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Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

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  1. Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Tet 18.08.19 - 15:30

    und danach Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und Computersabotage stellt?

  2. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Oktavian 18.08.19 - 15:37

    > und danach Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und Computersabotage
    > stellt?

    Dem "Einbrecher" - falls er denn ermittelt wird - natürlich nichts, denn er handelt ja mit gesetzlicher Grundlage. Die Strafanzeige wird wie jeder andere Wohnungseinbruch von der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis genommen. 6 Monate später bekommt man den Brief über die Einstellung des Verfahrens, da trotz heftigster Bemühungen des gesamten Ermittlungsapparats (es ist gar nichts passiert), kein Tatverdächtiger ermittelt werden könnte.

    Der Verfassungsschutz muss nicht einmal der Staatsanwaltschaft darlegen, dass er da verdeckt operiert hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bei Wohnungseinbrüchen faktisch nicht.

    Zudem gehe ich in einem ersten Schritt mal davon aus, dass die Zielpersonen dieser Ermittlungen zum Staatsapparat ein eher ambivalentes Verhältnis haben. Ausnahmen und Fehlermittlungen mag es natürlich geben.

  3. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Tet 18.08.19 - 15:43

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dem "Einbrecher" - falls er denn ermittelt wird - natürlich nichts, denn er
    > handelt ja mit gesetzlicher Grundlage.

    Das ändert nichts daran, dass ein zivilrechtlicher Schadensersatzanspruch besteht.

    Und nach Einstellung des Verfahrens kann man das Video ja bei Youtube hochladen.

    > Zudem gehe ich in einem ersten Schritt mal davon aus, dass die Zielpersonen
    > dieser Ermittlungen zum Staatsapparat ein eher ambivalentes Verhältnis
    > haben. Ausnahmen und Fehlermittlungen mag es natürlich geben.

    Sie haben zu viel Vertrauen in den Verfassungsschutz.

  4. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Oktavian 18.08.19 - 15:51

    > Das ändert nichts daran, dass ein zivilrechtlicher Schadensersatzanspruch
    > besteht.

    Dann müsstest Du erst einmal beziffern, worin der Schaden denn besteht. Die Türe ist unbeschädigt. Der PC mag nun den Trojaner haben, das ist aber zunächst auch kein bezifferbarer Schaden. Eventuell könntest Du die Kosten anführen, den PC neu aufzusetzen. Das funktioniert aber allenfalls, wenn das Ermittlungsverfahren gegen Dich eingestellt wurde.

    Analog zu einer normalen Hausdurchsuchung: Die Folgen einer Hausdurchsuchung, also das Chaos und die Zeit zum Aufräumen hat der Bürger zu erdulden. Da besteht auch kein Anspruch auf Schadenersatz, auch wenn die Durchsuchung fruchtlos war. Er besteht nicht einmal, wenn bei Dir nicht als Beschuldigtem sondern als Zeugen durchsucht wurde.

    > Und nach Einstellung des Verfahrens kann man das Video ja bei Youtube
    > hochladen.

    Damit dürftest Du Dich in der Regel strafbar machen. Selbst ein regulärer Einbrecher genießt hier Schutz seiner Persönlichkeitsrechte. Deshalb braucht es ja für eine Öffentlichkeitsfahndung einen richterlichen Beschluss.

    Wenn Du so ein Video veröffentlichst, auf dem der Beamte gut zu erkennen ist, ist er danach ggf. nicht mehr für verdeckte Operationen einsetzbar. Dir könnten beispielsweise die Kosten für die Umschulung und das Anlernen des neuen Kollegen als Schadenersatz in Rechnung gestellt werden. Das kann schon echt unangenehm werden.

    > Sie haben zu viel Vertrauen in den Verfassungsschutz.

    Im großen und ganzen machen die einen ganz guten Job, ja.

  5. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Snowi 18.08.19 - 17:29

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das ändert nichts daran, dass ein zivilrechtlicher
    > Schadensersatzanspruch
    > > besteht.
    >
    > Dann müsstest Du erst einmal beziffern, worin der Schaden denn besteht. Die
    > Türe ist unbeschädigt. Der PC mag nun den Trojaner haben, das ist aber
    > zunächst auch kein bezifferbarer Schaden. Eventuell könntest Du die Kosten
    > anführen, den PC neu aufzusetzen. Das funktioniert aber allenfalls, wenn
    > das Ermittlungsverfahren gegen Dich eingestellt wurde.

