSens 26.03.19 - 19:27

    Bin kein Rechtsexperte, vermute aber es ist sogar noch schlimmer.
    Soweit ich Artikel 12 verstanden habe, können die Rechteverwerter, wenn groß genug (representativ), einfach die Lizenz für Werke ihrer Richtung vergeben.
    Auch wenn der Urheber nix davon weiß. Du musst als Urheber quasi ein Opt-Out aus der automatischen, kollektiven Lizenz machen.
    Die Staaten sind zwar verpflichtet zu informieren. Aber man kann das so auslegen, dass sie nur ne Webseite machen brauchen, auf der das steht.

  3. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: Tpircs Avaj 26.03.19 - 20:39

    FireFreezer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Obwohl gute Verkaufszahlen, konnte man froh sein, wenn man sich mal ein neues
    > Musikinstrument leisten konnte, oder die Reparatur eines solchen.

    Hm. Also ohne jetzt dir zu nahe treten zu wollen, aber wenn ich Geld haben will, muss ich jeden Morgen aufstehen und meinen Job machen. Ich kann leider auch nicht zu meinem Boss sagen "Du, ich hab da letzthin ein feines Programm geschrieben, das reicht doch jetzt mal ne Weile, zahl mir mein Gehalt einfach weiter, ich melde mich dann wieder, wenn ich wieder ne Idee habe." Naja, in der Nacht habe ich ab und zu mal feuchte Träume mit diesem Inhalt. Aber ... Boss springt nicht drauf an.

    Ich kann nicht nachvollziehen, warum ein Musiker meint, er dröhnt mal was in die Dose und kann sich dann für den Rest des Jahres auf die Hängematte zurückziehen. Für mich heißt arbeiten: früh aufstehen, Source schreiben, Probleme lösen, ins Bett und am nächsten Tag das gleiche. Nach meinem Verständnis heißt das bei einem Musiker: rausgehen, auf die Bühne und Musik machen. Dafür wird jeder Musiker auch bar auf die Kralle bezahlt. Mal in die Dose plärren ... kann ich auch nicht nachvollziehen, warum das mehr wert sein soll als ein einzelner Auftritt.

  4. ++ (kt)

    Autor: teenriot* 26.03.19 - 20:49

    ++

  5. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: Anonymer Nutzer 26.03.19 - 21:00

    du hast villeicht ein falsches bild/das von 2 and a half men im kopf wenn du an künstler denkst, um halbwegs gut zu sein bedarf es harter arbeit, regelmäßigem trainig, um trends abzupassen auch anpassung und stilveränderung, ständige information was geht, darüberhinaus wagen manche ihre werke mit aktuellen bewegungen und ereignissen zu verbinden, auch dafür braucht man zeit sich über hintergründe und positionen zu informieren um das möglichst richtig in die texte zu pressen ... so unähnlich zu einem entwicklicker arbeitet ein künstler nicht, ich kenne auch einige die täglich, eigentlich ständig am texten und summen sind, auch am sonntag, oder sich gerade die gedanken über die vermarktung machen, die sind auch selbst und ständig, wenn die es ernst meinen.

    aber ja, natürlich pennen die i.d.r. bis 12-1300 wenn sie in der nacht bis 2-3 zugabe gegeben haben ... hab ich auch gemacht wenn pöse auftrageber gegen 0:00 morgens meinten irgendetwas müsste gleich gerichtet werden ... manchmal begann der *neue* arbeitstag auch erst 16:00 ... weils nicht anders ging, du kannst nicht völlig übernächtigt an irgentwelchen db's im lifebetrieb rumfummeln, da musst du dir schon relativ sicher sein das du und das was du machst funktionierst, genauso oder noch viel mehr ist das beim künstler, um optimale ergebnisse zu liefern brauch es optimale bedingungen, denn das publikum kennt kein pardon.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 26.03.19 21:17 durch ML82.

  6. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: notuf 26.03.19 - 21:22

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    , ich kenne auch einige die täglich,
    > eigentlich ständig am texten und summen sind, auch am sonntag, oder sich
    > gerade die gedanken über die vermarktung machen, die sind auch selbst und
    > ständig, wenn die es ernst meinen.

    Ja und? Ich mache mir auch ständig Gedanken zu meinen Projekten, auch am Wochenende und auch im Urlaub. Weil so das Gehirn nunmal funktioniert. Ich kann nicht meine Kreativität und meine Gedanken abstellen, wenn ich das Büro verlasse. Aber mein Gehalt bekomme ich nur wenn ich täglich eine Arbeit verrichte auch wenn die Projekte aus vergangener Zeit immer noch benutzt werden täglich und ich ja dann eigentlich dauerhaft entlohnt werden müsste, wenn ich ein Musiker wäre.
    Maler verkaufen auch ein Bild und bekommen nicht Geld, wenn Leute sich das im Museum angucken.

