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USt-Senkung

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  1. USt-Senkung

    Autor: le_wemtenga 14.06.20 - 11:24

    Einige Betreiber haben ja schon davor 'gewarnt', die USt-Senkung aufgrund daraus resultierenden Administrationskosten nicht weitergeben zu können. Ergibt sich daraus nicht auch evtl ein Sonderkündigungsrecht? Wenn letztlich derselbe Bruttopreis verlangt wird, trotz USt-Senkung, muss ja der Basispreis/Nettopreis erhöht werden. Oder können die Betreiber wie gehabt bei 19 Prozent USt bleiben?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.06.20 11:25 durch le_wemtenga.

  2. Re: USt-Senkung

    Autor: ul mi 14.06.20 - 11:44

    Vermutlich vollkommen egal: wenn du Privatkunde bist, stehen in deinem Vertrag Bruttopreise. Klar kann der Anbieter den Bruttopreis senken – eventuell hast du sogar dann ein Sonderkündigungsrecht. (Änderung der Vertragsbedingungen zu deinen Gunsten ist immer noch eine Änderung.)
    Fünf Minuten googeln haben bei mir jetzt (ohne irgendeine haltbare Quellenangabe) ergeben, dass die Preiserhöhung durch steigende MwSt wahrscheinlich kein Sonderkündigungsrecht bewirken wird. (Kann sein, dass das entsprechend in den AGBs festgeschrieben sein muss.) Wir können also davon ausgehen, dass in 6 Monaten die Preise durchgehend um 3% angehoben werden.

  3. Re: USt-Senkung

    Autor: Vanger 14.06.20 - 11:45

    le_wemtenga schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Einige Betreiber haben ja schon davor 'gewarnt', die USt-Senkung aufgrund
    > daraus resultierenden Administrationskosten nicht weitergeben zu können.
    > Ergibt sich daraus nicht auch evtl ein Sonderkündigungsrecht? Wenn
    > letztlich derselbe Bruttopreis verlangt wird, trotz USt-Senkung, muss ja
    > der Basispreis/Nettopreis erhöht werden. Oder können die Betreiber wie
    > gehabt bei 19 Prozent USt bleiben?

    Das wird dir keiner mit Sicherheit beantworten können. Eine *Senkung* der USt gab es noch nicht, nur Erhöhungen. Da im B2C-Geschäft Verträge grundsätzlich auf Grundlage von Bruttopreisen zustande kommen würde ich erst mal annehmen, dass sich aus die Nicht-Weitergabe der USt-Senkung kein Sonderkündigungsrecht ergibt. Der BITKOM warnt für die Branchen, bei denen das gesetzliche Sonderkündigungsrecht relevant ist, bspw. explizit davor die USt-Senkung weiterzureichen (Vgl. https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Bitkom-fordert-Klarheit-bei-Mehrwertsteuersenkung) - weil sich daraus ein Sonderkündigungsrecht für die Endverbraucher ergeben könnte. Es kann aber, wie von dir postuliert, auch genau umgekehrt sein - die Nicht-Weitergabe führt zum Sonderkündigungsrecht. Das weiß aktuell keiner und ist einer der vielen Punkte an dieser temporären USt-Senkung die problematisch ist. Ist halt ein Experiment...

  4. Re: USt-Senkung

    Autor: strex 14.06.20 - 11:48

    Würde mal vermuten, dass da vertraglich kein Nettopreis + Mwst vereinbart ist, sondern ein Gesamtpreis inkl. Mwst, der sich nicht ändert.
    Auch der Grund warum viele Privatleasing Verträge nicht von der MwSt Reduzierung profitieren werden

  5. Re: USt-Senkung

    Autor: tomatentee 14.06.20 - 12:07

    Interessant wird es Ende des Jahres, wenn die MWSt wieder steigt: Steuererhöhungen sind in vielen Verträgen mit einer automatischen Preisanpassung gekoppelt...