    Naja, kommt drauf an. Ich hätte in den PC kein vertrauen mehr, da der Virus sich ggf. selbst im BIOS/UEFI eingenistet hat, bzw. Sicherheitslücken geöffnet hat, über die externe Kriminelle das hätten ausnutzen können. Das wäre dann die Interessante Frage vor Gericht - kann ich dann auf Schadensersatz hoffen, da das Vertrauen in meinen PC nicht mehr existiert?
    Bei mir wäre es tatsächlich so - wenn irgendwer einen Trojaner auf meinem PC installiert, ist mein Vertrauen in die Hardware weg. Da kommt ein neues BIOS drauf gespielt, Festplatten ausgebaut und zerstört und dann wird die Kiste auf eBay verkauft. Backups habe ich zum Glück unabhängig vom PC, sodass ich den auch nicht mehr anmachen müsste, um an meine Daten zu kommen. Und da mein PC eben relativ leistungsstark ist, wäre das ein hoher finanzieller Schaden für mich.

    > Analog zu einer normalen Hausdurchsuchung: Die Folgen einer
    > Hausdurchsuchung, also das Chaos und die Zeit zum Aufräumen hat der Bürger
    > zu erdulden. Da besteht auch kein Anspruch auf Schadenersatz, auch wenn die
    > Durchsuchung fruchtlos war. Er besteht nicht einmal, wenn bei Dir nicht als
    > Beschuldigtem sondern als Zeugen durchsucht wurde.

    Finde ich auch eine Sauerei. In einem gewissen Rahmen kann ich es nachvollziehen, ich habe aber auch Bilder von durchsuchten Wohnungen gesehen, wo das "durchsuchen" eher freiem Vandalismus entsprach, und die Möbel zum Teil grundlos beschädigt wurden, also z.B. Schubladen durch den Raum geworfen usw.

    Generell einfach das letzte sowas. Zudem muss man mit dem psychischen Schaden leben. Bei meinem Nachbarn wurde vor ein paar Jahren eingebrochen, der hat sich dann ins Schlafzimmer ein neues Fenster einbauen lassen für fast 2000¤, und eine dicke Metalltür mit Sicherheitsschloss für fast 1000¤. Nur damit er und seine Frau im Einbruchsfall erst mal sicher sind, solange die Bude nicht abgefackelt wird. So was hinterlässt dauerhaft Spuren, egal ob das ein Einbrecher war der es illegal getan hat, oder ob es der Staat war. Bei mir wäre Staat vermutlich noch schlimmer als Einbrecher, weil ich dann wüsste, dass ich wirklich auf einer Liste stehe und überwacht werde. Ich müsste auch mein ganzes Haus "renovieren" aka. alles auseinander nehmen und auf Wanzen durchsuchen, vorher könnte ich nicht mehr in Ruhe in dem Haus wohnen.

  6. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Oktavian 18.08.19 - 18:55

    > Naja, kommt drauf an. Ich hätte in den PC kein vertrauen mehr, da der Virus
    > sich ggf. selbst im BIOS/UEFI eingenistet hat, bzw. Sicherheitslücken
    > geöffnet hat, über die externe Kriminelle das hätten ausnutzen können. Das
    > wäre dann die Interessante Frage vor Gericht - kann ich dann auf
    > Schadensersatz hoffen, da das Vertrauen in meinen PC nicht mehr existiert?

    Immaterielle Schäden sind in Deutschland schwer geltend zu machen. Insbesondere müsstest Du beziffern, wie hoch dieser Schaden in Geld ist.

    > Bei mir wäre es tatsächlich so - wenn irgendwer einen Trojaner auf meinem
    > PC installiert, ist mein Vertrauen in die Hardware weg. Da kommt ein neues
    > BIOS drauf gespielt, Festplatten ausgebaut und zerstört und dann wird die
    > Kiste auf eBay verkauft.

