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Illegal?

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  1. Illegal?

    Autor: Nemorem 09.02.11 - 13:44

    Der Witz der sich hier geschickt verbirgt:
    Ist der Download von im Fernsehnen bereits ausgestrahlten Sendungen "Piraterie"?

    Vor 10 Jahren hätte noch beinahe jeder diese Frage mit nein beantwortet, auch wenn man damals vielleicht von Radio und Kassetten gesprochen hätte. Weit hat sie es gebracht, die Industrie.
    CI+, HD+, wir sind nur noch Jahre davon entfernt den Status Quo von 1950 wieder einzuführen. Kein Zeitversetzte Aufnahme mehr, Werbung lässt sich nicht mehr überspielen. Bald kommen Kameras in die Fernseher für die Gestensteuerung. Geht dann jemand in der Werbung pipi, wird automatisch angehalten und erst wieder fortgefahren, wenn die Augen wieder starr auf den Bildschirm glotzen.

    Software mit Cracks und Spiele mit Hacks schön und gut. Kinosäle abfilmen, auch noch nachvollziehbar. Aber Fernsehserien?

    Wollen wir wirklich ein Rechtskonstrukt dulden, dass etwas unter Schutz stellt, dass öffentlich aufgeführt und für jeden Menschen zugänglich gemacht wurde? Es tut mir leid, aber ich kann hier kein Mitleid empfinden. Denn Mitleid ist in Ihrem Land leider nicht verfügbar um mal etwas auf den fürchterlichen Lösungsansätzen der Industrie herum zu hacken.

  2. Re: Illegal?

    Autor: dumdideidum 09.02.11 - 14:01

    Guter Ansatz...wo wir nämlich wieder bei dem Punkt sind. Wieso dürfen Produzenten von Medien (wie z.b. Serien) mehrfach mit dem selben Produkt verdienen, obwohl sie längst eine Gegenleistung desjenigen, der es einmal gesehen hat, erhalten haben?

    Auch wenn viele diese Beispiele nicht für passend halten, aber ich würde es auch nicht gut finden, wenn IKEA Werbung auf meinem Wohnzimmertisch kleben würde, oder ein spruch darauf sich befinden würde...Tischweiterverkäufer sind schlechte Menschen...

  3. Re: Illegal?

    Autor: Anonymer Nutzer 09.02.11 - 14:40

    dumdideidum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch wenn viele diese Beispiele nicht für passend halten, aber ich würde es
    > auch nicht gut finden, wenn IKEA Werbung auf meinem Wohnzimmertisch kleben
    > würde, oder ein spruch darauf sich befinden würde...Tischweiterverkäufer
    > sind schlechte Menschen...

    Ich halte das Beispiel fuer aeusserst passend. Das verdeutlicht ohne Uebertreibung, in welcher Traumwelt sich die Content-Industrie befindet...

  4. Re: Illegal?

    Autor: Sharra 09.02.11 - 15:21

    Nicht dass ich das schwachsinnige, weil sinnlose, Vorgehen der Industrie hier gutheisse.
    Aber ihr überseht eine Kleinigkeit.
    Wir, hier im schönen Free-TV verwöhnten Europa, in dem Müllsender wie sky keinen Mehrwert erbringen können und daher gemieden werden, vergessen gerne allzuoft, dass es in den USA komplett anders aussieht.

    Free-TV gibt es zwar, aber nur sehr eingeschränkt. Die wirklich guten Sendungen (für US-Verhältnisse) laufen auf den Major-Networks. Und diese gibt es nur über Kabelanschluss, welcher dort richtig Geld kostet. Dazu kosten die Produktionen der aktuellen Seriene auch gerne mal eine halbe bis eine ganz Million Dollar pro Folge.

    Dass die Networks dann nicht besonders happy sind, wenn Miller und Johnson (Hinz und Kunz haben sich umbenannt nachdem sie ausgewandert sind) dann bereits 1-2 Stunden nach Erstausstrahlung die neueste Folge vom Hoster ihrer Wahl saugen können, ohne auch nur einen Cent an Empfangsgebühr abzudrücken dürfte Jedem einleuchten.