  6. Re: USt-Senkung

    Autor: dummzeuch 14.06.20 - 12:17

    Vanger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > le_wemtenga schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----

    > Eine *Senkung* der USt gab es noch nicht, nur Erhöhungen.

    Doch, zwar keine generelle, aber durchaus für bestimmte Produkte. Man denke z.B. an das Mövenpick-Gesetz der FDP (Senkung der MWSt auf Hotel-Übernachtungen, aber nicht auf das Frühstück), oder auf die vor kurzem durchgeführte Änderung der MWSt auf Tampons. Dabei wurde ein Produkt oder eine Leistung vom normalen Steuersatz von derzeit 19% in den ermäßigten Steuersatz von 7% umklassifiziert.

  7. Re: USt-Senkung

    Autor: robinx999 14.06.20 - 13:01

    strex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Würde mal vermuten, dass da vertraglich kein Nettopreis + Mwst vereinbart
    > ist, sondern ein Gesamtpreis inkl. Mwst, der sich nicht ändert.
    > Auch der Grund warum viele Privatleasing Verträge nicht von der MwSt
    > Reduzierung profitieren werden

    Ich habe gerade mal nachgeschaut
    O2 DSL
    https://dsl.o2online.de/selfcare/content/staticcontentblob/anbieter/17003662/67/data/Preise_dslSML_all_in.pdf
    ---
    Änderungen der Umsatzsteuer gemäß Umsatzsteuer-gesetz werden zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens an den Kunden weitergegeben, ohne dass diesem ein Widerspruchsrecht zusteht
    ---
    O2 Mobilfunk
    https://static2.o9.de/resource/blob/59426/24bbe93ef2d2c8b093d8d655694b49d0/agb-postpaid-download-data.pdf
    ---
    Unabhängig von den Regelungen der Ziffern 12.1-12.5 ist Telefónica Germany im Falle der Erhöhungder gesetzlichen Umsatzsteuer berechtigt und im Fall der Senkung verpflichtet, die Preise zum Zeit-punkt der jeweiligen Änderung entsprechend anzupassen, ohne dass dem Kunden ein Widerspruchs-recht zusteht.
    ---
    Telekom schreibt https://www.telekom.de/dlp/agb/pdf/45852.pdf
    ---
    Unabhängig von den Regelungen der Ziffer 10.1 und 10.2 sind wir für den Fall einer Erhöhung der gesetzlichen Umsatzsteuer berechtigt und für den Fall einer Senkung verpflichtet, die Preise zum Zeitpunkt der jeweiligen Änderung entsprechend anzupassen. Bei dieser Preisanpassung haben Sie kein Kündigungsrecht.
    ---
    Interessanterweise finde ich z.B.: bei Spotify nichts in den AGB ich weiß auch gar nicht wie sich dies in meinem konkretem Fall auswirkt (Im Dezember bei Amazon einen Gutschein gekauft für 99¤ für ein Jahr und in der Kontoübersicht sind 19% MwSt ausgewiesen, da hier ja der Erbringungszeitraum und nicht der Rechnungszeitraum relevant ist bin ich hier nicht so ganz sicher)
    Eigentlich interessant für alles was man im Vorraus bezahlt (Amazon Prime, Disney+, seinen Webhoster oder was auch immer, dies könnte eigentlich rechtlich alles zu Rückforderungen führen)
    Rein theoretisch betrifft es ja sogar golem.de hier gibt es ja auch golem pur für 36¤ für ein Jahr und der Preis ist inkl. Steuern, rein theoretisch müsste es eine korrekturbuchung geben und der Kunde müsste 45 Cent zurück erhalten wenn dieser voll im Buchungszeitraum liegt
    ((36¤/2)/119)*3
    Aber gut für die 45 Cent wird vermutlich keiner einen Aufstand machen evtl. ist golem.de da auch pragmatisch und verlängert einfach bei allen betroffenen das Abo um 5 Tage oder ähnliches ;)

    Bis jetzt haben sich firmen die Regelmäßig abbuchen hier eigentlich noch soweit ich es mitgebkommen habe überhaupt noch nicht offiziell zu Wort gemeldet, aber ja die ganze Vorlaufzeit ist recht kurz ;)

  8. Re: USt-Senkung

    Autor: tom.stein 14.06.20 - 14:36

    tomatentee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Interessant wird es Ende des Jahres, wenn die MWSt wieder steigt:
    > Steuererhöhungen sind in vielen Verträgen mit einer automatischen
    > Preisanpassung gekoppelt...

