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  5. › Whistleblower in Deutschland…

Wenn man das so liest

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  1. Wenn man das so liest

    Autor: BiGfReAk 26.06.13 - 17:35

    scheint Deutschland den Kapitalismus als einziges Land perfekt umgesetzt zu haben.
    Hier bestimmen nur die Unternehmen wo es lang geht. Der Mensch ist nur noch ein Sklave. Seine Aufgabe ist das Schuften und Schweigen.

  2. Re: Wenn man das so liest

    Autor: caso 26.06.13 - 17:43

    BiGfReAk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hier bestimmen nur die Unternehmen wo es lang geht.


    Das Gegenteil ist der Fall.

  3. Weil?

    Autor: Apple_und_ein_i 26.06.13 - 17:48

    Klar, wir haben einen vergleichsweise hohen Verbraucherschutz, aber die Industrie bestimmt dennoch zum grossen Teil durch Lobbyismus wie die Gesetze in diesem Land aussehen. Ich rufe da nur die Hetzkampagne von Springer für das Leistungsschutzrecht in Erinnerung.

    Der Glaube fängt immer da an wo das Wissen aufhört.

  4. Re: Wenn man das so liest

    Autor: Anonymer Nutzer 26.06.13 - 17:53

    Erstmal darf in Deutschland jeder selber entscheiden wo es lang geht. Und Sklaventum mit Kapitalismus zu vergleichen ist auch total gaga.

  5. Re: Wenn man das so liest

    Autor: throgh 26.06.13 - 17:59

    Da hätte ich dann doch gerne die Gründe für diese Ansicht gewusst: Wie bist du zu der Ansicht gelangt? Es ist tatsächlich so, dass wir einen im Moment noch hohen Verbraucherschutz haben - Apple_und_ein_i hat es bereits geschrieben. Jedoch wird das alles immer mehr durchlöchert. Es gibt viele Ausnahmen, wann denn ein Schutz nicht mehr greifen kann und wann ein Unternehmen sich etwas herausnimmt. Davon ab: Das Rückgaberecht als Beispiel genommen ... hier holen sich Händler und Dienstleister wie Amazon schlicht die Gelder bei den Angestellten zurück. Das ganze Geldsystem an sich beruht auf Hörensagen. Wir generieren Unsummen einfach aus der Luft, Kredite werden vergeben und mit Besitztümern wird gehandelt, die faktisch oder besser physisch gar nicht vorhanden sind.

    In Deutschland ist es bereits heute so, dass man lebt, um zu arbeiten und dem Wunsch der Unternehmen Folge zu leisten hat. Diese wiederum machen ihren Einfluss aber nicht direkt geltend, sondern über Umwege respektive die Lobby. Und wenn alles nichts mehr hilft, dann kommt das General-Totschlagsargument: "Na dann müssen wir halt x Menschen entlassen." Das wiederum lässt die Politik zurückschrecken oder noch schlimmer: So mancher Politiker fürchtet um seinen BONUS, da man ja im Aufsichsrat so mancher Unternehmen sitzt!

    Deutschland und eine Demokratie, in welcher das Recht des Bürgers zählt? Ja, vielleicht in einigen Belangen noch. Aber bei Weitem nicht so, wie es eine "Demokratie auf dem Papier" verlangen würde. Ansonsten hätten wir hier Volksentscheidungen und Politiker, die sich wirklich bemühen und nicht stetes Flickwerk abgeben. Was hat denn zum Beispiel Frau Merkel alles so bewerkstelligt in ihrer Amtszeit? Genau: Außer einer Mehrwertssteuer-Erhöhung und dem steten EU-Krisenmanagement eher wenig. Sicher: Im Detail summiert sich das dann vielleicht doch wieder. Aber Transparenz hat man schon lange nicht mehr und das Debakel um Prism? Hier wurde bereits mehrfach aus etlichen Mündern von Datenschutz-Beauftragten zitiert, dass dies nur ein "gespieltes Erschrecken" der Bundesrepublik ist. Faktisch ist schon längst bekannt, was beim Wahlvolk nun für Aufregung sorgt. Aber es kommt in Wahlzeiten einfach besser an ... in der "Bananenrepublik Deutschland".

