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was mich nervt...

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  1. Re: was mich nervt...

    Autor: Tantalus 12.05.12 - 15:35

    original registriert schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > zunächst mal halte ich das für eine scheindiskussion, weil einfach niemand
    > von sich behaupten kann er hätte noch niemals irgendwelche gechützten
    > werke auf medien kopiert oder dauerhaft gespeichert, die er nicht
    > sowieso mal erworben hätte und

    Ach ja? Und das weisst Du woher genau?
    Meine Drucker im Büro haben noch nicht eine Seite urheberrechtliches Material gedruckt, auf meinen Serverplatte, und den Platten meiner Arbeitsstationen war noch nie ein Film oder Musikstück gespeichert. Wozu genau zahle ich jetzt Urheberrechtsabgaben?

    > die gegenleistung wurde sogar schon vorher erbracht,
    > denn würde
    > niemand werke schaffen, könnte man auch keine werke verbreiten,
    > egal ob nun mit oder ohne genehmigung des autors, und dass werke
    > existieren dürfte bewiesen sein.

    Ok, dann erschaffe ich jetzt irgendein künstlerisches Werk, und Du bezahlst es, ob Du willst oder nicht. Denn schließlich habe ich ja eine Leistung erbracht. Ob Du sie nutzt oder nicht.

    > im übrigen machen die verwertungsgesellschaften hier auch nichts
    > anderes als der staat, auch die KFZ steuer z.b. ist eine pauschale,
    > die auch diejenigen mitfinanzieren müssen, die mit ihrem LKW
    > weniger auf der autobahn fahren als andere, und auch das mag
    > man als unlogisch oder ungerecht kritisieren, weil hier der eine
    > für den andere mitbezahlt.

    Wenn ich KFZ-Steuer zahlen muss, *habe* ich aber zumindest einmal ein zugelassenes KFZ. Ob ich damit fahre oder nicht, ist eben so unerheblich, wie ob ich ein gekauftes Musikstück anhöre oder nicht. Aber besitze ich kein (zugelassenes!) KFZ, zahle ich auch keine Steuern. Urheberrechtsabgaben muss ich aber zahlen, obwohl ich gar keine Musikstücke oder Filme habe (bzw Kopien davon).

    > aber die abschaffung jeglicher vergütung für
    > leistung zu fordern ist genauso ein unsinn wie die forderung nach
    > einzelberechnung

    Wer bitte redet denn von der Abschaffung jeglicher Vergütung?

    > - wer soll denn bitteschön den verwaltungsaufwand
    > leisten, 0,00007 cent für urheber einzuziehen, wenn jemand 3 DIN A
    > kopien eine geschützen inhaltes macht? das geht nur mit geräteabgaben.


    > es gibt immer irgendwo ein interview wo irgendjemand was anderes
    > behauptet wie ein anderer.

    Nur, dass dieser jemand sehr konkrete und nachprüfbare Zahlen und Daten auf den Tisch gelegt hat.

    > ich sag dazu nur eines: gestalte mal 15 CD covers bis zur ausgeschossenen
    > druckvorlage für 15 CDs, die du aus 500 titeln zusammengestellt hast,
    > kauf dir ein mastering effekte und was man sonst noch zum mastern
    > und abhören braucht,

    Seltsam, dass genau das für viele Indie-Künstler gar kein Problem zu sein scheint. Erst vor (überleg) 5 Wochen hab ich so eine kleine Indie-Musikerin live erlebt.

    > und dann organisierst du für 3 deiner künstler
    > eine kleine europa tournee mit 5-10 stationen,

    Wer mal soweit ist, dass er eine Europatournee startetn kann, hat auch das Kleingeld und die Fanbasis, diese zu finanzieren.

    > findest vertreibspartner,
    > machst die abrechnungen der backktaloge, und bemusterst radiostationen
    > und fanzines mit demos.

    Soweit mir die aktuelle Situation bekannt ist, müssen kleine Künstler das sowieso alles selber machen, da sich die Labels/Verlage hierfür zu schade sind.

    > und dann sagst du mir mal wie lange du dafür brauchst und wieviel geld
    > du investiert hast.

    Wenn man es ein wenig geschickt anstellt, gar nicht mal so viel. Ein gutes (ansprechendes) Label muss nicht zwangsweise einen riesigen Aufwand bedeuten.

    > mein bester equalizer hat mal 14,000 DM gekostet, bis du das als
    > labelmacher netto wieder rein hast, hats du mehr gearbeitet wie
    > 3 beamte - und du bekommst keine pension später und du hast
    > auch keine lohnfortzahlung und keinen urlaub.

