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Der Fall Assange ist von fundamentaler Bedeutung

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  1. Der Fall Assange ist von fundamentaler Bedeutung

    Autor: twothe 26.02.20 - 10:47

    Assange ist kein Journalist, das kann man so weit stehen lassen, was er aber gemacht hat war Kriegsverbrechen aufzudecken, und das wäre auch die Pflicht eines jeden Journalisten gewesen. In diesem Fall geht es um weit mehr als die Person Assange, es ist der Kampf des Establishments mit seinen alten Strukturen gegen das Neue, das Internet, und die Möglichkeiten die dieses jedem einzelnen Bürger gibt.

    Im Raum steht die Frage ob ein einzelner, normaler Bürger die Erlaubnis hat Kriegs- und andere Verbrechen seiner Regierung aufzudecken, oder ob der Bürger sich vor der Macht der von ihm gewählten Politiker zu verbeugen hat, und das Aufdecken ihrer Fehler denjenigen überlassen muss, die amtlich dafür eingestellt sind. Aber vertrauen wir noch unserer Presse? Die Umfragen sagen klar nein. Das haben die Journalisten letzten Endes selbst zu verantworten, denn wo früher noch das Berichten von Wahrheit und das Aufdecken von Lügen im Vordergrund stand, steht nun oftmals nur noch der schnöde Mammon an erster Stelle. Nachrichten werden zu Meinungen verwässert, der Reporter denkt viel zu oft darüber nach welche Version der Wahrheit er dem Bürger überhaupt zumutet, anstatt diese Entscheidung einfach dem Bürger selbst zu überlassen. Und viel zu oft werden die Nachrichten auch "angereichert" oder zu Deutsch: es wird schlicht gelogen, weil sich die Lüge besser verkauft.

    Der Fall Assange ist also auch eine Frage der Entmachtung des Bürgers. Dürfen wir die Fehler unserer Politiker aufdecken oder nicht? Dürfen wir Geheimnisse verraten wenn es dem öffentlichen Wohl dient oder nicht? In Zeiten wo Moderation und Zensur wieder Gang und Gäbe geworden sind, wo das Beleidigen von Politikern wieder mit Haft bestraft wird, stehen wir abermals vor dem Abgrund einer Diktatur und eines Unrechtsstaates. Das alles wird aber nicht passieren können, solange der Bürger das Recht hat sich gegenüber so etwas zu wehren, und um diese fundamentale Frage geht es hier.

    Verliert Assange, dann werden auch wir verlieren. Dann droht uns die Entmündigung und mit der Wahl lassen wir uns nicht mehr nur vertreten sondern begeben uns in Haft, denn dann haben wir nicht mehr nur das Recht zu Schweigen, sondern auch die Pflicht. Gewinnt Assange aber, dann muss konsequent auch die Entmündigung die bereits stattgefunden hat fallen. Dann kann Moderation und Zensur nicht mehr stattfinden, denn dann hat jeder Einzelne klar bestätigt das Recht auch das zu sagen was den Mächtigen nicht gefällt, und kann sich im Zweifelsfall auf den Fall Assange berufen. Ich sehe das also als Wendepunkt in der Frage ob wir uns wieder in einen Überwachungsstaat wie die DDR wandeln werden oder nicht.

  2. Re: Der Fall Assange ist von fundamentaler Bedeutung

    Autor: magnolia 27.02.20 - 10:27

    Auch das Establishments will nicht verlieren.
    Man muss sich trauen in das Kampf gegen das Establishments einzutreten. Es ist kein Spaziergang auf dem rotem Teppich. Manchen wistleblower kriegen das eleganter hin (z.B. Herr Snowden), manchen wie in diesem Beispiel weniger elegant.
    Beide Seiten versuchen die gegenseitigen Schwachstellen auszunutzen. Diplomatie, Medien, Täuschung... alles ist dabei. Kann man das aushalten? Das mus jeder selber entschieden. Es gibt viele wistleblower die im Gefängnis sitzen (z.B. noch vor kurzem Frau Manning).
    Der Herr Ellsberg ist eine positive Beispiel für solchen Kampf.

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