    Das wird doppelt interessant:

    Dann gibt es ja Kunden, die den Vertrags schon vorher hatten, dann keine Preissenkung erhalten haben und am Ende eine Mehrwertsteuererhöhung aufgedrückt bekommen, weil sie laut AGB diese ohne Kündigungsrecht hinnehmen müssen (ohne AGB-Vorbehalt ist mit Sicherheit keine Erhöhung erlaubt).

    Und es gibt Kunden, die erst während der Absenkung den Vertrag geschlossen haben. Denen wird man vermutlich die "gesetzliche" Preiserhöhung aufdrücken können. Nur das eben das zu einer Ungleichbehandlung bei der Erhöhung führt - und so etwas ist möglicherweise ebenfalls, nur aus anderen Gründen, verboten.

    Aus diesem Wirrwar sehe ich nur drei Wege:
    - Klärung durch Gerichte mit unbekanntem Ausgang (also einer gewissen Chance, dass man mit einer Erhöhung durchkommt - aus Sicht der Unternehmen mit minimalem Prozessrisiko, da nur ein Einzelfall verhandelt wird, der sich allenfalls auf einige offene Rechnungen klagender Kunden, aber bei einem Sieg auf alle bestehenden Forderungen gegenüber allen Kunden auswirkt)
    - Verzicht auf die Preiserhöhung gegenüber dem Kunden. Das ist rechtssicher und fair.
    - Weitergabe von Preissenkung und Preiserhöhung gleichermassen: Das ist fair und wird von Gerichten wahrscheinlich auch so gesehen.

    OK, dreimal dürft Ihr raten, wofür sich eine Firma wie Drillisch entscheiden würde...

  9. Re: USt-Senkung

    Autor: robinx999 14.06.20 - 14:40

    tom.stein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > tomatentee schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Interessant wird es Ende des Jahres, wenn die MWSt wieder steigt:
    > > Steuererhöhungen sind in vielen Verträgen mit einer automatischen
    > > Preisanpassung gekoppelt...
    >
    > Das wird doppelt interessant:
    >
    > Dann gibt es ja Kunden, die den Vertrags schon vorher hatten, dann keine
    > Preissenkung erhalten haben und am Ende eine Mehrwertsteuererhöhung
    > aufgedrückt bekommen, weil sie laut AGB diese ohne Kündigungsrecht
    > hinnehmen müssen (ohne AGB-Vorbehalt ist mit Sicherheit keine Erhöhung
    > erlaubt).
    >
    > Und es gibt Kunden, die erst während der Absenkung den Vertrag geschlossen
    > haben. Denen wird man vermutlich die "gesetzliche" Preiserhöhung aufdrücken
    > können. Nur das eben das zu einer Ungleichbehandlung bei der Erhöhung führt
    > - und so etwas ist möglicherweise ebenfalls, nur aus anderen Gründen,
    > verboten.
    >
    > Aus diesem Wirrwar sehe ich nur drei Wege:
    > - Klärung durch Gerichte mit unbekanntem Ausgang (also einer gewissen
    > Chance, dass man mit einer Erhöhung durchkommt - aus Sicht der Unternehmen
    > mit minimalem Prozessrisiko, da nur ein Einzelfall verhandelt wird, der
    > sich allenfalls auf einige offene Rechnungen klagender Kunden, aber bei
    > einem Sieg auf alle bestehenden Forderungen gegenüber allen Kunden
    > auswirkt)
    > - Verzicht auf die Preiserhöhung gegenüber dem Kunden. Das ist rechtssicher
    > und fair.
    > - Weitergabe von Preissenkung und Preiserhöhung gleichermassen: Das ist
    > fair und wird von Gerichten wahrscheinlich auch so gesehen.
    >
    > OK, dreimal dürft Ihr raten, wofür sich eine Firma wie Drillisch
    > entscheiden würde...