    Daher verstehe ich auch nicht, warum einige Künstler meinen, ein Leben lang ohne Arbeit von den Einnahmen leben zu können
    Oder noch besser ihre Nachfahren. Wie bei Büchern. Wenn Leistung sich lohnen muss, dann muss das für alle gelten. Dann muss der Musiker eben Konzerte machen.

    Unfair ist es anderen abzusprechen, dass ihre Kreativität nicht den selben Wert hat wie die der bestimmten Künstlergruppen.

  7. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: theSens 26.03.19 - 21:37

    Typisches Arbeiter denken.
    Du kannst, zum Beispiel, heute eine Software schreiben und dann einen monatlichen Betrag dafür verlangen. Wenn dein Kundenstock nicht zu groß ist. Kannst du, ziemlich gut, nur einen Tag in der Woche arbeiten. Weil nur eine Supportanfrage kommt. Oder 1 Stunde am Tag, weil du deine Tickets in der Zeit schaffst.
    Du steckst halt vorher viel Arbeit rein, die du zu dem Zeitpunkt nicht bezahlt kriegst. Aber wenn's dann fertig ist kannst du dich, mehr oder weniger, drauf ausruhen.
    Nur wenn du groß Geld verdienen willst, musst du jeden Tag dran weiter machen, neue Feautures, Marketing, Kundenstock aufbauen. Irgendwann hat man dann so viele Kunden, dass man den ganzen Tag mit Support beschäftigt ist. Dann kann man sich aber auch nen Mitarbeiter leisten, und kann sich wieder, einigermaßen ausruhen. Usw.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 26.03.19 21:39 durch theSens.

  8. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: Anonymer Nutzer 26.03.19 - 22:29

    du verwechselt die künstler mit den verwertern, occusional mag mal einer beides sein, in der regel jedoch nicht.

    und zum thema arbeit und leistung: wieviel tonnen masse hast du selbst heute bewegt? jede andere definition ist angenommen/nicht real konkret nachvollziehbar ... einem nur geglaubt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.03.19 22:33 durch ML82.

  9. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: Hanson 26.03.19 - 22:50

    Ich bin auch ein Künstler. Ich habe einen YouTube-Kanal und verkaufe meine Musik in Eigenregie und unterrichte drei Tage die Woche für etwa 5-6 Stunden täglich. Damit kann man gut leben, Ich habe heute auf Facebook ein ZDF-Interview mit einem Komponisten (uwe fahrenkrog-petersen) gesehen, da musste ich fast Kotzen. Überheblich, jammernd und auf Google schimpfend.
    Seine Aussage: in Europa stirbt wegen YouTube die Künstlerszene. Völliger Quatsch. Junge Künstler erleben eine wahre Renaissance im Netz. Da will keiner die nächsten 90 Jahre Kohle haben für einen Song, den er vor 20 Jahren geschrieben hat. Der Aufschrei kommt von den"Alten". Die haben jetzt geschafft, dass ihre Strukturen noch ein paar Jahre überleben. Ich sehe das sportlich. Es werden sich neue Möglichkeiten ergeben, die jungen Künstler sind kreativ und verstehen das Netz und seine Vielfalt.

  10. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: artavenue 26.03.19 - 23:10

    Hmm. Und was haben Leute die sich schlechte Verträge aufschwatzen lassen mit irgendwas zu tun? Das ist doch deren Problem. Haben durchaus mein Mitleid, aber was ist daran "eine andere Perspektive auf das Thema"? Ich sehe da null zusammenhänge, außer viel - neutral gesehenes - rumgeheule (was vllt durchaus zurecht ist) auf allgemeine Aspekte des Berufs.

  11. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: TrollNo1 27.03.19 - 07:09

    Um euch zwei vergleichen zu können, müsste er z.B. angestellter Musiker in einer Band sein, die täglich ihre Stücke irgendwo spielt.

    Oder du bist selbstständiger SW-Entwickler. Da gibts dann nämlich auch erst das Geld, wenn die SW fertig ist. Und wenn du die selbst vertreibst, kannst du dich auch auf deiner Arbeit "ausruhen", wenn das Programm gut ist.

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

  12. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: GPUPower 27.03.19 - 07:22

    FireFreezer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ich habe mich in den letzten Wochen bereits mit mehreren Musikern/Kollegen
    > über dieses Thema unterhalten und aufgrund der heutigen Entscheidung über
    > diese Urheberrechtsreform ist auch für uns die Entscheidung gefallen,
    > aufgrund der Rechtsunsicherheiten und aus anderen Gründen, nichts mehr in
    > Europa und auf europäischen Plattformen zu veröffentlichen.
    >
    > Lieber entscheiden wir selber, als andere über unsere Werke entscheiden zu
    > lassen.