    Klar, kannst Du machen, aber das kannst Du kaum als Schaden geltend machen. Schließlich hast Du ja genau den Zeitwert des PCs bekommen, das leistet Ebay.

    > Backups habe ich zum Glück unabhängig vom PC,
    > sodass ich den auch nicht mehr anmachen müsste, um an meine Daten zu
    > kommen. Und da mein PC eben relativ leistungsstark ist, wäre das ein hoher
    > finanzieller Schaden für mich.

    Warum? Du bekommst genau das bei Ebay, was der PC wert ist.

    Zudem müsstest Du erst einmal zeigen, dass die Weiternutzung des PCs nach neuem BIOS und Neuaufspielen des Systems unzumutbar ist. Nur alleine ein irrationales Gefühl dürfte da nicht reichen.

    > Finde ich auch eine Sauerei. In einem gewissen Rahmen kann ich es
    > nachvollziehen, ich habe aber auch Bilder von durchsuchten Wohnungen
    > gesehen, wo das "durchsuchen" eher freiem Vandalismus entsprach, und die
    > Möbel zum Teil grundlos beschädigt wurden, also z.B. Schubladen durch den
    > Raum geworfen usw.

    Sowas habe ich noch nicht gesehen. Das war eher nach einer Durchsuchung durch Einbrecher. Aber ja, der Inhalt aller Schränke war schon ausgeräumt, alle Kleidung zerwühlt, etc. Man sucht unter Umständen nach einer MicroSD-Karte. Das geht nicht mit einem flüchtigen Blick in die Schränke.

    Zudem, wäre es akzeptabler, wenn der Polizist danach die Wäsche wieder faltet und in den Schrank legt? Das möchte ich schon lieber selbst machen, und sie vorher nochmal waschen.

    > Generell einfach das letzte sowas. Zudem muss man mit dem psychischen
    > Schaden leben. Bei meinem Nachbarn wurde vor ein paar Jahren eingebrochen,
    > der hat sich dann ins Schlafzimmer ein neues Fenster einbauen lassen für
    > fast 2000¤, und eine dicke Metalltür mit Sicherheitsschloss für fast 1000¤.

    Klar, nur die Überkompensation ist eben kein Schaden in zivilrechtlichen Sinne. Ein besserer Schutz gegen Einbruch sollte aus eigener Erkenntnis erfolgen und nicth erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

    Den Schaden ersetzt eine Versicherung oder der Einbrecher, aber die Aufrüstung muss man immer selbst bezahlen. Nach einem Einbruch bei Bekannten haben wir auch nachgedacht, uns beraten lassen und die Fenster aufgerüstet sowie die Kellerschächte gesichert. Das hat auch 2000 EUR gekostet, aber das ist gut investiert. Besser vorher als hinterher.

    > Ich müsste auch mein ganzes Haus "renovieren" aka. alles auseinander nehmen
    > und auf Wanzen durchsuchen, vorher könnte ich nicht mehr in Ruhe in dem
    > Haus wohnen.

    Natürlich, nur auch das wirst du schwerlich als Schaden in Geld beziffern können, insbesondere wenn der nette Herr vom Verfassungsschutz nochmal da war und seine Technik bereits abgebaut hat.

  7. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Snowi 18.08.19 - 19:07

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Immaterielle Schäden sind in Deutschland schwer geltend zu machen.
    > Insbesondere müsstest Du beziffern, wie hoch dieser Schaden in Geld ist.

    Ist alles richtig, das ist ja das, was ich daran so verwerflich finde. Wohnraum sollte eben nur dann durchsucht werden dürfen, wenn dafür tatsächlich GUTE Gründe existieren. Und nicht, weil irgendwer meint, ich habe 5g Gras Zuhause. Oder weil ich zufällig meinen gesamten Online-Verkehr verschlüssele, und daher generell verdächtig bin.
    Diese ganzen Änderungen haben einfach nichts mehr mit Rechtsstaat zu tun. Bei mir wird es, u.a. aus den Gründen die du genannt hast, auf einen Laptop statt eines neuen Desktops hinauslaufen. Aus dem einfachen Grund, dass ich ihn dann immer mit zur Arbeit nehmen kann etc. damit niemand unbemerkt irgendwas darauf installieren kann. Bin mal gespannt auf das Librem 5 (Smartphone), hoffe das wird kein totaler Flop. Das würde einem generell auch ein besseres Gefühl geben...

