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Wikileaks Mirror Legal ?

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  1. Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: NeoGeo 08.12.10 - 00:54

    Es ist Rechtlich Legal, ein Wikileaks Mirror Server anzubieten ?

  2. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: Puh-Bär 08.12.10 - 00:59

    Hat irgendein Richter denn was anderes entschieden? Nein? Solange ist es legal.

  3. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: NeoGeo 08.12.10 - 01:04

    Ja das ist mir, zwar klar dennoch… würde ich gerne wissen wie es gerade Rechtlich gehandelt wird…

  4. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: KKKOK 08.12.10 - 01:32

    NeoGeo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja das ist mir, zwar klar dennoch… würde ich gerne wissen wie es gerade
    > Rechtlich gehandelt wird…


    es ist aktuell absolut legal, damit das ganze "illegal" werden würde, müssten die aktuelle Gesetze absolut verdreht werden.

    Da Teflon Merkel ihre Politik aber wie aus den US - Depeschen hervorgeht auf Wahlstimmen ausgelegt hat ;P ist es sehr unwahrscheinlich das in dieser Hinsichtg in Deutschland etwas unternommen wird.

  5. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: lalalalalala 08.12.10 - 01:35

    Puh-Bär schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hat irgendein Richter denn was anderes entschieden? Nein? Solange ist es
    > legal.

    Hmmm, gut, so einfach ist es dann doch nicht. Wenn das Gericht befindet, dass es, aufgrund von geltendem Recht illegal ist dies zu tun, dann wirst dafür bestraft, egal ob das vorher schon mal passiert ist oder nicht.

    Sollte es laut geltendem Recht im Moment nicht illegal sein, dann müssten sie erstmal Gesetze durchboxen. Aber hey, die Gesetze sind meist so schwammig, dass da genügend interpretationsspielraum für die entsprechende Auslegung der Gesetze ist. Die drehen das schon so, dass es passt.

    Wenn du das tun willst, dann nimm' es als sozialen Ungehorsam. Wenn du überzeugt bist, dass diese Dokument veröffentlicht werden müssen, um unsere Freiheit zu garantieren oder sonst was, dann muss man das Risiko wohl eingehen.

  6. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: glaubichkaum 08.12.10 - 01:43

    @Puh-Bär

    Wie war das gleich? Auch der Spiegel hat Teile der Dokumente veröffentlicht?

    Tja, Recht und Gesetz werden Dir nicht helfen, wenn Dich zwei unfreundliche Herren ohne Angabe von Gründen auf eine Flugreise in einem unmarkierten Flugzeug mitnehmen...

    Und in der Zwischenzeit gilt, wie immer im Tierreich, der stärkere gewinnt.

    Wenn Du einen Mirror aufsetzt, und keiner schafft es deine DNS Registrierung zu killen, oder Deinen Server aus dem RZ zu schleppen, oder Dich durch DDoS in die Knie zu zwingen... Ja, dann sieht's gut aus, solange bis du wegen sexueller Nötigung mit internationalem Haftbefehl gesucht wirst...

  7. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: kein jurist 08.12.10 - 03:32

    Ich bin kein Jurist, aber nach deutschem Recht allein, sollte man wohl am ehesten über das Uhrheberrecht angreifbar sein.

    Es ist wohl ohne Zweifel klar wer der Uhrheber ist....

    Die Veröffentlichung der fremden Daten wird - meiner Einschätzung nach - nur durch die Pressefreiheit gedeckt.
    Die Pressefreiheit kann man soweit ich weiss aber nur als Journalist in Anspruch nehmen.

    Ob wirklich rechtliche Schritte eingeleitet werden, hängt wohl davon ab, wie sich die Regierungen der Länder positionieren, welche die Server beheimaten.

    Viel mehr als ein Abschalten des jeweiligen Servers sollte in Deutschland aber wohl nicht zu erwarten sein.

    Ich habe höchsten Respekt vor denjenigen, die sich auf diese Weise für unsere Informationsfreiheit einsetzen.

  8. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: Leaksfan 08.12.10 - 06:34

    kein jurist schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin kein Jurist, aber nach deutschem Recht allein, sollte man wohl am
    > ehesten über das Uhrheberrecht angreifbar sein.
    >
    > Es ist wohl ohne Zweifel klar wer der Uhrheber ist....
    >

    Urheber sind Beamte der US-Regierung. Und von daher ist alles, was sie während der Ausübung ihrer dienstlichen PFLICHTEN zu Papier und/oder Datei bringen, public domain.
    D.h. wegen einer Urheberrechtsverletzung kann man die Betreiber der Mirrors nicht angreifen. Das ein Angriff aber auch aus einer anderen Richtung kommen kann, zeigt das Beispiel Assange deutlich.....