    HÄÄÄ
    Ich glaube du hast es nicht verstanden. Du kannst weiterhin entscheiden was du veröffentlichst. Wenn du keine Blaupause deiner Werke in den Uploadfilter stecken willst, dann musst du es nicht xD



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.03.19 07:22 durch GPUPower.

  13. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: FireFreezer 27.03.19 - 07:48

    Ich würde Ihnen ja Recht geben, wenn wir hier über irgendwelche Leute reden würden, die sich abends in eine Karaoke Bar stellen und da "rumträllern". Wenn wir aber über die professionelle Arbeit reden, der ich nachgehe, sieht das schon etwas anders aus. Musik findet nicht nur in der Badewanne, einer Karaoke Bar oder auf der Bühne statt. Musik wird nicht nur nach Schulschluß von sonnenlosen Nerds in tiefsten Kellern mit Fruityloops gemacht.

    Bevor ein Künstler überhaupt mal eine Bühne betritt (und ich rede jetzt nicht von irgendem, der/die dies als Hobby macht), ist eine Menge Vorarbeit nötig. Das fängt bei Komposition/Texten an. Man sucht nach Ideen, sucht nach Wegen diese zur Musik passend zu machen. Manchmal auch umgekehrt. Bei Bands kommen nicht selten unzählige Proben über Wochen und teilweise Monate, in denen noch vieles verändert wird, weil man dann oft erst merkt, wo etwas nicht stimmt.

    Irgendwann geht es dann auch ins Studio (welches kein Studio im klassischen Sinne sein MUSS). Dort werden oft noch einmal Arrangements verändert. Dann kommen die Aufnahmen und manchmal sind viele Takes notwendig, bis es wirklich sitzt. Bis dann alles mal komplett abgemischt ist, geht auch noch einiges an Zeit drauf. Und dann kommen meist erst weitere Schritte wie z.B. die Planung/Organisation von Live Auftritten (mit denen ich selber dann aber meist nichts mehr zu tun habe). Und glauben Sie mir, auch wir müssen immer wieder reichlich Probleme lösen.

    Ich würde Sie also bitten, nicht alle in einen Topf zu schmeißen. Zwischen denen, die Musik als Hobby machen und denen, die dies professionell machen und sehr viel Erfahrung und KnowHow einbringen, besteht ein sehr großer Unterschied. Auch was Arbeitspensum/Arbeitszeiten angeht.

    Das auch ich Geld verdienen muß (und dies auch tue), ist logisch. Schließlich wollen Miete, Strom, neue Geräte, Reparaturen, usw. auch bei mir bezahlt werden. So arbeite ich natürlich auch mit Künstlern zusammen, die Mitglied bei der GEMA sind. Damit habe ich dann aber nichts zu tun. Ich selber bevorzuge halt die alternativen Möglichkeiten. Das ist aber halt eben meine persönliche Preferenz, was meine eigenen Werke betrifft.

    Was ich selber aber an dieser Reform kritisiere, ist, dass diese nicht wirklich Vorteile für die Künstler oder User/Kunden bringt, sondern fast ausschließlich eine Pro-Verwerter-Reform ist. Wäre diese wirklich im Sinne der Künstler und/oder User/Kunden, hätte diese deutlich anders aussehen.

  14. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: FireFreezer 27.03.19 - 08:01

    Das Interview habe ich ebenfalls gesehen und ich fand die Aussagen auch recht grenzwertig. Aber ich kenne diese Argumente, die meist von denen kommen, die noch an den alten Strukturen hängen.

    Die Realität sieht aber anders aus. Egal ob junge oder "reifere" Künstler/Musiker, nicht gerade wenige "leaken" ihre Musik absichtlich selber bei YouTube und anderen Plattformen, weil Sie sehr wohl wissen, dass dies ein sehr effizientes Marketing-Werkzeug ist. Die Künstlerszene stirbt auch nicht, sie schert sich nur eben einen Dreck um GEMA & Co und geht alternative Wege.

    Die Welt hat sich verändert, aber so einige Dinosaurier begreifen dies nicht und beißen um sich, weil Sie nicht wahrhaben wollen, dass sie eigentlich nicht mehr gebraucht werden. Erbärmlich ist nur, dass gerade CDU/CSU recht einseitig diesen (Verwertern) auch noch in den Allerwertesten kriecht, statt tatsächlich etwas positives für Künstler, User und Kunden zu schaffen.

  15. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: FireFreezer 27.03.19 - 08:16

    Falsch. Es ist eben nicht der "normale" allgemeine Aspekt. Die negativen Aspekte kommen erst mit den klassischen Verwertern auf. Und genau um diese geht es tatsächlich in dieser Reform, nicht um irgendwas zum Vorteil der Künstler, User oder Kunden.