  8. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Oktavian 18.08.19 - 20:10

    > Ist alles richtig, das ist ja das, was ich daran so verwerflich finde.
    > Wohnraum sollte eben nur dann durchsucht werden dürfen, wenn dafür
    > tatsächlich GUTE Gründe existieren.

    Kein Widerspruch meinerseits. Allerdings muss man klären, was eben diese guten Gründe sind. Natürlich ist das, was einen selbst betreffen könnte, nie ein guter Grund. :-)

    > Und nicht, weil irgendwer meint, ich
    > habe 5g Gras Zuhause.

    Verstöße gegens Betäubungsmittelgesetzt sind eben in Deutschland gute Gründe. Ich sehe zur Zeit auch keinen gesellschaftlichen Konsenz, das zu ändern.

    > Oder weil ich zufällig meinen gesamten Online-Verkehr
    > verschlüssele, und daher generell verdächtig bin.

    Das dürfte bei uns nicht ausreichen, insbesondere da ja durch die Bestrebungen der großen Internetkonzerne inzwischen jeder nahezu den gesamten Verkehr verschlüsselt. Das ist ja gerade das Problem der Verfassungsschützer.

    > Diese ganzen Änderungen haben einfach nichts mehr mit Rechtsstaat zu tun.
    > Bei mir wird es, u.a. aus den Gründen die du genannt hast, auf einen Laptop
    > statt eines neuen Desktops hinauslaufen. Aus dem einfachen Grund, dass ich
    > ihn dann immer mit zur Arbeit nehmen kann etc. damit niemand unbemerkt
    > irgendwas darauf installieren kann.

    Dazu würde ich auch die ein oder andere Rolle Alufolie empfehlen.

    > Bin mal gespannt auf das Librem 5
    > (Smartphone), hoffe das wird kein totaler Flop. Das würde einem generell
    > auch ein besseres Gefühl geben...

    Warum? Auch dieses Gerät wird Blobs enthalten, bei denen keiner weiß, was da passiert.

  9. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Snowi 18.08.19 - 20:22

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Und nicht, weil irgendwer meint, ich
    > > habe 5g Gras Zuhause.
    >
    > Verstöße gegens Betäubungsmittelgesetzt sind eben in Deutschland gute
    > Gründe. Ich sehe zur Zeit auch keinen gesellschaftlichen Konsenz, das zu
    > ändern.

    Jain. Bei größeren Mengen / härteren Drogen kann man da drüber diskutieren, aber wegen 5g (also Eigenbedarf) an Marihuana ist niemals eine Wohnungsdurchsuchung gerechtfertigt. Ob da 5g liegen weiß man vorher nicht, man kann aber einfach sagen, dass man nur bei Dealern Hausdurchsuchungen zulässt, nicht bei Konsumenten.

    > Dazu würde ich auch die ein oder andere Rolle Alufolie empfehlen.

    Das haben vor 5 Jahren auch schon viele gesagt bei Dingen, die heute üblich sind. Ich finde es auch oft genug lächerlich das so zu schreiben, wir bewegen uns aber eben leider immer weiter in diese Richtung, wo so etwas notwendig wird, wenn man nicht wegen eines einzigen kleinen Fehlers sowas an der Backe haben will.
    Eine Freundin von mir hatte z.B. damals noch Kontakt zu jemandem, der für sich und seinen engen Freundeskreis was angebaut hat. Sie wusste davon, hatte aber nichts damit zu tun, und auch nie mit ihm darüber geschrieben. Irgendwann gab es bei ihm eine Hausdurchsuchung, sein Handy war nicht vernünftig gesichert, ihre Nummer wurde in Whatsapp gefunden -> Durchsuchung bei ihr. Und das ist 1zu1 so passiert, und ja, ich habe den Durchsuchungsbeschluss gesehen, vor mir, auf Papier, unterschrieben und mit Stempel drauf.

    > > Bin mal gespannt auf das Librem 5
    > > (Smartphone), hoffe das wird kein totaler Flop. Das würde einem generell
    > > auch ein besseres Gefühl geben...
    >
    > Warum? Auch dieses Gerät wird Blobs enthalten, bei denen keiner weiß, was
    > da passiert.