    Seltsam, dass für Dich das Label das wichtigste an einer CD oder einem Buch zu sein scheint...

    Gruß
    Tantalus

    ___________________________

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

  2. Re: was mich nervt...

    Autor: Tantalus 12.05.12 - 15:38

    bstea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Urheberrecht setzt diese Freiheit am besten um. Dass diese nicht
    > unbedingt dem Konsumenten gefällt kann ich verstehen. Aber wie schon
    > gesagt, Konsumenten stimmen mit ihren Kaufverhalten darüber ab.

    Dumm nur, dass die Konsumenten keine Milliardenschwere Lobby haben, die sich Gesetze fast schon erkaufen kann (siehe Urheberrechtsabgabe, siehe Three-Strikes-Modell etc). Genau da läuft nämlich etwas schief.

    Gruß
    Tantalus

    ___________________________

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

  3. Re: was mich nervt...

    Autor: bstea 12.05.12 - 16:02

    Wenn die Milliardenschwere Lobby nicht auch gegen die Urheber vorgehen würde. Meines Wissen sind Google, Amazon, Apple diejenigen die die Regeln der Erzeuger ebenso der Verbraucher online diktieren. Merkwürdig auch, dass auf den relevanten Märkten kein Three Strikes existiert!

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

  4. Re: was mich nervt...

    Autor: Tantalus 12.05.12 - 17:10

    bstea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn die Milliardenschwere Lobby nicht auch gegen die Urheber vorgehen
    > würde. Meines Wissen sind Google, Amazon, Apple diejenigen die die Regeln
    > der Erzeuger ebenso der Verbraucher online diktieren.

    Also, wo Google mir als Verbraucher (bzw potentiellem Käufer) Regeln diktiert, musst Du mir mal erklären. Amazon hat auf Druck der Kunden die DRM-Verseuchung aufgegeben, also eher der umgekehrte Fall: die Verbraucher haben Amazon die Regeln diktiert.

    > Merkwürdig auch, dass
    > auf den relevanten Märkten kein Three Strikes existiert!

    Was sind für Dich denn relevante Märkte? Und willst Du etwa abstreiten, dass eine ganze Reihe von Gesetzen auf massiven Lobbydruck der Rechteverwerter zustande gekommen ist?

    Gruß
    Tantalus

    ___________________________

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

  5. Re: was mich nervt...

    Autor: original registriert 13.05.12 - 23:42

    Tantalus schrieb:

    > Ach ja? Und das weisst Du woher genau?
    > Meine Drucker im Büro haben noch nicht eine Seite urheberrechtliches
    > Material gedruckt, auf meinen Serverplatte, und den Platten meiner
    > Arbeitsstationen war noch nie ein Film oder Musikstück gespeichert. Wozu
    > genau zahle ich jetzt Urheberrechtsabgaben?

    da hast du wahrscheinlich recht, im gewerblichen bereich kann es das
    durchaus geben, insofern wäre das eine grundlage für deine kritik daran,
    dass die gebühren schon beim hersteller eingetrieben werden, da so
    auch nachweisbare ausnahmen nicht mehr berücksichgt werden können.


    > Ok, dann erschaffe ich jetzt irgendein künstlerisches Werk, und Du bezahlst
    > es, ob Du willst oder nicht. Denn schließlich habe ich ja eine Leistung
    > erbracht. Ob Du sie nutzt oder nicht.

    das tue ich ja - auch ich bezahlediese abgaben auf meinen drucker
    und meine optischen laufwerke - obwohl ich damit überwegend
    nur meine eigenen werke speichere, bzw beim drucker überhaupt
    nichts, genau wie du.

    ich sehe alerdigns keine grund, warum ich mir darüber gedanken
    machen soll, wenn ich irgendwo mal 5 euro für etwas zuviel bezahle.

    es gibt echt grössere ungerechtigkeiten auf dieser welt, und es gibt
    auch grössere geldströme und gröser freiheitseinschränkungen im
    zusammenhang mit dem urheberecht,


    > Wenn ich KFZ-Steuer zahlen muss, *habe* ich aber zumindest einmal ein
    > zugelassenes KFZ. Ob ich damit fahre oder nicht, ist eben so unerheblich,
    > wie ob ich ein gekauftes Musikstück anhöre oder nicht. Aber besitze ich
    > kein (zugelassenes!) KFZ, zahle ich auch keine Steuern.

    genau wie man auch keine abgaben auf drucker bezahlt, die man gar
    nicht besitzt, sondern nur auf den, den man hat, und mit dem man
    theoretisch auf die autobahn fahren könnte.

