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Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

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  1. Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

    Autor: schap23 11.03.20 - 11:10

    Ich z.B. komme ursprünglich aus der Chemie. Dort war es immer schon so, daß ein großer Teil der Forschung an neuen Substanzen darin bestand, einen Weg zu finden, der nicht durch Patente versperrt war. Patentrecherche war da ein essentieller Teil der Arbeit.

    In der Softwareindustrie hat sich das mit der Patentrecherche wohl immer noch nicht etabliert. Eine schicke Idee wird es mal umgesetzt und nachher wird darauf gewartet, ob sich irgendwer beschwert.

  2. Trivialpatente

    Autor: franzropen 11.03.20 - 11:16

    Auch in der Softwareindustrie wird Patentrecherche betrieben.
    Es gibt nur spezielle Firmen, die warten bis ein Produkt erfolgreich ist und dann mit meist Trivialpatenten versuchen Kasse zu machen.
    In der Chemie dürfte das Äquivalent wohl sowas wie ein Patent auf Sauer- oder Kohlenstoff sein.
    Bestes Beispiel ist Oracle vs. Google wegen der Java-API

  3. Re: Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

    Autor: elgooG 11.03.20 - 11:19

    Etwas weniger Überheblichkeit bitte. Da der AV1-Codec genau das verhindern soll, wurde sicher mehr als genug geforscht. Bei tausenden von Patenten die bei irgendwelchen parasitären Patenttrollen gehortet werden, wird es aber schwer keinerlei Überschneidungen bei der Implementierung zu finden. Außerdem steht noch offen ob überhaupt Patente durch AV1 verletzt werden. Dieses parasitäre "Unternehmen" scheint pauschal Lizenzforderungen zu stellen. Nicht selten wird hier mit Angst vor umfangreichen Klagen gearbeitet.

    Kann Spuren von persönlichen Meinungen, Sarkasmus und Erdnüssen enthalten. Ausdrucke nicht für den Verzehr geeignet. Ungelesen mindestens haltbar bis: siehe Rückseite

  4. parasitäre Patenttrolle

    Autor: senf.dazu 11.03.20 - 12:06

    Im Prinzip hat das was da im Patentbereich abläuft sicher teilweise den Charakter von Wegelagerei.

    Aber selbst im Fall Sisvel ist's so das die Patente von Firmen die mal im entsprechenden Geschäft waren, auf die also die Definition des Patenttrolls nicht zutrifft, aufkaufen. Sprich der eigentliche Erfinder des Patents hat auch davon profitiert - und sei es nur damit das ihm sein Gehalt und sicher auch eine Erfindervergütung gezahlt wurde. Und die Firma die das Patent verkauft hat konnte offenbar einen Restwert monetarisieren.

    Insofern ist der Begriff Patenttroll eigentlich etwas fragwürdig .. da wird eben ein Restwert eines Wirtschaftgutes monetarisiert.
    In welchem Grade unser Patentrecht fragwürdig ist, also z.B. ob's mit der Erfindungshöhe immer so paßt, oder ob Patente mit nm Restwert von 1¤, die nur helfen Beklagte mit Aktenordnern zu erschlagen nicht einfach ungültig erklärt werden sollten, ist ne andere Frage.

    Ich weiß aber nicht so recht ob sich eine Mehrheit der Firmen für die Abschaffung des Patentrechts finden ließe ..



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 11.03.20 12:14 durch senf.dazu.

  5. Re: Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

    Autor: wurstdings 11.03.20 - 12:14

    Die Zahl der Patente sollte doch schon klar machen, dass es sich um einen Patenttroll handelt, oder glaubst du wirklich, die haben zu jedem Feature des Codecs gleich mal 20 Patente?
    Und dann kündigen sie an, dass demnächst nochmal 1000 dazu kommen ... gibts das bei euch in der Chemie auch?

    Du kannst dir gerne mal eines dieser "Patente" durchlesen, wer mit solchen Strategien Erfolg hat klagt in den USA und hat gute Anwälte.

    Das eigentlich Problem ist, dass es auf Software überhaupt Patente gibt und das diese auch noch (anscheinend) von Menschen durchgewunken werden die keine Ahnung von IT und Softwaredesign haben.

  6. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: Muhaha 11.03.20 - 12:55

    senf.dazu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Prinzip hat das was da im Patentbereich abläuft sicher teilweise den
    > Charakter von Wegelagerei.