  9. scheint so zu sein

    Autor: jaherr 08.12.10 - 07:19

    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/12/07/kriegsgerat-serverplatz/

  10. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: dertdse 08.12.10 - 09:27

    Das ist kein Freundschaftsdienst oder "cool, da mach ich mit"-Sache. Wer Wikileaks als Mirror bereitsteht, sollte einen Anwalt in der Familie/Freundeskreis haben. Als Privatperson ohne Rückhalt ist das ein wagehalsiges Unterfangen - wenn Wikileaks unsere Regierung mal so richtig ans Bein pinkelt, wird man sehen wie schnell es auch hier unangenehm wird. Derzeit trifft es ja vorwiegend nur die USA.

  11. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: Pillepallepuff 08.12.10 - 09:58

    Puh-Bär schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hat irgendein Richter denn was anderes entschieden? Nein?
    > Solange ist es legal.

    Falsch. Grund ist das jemand der einen Mirror betreibt auch für die Inhalte verantwortlich ist und dann kann es schnell kritisch werden.

    Aber Du kannst gerne mit dem Richter Streiten wenn Dir eine Anklage wegen Landesverrats ins Haus flattert und das *ist* denkbar.

    Wäre also nett wenn Du nicht versuchen würdes andere in die Scheisse laufen zu lassen um es mal deutlich auszudrücken.

    Man kann aber auch im Ausland hosten lassen, evtl. auch über Mittelsmänner oder man baut private Netzwerke auf die sich über vertrauliche Personen austauschen wobei sich eben maximal Person A und B kennen aber A nicht die Leute hinter B und umgekehrt.

  12. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: hmmmmmm 08.12.10 - 10:06

    Leaksfan schrieb:

    > Urheber sind Beamte der US-Regierung. Und von daher ist alles, was sie
    > während der Ausübung ihrer dienstlichen PFLICHTEN zu Papier und/oder Datei
    > bringen, public domain.
    > D.h. wegen einer Urheberrechtsverletzung kann man die Betreiber der Mirrors
    > nicht angreifen. Das ein Angriff aber auch aus einer anderen Richtung
    > kommen kann, zeigt das Beispiel Assange deutlich.....

    Warum ist etwas, was ein amerikanischer Beamter oder Diplomat zu Papiert bringt automatisch Public Domain? Erstens waren einige Dokumente mit "Vertraulich" und "Streng Vertraulich" eingestuft, was deutlich zeigt, dass diese Dokumente nicht Public Domain sind und zweitens: Warum sollte, nur weil der amerikanische Bürger mit amerikanischen Steuergeldern einen Beamten bezahlt, alles was dieser macht, weltweit frei verfügbar sein? Innerhalb Amerika könnte man darüber vielleicht noch diskutieren, aber weltweit?

    Das soll jetzt nicht meine Meinung über WL ausdrücken oder so, das ist ein anderes Thema...

    Ich stehe einem Mirror jedenfalls aus rechtlicher Sicht auch kritisch gegenüber, nicht wegen irgendwelcher Verschwörungstheorien, sondern wegen realen und möglichen juristischen Konsequenzen und das ohne jetzt irgendwelche Spinnereien von extra dafür geänderten Gesetzen voraus zu setzen.

  13. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: recht ist recht 08.12.10 - 10:06

    heute so, morgen so. Bei Gericht ist es wie auf hoer see

  14. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: Sinnfrei 08.12.10 - 10:07

    Pillepallepuff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Puh-Bär schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Falsch. Grund ist das jemand der einen Mirror betreibt auch für die Inhalte
    > verantwortlich ist und dann kann es schnell kritisch werden.

    Nein, ist er nicht. Weil wenn er nicht dumm ist, ist er als Mirror-Betreiber nur Provider. Siehe dann die Diskussion über Störerhaftung - bzw. lese den Lawblog-Link.

