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Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

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  1. Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: HorkheimerAnders 16.03.16 - 16:17

    Rechts und Links, Krise hier und Krise da. Das alles interessiert mich nicht. Alles ist so fern wie Hyggelik dem Einsiedler am See.

    ABER wenn Rasch auf einem Brief den ich bekomme drauf steht, dann bin ich bereit. Das ist wie die besten Stiefeln im ersten Weltkrieg. Damit macht es richtig Spaß nach vorn zu marschieren!

    Ich habe mehr Angst wegen Urheberrecht verklagt zu werden, als ob irgendwelche globalen Krisen außer Kontrolle zu geraten scheinen. Denn, von letzteren wusste man vor 100 Jahren schon bescheid. Aber Urheberrecht... wie gerne würde ich alle Geschichte vergessen damit ich nichts von Rasch mitbekommen würde.

  2. Re: Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 16.03.16 - 20:42

    Da muss wohl die Medikation noch einmal feinjustiert werden ...

  3. Re: Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: User_x 16.03.16 - 21:12

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da muss wohl die Medikation noch einmal feinjustiert werden ...

    nicht zwangsläufig. Seine Argumentation ist aber definitiv nichts schnell dahingerotztes und jedermanns verständliches.

    und zum Urheberrecht, warte ich tatsächlich den Zeitpunkt ab, ab wann sich die Verleger in die Kultur einmischen werden und dort als "neuen Markt" anfangen zu lizensieren... Sprache zum Beispiel wäre doch mal ein Anfang... ;-)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.03.16 21:13 durch User_x.

  4. Re: Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 16.03.16 - 22:56

    User_x schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > und zum Urheberrecht, warte ich tatsächlich den
    > Zeitpunkt ab, ab wann sich die Verleger in die Kultur
    > einmischen werden und dort als "neuen Markt"
    > anfangen zu lizensieren... Sprache zum Beispiel wäre
    > doch mal ein Anfang... ;-)

    Das Problem, was ich dabei sehe: "Die Verleger" gibt es so nicht. Für ein großes Verlagshaus (evtl. noch mit einem internationalen Medienunternehmen als Mutter) mit dickem Portfolio und einem gewissen finanziellem Polster ist es kein Problem, wenn beispielsweise Autoren das Verwertungsrecht früher zurückfordern können. Dort stehen bekannte und unbekannte Autoren Schlange, um ihr neuestes Werk zu platzieren, die Veröffentlichungszyklen sind vergleichsweise kurz und neue Titel landen quasi umgehend im Handel.

    Für kleinere Verlage, die deutlich weniger veröffentlichen, weniger Mittel für Werbung und einen schlechteren Stand beim Handel haben, dauert es deutlich länger, bis ein einmal eingekauftes Manuskript Gewinn abwirft. Wenn nun Autoren vorher die Rechte zurückerhalten und es andernorts platzieren können, fehlen die Einnahmen. Aber gerade die kleinen Sparten- und Nischenverlage sind es, die für Vielfalt sorgen, weil sie Themen und Interessen bedienen, die für die Großen der Branche einfach nicht die nötige Marktbreite haben.

    Sprich, in der Gesetzesnovellierung gibt es zahlreiche Punkte, die sich so oder anders auswirken können bzw. die sich bereits in der jetzigen Fassung Einfluss auf den "Kulturmarkt" nehmen. Es klingt zwar erst einmal schön, wenn die Rechte der Urheber gestärkt werden sollen, aber wie so oft ist nicht leicht zu erkennen, ob diese Stärkung auch wirklich positive Auswirkungen für alle Beteiligten hat.

    Nun hat anscheinend die Lobby dem Gesetzentwurf ihren Stempel aufgedrückt, was erst einmal nicht schön ist. Die erzielten Änderungen haben auch anzunehmenderweise keinen idealistischen Hintergrund, sind damit aber nicht per se falsch. Das müsste man genauer prüfen.