    Es IST Wegelagerei, was gerade von den Firmen betrieben wird, die sich einen großen Patent-Katalog zusammenkaufen und dann jede Menge nicht ganz so großer Firmen verklagen, die sich keinen langatmigen Rechtsstreit leisten können. Wenn von 10 angeschriebenen Firmen nur 2 sich aussergerichtlich auf Lizenzzahlungen einigen, hat sich die Sache schon rentiert. Alles 100% legal. Und DAS ist die große Sauerei daran.

    > Ich weiß aber nicht so recht ob sich eine Mehrheit der Firmen für die
    > Abschaffung des Patentrechts finden ließe ..

    Weil es nicht die Lösung ist das Kind mit dem Bade auszuschütten. Aber weil die Kosten, die durch ein ausuferndes Patentwesen entstehen, den Firmen noch nicht weh genug tun, gibt es von dieser Seite auch nicht genug Druck auf die Politik, um entsprechende Reformen anzustoßen.

  7. Re: Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

    Autor: Schattenwerk 11.03.20 - 12:59

    wurstdings schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das eigentlich Problem ist, dass es auf Software überhaupt Patente gibt und
    > das diese auch noch (anscheinend) von Menschen durchgewunken werden

    Das Durchwinken ist meiner Meinung nach der Problem. Patente selbst sind nicht verkehrt und sollen für wirklich gute Dinge auch anwendbar sein.

    Wenn ich eine bahnbrechend schnelle dezentrale Sortiermöglichkeit erfinde, dann soll diese auch ruhig geschützt werden. Der Erfinder soll für seine Idee bzw. seinen Einsatz belohnt werden.

    Schlimm wird es nur wenn irgendwelcher "Mist" ein Patent erhält, weil die jeweilige Patentstelle pennt. Wobei ich auch Verständnis dafür habe, dass die Trennung zwischen "Mist" und "guter Idee" nicht immer einfach ist.

  8. Re: Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

    Autor: ikhaya 11.03.20 - 13:09

    Wenn wir von tausenden Patenten reden in einem Codec, dann glaub ich schon dass da was verkehrt läuft.
    Ich hätte da ein bis 2 Zehnerstellen weniger vermutet.

  9. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: wanne 11.03.20 - 13:39

    > Aber selbst im Fall Sisvel ist's so das die Patente von Firmen die mal im
    > entsprechenden Geschäft waren, auf die also die Definition des Patenttrolls
    > nicht zutrifft, aufkaufen.
    Firmen die Produkte entwickelt haben, die niemand haben wollte. Sowas sollte in einer Martkwirtschaft einfach sterben gehen und nicht andere behindern.

    > Insofern ist der Begriff Patenttroll eigentlich etwas fragwürdig .. da wird
    > eben ein Restwert eines Wirtschaftgutes monetarisiert.
    Erpresser ist auch fragwürdig. Da wird der Restwert eine legitimen Pistolenverkaufs monetarisiert.
    Google hat extrem viel Ressourcen in einen Codec gesteckt den sie über Jahre darauf getestet haben eben an allen Patenten vorbei zu maneufrieren. (Oder die passenden Patente zu kaufen.)
    Dass das jetzt ein anderer, der absolut nichts beigetragen hat Geld dran verdienen soll ist genau so legitim wie wenn ein Erpresser Geld dafür haben will, wenn er nicht schießt.

    Die Idee einer Marktwirtschaft ist, dass der Produkte handelbar sodass jemand der eine Transformation gut ausführen kann, "Edukt" beziehen kann diese zum Wohle des Empfängers transformiert und von diesem dafür belohnt wird. – So können beliebig lange Produktionsketten zum wohle der Nutzer entstehen. (Und jeder Nutzer entscheidet selbst was für ihn nützlich ist. – Denn er weiß das am besten.) Das wohl der Allgemeinheit wird dadurch sichergestellt, dass man nur profitiert, wenn man Arbeiten nachgeht die der Allgemeinheit nutzen. (Denn für andere wird nicht bezahlt.)
    Dass jetzt Leute die völlig abseits dieser Kette stehen – sich meist sogar aktiv verstecken – nicht nur Mitprofitieren sondern in vielen Fällen diese Kette aktiv aufhalten ist ein Unding zum Schaden aller und entspricht genau der Rolle des Diebs oder Erpressers. — Es ist eine "Dienstleistung" die nur schadet.
    Deswegen gehören Patente in einer Marktwirtschaft abgeschafft. Wenn du wirklich aktiv am Fortschritt mitarbeitest, gibt es Copyright. Aber dass jemand der 50 Jahre nach dir geboren ist nur weil du die Idee 2 Monate früher (Also ca. 50 Jahre lnagsamer) auf Patentamt getragen hast, davon abgehalten werden soll der Menschheit einen Gefallen zu tun ist ein Unding.
    Und deswegen gehört btw. auch das Urheberrecht abgeschafft. Insbesondere weil immer neue Menschen auf die Welt kommen ist es Essentiell dass Güter handelbar sind.
    Es muss die Möglichkeit geben, dass ich jemanden anderes Arbeit abkaufen und weiter verwenden und verbessern kann. Denn ohne Markt keine Marktwirtschaft mit vernünftiger Preisbildung.