    Nein, eben nicht: Das ist ja der Witz an dem Gerät. Dafür kostet es eben eigentlich viel zu viel für die Hardware. Das Librem 5 soll 600 USD kosten, die Hardware kriegst du aber schon in einem 150¤ Android Handy namhafter Hersteller. Die Hardware ist, bis auf einen Teil, Blob-Frei. Und der eine Teil ist leider der GSM-Baseband-Chip, welcher aus regulatorischen Gründen in den USA nicht Open-Source existiert. Es gibt wohl einen 2G-Chip der komplett Frei ist, aber das ist 2019 einfach nicht machbar. So viel Vertrauen muss man dann eben haben - mehr aber auch nicht. Und der Chip ist wohl sehr gut vom Rest isoliert und auch gut ausgewählt.
    Ob einem das reicht? Muss jeder für sich entscheiden. Aber weiter als das geht eben nicht, außer man hat kein Handy.

  10. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Oktavian 18.08.19 - 20:33

    > Jain. Bei größeren Mengen / härteren Drogen kann man da drüber diskutieren,
    > aber wegen 5g (also Eigenbedarf) an Marihuana ist niemals eine
    > Wohnungsdurchsuchung gerechtfertigt. Ob da 5g liegen weiß man vorher nicht,
    > man kann aber einfach sagen, dass man nur bei Dealern Hausdurchsuchungen
    > zulässt, nicht bei Konsumenten.

    Nur weiß man vorher meist nicht, ob der Konsument nur ein Konsument oder ein Dealer ist. Man greift jemanden in der Stadt auf, der bei einer Taschenkontrolle die besagten 5g dabei hat und ins übliche Beuteschema passt (Langhaariger Bombenleger, Libanese, etc.). Nun sagt die kriminalistische Erfahrung, dass sich viele Konsumenten ihr Hobby durch An- und Verkauf (vulgo dealen) finanzieren. Wenn man also bei einem Konsumenten durchsucht, findet man mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit etwas als wenn man bei einem zufällig ausgewählten von der Straße sucht.

    Man muss bedenken, auch die 5g sind in Deutschland ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetzt. Das ist keine Kleinigkeit. Der Verstoß wird zwar in der Regel nicht verfolgt, es bleibt aber ein Verstoß.

    > Eine Freundin von mir hatte z.B. damals noch Kontakt zu jemandem, der für
    > sich und seinen engen Freundeskreis was angebaut hat. Sie wusste davon,
    > hatte aber nichts damit zu tun, und auch nie mit ihm darüber geschrieben.
    > Irgendwann gab es bei ihm eine Hausdurchsuchung, sein Handy war nicht
    > vernünftig gesichert, ihre Nummer wurde in Whatsapp gefunden ->
    > Durchsuchung bei ihr. Und das ist 1zu1 so passiert, und ja, ich habe den
    > Durchsuchungsbeschluss gesehen, vor mir, auf Papier, unterschrieben und mit
    > Stempel drauf.

    Ich lass das mal unkommentiert.

    > Die Hardware ist, bis auf einen Teil, Blob-Frei. Und der eine
    > Teil ist leider der GSM-Baseband-Chip, welcher aus regulatorischen Gründen
    > in den USA nicht Open-Source existiert.

    Siehst du. Und da hast Du schon die Lücke. Genau an den Blob dachte ich. Wer mobil funken will, muss mit dem Blob leben.

    > Es gibt wohl einen 2G-Chip der
    > komplett Frei ist, aber das ist 2019 einfach nicht machbar. So viel
    > Vertrauen muss man dann eben haben - mehr aber auch nicht.

    Du vertraust einem Chip aus den USA? Bei den Chinesen, Russen oder auch Deutschen kann man die Vermutung haben, dass sie einen bespitzeln. Bei den USA weiß man es sicher. Du verteilst Dein Vertrauen nach sehr merkwürdigen Prioritäten.