    Und so nebenbei beweifel ich sehr stark, dass diese Reform Google, Facebook & Co beindrucken wird. Wenn denen danach ist, zeigen die einfach den Stinkefinger und schließen jeglichen Upload für ganze Europa aus, sind dann auf der sicheren Seite und haben immer noch all die Klicks.

    Anders könnte es aber für Europäische Plattformen wie z.B. SoundCloud aussehen. Vielleicht gut so, das die nach UK abwandern.

    Übrigens, von "Rumgeheule" zu reden ist zwar recht beliebt, zeugt aber von ganz schlechtem Stil. Aber sei es drum, ich werde mich jedenfalls nicht auf dieses Niveau hinab begeben.

  16. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: Captain Caracho 27.03.19 - 08:22

    TrollNo1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Um euch zwei vergleichen zu können, müsste er z.B. angestellter Musiker in
    > einer Band sein, die täglich ihre Stücke irgendwo spielt.
    >
    > Oder du bist selbstständiger SW-Entwickler. Da gibts dann nämlich auch erst
    > das Geld, wenn die SW fertig ist. Und wenn du die selbst vertreibst, kannst
    > du dich auch auf deiner Arbeit "ausruhen", wenn das Programm gut ist.

    Vielen Dank. Habe mich beim Überfliegen des Threads echt gefragt, warum das keiner sieht.

    Man sollte nicht vergessen, dass die meisten Künstler selbständige sind, die die meiste Zeit gar kein Geld sehen (abgesehen von den ganz großen). Dass die dann bei einem fertig produzierten Album auch mal länger davon zehren müssen, liegt doch auf der Hand.

  17. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: FireFreezer 27.03.19 - 08:31

    Richtig. Ich kann nach wie vor selber entscheiden, was ich veröffentlichen MÖCHTE. Könnte aber durchaus sein, dass dies ggf. gar nicht mehr so einfach möglich ist.

    Nicht jede Plattform wird ihre eigenen Uploadfilter stricken. Über kurz oder lang werden Drittanbieter dies übernehmen und über kurz oder lang Geld dafür verlangen, mit in die "Datenbank" aufgenommen zu werden. Wer weiß, vielleicht sogar die GEMA selber und sei es nur über eine "Strohfirma". Überraschen würde dies mich jedenfalls nicht. Andere Plattformen können sich diese Lizensiererei evt. gar nicht leisten und gehen ein. Ich vermute aber, es wird eine andere Richtung nehmen. Ähnlich wie bei den einigen Stream Dienstleister werden die Portale diverse Verwerter lizensieren. Ich vermute, dies wird dann zu einer ähnlichen Fragmentierung führen, wie es jetzt bereits bei den Stream Dienstleistern der Fall ist. Plattform A hat nur Künstler von Verwerter X, Plattform B nur Künstler von Y und Z, usw.

    Wenn ein User/Kunde also Filme und Musik von X, Y und Z sehen/hören will, muß man dann letztlich zwei oder mehr Abo's machen, weil über kurz oder lang jeder Verwerter seine eigene Plattform aufbauen will. Und die User/Kunden fühlen sich dann verarscht und sind angepisst und werden erst recht wieder zu Raubmordtotschlagkopierern (Vorsicht, Ironie!).

    Es geht also nicht um die Frage, was ich veröffentlichen KANN, sondern was irgendwann als Folge des ganzen noch übrig bleiben wird, wo man überhaupt noch unabhängiger Künstler bleiben und etwas veröffentlichen KANN, ohne den üblichen mafiösen Strukturen beizutreten und regelrechtes Schutzgeld zu blechen.

  18. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: FireFreezer 27.03.19 - 08:34

    Leider ist das ein weit verbreites Denken von schlichten Gemütern. Bei denen kommt der Strom halt aus der Steckdose, dass Wasser aus den Wasserhahn und die Musik aus dem Radio und MP3-Player/Smartphone. Woher das alles kommt, ist denen wurscht und wird auch nicht ernst genommen.

  19. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: Akaruso 27.03.19 - 09:38

    Wie wäre es eigentlich mit einer eigenen Homepage. Da kann problemlos seine ganzen Werke veröffentlichen und sich mit der Homepage selbst schon creativ austoben.

  20. Re: Ich bin ein Künstler...

    Autor: Janquar 27.03.19 - 09:55

    Genau das habe ich mir auch gedacht. Weil das System unfair ist und sich Schaffende und Vertreiber gegenseitig abgraben, hat die Reform genau was damit zu tun?

    Das sind doch zwei verschiedene Baustellen... Vielleicht greift die Reform das auf, aber geht weit über diese Probleme hinaus.

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