    > Ich weiß aber nicht so recht ob sich eine Mehrheit der Firmen für die
    > Abschaffung des Patentrechts finden ließe ..
    Selbstverständlich nicht. Patente verhindern dass Newcommer keinen Fuß fassen können und sichern so alt eingesessenen Unternehmen dauerhaftes Einkommen. Du siehst das Fett an Preusen vs. UK. Während auf der Insel die Verleger dank ausgiebigem Urheberrecht in Goldenen Kutschen fuhren Erschienen auf dem Festland pro einwohner mehr als 20 mal mehr neue Bücher. Die Selbe Storry mit den USA. Hätten die nicht das Patentrecht ausgesetzt währen sie bis heute die selbe Entwicklungskolonie, die sie unter britischer Herrschaft waren. – Und die Briten würden sich eine Goldene Nase verdienen.
    Die Frage darf nicht sein, wollen die Unternehmen das? Die Frage muss sein, nutzt das der Gesellschaft. (So steht es btw. auch in der US Verfassung.)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.03.20 13:41 durch wanne.

  10. Re: Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

    Autor: wurstdings 11.03.20 - 14:45

    Schattenwerk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Durchwinken ist meiner Meinung nach der Problem. Patente selbst sind
    > nicht verkehrt und sollen für wirklich gute Dinge auch anwendbar sein.
    Früher gab es mal eine Einschränkung, da war die Vergabe des Patents an einen funktionierenden Prototyp gebunden. Das man die Funktion bei einem winzigen Teil eines Videocodecs (der noch garnicht existiert) schwerlich prüfen kann ist mir auch klar.
    > Wenn ich eine bahnbrechend schnelle dezentrale Sortiermöglichkeit erfinde,
    > dann soll diese auch ruhig geschützt werden. Der Erfinder soll für seine
    > Idee bzw. seinen Einsatz belohnt werden.
    Der Unterschied zwischen Soft und Hardware ist, man hat nur Entwicklungskosten und keine Produktionskosten. Der Entwickler könnte am Tag eins sein Produkt 5 Millionen mal verkaufen. Bis dann Andere dies reversengenieered haben, ist der Markt längst gesättigt. Wenn aber nie ein nutzbares Produkt existierte, dann kann es nicht sein das durch eine Idee im Labor der komplette Fortschritt blockiert wird.
    > Wobei ich auch Verständnis dafür habe, dass
    > die Trennung zwischen "Mist" und "guter Idee" nicht immer einfach ist.
    Eben, das ist halt unvermeidbar bei Software und führt ja genau dazu, dass die Patenttrolle eine vitable Existenzgrundlage haben.

  11. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: chewbacca0815 11.03.20 - 14:46

    senf.dazu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Insofern ist der Begriff Patenttroll eigentlich etwas fragwürdig .. da wird eben ein Restwert eines Wirtschaftgutes monetarisiert.

    Dann recherchiere mal, wie Sisvel sich die ausgelaufenene Patente rund um MPEG zu eigen gemacht hat und was Sisvel danach alles losgetreten hat. Vielleicht kann sich noch jemand an die komplett leergeräumten Hallen auf der IFA und CeBIT erinnern, als Sisvel alle neue Internet-Fernseher hat einkassieren lassen vom Zoll wegen nicht bezahlter MPEG Lizenzgebühren - nachdem sich Sisvel das freie Patent vom Frauenhofer Institut einverleint hat.

    > Ich weiß aber nicht so recht ob sich eine Mehrheit der Firmen für die Abschaffung des Patentrechts finden ließe ..