  11. Re: Was wohl passiert, wenn jemand den Einbruch mit einer versteckten Kamera filmt...

    Autor: Snowi 18.08.19 - 20:50

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Jain. Bei größeren Mengen / härteren Drogen kann man da drüber
    > diskutieren,
    > > aber wegen 5g (also Eigenbedarf) an Marihuana ist niemals eine
    > > Wohnungsdurchsuchung gerechtfertigt. Ob da 5g liegen weiß man vorher
    > nicht,
    > > man kann aber einfach sagen, dass man nur bei Dealern Hausdurchsuchungen
    > > zulässt, nicht bei Konsumenten.
    >
    > Nur weiß man vorher meist nicht, ob der Konsument nur ein Konsument oder
    > ein Dealer ist. Man greift jemanden in der Stadt auf, der bei einer
    > Taschenkontrolle die besagten 5g dabei hat und ins übliche Beuteschema
    > passt (Langhaariger Bombenleger, Libanese, etc.). Nun sagt die
    > kriminalistische Erfahrung, dass sich viele Konsumenten ihr Hobby durch An-
    > und Verkauf (vulgo dealen) finanzieren. Wenn man also bei einem Konsumenten
    > durchsucht, findet man mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit etwas als
    > wenn man bei einem zufällig ausgewählten von der Straße sucht.
    >
    > Man muss bedenken, auch die 5g sind in Deutschland ein Verstoß gegen das
    > Betäubungsmittelgesetzt. Das ist keine Kleinigkeit. Der Verstoß wird zwar
    > in der Regel nicht verfolgt, es bleibt aber ein Verstoß.
    >
    > > Eine Freundin von mir hatte z.B. damals noch Kontakt zu jemandem, der
    > für
    > > sich und seinen engen Freundeskreis was angebaut hat. Sie wusste davon,
    > > hatte aber nichts damit zu tun, und auch nie mit ihm darüber
    > geschrieben.
    > > Irgendwann gab es bei ihm eine Hausdurchsuchung, sein Handy war nicht
    > > vernünftig gesichert, ihre Nummer wurde in Whatsapp gefunden ->
    > > Durchsuchung bei ihr. Und das ist 1zu1 so passiert, und ja, ich habe den
    > > Durchsuchungsbeschluss gesehen, vor mir, auf Papier, unterschrieben und
    > mit
    > > Stempel drauf.
    >
    > Ich lass das mal unkommentiert.
    >
    > > Die Hardware ist, bis auf einen Teil, Blob-Frei. Und der eine
    > > Teil ist leider der GSM-Baseband-Chip, welcher aus regulatorischen
    > Gründen
    > > in den USA nicht Open-Source existiert.
    >
    > Siehst du. Und da hast Du schon die Lücke. Genau an den Blob dachte ich.
    > Wer mobil funken will, muss mit dem Blob leben.
    >
    > > Es gibt wohl einen 2G-Chip der
    > > komplett Frei ist, aber das ist 2019 einfach nicht machbar. So viel
    > > Vertrauen muss man dann eben haben - mehr aber auch nicht.
    >
    > Du vertraust einem Chip aus den USA? Bei den Chinesen, Russen oder auch
    > Deutschen kann man die Vermutung haben, dass sie einen bespitzeln. Bei den
    > USA weiß man es sicher. Du verteilst Dein Vertrauen nach sehr merkwürdigen
    > Prioritäten.

    Jeder überwacht einen, egal ob USA oder China, die Chips kommen am Ende alle aus China. Und stimmt, bei den USA ist es mittlerweile mehrfach bewiesen. Allerdings gibt es auch dort Menschen, die das Thema Privatsphäre ernst nehmen, und da alles am Ende zumindest überprüfbar ist...
    Was ist deine Alternative dazu? Ohne Smartphone ist es als ITler relativ schwer, also irgendeines muss man nehmen. Android? Kommt von Google -> USA. iPhone -> USA. Firefox OS -> USA. Dann gibts da noch Tizen und Jolla, welche aber beide wohl Sicherheitstechnisch nicht das wahre sein sollen. Fällt die Antwort schwer, was man am Ende nimmt. Und ich hoffe, dass ich unwichtig genug bin, damit die NSA ihre Backdoors für sich behält, wenn jemand danach fragt. Und so unwichtig, dass auch die NSA sich nicht für mich interessiert.

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