    GNU/Linux: Eine Wahlfreiheit zu haben ist besser als sich der reinen Bequemlichkeit hinzugeben, auch wenn das nicht immer einfach ist!

    Kein Freund von Schubladen, nimmt aber gern Hafermilch und Kekse, sofern er in eine Solche gestopft werden soll. Danke vorab dann!

  6. Re: Wenn man das so liest

    Autor: Super Genie 26.06.13 - 18:00

    Ich kann die Rechtslage gut verstehen, auch was die Pflichten von Arbeitnehmern angeht (Schweigepflicht und Pflicht Weisungen zu befolgen). Aber wenn ein Arbeitnehmer eine Straftat verschweigen muss, weil er sonst mit Sanktionen zu rechnen hat, dann ist da schon mehr als nur etwas im Argen.

  7. Re: Wenn man das so liest

    Autor: throgh 26.06.13 - 18:00

    Tzven schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Erstmal darf in Deutschland jeder selber entscheiden wo es lang geht. Und
    > Sklaventum mit Kapitalismus zu vergleichen ist auch total gaga.

    Und wieso ist das deinem Wortlaut folgend "Gaga"? Du machst dich in einer kapitalistisch orientierten Gesellschaft doch selbst zum "Sklaven": Sklave des steten Wachstums, Sklave der steten Steigerung und Verbesserung. Stagnation ist etwas Furchtbares und der Inbegriff der Pleite! Meine Meinung zumindest. Mich würde da interessieren, wie du zu dieser Aussage gekommen bist?

    GNU/Linux: Eine Wahlfreiheit zu haben ist besser als sich der reinen Bequemlichkeit hinzugeben, auch wenn das nicht immer einfach ist!

    Kein Freund von Schubladen, nimmt aber gern Hafermilch und Kekse, sofern er in eine Solche gestopft werden soll. Danke vorab dann!



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.13 18:01 durch throgh.

  8. Re: Wenn man das so liest

    Autor: Moe479 26.06.13 - 18:13

    Unternehmen bestehen aus ihren mitarbeitern, das sind duch die bank weg menschen mit all ihren guten und schlechten eigenschaften.

    zu jeder sauerei gehören immer mindestens zwei, der mitarbeiter, der die anstellung behälten möchte obwohl die umstände unter der sie zustande kommt für untragbar hält ist genauso schuldig an der miesere wie der chef der die sauerei in kauf nimmt.

    es gibt in deutschland gute möglichkeiten anonym hinweise zu geben, bei ausreichender detalierter darstellung wird hinweisen durchaus nachgegangen, bekannt vom finazamt, gesundheitsamt, ordnungsamt, jugendamt, polizei ... etc.

    es muss nicht gleich der dampfhammer mit anzeige oder klage sein, auch wenn es legitim sein sollte diese dinge zu nutzen sofern alles andere ausgeschöpft wurde.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.13 18:17 durch Moe479.

  9. Re: Wenn man das so liest

    Autor: Kruff 26.06.13 - 20:23

    Da machst du dir die Situation ja denkbar einfach, gerade in großen Unternehmen, wird es schnell wesentlich unüberschaubarer was ich als einzelner Mitarbeiter an dem großen Ergebniss mache. Oder wie soll ein Mitarbeiter, der für die Produktion legaler Waffenteile im Betrieb tätig ist wissen, das das Management die Teile schon längst einem Unrechtsstatt versprochen hat?

    Und was die Situation in Deutschland angeht, schon mal nach Mollath gegooglet. Der hat auch genau dokumentiert und ordentlich angezeigt. Dank dafür waren Jahre der geistigen Folter vom Staat gefordert und bezahlt.

  10. Re: Wenn man das so liest

    Autor: David64Bit 26.06.13 - 21:25

    Sehr sehr guter Beitrag! +111!