  5. Re: Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: User_x 16.03.16 - 23:55

    auch ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus, aber nun gut...

    positiv könnte durch kürzere Zeiten der Erfolg für ein Buch werden. wenn es bei A nicht so rund läuft, kann man es schneller bei B platzieren. zumal das eh eigentlich wegelagerei wäre.

    wenn der Autor sein zweites buch über B vermarktet und dieser dadurch berühmt wird, kassiert A ohne zutun für das erste Buch aufgrund des Erfolgs von B...

    verstehe auch nicht, auf welchen kosten der Verlag sitzen bleiben soll? Man muss schon so kalkulieren, dass die ressourcen nach 5 jahren verbraucht sind.

  6. Re: Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 17.03.16 - 18:53

    User_x schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > positiv könnte durch kürzere Zeiten der Erfolg für ein
    > Buch werden. wenn es bei A nicht so rund läuft, kann
    > man es schneller bei B platzieren. zumal das eh
    > eigentlich wegelagerei wäre.

    Das ist exakt einer der positiven Aspekte für die Urheber (hier: die Autoren).

    Allerdings auch wieder nur auf den ersten Blick: Wenn du Verlag B wärst und zu dir kommt ein Autor, der nach laut Gesetz kürzmöglichster Zeit die Verwertungsrechte an seinem Manuskript von Verlag A zurückgefordert hat - würdest du da nicht vermuten, dass der Autor dass bei dir genauso macht und das Ganze nur mit den Fingerspitzen anfassen?
    Kann natürlich sein, dass der Autor von Verlag A weg ist, weil dieser Verlag die Publikation in irgend einer Form versemmelt hat. Kann aber auch sein, dass der Autor ein Opportunist ist. Was auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist, ist bei Angelegenheiten, wo es auf lange Verlässlichkeit *beider Seiten* ankommt eher kein Qualitätsmerkmal.

    Auch hier greift anteilig wieder das, was ich bereits schrieb: Was ist eigentlich, wenn ein kleiner Verlag einem Manuskript eine Chance gibt, es mit viel Engagement publiziert, sich nichts zuschulden kommen lässt - und dann, wenn das Ding gerade rentabel wird, ist die Sache bekannt genug, um auch für einen großen Fisch interessant zu sein und dieser wirbt Kraft höherer Honorare und Tantiemen den Autor nebst Werk ab?

    > wenn der Autor sein zweites buch über B vermarktet und dieser dadurch
    > berühmt wird, kassiert A ohne zutun für das erste Buch aufgrund des Erfolgs
    > von B...

    Wie sollte da möglich sein? Wenn Verlag B das Werk vermarktet, verbleiben die Verwertungsrechte in aller Regel nicht bei Verlag A.
    Und B wird ebenso wenig eine geteilte Verwertung akzeptieren (So etwas ist sehr, sehr selten ...) wie A zigtausend Exemplare für den Fall drucken und einlagern wird, das B das Werk *vielleicht* bekannter machen kann als man selbst.

    > verstehe auch nicht, auf welchen kosten der Verlag
    > sitzen bleiben soll? Man muss schon so kalkulieren,
    > dass die ressourcen nach 5 jahren verbraucht sind.

    Was denn für Ressourcen? Ich fürchte, du hast eine ganz falsche Vorstellung davon, wie das Verlagsgeschäft funktioniert.

    Große Verlagshäuser haben die Mittel, bereits große Erstauflagen zu drucken und haben einen starken Hebel bei Grossisten und Einzelhandelsketten, die ihnen große Stückzahlen vertragsgemäß direkt nach Fertigung abnehmen. Die Titel liegen in Geschäften aus, werden vor Ort und in diversen Medien beworben und in aufwändigen Ständen auf Messen präsentiert und ein Großteil der Auflage - wenn's nicht gerade ein Flop ist, aber das kann jedem Verlag gleichermaßen passieren - geht vergleichsweise zügig weg. Je nachdem, wie gut die Erstauflage weg ging, gibt es danach keine, eine kleinere, eine gleich große oder eine größere Zweitauflage und womöglich noch weitere Auflagen, wenn's ein Dauerbrenner wird.