    Es geht ja nicht um die Abschaffung des Patentrechtes, es geht eher um die Verwertung nicht weiter relevanter weil vom Schutzstatus her ausgelaufener Patente durch einen Patenttroll. Kleiner, aber feiner Unterschied...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.03.20 14:47 durch chewbacca0815.

  12. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: senf.dazu 11.03.20 - 15:00

    wanne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Aber selbst im Fall Sisvel ist's so das die Patente von Firmen die mal
    > im
    > > entsprechenden Geschäft waren, auf die also die Definition des
    > Patenttrolls
    > > nicht zutrifft, aufkaufen.
    > Firmen die Produkte entwickelt haben, die niemand haben wollte. Sowas
    > sollte in einer Martkwirtschaft einfach sterben gehen und nicht andere
    > behindern.

    Das ist jetzt aber wirklich Blödsinn ? Codecs wollten und wollen ganz viele haben ..

    >
    > > Insofern ist der Begriff Patenttroll eigentlich etwas fragwürdig .. da
    > wird
    > > eben ein Restwert eines Wirtschaftgutes monetarisiert.
    > Erpresser ist auch fragwürdig. Da wird der Restwert eine legitimen
    > Pistolenverkaufs monetarisiert.
    > Google hat extrem viel Ressourcen in einen Codec gesteckt den sie über
    > Jahre darauf getestet haben eben an allen Patenten vorbei zu maneufrieren.
    > (Oder die passenden Patente zu kaufen.)
    > Dass das jetzt ein anderer, der absolut nichts beigetragen hat Geld dran
    > verdienen soll ist genau so legitim wie wenn ein Erpresser Geld dafür haben
    > will, wenn er nicht schießt.

    Der Erfinder und die Firma für die er arbeitet haben beide vom Patentrecht profitiert. Und zuletzt dann beim Verkauf der Patente. Wieso sollte der "Patenttroll" die Patente kaufen und damit dem Erfinder noch einmal Profit zuschustern wenn er sie hinterher nicht verwerten darf ? Also letztlich - warum sollte der Erfinder auf einen Teil seiner möglichen Einkünfte für die. Erfindung verzichten ?

    Wenn man beschließt das ein Wirtschaftleben ohne Patente auskommen sollte dann wär das für mich voll ok - das ist aber ja anscheinend nicht mehrheitsfähig. Aber dann auf Teile der Verwertung zu schießen ist inkonsequent.

    >
    > Die Idee einer Marktwirtschaft ist, dass der Produkte handelbar sodass
    > jemand der eine Transformation gut ausführen kann, "Edukt" beziehen kann
    > diese zum Wohle des Empfängers transformiert und von diesem dafür belohnt
    > wird. – So können beliebig lange Produktionsketten zum wohle der
    > Nutzer entstehen. (Und jeder Nutzer entscheidet selbst was für ihn nützlich
    > ist. – Denn er weiß das am besten.) Das wohl der Allgemeinheit wird
    > dadurch sichergestellt, dass man nur profitiert, wenn man Arbeiten nachgeht
    > die der Allgemeinheit nutzen. (Denn für andere wird nicht bezahlt.)
    > Dass jetzt Leute die völlig abseits dieser Kette stehen – sich meist
    > sogar aktiv verstecken – nicht nur Mitprofitieren sondern in vielen
    > Fällen diese Kette aktiv aufhalten ist ein Unding zum Schaden aller und
    > entspricht genau der Rolle des Diebs oder Erpressers. — Es ist eine
    > "Dienstleistung" die nur schadet.
    > Deswegen gehören Patente in einer Marktwirtschaft abgeschafft. Wenn du
    > wirklich aktiv am Fortschritt mitarbeitest, gibt es Copyright. Aber dass
    > jemand der 50 Jahre nach dir geboren ist nur weil du die Idee 2 Monate
    > früher (Also ca. 50 Jahre lnagsamer) auf Patentamt getragen hast, davon
    > abgehalten werden soll der Menschheit einen Gefallen zu tun ist ein
    > Unding.
    > Und deswegen gehört btw. auch das Urheberrecht abgeschafft. Insbesondere
    > weil immer neue Menschen auf die Welt kommen ist es Essentiell dass Güter
    > handelbar sind.
    > Es muss die Möglichkeit geben, dass ich jemanden anderes Arbeit abkaufen
    > und weiter verwenden und verbessern kann. Denn ohne Markt keine
    > Marktwirtschaft mit vernünftiger Preisbildung.
    >
    > > Ich weiß aber nicht so recht ob sich eine Mehrheit der Firmen für die
    > > Abschaffung des Patentrechts finden ließe ..
    > Selbstverständlich nicht. Patente verhindern dass Newcommer keinen Fuß
    > fassen können und sichern so alt eingesessenen Unternehmen dauerhaftes
    > Einkommen. Du siehst das Fett an Preusen vs. UK. Während auf der Insel die
    > Verleger dank ausgiebigem Urheberrecht in Goldenen Kutschen fuhren
    > Erschienen auf dem Festland pro einwohner mehr als 20 mal mehr neue Bücher.
    > Die Selbe Storry mit den USA. Hätten die nicht das Patentrecht ausgesetzt
    > währen sie bis heute die selbe Entwicklungskolonie, die sie unter
    > britischer Herrschaft waren. – Und die Briten würden sich eine
    > Goldene Nase verdienen.
    > Die Frage darf nicht sein, wollen die Unternehmen das? Die Frage muss sein,
    > nutzt das der Gesellschaft. (So steht es btw. auch in der US Verfassung.)

