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Gerade in der IT zählt doch die Unternehmenserfahrung, wieso also Leiharbeit?

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  1. Gerade in der IT zählt doch die Unternehmenserfahrung, wieso also Leiharbeit?

    Autor: Schattenwerk 25.07.19 - 15:59

    Gerade beim Thema IT finde ich Leiharbeit irgendwie komisch. Es ist ja nicht so, dass man an irgendeinem Fließband steht und immer die gleiche Arbeit ausführt, welche man einmal gezeigt bekommt. Ohne das dies nun irgendwie abwertend sein soll.

    In größeren Unternehmen, welche mir mit Leiharbeit untergekommen sind, benötigte jede externe Mitarbeiter nicht gerade wenig Zeit um sich mit dem Unternehmen, ggf. Produkten, Abläufen, Infrastruktur auseinanderzusetzen.

    Gerade wenn die Person dieses Wissen aufgebaut hat, war gefühlt die Hälfte der Zeit schon rum. Und irgendwann kam dann ein neuer Leiharbeiter, Consultant oder was auch immer. In festen zwei Jahren wurden diese spätestens ausgewechselt, da man sie sonst hätte fest anstellen müssen.

    Jedes mal konnte ich praktisch hören wie erneut Geld aus dem Fenster flog, weil mal wieder jmd. erfahrenes und eingearbeitetes gehen musste und eine neue Kraft angelernt werden musste.

    Für mich unverständlich. Und dann klagt man am anderen Ende darum, dass keine Fachkräfte da sind. Wie auch wenn man sie nicht zu solchen "entwickeln" will.

  2. Re: Gerade in der IT zählt doch die Unternehmenserfahrung, wieso also Leiharbeit?

    Autor: lestard 25.07.19 - 22:29

    Aus Sicht der Unternehmer ist doch (zumindest manchmal) der Fall ganz anders: Viele würden liebend gerne die Experten festeinstellen aber woher sollen die denn kommen? Welches größere IT-lastige Unternehmen sucht denn nicht IT-Fachkräfte? Wenn man aber niemanden zum festeinstellen findet geht man eben zu den Dienstleistern und versucht sich dort die Fachkräfte zu holen.
    Ich kenne zumindest zahlreiche Fälle, wo ehemalige "Leiharbeiter" mit Kusshand vom Auftraggeber übernommen wurden, wenn die denn wöllten.

  3. Re: Gerade in der IT zählt doch die Unternehmenserfahrung, wieso also Leiharbeit?

    Autor: foho 25.07.19 - 23:54

    wobei ich mich jetzt mal dazu hinreisen lasse:
    >>Welches größere IT-lastige Unternehmen sucht denn nicht IT-Fachkräfte? Wenn man aber >>niemanden zum festeinstellen findet geht man eben zu den Dienstleistern und versucht sich >>dort die Fachkräfte zu holen. "

    seh ich in meiner firma (intralogistik), da wird gesucht ohne ende, aber gut bezahlen will man nicht, steht die IT halt eben ohne CAD-Admin da, war zwar nichts "wir heben die welt aus den angeln" was der admin gemacht hat, aber viel kleinvieh macht auch mist. und genau das ganze kleine geraffel macht halt keiner mehr, bleibt liegen und wir in 2 monaten (schon einen ohne ausgekommen) an die geschäftsleitung eskaliert weil "nix geht".

    die firmen sind halt nicht bereit jemanden mit berufserfahrung zu nem anständigen lohn einzustellen, oder leute mal länger als 3 jahre zu beschäftigen ohne sie zu vergraulen (weil leistung die erbracht wurde nicht gewürdigt wurde)

    schon irgendwie traurig wenn dann in der quartalsversammlung immer rumgenölt wird "fachkräftesuche so schwer, der markt ist leer".

    >> Ich kenne zumindest zahlreiche Fälle, wo ehemalige "Leiharbeiter" mit Kusshand vom >>Auftraggeber übernommen wurden, wenn die denn wöllten.

    bin selbst so einer, auch eher reingerutscht aber dann halt genau mein ding gefunden.
    wobei das zu knapp 90% nicht der job ist für den ich mal angestellt wurde.

    das wirft bei mir immer die frage auf: liegt es bei den firmen nur am geld das die nix finden oder sind es unter umständen auch diese vollkommen überzogenen erwartungen der firmen(25 jahre alt, 10 jahre berufserfahrung, wunschgehalt 2200 brutto) die ein suchen und finden fast unmöglich machen?