    > Urheberrechtsabgaben muss ich aber zahlen, obwohl ich gar keine Musikstücke
    > oder Filme habe (bzw Kopien davon).

    nein aber du hast den drucker. die abgaben sind ja im druckerpreis, und nicht
    in den vorlagen die du kopierst. in denen sind natürlich auch welche, aber
    nicht weil man die vorlagen kopieren kann.

    > Wer bitte redet denn von der Abschaffung jeglicher Vergütung?

    wollte ich dir nicht unterstellen, ber lettlich lief deine kritik an
    geräteabgaben genua darauf hinaus.


    > Nur, dass dieser jemand sehr konkrete und nachprüfbare Zahlen und Daten auf
    > den Tisch gelegt hat.

    ja, über einen fall von mehreren 10,000.

    im übrigens ist er selbst schuld, weil er die entsprechenden verträge
    freiwillig abgeschlossen hat.

    ich zum beipiel schriebe meinen künstlern in die bandübernahme-
    und verlagsverträge in leicht verständlicher sprache rein, was ich
    konkret machen werden und was nicht.

    > > ich sag dazu nur eines: gestalte mal 15 CD covers bis zur
    > ausgeschossenen
    > > druckvorlage für 15 CDs, die du aus 500 titeln zusammengestellt hast,
    > > kauf dir ein mastering effekte und was man sonst noch zum mastern
    > > und abhören braucht,
    >
    > Seltsam, dass genau das für viele Indie-Künstler gar kein Problem zu sein
    > scheint. Erst vor (überleg) 5 Wochen hab ich so eine kleine Indie-Musikerin
    > live erlebt.

    "für viele" wage ich zu bezweifeln. wenn es viele gäbe, die das
    alles selbst machen könnten, dann gäbe es keine indy vertriebe,
    die all diese dinge, vor allem das ausschiessen und belichten,
    das audio mastering und die abwicklung der tonträgerherstellung
    für ihre labels machen würden.

    > Wer mal soweit ist, dass er eine Europatournee startetn kann, hat auch das
    > Kleingeld und die Fanbasis, diese zu finanzieren.

    in den neunzigern haben viele electro künstler von sozialhilfe gelebt
    und sind schwarz mit der bahn pder per anhalter mit geliehenem
    equipment bis nach italien oder russland gefahren.

    schön, dass wir uns einig darüber sind, dass solche dinge
    eben nicht so einfach zu finanzieren bzw sehr viel arbeit sind,
    aber ich würde dir widersprechen wollen, wenn du ernsthaft glaubst
    touneen seien das ergebnis von erfolg und geld.
    auftritte sind vielemehr vorraussetzung für erfolg beim tonträgerverkauf
    und stellen ein zentrales element der promotion dar.


    > > findest vertreibspartner,
    > > machst die abrechnungen der backktaloge, und bemusterst radiostationen
    > > und fanzines mit demos.
    >
    > Soweit mir die aktuelle Situation bekannt ist, müssen kleine Künstler das
    > sowieso alles selber machen, da sich die Labels/Verlage hierfür zu schade
    > sind.

    ne das sind die klassischen aufgaben der verlegers. wenn du einen komponisten
    oder eine produktionsforma kennst, deren label die rechteinhaber den
    vertrieb selbst suchen lässt, dann rate ihnen bitte schnellstmöglich den
    vertrag zu kündigen. :)


    > > mein bester equalizer hat mal 14,000 DM gekostet, bis du das als
    > > labelmacher netto wieder rein hast, hats du mehr gearbeitet wie
    > > 3 beamte - und du bekommst keine pension später und du hast
    > > auch keine lohnfortzahlung und keinen urlaub.
    >
    > Seltsam, dass für Dich das Label das wichtigste an einer CD oder einem Buch
    > zu sein scheint...

    ja, weil ich selbstverleger bin und nicht nur fremdmaterial verkauft habe.

    in der tat ist natürlich die motivation eines wirklichen künstlers
    eher nicht unbedingt die frage der wettbewerbsfähigkeit.

    aber wenn du dich an oben erinnerst: ich hatte dir unterstellt, dass
    du willst, dass kreative gefälligt umsonst arbeiten.

    wenn du das schon seltsam findest, dass komponisten es nicht
    grundsätzlich ausschliessen auch geld zu verdienen, dann habe ich damit
    ja offenbar recht.

    es ist aber nicht seltsam, und es hat vorwiegend damit was zu tun, dass
    urheber eben auch etwas essen müssen.

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