    Wie findet man in einer Demokratie raus ob es der Gesellschaft nutzt ? Man trifft eine Mehrheitsentscheidung der Betroffenen ?

  13. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: senf.dazu 11.03.20 - 15:12

    chewbacca0815 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > senf.dazu schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Insofern ist der Begriff Patenttroll eigentlich etwas fragwürdig .. da
    > wird eben ein Restwert eines Wirtschaftgutes monetarisiert.
    >
    > Dann recherchiere mal, wie Sisvel sich die ausgelaufenene Patente rund um
    > MPEG zu eigen gemacht hat und was Sisvel danach alles losgetreten hat.
    > Vielleicht kann sich noch jemand an die komplett leergeräumten Hallen auf
    > der IFA und CeBIT erinnern, als Sisvel alle neue Internet-Fernseher hat
    > einkassieren lassen vom Zoll wegen nicht bezahlter MPEG Lizenzgebühren -
    > nachdem sich Sisvel das freie Patent vom Frauenhofer Institut einverleint
    > hat.

    Mir sind Codec Patente und Sisvel durchaus ein Begriff - hab selbst mal nach Munition gegen ein paar Patente von Sisvel suchen müssen. Da ging's dann durchaus schon mal um einzelne Bits im Datenstrom. Erscheint einem manchmal hirnrissig das man sowas patentieren kann. Aber einige der Patente stammten ursprünglich von Philips. Gelegentlich werden halt auch Patente aufgegeben - weil das Erhalten Geld kostet und man sich keinen Ertrag verspricht. Und dann werden diese Restbestände halt verhökert. Aber das ändert nichts daran das die Erfinder und ihre Firma Patentschutz und ggf. Erträge gesehen haben - letztmalig beim dann beim Verkauf an den Troll. Sicherlich ist das Patentspiel in erster Linie was für die Großen. Patentabteilungen großer Firmen - dann "Patenttroll". Lästig ist's für alle.

    >
    > > Ich weiß aber nicht so recht ob sich eine Mehrheit der Firmen für die
    > Abschaffung des Patentrechts finden ließe ..
    >
    > Es geht ja nicht um die Abschaffung des Patentrechtes, es geht eher um die
    > Verwertung nicht weiter relevanter weil vom Schutzstatus her ausgelaufener
    > Patente durch einen Patenttroll. Kleiner, aber feiner Unterschied...

    Das man abgelaufene Patente weiter "verwerten" kann ist mir neu ..

  14. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: wanne 11.03.20 - 15:34

    > Codecs wollten und wollen ganz viele haben ..
    Brötchen wollen auch ganz viele haben. Nur halt nicht die harten von vorgestern.
    Deswegen verdient jemand der nur Wecken von vorgestern verkauft halt nichts.
    Den von On2 und später Google und AOMedia enwickelten und VP9 und AV1 wollen viele haben nicht den Schrott den Sisvel den keiner haben wollte.
    Verdienen sollte immer nur der, der zur Produktion eines Produkts beigetragen hat. Nicht jemand der ein ähnliches aber viel schlechteres Produkt herstellt.