  4. Re: Gerade in der IT zählt doch die Unternehmenserfahrung, wieso also Leiharbeit?

    Autor: _Sascha_ 26.07.19 - 12:55

    Dann kommt noch dazu, das ein Leiharbeiter der auf den Level des eigenen Admins oder Entwicklers agiert auch mal genau so viel kosten kann, je nach Bundesland sogar mehr. Natürlich würde man diese dann nicht einstellen, also nimmt man die günstigste Leiharbeitskraft und hat dann plötzlich einen Berufseinsteiger an der Backe, der aller höchst auf dem Level eines Junior Admin/Entwicklers kratzt.

    Ja, der ist günstiger. Aber kombiniert mit dem Punkt Einarbeitungszeit, heraus geworfenes Geld. Da lohnt es sich dann statt nach etwas gleichwertigem, nach Nachwuchs (Auszubildende) zu suchen. Die kann man dann auch perfekt an das eigene System formen.

  5. Re: wird ganz bewusst in Kauf genommen

    Autor: cubie2 27.07.19 - 07:42

    Schattenwerk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Jedes mal konnte ich praktisch hören wie erneut Geld aus dem Fenster flog,
    > weil mal wieder jmd. erfahrenes und eingearbeitetes gehen musste und eine
    > neue Kraft angelernt werden musste.

    Das spielt keine Rolle bei manchen Unternehmen.
    Da gibt es halt ein striktes Personalbudget in Anzahl der Köpfe, und wenn man mehr braucht, kann man nur auf Leiharbeiter zurückgreifen. Kosten sind da egal. Effizienz ist egal, Hauptsache Vorgabe in Zahl der festangestellten Köpfe eingehalten.
    Last but not least: wenn man jeder Sau, die durchs Dorf getrieben wird, nachläuft, dann ist man mit Leiharbeitern flexibler.
    Die, die nur die alte Sau können, sind ohne Abfindung weg, und die, die die neue Sau können, liefert idealerweise schnell ein Leiharbeits-Anbieter. Ohne Schulungskosten usw..
    Dass das Leiharbeit teurer ist, spielt dabei keine Rolle.
    Flexibilität vor Kosten.

  6. Re: wird ganz bewusst in Kauf genommen

    Autor: Anonymer Nutzer 29.07.19 - 07:19

    Dann wird es in Zukunft wohl keine Traditions-Unternehmen mehr geben.
    Wenn die halbe Belegschaft alle paar Monate ausgewechselt wird, wie viel "Tradition" steckt dann noch in den Endprodukten?

  7. Re: Gerade in der IT zählt doch die Unternehmenserfahrung, wieso also Leiharbeit?

    Autor: Bankai 31.07.19 - 12:52

    lestard schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aus Sicht der Unternehmer ist doch (zumindest manchmal) der Fall ganz
    > anders: Viele würden liebend gerne die Experten festeinstellen aber woher
    > sollen die denn kommen? Welches größere IT-lastige Unternehmen sucht denn
    > nicht IT-Fachkräfte? Wenn man aber niemanden zum festeinstellen findet geht
    > man eben zu den Dienstleistern und versucht sich dort die Fachkräfte zu
    > holen.

    Dem kann ich zustimmen. Zudem sind viele Firmen dann auch nicht bereit, für einen
    Festangestellten das entsprechende Gehalt zu bezahlen. Jüngstes Beispiel in meinem
    Umfeld. Man hat mir vorgeschlagen, mich zu übernehmen. Als ich dann meine
    Gehaltsvorstellungen genannt habe, wurde erst mal geschluckt. Letztendlich hat man
    es sich wohl anders überlegt, denn ein weiteres Gespräch gab es seit einem halben Jahr
    nicht mehr. Nur um ein bisschen Konkreter zu werden. Es ging um einen Job in München.
    Meine Gehaltsvorstellung war zwischen 70K und 80K im Jahr. Man sagte mir, dass man
    normalerweise für diesen Job maximal 60K bezahlen würde. Aber warum sollte ich mich
    mit weniger abfinden, als ich jetzt schon bekomme? Dann arbeite ich eben als Consult
    weiter, spielt für mich keine Rolle. Der Arbeitsmarkt ist hier leer gefegt, was dieses Thema
    angeht. Daher findet die Firma derzeit auch nur Externe.

  8. Re: Gerade in der IT zählt doch die Unternehmenserfahrung, wieso also Leiharbeit?

    Autor: Bluejanis 09.08.19 - 10:19

    @Bankai: Es geht mir sehr ähnlich.
    Allerdings bin ich Leiharbeiter und bekomme mehr Geld, als mir für die direkte Festanstellung geboten wird. Und das Unternehmen bezahlt natürlich nochmal nen Batzen obendrauf an den Verleiher.
    Muss ich nicht verstehen, aber dann ist es auch kein Wunder dass es immer mehr externe geben wird.

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