    Laut deren AGB Punkt 3 exemplarisch Winsim:

    https://imagepool.winsim.de/v2/global/page/agb/pdf/v11014-postpaid-agb.pdf

    Der Diensteanbieter wird die vom Kunden zu zahlenden Ent-gelte bei Erhöhung oder Verringerung der folgenden Kosten mit Wirkung zum Zeitpunkt und nach Maßgabe der jeweili-gen Änderungen anpassen:- Kosten anderer Anbieter für besondere Netzzugänge, für Zusammenschaltungen und für Dienste anderer Anbieter, zu denen der Diensteanbieter Zugang gewährt;- auf die vertraglichen Leistungen anfallende Kosten/Abga-ben/Steuern, welche aufgrund von behördlichen oder gesetz-lichen Vorgaben oder einer Entscheidung eines Gerichtes zu zahlen sind (z.B. Umsatzsteuer

  10. Re: USt-Senkung

    Autor: tom.stein 14.06.20 - 15:14

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Laut deren AGB Punkt 3 exemplarisch Winsim:
    >
    > imagepool.winsim.de
    >
    > Der Diensteanbieter wird die vom Kunden zu zahlenden Ent-gelte bei Erhöhung
    > oder Verringerung der folgenden Kosten mit Wirkung zum Zeitpunkt und
    > nach Maßgabe der jeweili-gen Änderungen anpassen:- Kosten anderer
    > Anbieter für besondere Netzzugänge, für Zusammenschaltungen und für
    > Dienste anderer Anbieter, zu denen der Diensteanbieter Zugang gewährt;-
    > auf die vertraglichen Leistungen anfallende Kosten/Abga-ben/Steuern,
    > welche aufgrund von behördlichen oder gesetz-lichen Vorgaben oder einer
    > Entscheidung eines Gerichtes zu zahlen sind (z.B. Umsatzsteuer

    Super, dann wird die Mehrwertsteuersenkung nach dieser Klausel ja durchgereicht! Es sei denn, es kommt noch eine Änderung der AGB zum 1. Juli...

    Tom

  11. Re: USt-Senkung

    Autor: robinx999 15.06.20 - 07:11

    tom.stein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > robinx999 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Laut deren AGB Punkt 3 exemplarisch Winsim:
    > >
    > > imagepool.winsim.de
    > >
    > > Der Diensteanbieter wird die vom Kunden zu zahlenden Ent-gelte bei
    > Erhöhung
    > > oder Verringerung der folgenden Kosten mit Wirkung zum Zeitpunkt und
    >
    > > nach Maßgabe der jeweili-gen Änderungen anpassen:- Kosten anderer
    > > Anbieter für besondere Netzzugänge, für Zusammenschaltungen und für
    > > Dienste anderer Anbieter, zu denen der Diensteanbieter Zugang gewährt;-
    > > auf die vertraglichen Leistungen anfallende
    > Kosten/Abga-ben/Steuern,
    > > welche aufgrund von behördlichen oder gesetz-lichen Vorgaben oder einer
    > > Entscheidung eines Gerichtes zu zahlen sind (z.B. Umsatzsteuer
    >
    > Super, dann wird die Mehrwertsteuersenkung nach dieser Klausel ja
    > durchgereicht! Es sei denn, es kommt noch eine Änderung der AGB zum 1.
    > Juli...
    >
    > Tom
    Ich würde vermuten es ist eine gesetzliche Vorgabe und deshalb wird es durchgereicht interessanter könnten aber ausländische Unternehmen sein wo ich mir nicht so sicher bin ob es da klappt (Stichwort, Netflix, Spotify etc.)