    Ganz grundsätzlich: Das Problem am Patenttroll ist, dass er nichts zum Produkt beiträgt aber trotzdem davon profitieren will.
    Das ist das Problem an unserem Patentrecht und der Krasse unterschied zu sinnvoll genutzten Patenten: Wenn jemand aktiv zur Entwicklung beiträgt, hat er aktiv etwas für den Kunden gemacht und kann deswegen Gegenleistungen verlangen. Das ist ein fairer Deal. Wenn er aber in seinem Loch sitzt und heimlich zeug Entwickelt hat der Kunde keinen Vorteil davon. Soll am Ende aber zahlen.
    Das ist immer so: Wir bezahlen grundsätzlich immer nach Wert für den Abnehmer nie nach benötigter Arbeit. Wenn du 500 mal in deinem Zimmer einen Klotz hoch und runter hebst, war das vielleicht harte Arbeit. Bekommen tust du dafür zurecht nichts.
    Machst du das auf eine Baustelle um ein Haus zu bauen wirst du dafür bezahlt. – Weil der bezahlende davon profitiert.

    > Der Erfinder und die Firma für die er arbeitet haben beide vom Patentrecht
    > profitiert. Und zuletzt dann beim Verkauf der Patente. Wieso sollte der
    > "Patenttroll" die Patente kaufen und damit dem Erfinder noch einmal Profit
    > zuschustern wenn er sie hinterher nicht verwerten darf ? Also letztlich -
    > warum sollte der Erfinder auf einen Teil seiner möglichen Einkünfte für
    > die. Erfindung verzichten ?
    Warum sollte ein Erpresser nicht von seiner Erpressung profitieren?
    Weil der Erpresste das Produkt nicht haben wollte. Wenn du keine Kunden findest verdienst du halt nichts. So ist das überall anders halt auch.


    > Wenn man beschließt das ein Wirtschaftleben ohne Patente auskommen sollte
    > dann wär das für mich voll ok
    Tut es. Siehe USA. tut aber wenig zu sache.
    > Aber dann auf Teile der Verwertung zu schießen ist inkonsequent.
    Nein. Nur für das zu bezahlen, was man bestellt hat ist nicht für irgend welchen Schrott den man gar nicht haben will und nur der Produzent für sinnvoll erachtet ist nicht inkonsequent sondern halt integraler Bestandteil von Marktwirtschaft und unterscheidet es von einer Planwirtschaft.

    > Wie findet man in einer Demokratie raus ob es der Gesellschaft nutzt ? Man
    > trifft eine Mehrheitsentscheidung der Betroffenen ?
    Dann lass mal Google Samsung, Netflix und all die anderen betroffenen zusammen mit Sisvel abstimmen. Also ich tippe mal das fällt nicht zugunsten von Sisvel aus...

  15. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: ashahaghdsa 11.03.20 - 15:59

    Wenn AV1 tatsächlich patentierte Technik nutzt, dann hat der (originale) Patentinhaber theoretisch zur Entwicklung beigetragen. Patente sind ja auch nicht im Keller, die sind öffentlich einsehbar. Das Problem ist, dass es seeehr viele Patente gibt, die keiner alle gelesen haben kann. Damit wird es praktisch unmöglich, keine Patente zu verletzen.

    Die Idee von Patenten ist ja irgendwo auch, dass andere sich nicht die Entwicklungsarbeit sparen und Produkte einfach kopieren. Wenn die Entwicklung aber dennoch anfällt, weil man nicht alle Pantente gelesen hat, dann sollte man für Patente auch nicht zahlen müssen. Das Problem ist nur nachzuweisen, was man gelesen hat und was nicht. Das Ergebnis: Man steckt viel Arbeit in Patentrecherchen und versucht drumherum zu Arbeiten. Mit mehr Arbeit bekommt man also ein schlechteres Produkt und hofft, dass man nicht viel übersehen hat. Das ist bei Motoren und sowas sicherlich anders, aber im Softwarebereich verliert irgendwie jeder. Auch wenn ich dennoch schutzwürdige Sachen im Softwarebereich sehe...

  16. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: wurstdings 11.03.20 - 16:20

    ashahaghdsa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch wenn ich
    > dennoch schutzwürdige Sachen im Softwarebereich sehe...
    Reicht da nicht das Urheberrecht aus?

  17. Re: Kennen andere Branchen schon seit Ewigkeiten

    Autor: schnedan 11.03.20 - 21:38

    "Schlimm wird es nur wenn irgendwelcher "Mist" ein Patent erhält, weil die jeweilige Patentstelle pennt."