  15. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: MIrroe 08.12.10 - 10:08

    hmmmmmm schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Leaksfan schrieb:
    >
    > > Urheber sind Beamte der US-Regierung. Und von daher ist alles, was sie
    > > während der Ausübung ihrer dienstlichen PFLICHTEN zu Papier und/oder
    > Datei
    > > bringen, public domain.
    > > D.h. wegen einer Urheberrechtsverletzung kann man die Betreiber der
    > Mirrors
    > > nicht angreifen. Das ein Angriff aber auch aus einer anderen Richtung
    > > kommen kann, zeigt das Beispiel Assange deutlich.....
    >
    > Warum ist etwas, was ein amerikanischer Beamter oder Diplomat zu Papiert
    > bringt automatisch Public Domain? Erstens waren einige Dokumente mit
    > "Vertraulich" und "Streng Vertraulich" eingestuft, was deutlich zeigt, dass
    > diese Dokumente nicht Public Domain sind und zweitens: Warum sollte, nur
    > weil der amerikanische Bürger mit amerikanischen Steuergeldern einen
    > Beamten bezahlt, alles was dieser macht, weltweit frei verfügbar sein?
    > Innerhalb Amerika könnte man darüber vielleicht noch diskutieren, aber
    > weltweit?
    >
    > Das soll jetzt nicht meine Meinung über WL ausdrücken oder so, das ist ein
    > anderes Thema...
    >
    > Ich stehe einem Mirror jedenfalls aus rechtlicher Sicht auch kritisch
    > gegenüber, nicht wegen irgendwelcher Verschwörungstheorien, sondern wegen
    > realen und möglichen juristischen Konsequenzen und das ohne jetzt
    > irgendwelche Spinnereien von extra dafür geänderten Gesetzen voraus zu
    > setzen.


    Gegen einen Mirror in DE gibt es keine Rechtlichen Mittel:

    ich zitiere aus lawblog.de:

    Kriegsgerät Serverplatz

    Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich. Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muß er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet haben. Die Presse hält diese ständige Diskussion in Gang; sie beschafft die Informationen, nimmt selbst dazu Stellung und wirkt damit als orientierende Kraft in der öffentlichen Auseinandersetzung. In ihr artikuliert sich die öffentliche Meinung.

    Bundesverfassungsgericht, Spiegel-Urteil vom 5. August 1966

    Die vorstehenden vier Sätze sind mittlerweile 44 Jahre alt. Dennoch beinhalten sie eigentlich alle Antworten auf die Fragen, die sich uns Deutschen in der WikiLeaks-Debatte stellen.

    Eine Frage wäre zum Beispiel, warum deutsche Politiker trotz der Steilvorlagen aus den USA merkwürdig zurückhaltend darin sind, die Redakteure des Spiegel, welche die US-Diplomatendepeschen dem deutschen Publikum näherbringen, in die Nähe des Cyber-Terrorismus oder Landesverrats zu rücken.

    Ganz einfach, weil sie wissen, dass sich jeder, der es nach Franz-Josef Strauß erneut versuchte, eine blutige Nase geholt hat. Zuletzt waren das jene Ermittler, welche die Cicero-Redaktion filzten, weil sie so auf die Spur eines Maulwurfs beim Bundeskriminalamt kommen wollten. Beihilfe zum Geheimnisverrat wurde den Cicero-Journalisten vorgeworfen. Ein übles Konstrukt schon deswegen, weil Geheimnisverrat nur ein Staatsdiener begehen kann. Das hat das Bundesverfassungsgericht dann auch in einer erneuten Grundsatzentscheidung zur Pressefreiheit sehr schmerzlich für die Verantwortlichen seziert.

    Die Karlsruher Richter stellten klar, dass Durchsuchungen und Beschlagnahmen bei Presseangehörigen unzulässig sind, wenn sie ausschließlich oder vorwiegend dem Zweck dienen, die Person des Informanten zu ermitteln (Cicero-Urteil vom 27. Februar 2007).

    Das sind Marksteine.

    Aber darüber hinaus findet sich von der Spiegel-Affäre bis Cicero in allen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zum Thema die klare Ansage, dass die Presse sich gerade auch auf Informationen stützen darf, denen vordergründig der Makel des Illegalen anhaftet. Es gibt schlicht kein Berichterstattungsverbot über zugespielte Papiere aus Ministerien, Fraktionen, Geheimdiensten oder Polizeibehörden, mögen diese auch doppelt und dreifach als “vetraulich” oder sogar “geheim” gestempelt sein.

    Aus den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ist deutlich zu lesen, dass die Presse ihrer Rolle als 4. Gewalt überhaupt nur dann gerecht wird, wenn sie nicht nur Pressemitteilungen aus Politik, Verwaltung und Gerichten abnudelt. Nein, sie kann und soll den anderen Gewalten auf die Füße treten, indem sie gerade Informationslecks nutzt, um auch die unbequemen Dinge ans Licht zu bringen. Damit erst befriedigt die Presse den Anspruch des Bürgers auf “umfassende Information”, und zwar über den wahren Zustand der Gesellschaft, in der er lebt. Die Pressefreiheit umfasst auch die gesamte Verwertungskette. Informanten- und Quellenschutz sind deshalb keine Phrasen aus Agentenfilmen, sondern handfeste juristische Realität.