    Was ich da aber noch hinzufügen möchte: Es geht auch anders. Es braucht nich immer nur "Wachstum, wachstum, wachstum". Viele mittelständische, kleine Unternehmen leben schon jahrzehnte davon, dass sie einen in etwa gleichbleibenden Umsatz haben. Den Leuten geht's sehr gut, die Mitarbeiter sind glücklich und haben auch keine Geldsorgen.
    Das Klima in der Firma ist sehr toll und es passieren vorallem keine Fehler, weil nichts überstürzt wird und eben da noch die "Deutsche Tugend" von wegen "Eile mit weile" die Arbeit bestimmt.

    Dieses immer "mehr mehr mehr" haben wollen ist auf dauer der Marktwirtschaftliche Teufel schlechthin. Das Problem ist das die "normalen" arbeitenden Menschen oft einfach keine Zeit und Lust haben sich darüber Gedanken zu machen. Da hockt man sich nach getaner Arbeit aufs Sofa, surft bissl im Internet, guckt sich seine TV Serie an und geht dann ins Bett. Oder eben ähnliches. Die meisten wollen doch nach einem anstrengendem Tag einfach nur ihre Ruhe haben und wenn es dann "Sachen" gibt die diese paar Stunden verbessern...tja...



    throgh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da hätte ich dann doch gerne die Gründe für diese Ansicht gewusst: Wie bist
    > du zu der Ansicht gelangt? Es ist tatsächlich so, dass wir einen im Moment
    > noch hohen Verbraucherschutz haben - Apple_und_ein_i hat es bereits
    > geschrieben. Jedoch wird das alles immer mehr durchlöchert. Es gibt viele
    > Ausnahmen, wann denn ein Schutz nicht mehr greifen kann und wann ein
    > Unternehmen sich etwas herausnimmt. Davon ab: Das Rückgaberecht als
    > Beispiel genommen ... hier holen sich Händler und Dienstleister wie Amazon
    > schlicht die Gelder bei den Angestellten zurück. Das ganze Geldsystem an
    > sich beruht auf Hörensagen. Wir generieren Unsummen einfach aus der Luft,
    > Kredite werden vergeben und mit Besitztümern wird gehandelt, die faktisch
    > oder besser physisch gar nicht vorhanden sind.
    >
    > In Deutschland ist es bereits heute so, dass man lebt, um zu arbeiten und
    > dem Wunsch der Unternehmen Folge zu leisten hat. Diese wiederum machen
    > ihren Einfluss aber nicht direkt geltend, sondern über Umwege respektive
    > die Lobby. Und wenn alles nichts mehr hilft, dann kommt das
    > General-Totschlagsargument: "Na dann müssen wir halt x Menschen entlassen."
    > Das wiederum lässt die Politik zurückschrecken oder noch schlimmer: So
    > mancher Politiker fürchtet um seinen BONUS, da man ja im Aufsichsrat so
    > mancher Unternehmen sitzt!
    >
    > Deutschland und eine Demokratie, in welcher das Recht des Bürgers zählt?
    > Ja, vielleicht in einigen Belangen noch. Aber bei Weitem nicht so, wie es
    > eine "Demokratie auf dem Papier" verlangen würde. Ansonsten hätten wir hier
    > Volksentscheidungen und Politiker, die sich wirklich bemühen und nicht
    > stetes Flickwerk abgeben. Was hat denn zum Beispiel Frau Merkel alles so
    > bewerkstelligt in ihrer Amtszeit? Genau: Außer einer
    > Mehrwertssteuer-Erhöhung und dem steten EU-Krisenmanagement eher wenig.
    > Sicher: Im Detail summiert sich das dann vielleicht doch wieder. Aber
    > Transparenz hat man schon lange nicht mehr und das Debakel um Prism? Hier
    > wurde bereits mehrfach aus etlichen Mündern von Datenschutz-Beauftragten
    > zitiert, dass dies nur ein "gespieltes Erschrecken" der Bundesrepublik ist.
    > Faktisch ist schon längst bekannt, was beim Wahlvolk nun für Aufregung
    > sorgt. Aber es kommt in Wahlzeiten einfach besser an ... in der
    > "Bananenrepublik Deutschland".