  12. Re: USt-Senkung

    Autor: tom.stein 16.06.20 - 10:13

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde vermuten es ist eine gesetzliche Vorgabe

    Warum diskutieren wir hier? Weil es keine gesetzliche Vorgabe gibt!

    Endkundenpreise sind Bruttopreise. Ob der Verkäufer dafür Vergnügungssteuer, Luxussteuer, Erneuerbare-Energien-Umlage, Tabaksteuer, Umsatzsteuer, Strafzoll oder sonst etwas zahlen muss, ist das Problem des Verkäufers - dann muss er halt einen neuen Bruttopreis kalkulieren. Aber auch wenn seine Angestellten mehr Geld fordern, kann er das nur bei neuen Verträgen weiterreichen - und nicht bei bestehenden Verträgen, es sei denn, er hat das in seinen AGB transparent und fair gemacht. (Unfaire AGB sind regelmäßig ungültig.)

    Tom

  13. Re: USt-Senkung

    Autor: robinx999 16.06.20 - 12:26

    Ist ja gerade die spannende Frage, da in allen möglichen AGB steht, dass sie verpflichtet sind würde ich sagen zumindest bei Verträgen mit regelmäßigen Abbuchung gibt es eine Verpflichtung. Sonst würde es in den AGB so nicht stehen. Und ich bin mir fast sicher dass es hier noch Abmahnung von Verbraucherschützern geben wird wenn Streaminganbieter den Preis nicht senken. So oder so muss es aber eine korrekte Rechnung mit korrekt ausgewiesener Steuer geben.

    tom.stein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > robinx999 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich würde vermuten es ist eine gesetzliche Vorgabe
    >
    > Warum diskutieren wir hier? Weil es keine gesetzliche Vorgabe gibt!
    >
    > Endkundenpreise sind Bruttopreise. Ob der Verkäufer dafür
    > Vergnügungssteuer, Luxussteuer, Erneuerbare-Energien-Umlage, Tabaksteuer,
    > Umsatzsteuer, Strafzoll oder sonst etwas zahlen muss, ist das Problem des
    > Verkäufers - dann muss er halt einen neuen Bruttopreis kalkulieren. Aber
    > auch wenn seine Angestellten mehr Geld fordern, kann er das nur bei neuen
    > Verträgen weiterreichen - und nicht bei bestehenden Verträgen, es sei denn,
    > er hat das in seinen AGB transparent und fair gemacht. (Unfaire AGB sind
    > regelmäßig ungültig.)
    >
    > Tom

  14. Re: USt-Senkung

    Autor: tom.stein 16.06.20 - 12:49

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist ja gerade die spannende Frage, da in allen möglichen AGB steht, dass
    > sie verpflichtet sind würde ich sagen

    Wenn das so wäre - gerade dann müsste es nicht in den AGB stehen. Da wird doch nicht das gesamte bürgerliche Gesetzbuch wiederholt!

    > Und ich bin mir fast sicher dass es hier noch
    > Abmahnung von Verbraucherschützern geben wird wenn Streaminganbieter den
    > Preis nicht senken.

    Bestimmt. Das Thema ist recht komplex. hier eine gute Zusammenfassung, wenn auch aus Unternehmersicht: https://www.haufe.de/steuern/gesetzgebung-politik/absenkung-des-mehrwertsteuersatzes-2020-probleme-in-der-praxis_168_517790.html

    Wichtig: Bei Jahreskarten etc. gilt demnach die Mehrwertsteuer zum ENDE des Bezugszeitraumes. Wer also letztes Jahr eine Jahreskarte gekauft (und sicher damals bezahlt) hat, hätte zumindest als Unternehmer demnach ein Recht auf Korrektur der Besteuerung!

    > So oder so muss es aber eine korrekte Rechnung mit
    > korrekt ausgewiesener Steuer geben.