    So wie niemand die Redakteure des Spiegel für ihre “Enthüllungen” einbuchten kann, so wenig könnte man es in Deutschland mit den Machern von WikiLeaks machen.

    Die einzige Unsicherheit wäre die Frage, ob WikiLeaks wirklich “Presse” ist. Daran besteht für mich aber kein Zweifel. Zwar beschränkt sich die Tätigkeit von WikiLeaks auf die Dokumentation. Aber gerade die Dokumentation ist eine der Kernaufgaben des Journalismus. Zudem ändern sich die Zeiten. Das Internet ermöglicht nun mal erst einen ganz neuen Journalismus durch Fakten. Denn hier gibt es anders als bei Printmedien keine Obergrenzen für die Informationsmengen und auch keine Begrenzung des Publikums. WikiLeaks hat das als erstes begriffen, es kongenial umgesetzt und sich so wahrscheinlich zum weltweit derzeit meistbeachteten und vermutlich auch wichtigsten Medium überhaupt gemacht.

    Die Reaktion der Politik spricht ja ohnehin für sich.

    Das Land, aus dem die Botschaftsdepeschen stammen, ist dummerweise an sich auch noch Hort der nahezu unbegrenzten Meinungsfreiheit. Aber statt hierauf stolz zu sein, die Sache entsprechend sportlich zu nehmen und allenfalls im Stillen mit den Zähnen zu knirschen, fordern US-Politiker und sogar Zeitungsjournalisten offen den Tod des Frontrunners Julian Assange, die Einstufung von WikiLeaks als terroristische Organisation und ein Gesetz, das kurz mal jedes Whistleblowing zum Nachteil der USA unter drastische Strafen stellt.

    Überdies dürfte auch erst staatlicher Druck dazu geführt haben, dass Privatunternehmen wie Amazon, PayPal, Mastercard und jetzt auch Visa WikiLeaks den Speicherplatz entziehen und Zahlungswege austrocknen. Was wegen der noch geltenden Meinungsfreiheit wahrscheinlich kein US-Gericht abgesegnet hätte, wird so über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Unternehmen durchgesetzt. Dieses nicht mal ernsthaft kaschierte Foul Play dürfte die USA langfristig wahrscheinlich mehr Sympathie kosten, als sie durch die ohnehin nicht mehr zu stoppenden Botschaftsdepeschen jemals verlieren konnten.

    Wenn es noch munter weiter geht, könnten sich vielleicht sogar dramatische Visionen erfüllen. Zum Beispiel jene, wonach WikiLeaks der Auslöser eines Krieges sein könnte, der auf dem Schlachtfeld Internet ausgetragen wird. Auf der einen Seite die Front von Regierungen und Unternehmen, welche den Kontrollverlust über das Internet rückgängig machen wollen. Auf der anderen Seite ihre eigenen Bürger, die sich das nicht gefallen lassen und ihrerseits zu den Waffen greifen – Tastatur, Technikverstand, Datenleitungen und Speicherplatz.

    Der Aufruf WikiLeaks, die Seite auf möglichst vielen Rechnern gleichzeitig verfügbar zu machen, könnte als erste echte Mobilmachung auf der nichtstaatlichen Seite dieses Konflikts in die Geschichte eingehen. Die Frage nach den Risiken der Fußsoldaten in diesem Fall ist aus meiner Sicht recht einfach zu beantworten. Es gibt keine nennenswerten, sofern man damit leben kann, vielleicht kein Visum mehr für die USA zu kriegen.

    Mancherorts wird ja sogar geraunt, wer WikiLeaks hilft, könne sich möglicherweise strafbar machen, weil er Staatsgeheimnisse verrät oder gar Landesverrat begeht. Hier hilft noch mal ein Blick zurück. Auch der Spiegel zitierte in seinem historischen Titel “Bedingt abwehrbereit” aus regierungsinternen Dokumenten. Die Verfassungsrichter diskutierten zwar die Möglichkeit, dass hierdurch die äußere Sicherheit der Bundesrepublik gefährdet wurde, sie sahen aber schon gar keine Vorsatz bei Rudolf Augstein und seinen Redakteuren in Richtung eines Landesverrats.

    So dürfte es auch bei den WikiLeaks-Dokumenten sein. Es geht den Beteiligten vorrangig um die Aufdeckung von Missständen und (unbekannten) politischen Mechanismen, nicht aber darum, der Sicherheit eines Staates einen schweren Nachteil zuzufügen. Wobei noch dazu zu sagen ist, dass die Stoßrichtung der einschlägigen Strafvorschriften auf Handlungen zum Nachteil Deutschlands geht. Die USA oder Frankreich werden höchstens über die internationale Anwendbarkeit des deutschen Strafrechts erfasst. Dafür bedarf es schon einiger juristischer Klimmzüge. Cicero lässt grüßen.