    Im Endeffekt läuft es hier wirklich darauf hinaus, dass immer weniger Menschen einen Kabelanschluss besitzen, aber immer mehr die Folgen dennoch gesehen haben. Das heisst dann zwangsläufig, die Einschaltquoten sinken, die Networks verdienen weniger Geld an den Serien, und stufen sie als nicht erfolgreich ein. Die Folge: Die Serie wird nach der 1. Staffel abgesetzt, egal wieviel Potential vorhanden wäre. Denn es ist egal, was man hätte draus machen können. Was für die Industrie zählt, ist wieviel Geld man damit machen kann. Alles andere ist uinteressant.

  5. Re: Illegal?

    Autor: PhilSt 09.02.11 - 16:55

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Free-TV gibt es zwar, aber nur sehr eingeschränkt. Die wirklich guten
    > Sendungen (für US-Verhältnisse) laufen auf den Major-Networks. Und diese
    > gibt es nur über Kabelanschluss, welcher dort richtig Geld kostet. Dazu
    > kosten die Produktionen der aktuellen Seriene auch gerne mal eine halbe bis
    > eine ganz Million Dollar pro Folge.
    >
    > Dass die Networks dann nicht besonders happy sind, wenn Miller und Johnson
    > (Hinz und Kunz haben sich umbenannt nachdem sie ausgewandert sind) dann
    > bereits 1-2 Stunden nach Erstausstrahlung die neueste Folge vom Hoster
    > ihrer Wahl saugen können, ohne auch nur einen Cent an Empfangsgebühr
    > abzudrücken dürfte Jedem einleuchten.

    Volle Zustimmung. Wie du eingangs geschrieben hast gehts aber doch eigentlich darum, dass hier das Mittel zur Handlung verklagt wird und nicht der die Handlung begehende. Verklagt man jetzt auch Hersteller von Festplatten, DVDs und MemorySticks (die werden genutzt um illegale Daten zu speichern), Anbieter von Videoplayern (die braucht man zur Wiedergabe)?

    Ich gebe allerdings zu, dass gerade im Onlinebereich das Schwert ein zweischneidiges ist. Die Filehoster können nicht realistisch erwarten, dass nur legales Material gehostet wird; hier in Deutschland wirbt beispielsweise 1&1 für ihre Breitband-Flatrates mit "das entspricht 10.000 Filmen im Monat" - gibt es überhaupt so viele, legale Filme (nicht Videoclips), die man im Netz legal herunterladen kann? Ich bezweifle es.
    Machen sich dann auch anbieter von Flatrates mitschuldig?

    Wenn ja, wie ist das mit Waffen? Gerade in den Staaten gilt doch der Grundsatz "Guns dont kill people" - oder wäre jemals einer auf die Idee gekommen, Hekler & Koch zu verklagen, weil ihre Waffen jemanden umbringen? Nein, der vergleich ist nicht weit hergeholt, in beiden Fällen stellt jemand etwas zur Verfügung, das man zum Guten wie zum Schlechten einsetzen kann.

    Ich denke man sieht hier wieder einmal sehr deutlich, dass in sämtlichen Ländern die Gesetzgebung wie die Rechtsprechung mit den neuen Medien einfach überfordert sind und die Firmen bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit versuchen, diese Schwäche auszunutzen. Ich möchte wetten, die meisten Fans englischer Serien gerade in Europa wären mehr als willens, für die US-Episoden 1-2 $ pro Folge zu bezahlen, wenn man einfach, ohne DRM-Geblubber ran käme. Tut man aber nicht, dem stehen ebenso veraltete Medienvermarktungsrechte entgegen, an denen die Medienhäuser sklavisch festhalten, anstatt Ihren mit Aktien vollgestopften Hintern ins neue Jahrtausend zu bewegen und global zu agieren. Gerade Medien sind kein lokales Thema mehr und werden es wahrscheinlich nie mehr werden.