    Ja, das ist gesetzliche Grundlage. Es gilt die Steuer zum Zeitpunkt der (Teil-)Leistungserbringung. D.h. auch, dass man mit dem Zeitpunkt der Rechnungslegung nicht tricksen kann. Nicht umsonst ist Steuerberater ein Beruf mit langer Ausbildung (die ich nicht habe).

    Tom

  15. Re: USt-Senkung

    Autor: robinx999 16.06.20 - 18:47

    tom.stein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > robinx999 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ist ja gerade die spannende Frage, da in allen möglichen AGB steht, dass
    > > sie verpflichtet sind würde ich sagen
    >
    > Wenn das so wäre - gerade dann müsste es nicht in den AGB stehen. Da wird
    > doch nicht das gesamte bürgerliche Gesetzbuch wiederholt!
    >
    Ich habe den Passus eigentlich so verstanden dass bei wiederkehrenden Leistungen der Anbieter verpflichtet ist den Preis zu senken, und durch die Erwähnung in den AGB eine Sonderkündigung ausgeschlossen wird, sowohl bei Erhöhung als auch Senkung durch Steueränderungen (und ja auch bei einer Senkung könnte der ein oder andere von einem Vertrag den er nicht mehr haben will zurück treten wollen)
    > > Und ich bin mir fast sicher dass es hier noch
    > > Abmahnung von Verbraucherschützern geben wird wenn Streaminganbieter den
    > > Preis nicht senken.
    >
    > Bestimmt. Das Thema ist recht komplex. hier eine gute Zusammenfassung, wenn
    > auch aus Unternehmersicht: www.haufe.de
    >
    > Wichtig: Bei Jahreskarten etc. gilt demnach die Mehrwertsteuer zum ENDE des
    > Bezugszeitraumes. Wer also letztes Jahr eine Jahreskarte gekauft (und
    > sicher damals bezahlt) hat, hätte zumindest als Unternehmer demnach ein
    > Recht auf Korrektur der Besteuerung!
    >
    > > So oder so muss es aber eine korrekte Rechnung mit
    > > korrekt ausgewiesener Steuer geben.
    >
    > Ja, das ist gesetzliche Grundlage. Es gilt die Steuer zum Zeitpunkt der
    > (Teil-)Leistungserbringung. D.h. auch, dass man mit dem Zeitpunkt der
    > Rechnungslegung nicht tricksen kann. Nicht umsonst ist Steuerberater ein
    > Beruf mit langer Ausbildung (die ich nicht habe).
    >
    > Tom
    Wie ist dies eigentlich bei Lieferungen? Händler schickt etwas am 29 Juni ab und DHL stellt es am 2 Juli zu welche Steuer gilt denn dann?

  16. Re: USt-Senkung

    Autor: tom.stein 17.06.20 - 23:13

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe den Passus eigentlich so verstanden dass bei wiederkehrenden
    > Leistungen der Anbieter verpflichtet ist den Preis zu senken, und durch die
    > Erwähnung in den AGB eine Sonderkündigung ausgeschlossen wird, sowohl bei
    > Erhöhung als auch Senkung durch Steueränderungen (und ja auch bei einer
    > Senkung könnte der ein oder andere von einem Vertrag den er nicht mehr
    > haben will zurück treten wollen)

    Zur Kündigung bei Preisänderungen stimme ich Dir zu. Zu den Steuern nicht: Gegenüber Verbrauchern wird ein Endpreis angegeben, und es ist völlig egal, welcher Anteil davon Steuern sind. Wenn die Steuern erhöht werden, hat der Verkäufer halt weniger Gewinn.

    > Wie ist dies eigentlich bei Lieferungen? Händler schickt etwas am 29 Juni
    > ab und DHL stellt es am 2 Juli zu welche Steuer gilt denn dann?

    Soweit ich weiß gilt der Absendetag als Zeitpunkt der Leistungserbringung, wobei gegenüber Verbrauchern die Fristen und der Gefahrübergang erst beim Erhalt beginnen.

    Tom

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