    Nein es ist schlimmer.
    du bekommst ein angemeldetes, aber noch nicht erteiltes Patent auf den Tisch. Nach einer Analyse wird beschlossen: Erfindungshöhe fragwürdig, Einspruch mit Stand der Technik möglich, würde so in der EU nicht erteilt, maximal wenn die Ansprüche spezifischer gefasst werden (und einen selbst dann nicht mehr stören).
    ... nur um dann fest zu stellen: das Patent gibt es auch schon als US Nummer, ist erteilt und somit wird es wahrscheinlich auch in der EU übernommen (fast egal wie idiotisch). Selbst wenn nicht, man hat ein gültiges US Patent und somit hat man ein Problem.

  18. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: ashahaghdsa 12.03.20 - 09:47

    wurstdings schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Reicht da nicht das Urheberrecht aus?

    Ich bin da hin und hergerissen. Gibt es Urheberrecht auf Algorithmen an sich? Das wäre ja noch schlimmer als Patente, weil die einfach so zig Jahre gültig sind. Ich glaube nicht.
    Also jemand entwickelt ein Programm, einfach zu implementieren, hat aber viel Geld in der Entwicklung gekostet. Das Urheberrecht schützt aber nur seine konkre Implementierung. Wenn man das reverse engineert, kann man das einfach so neu implementieren. Spätestens wenn man das clean-room macht.

    Patentierbare Algorithmen und so sind mir irgendwie noch lieber, als das alles in der Cloud landet und dann nie frei genutzt werden kann.

  19. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: wurstdings 12.03.20 - 10:35

    ashahaghdsa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin da hin und hergerissen. Gibt es Urheberrecht auf Algorithmen an
    > sich? Das wäre ja noch schlimmer als Patente, weil die einfach so zig Jahre
    > gültig sind. Ich glaube nicht.
    Nein das wäre wirklich krass.
    > Also jemand entwickelt ein Programm, einfach zu implementieren, hat aber
    > viel Geld in der Entwicklung gekostet. Das Urheberrecht schützt aber nur
    > seine konkre Implementierung.
    Jupp.
    > Wenn man das reverse engineert, kann man das
    > einfach so neu implementieren. Spätestens wenn man das clean-room macht.
    Reverseengineering ist immerhin eines der schwierigsten Aufgabenfelder meistens ist eine Eigenimplemetation deutlich schneller und günstiger.
    > Patentierbare Algorithmen und so sind mir irgendwie noch lieber, als das
    > alles in der Cloud landet und dann nie frei genutzt werden kann.
    Die Cloud wäre kein Problem und würde sogar freie Software fördern, wenn es ClosedSource nurnoch über Cloud gibt würden die freien Alternativen ohne Cloud richtig gepushed werden. Patente behindern die freie Software (siehe Artikel).

  20. Re: parasitäre Patenttrolle

    Autor: wanne 12.03.20 - 10:48

    > Wenn AV1 tatsächlich patentierte Technik nutzt, dann hat der (originale) Patentinhaber theoretisch zur Entwicklung beigetragen.
    Nein. Weder Praktisch noch Theoretisch wurde da beigetragen, nur weil jemand das gleiche macht hat er nicht beigetragen. Genau so wenig wie Bäcker A nicht zu den Brötchen von Bäcker B beiträgt.
    > Patente sind ja auch nicht im Keller, die sind öffentlich einsehbar.
    Doch gerade der Keller ist ein beliebter Aufbewahrungsort in vielen Patentämtern. Das mag ein US spezifisches Problem sein aber am Ende heißt "öffentlich einsehbar" dass das ding in irgend einem Keller irgend wo in einem der tausenden US-Patentämtern liegt und du es gegen Geld einsehen kannst.
    > dass andere sich nicht die Entwicklungsarbeit sparen und Produkte einfach kopieren.
    Und genau das gewähren Patente eben nicht. Zumindest im Ingeneurswesen sind alle patente sind so geschrieben, dass sich nicht nachvollziehen lässt, wie man das Produkt herstellt. Die Entwicklungsarbeit fällt so oder so an. Nur der Zweite muss zusätzlich nochmal Schutzgeld zahlen. Das ist auch legitim so.

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Um überschüssigen Strom sinnvoll zu nutzen, sollen in der Nähe von Offshore-Windparks sogenannte Elektrolyseure installiert werden. Der dort produzierte Wasserstoff wird in bestehende Erdgaspipelines eingespeist.
Ein Bericht von Wolfgang Kempkens

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