  6. Re: Illegal?

    Autor: magic23 09.02.11 - 17:03

    Ansich ja kein schlechter Text, aber eines musst du mir dann erklären:

    Wenn die Sender in den USA das nicht gerne sehen, wie du schreibst, warum kann man dann bei eben diesen Sendern Serien, völlig umsonst nach der Erstaustrahlung im Fernsehen, imn Internet anschauen? ;)

    Siehe ABC.com und Konsorten. So ziemlich jeder Sender dort bringt sein Angebot für Lau ins Netz. Lediglich ein bisschen Werbung wird eben geschaltet. Klar, sowas gibt es bei uns auch, beispielsweise RTLnow. Jedoch muss man dort dann wieder für die wirklich interessanten Sachen nochmal bezahlen, in den USA allerdings nicht.

  7. Re: Illegal?

    Autor: ZuWortMelder 09.02.11 - 18:15

    Weil RTL und Gedöns vorher nicht abkassieren können ?!? (freeTV)

  8. Re: Illegal?

    Autor: Sharra 09.02.11 - 19:45

    Du hast es doch selbst gesagt: Werbung!
    Wenn man von Hotfile und Konsorten eine Folge herunterlädt verdient der Sender wieviel daran? In etwa, geschätzt, ziemlich genau, exakt Null.
    Denn selbst für Werbung die evtl noch in dem aufgenommenen Teil drin ist, sieht der Sender keinen Cent extra. Also ist jeder Download für den Laden ein Verlust. Natürlich kann man aber (wie bei der Musikindustrie auch) nicht von Verlust = Verlust ausgehen.
    Denn bei weitem nicht alle, die sich die neueste Folge im Netz anschauen, hätte auch Kabelgebühren dafür bezahlt.
    Das eine ist ein fiktiver Verlust, der niemals zu errechnen sein wird.
    Der andere - reelle - Verlust ist zwar vorhanden, aber nicht zu beziffern.
    Daher sind Schadensersatzforderungen meist erstmal viel zu hoch gegriffen, und Gerichte (auch in den USA) fordern in letzter Zeit vermehrt, dass der reell entstandene Schaden belegt werden muss.
    Da man das nicht kann, ist kein Schaden enstanden. Fall erledigt.

  9. Re: Illegal?

    Autor: 2called-chaos 10.02.11 - 15:15

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das heisst dann zwangsläufig, die Einschaltquoten sinken,
    > die Networks verdienen weniger Geld an den Serien, und stufen sie als nicht
    > erfolgreich ein. Die Folge: Die Serie wird nach der 1. Staffel abgesetzt,
    > egal wieviel Potential vorhanden wäre.

    Ich weiß nicht wie es in den USA ist aber hier in DE werden doch afaik nur ein utopisch kleiner Teil der Menschen als Grundlage für die Einschaltquoten zur Hand genommen. Die haben dann doch so Boxen oder nicht?

    Dem aktuellen Programm nach zu urteilen haben nur solche Haushalte so eine Box: http://bit.ly/hbKhBo

  10. Re: Illegal?

    Autor: InDubio 10.02.11 - 17:16

    Der Kommunist schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dumdideidum schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Auch wenn viele diese Beispiele nicht für passend halten, aber ich würde
    > es
    > > auch nicht gut finden, wenn IKEA Werbung auf meinem Wohnzimmertisch
    > kleben
    > > würde, oder ein spruch darauf sich befinden würde...Tischweiterverkäufer
    > > sind schlechte Menschen...
    >
    > Ich halte das Beispiel fuer aeusserst passend. Das verdeutlicht ohne
    > Uebertreibung, in welcher Traumwelt sich die Content-Industrie befindet...

    Nein, das Beispiel passt nicht ganz. Es geht, im Falle der "Raubkopierer", um das kostenlose "zur Verfügung stellen". Einen Film, den du rechtmäßig erworben hast kannst du ohne Probleme weiterveräußern. Schon aufgrund des Objektes eignet sich der Tisch leider nicht wirklich für den Vergleich, was einfach an den Eigenschaften digitaler Medien liegt.

    Und im Falle von Hotfile geht es um die angebliche, ausschließliche Nutzung für Urheberrechtsverstöße. Laut MPAA ermutigt Hotfile seine User den Dienst genau dazu zu nutzen, eine Nutzung als reinen Online-Speicher für legal erworbenes Material strebt Hotfile laut MPAA gar nicht an, sonst hätten sie wohl auch Probleme die Klage am Digital Millennium Copyright Act vorbeizubekommen.

    Gruß, InDubio

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