  11. Re: Wenn man das so liest

    Autor: AngryPete 27.06.13 - 14:23

    Tzven schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Erstmal darf in Deutschland jeder selber entscheiden wo es lang geht.

    Dann hast du bisher nur die Sonnenseite von DE gesehen.

  12. Re: Wenn man das so liest

    Autor: DrWatson 28.06.13 - 21:16

    throgh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... hier holen sich Händler und Dienstleister wie Amazon
    > schlicht die Gelder bei den Angestellten zurück.

    Das wäre mir neu.

    > Das ganze Geldsystem an
    > sich beruht auf Hörensagen. Wir generieren Unsummen einfach aus der Luft,
    > Kredite werden vergeben und mit Besitztümern wird gehandelt, die faktisch
    > oder besser physisch gar nicht vorhanden sind.

    Korrekt. Das ist ja gerade der Vorteil von Fiat-Geld. Andere Systeme sind viel teurer (auch ein Geldsystem kostet Geld) und nicht unbedingt sicherer (Der Goldpreis ist gerade um 40% eingebrochen)

    > In Deutschland ist es bereits heute so, dass man lebt, um zu arbeiten
    Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Allerdings arbeiten die Menschen Jahr für Jahr weniger. Im Schnitt arbitet jeder Deutsche etwa 1,9 Stunden am Tag. (statista.de)

    > und dem Wunsch der Unternehmen Folge zu leisten hat.

    Es gibt auch Selbstständige und Freiberufler. Niemand zwingt einen zu einem Arbeitsverhältnis.

    > Diese wiederum machen
    > ihren Einfluss aber nicht direkt geltend, sondern über Umwege respektive
    > die Lobby.

    Die Größte Lobby sind die Gewerkschaften und die Sozialindustrie, das sollte man nie vergessen.
    Am besten wäre wohl eine Gesellschaft ohne irgendwelche Interessengruppen, aber dafür stecken wir zu tief im Sumpf.

    > General-Totschlagsargument: "Na dann müssen wir halt x Menschen entlassen."

    Entschuldigung, aber das Argument ist blöde. Entlassungen folgen aus wirtschaftlichen Gründen und nicht aus Erpressung. Die Aufgabe der Wirtschaft ist Profite zu erzeugen, das ist das sozialste was sie machen kann.


    > Deutschland und eine Demokratie, in welcher das Recht des Bürgers zählt?
    > Ja, vielleicht in einigen Belangen noch. Aber bei Weitem nicht so, wie es
    > eine "Demokratie auf dem Papier" verlangen würde. Ansonsten hätten wir hier
    > Volksentscheidungen und Politiker, die sich wirklich bemühen und nicht
    > stetes Flickwerk abgeben.

    Demokratie != Volksentscheidungen

    Die Demokratie in Deutschland ist indirekt, was auch Vorteile hat…

    > Was hat denn zum Beispiel Frau Merkel alles so
    > bewerkstelligt in ihrer Amtszeit? Genau: Außer einer
    > Mehrwertssteuer-Erhöhung und dem steten EU-Krisenmanagement eher wenig.

    Fast alles Positive, das unter Merkel passiert ist, ist in der Tat ein Erbe von Rot-Grün. Aber gerade die kämpfen ja nun gegen das, was sie einst sinvollerweise eingeführt haben.

    Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.
    –George Santayana

  13. Re: Wenn man das so liest

    Autor: caso 28.06.13 - 21:50

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > In Deutschland ist es bereits heute so, dass man lebt, um zu arbeiten
    > Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Allerdings arbeiten
    > die Menschen Jahr für Jahr weniger. Im Schnitt arbitet jeder Deutsche etwa
    > 1,9 Stunden am Tag. (statista.de)
    >
    > Es gibt auch Selbstständige und Freiberufler. Niemand zwingt einen zu einem
    > Arbeitsverhältnis.
    >
    > Die Größte Lobby sind die Gewerkschaften und die Sozialindustrie, das
    > sollte man nie vergessen.
    >
    > Die Aufgabe der
    > Wirtschaft ist Profite zu erzeugen, das ist das sozialste was sie machen
    > kann.


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