    Kleinere Verlage haben nicht die Mittel für große Erstauflagen, sind für den Groß- und Einzelhandel kaum interessant und rennen sich - sofern sie engagiert sind - die Füße platt, um einem Titel Aufmerksamkeit zu verschaffen. Da wird der Erlös nicht schnell eingefahren, sondern der Abverkauf erfolgt über lange Zeiträume und zahlreiche Kleinauflagen. Somit ist es tödlich, wenn man die benötigte Zeit nicht hat. Den geldwerten Aufwand, um die Sache zum Laufen zu bringen hat man aber schon geleistet, wenn der Lauf abbricht - das sind die Kosten, auf denen man dann sitzen bleibt.

    Natürlich könnte man sagen: Das ist eben Marktwirtschaft und für die Autoren ist es ja auch besser, wenn sie ihre Honorare und/oder Tantiemen möglichst bald bekommen.
    Zum einen reden wir hier jedoch auch irgendwie von Kultur, und die folgt nicht allein marktwirtschaftlichen Kriterien.
    Zum anderen wird ein Autor, der sich gerade noch über die schnellen Geldeingänge gefreut hat womöglich bei seinem nächsten Werk wundern, wenn sein Verlag ihm erklärt, dass die Verkäufe des ersten Titels zwar ganz ordentlich waren, der zweite aber gerade nicht so den Zeit- und/oder Massengeschmack trifft und leider auch nicht genug Bekanntheit generiert wurde, damit sich auch das nächste Werk allein über den Namen des Autors verkauft. Dasselbe wird er mit großer Wahrscheinlichkeit auch von anderen großen Verlagshäusern hören, denn die arbeiten so ziemlich mit den gleichen Marktanalysen und folgen den gleichen Trends. Und wenn der Autor dann denkt "Na gut, dann gehe ich eben diesmal zum kleinen Nischenverlag um die Ecke, die sind experimentierfreudiger!" ... Nun, dann stellt er vermutlich fest, dass dieser inzwischen das Handtuch geworfen hat, weil irgendwie auch Kleinverleger leben müssen und selbst solche, die vor lauter Idealismus gar keine Gewinnerwartung haben zumindest eine schwarze Null schreiben möchten (Wenn sie nicht gerade geerbt oder einen Esel im Keller haben, der goldene Dukaten scheißt ...).

    Was eine Novellierung des UrhG leisten müsste ist, den Befindlichkeiten *aller* Beteiligten Rechnung zu tragen. Das ist aber so gut wie unmöglich, weil die Beteiligten 1.) teilweise gegenläufige Interessen, 2.) nur sehr geringes Kompromissbewusstsein und 3.) sehr unterschiedlich starke Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Gesetzgeber haben.

  7. Re: Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: User_x 18.03.16 - 14:22

    Ihr wollt Kapitalismus, ihr habt Kapitalismus...

    der Große frisst den Kleinen, nicht anders - ist halt so, egal wie das gesetzlich anders geregelt wird.

  8. Re: Arabischer Snack der Nachbarn und Odins Getöse im Himmel

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 18.03.16 - 15:04

    User_x schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ihr wollt Kapitalismus, ihr habt Kapitalismus...

    Ach, hierzulande wird so viel Sinnloses reguliert und subventioniert, da kann man den Aufwand erst recht für die Kulturlandschaft betreiben.

    Übrigens wäre dein Argument nur gültig, wenn es *gar keine* den Wettbewerb beeinflussenden gesetzlichen Regelungen gäbe. Wenn es aber welche gibt, dann ist der Gesetzgeber in der Pflicht, die Pfründe und Arschkarten möglichst gleichmäßig zu verteilen. Wäre ja sonst unlauterer Wettbewerb von Staats wegen.

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