    Ein Staatsgeheimnis ist auch nur so lange ein Staatsgeheimnis, wie es geheim ist. Bereits veröffentlichte Informationen sind deshalb kein Geheimnis mehr. Außerdem stellt sich die Frage, ob jemand, der Serverplatz zur Verfügung stellt, sich die Inhalte des Nutzers überhaupt zu eigen macht und persönlich dafür haftet. Nach deutschem Recht wird man durch Beherbergung fremder Daten Provider. Als solcher haftet man zunächst mal ebensowenig für die Inhalte seines “Kunden” wie der kommerzielle Provider, bei dem der Server angemietet ist.

    In diesem Zusammenhang darf man durchaus den Hut vor jenen deutschen Providern ziehen, die nicht den Weg von Amazon, Paypal, Mastercard und Visa gehen. Etliche Provider haben heute ausdrücklich erklärt, dass sie Kunden nicht deshalb den Vertrag kündigen werden, weil diese WikiLeaks unterstützen.

    Wer sich das Providerprivileg nicht selbst verhageln möchte, sollte seinem “Gast” möglichst freie Hand auf dem Server geben. Wer dagegen eigenständig entscheidet, welche Inhalte der “Gast” auf dem Server ablegen darf, macht sich durch Prüfung und Freigabe dessen Inhalte zu eigen. Das führt dann entsprechend schnell zu eigener Haftung.

    Bleibt als Unsicherheitsfaktor noch das Urheberrecht. Zumindest fürs nichtbetroffene Publikum wäre es natürlich eine reizvolle Vorstellung, dass Hillary Clinton am Landgericht Hamburg klagt. Es dürften aber noch erhebliche Rückschläge für die US-Administration nötig sein, bevor sie sich auf dieses glatte Terrain begibt. Rutschgefahr deswegen, weil Behördendokumente in den USA und Deutschland urheberrechtlich viel weniger geschützt sind, sagen wir, das Drehbuch für die Fernsehserie “24″.

    Das ist kein Aufruf, in den Krieg zu ziehen. Aber auch keine Warnung davor.

  16. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: debattierer 08.12.10 - 10:13

    Puh-Bär schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hat irgendein Richter denn was anderes entschieden? Nein? Solange ist es
    > legal.

    lol...wenn du jemanden tötest und du noch nicht verurteilt wurdest, ist es dann legal??
    NEIN...
    dein rechtsverständnis = 0



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.12.10 10:14 durch debattierer.

  17. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: OrsonMcHughes 08.12.10 - 10:30

    hmmmmmm schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum ist etwas, was ein amerikanischer Beamter oder Diplomat zu Papiert
    > bringt automatisch Public Domain? Erstens waren einige Dokumente mit
    > "Vertraulich" und "Streng Vertraulich" eingestuft, was deutlich zeigt, dass
    > diese Dokumente nicht Public Domain sind.

    Sie erliegen einem Irrtum. Ob Information nun von Regierungsstelle A zu Regierungsstelle B "confidental", "secret" oder "top secret" deklariert ist ist völlig irrelevant, die "Information" ansich ist public domain. Die Klassifizierung hat nur einen Regierungsinternen sinn.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act_%28United_States%29

  18. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: Amator Phasma 08.12.10 - 11:15

    Der Provider DomainFactory hat dazu einiges in seinem BLOG stehen:

    http://blog.df.eu/2010/12/06/wikileaks-mirror-rechtslage-aus-providersicht/

    eventuell hilft das euch weiter bei der Einschätzung!

  19. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: Der Journalist 08.12.10 - 12:12

    kein jurist schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Veröffentlichung der fremden Daten wird - meiner Einschätzung nach -
    > nur durch die Pressefreiheit gedeckt.
    > Die Pressefreiheit kann man soweit ich weiss aber nur als Journalist in
    > Anspruch nehmen.

    Das Schöne an der Sache ist doch, dass die Berufsbezeichnung des »Journalisten« in Deutschland nicht geschützt ist. Theoretisch kann und darf sich jeder, der publiziert, Journalist nennen. :)

  20. Re: Wikileaks Mirror Legal ?

    Autor: starspread 08.12.10 - 12:59

    NeoGeo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist Rechtlich Legal, ein Wikileaks Mirror Server anzubieten ?

    http://nerdfabrik.de/2010/12/wikileaks-mirror/

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