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Juristische Verteidigung?

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  1. Juristische Verteidigung?

    Autor: frustbox 28.01.17 - 13:38

    Sollten die irgendwann mal tatsächlich gegen Privatnutzer von Adblockern vorgehen … könnte das eine juristische Legitimation für Adblocker sein?

    IMHO ist die Metapher eine Webseite zu "besuchen" völliger Quatsch. Nicht ich besuche die Webseite, sondern ich lade die Webseite zu mir ein.

    Schließlich lädt man ja Code von einem Server herunter der dann vom eigenen Prozessor ausgeführt wird. Die Webseite ist also in meinem PC zu Gast, nicht umgekehrt. Und da gilt dann mein Hausrecht, weil was auf meinem Prozessor läuft und auf meinem Bildschirm angezeigt wird unterliegt meiner Kontrolle. Genau wie bei einer Party. Wenn ich jemanden einlade und der will nebenbei noch 40 "Freunde" mitbringen, die das Bier wegtrinken, die Schränke durchwühlen und die Homies anrufen um noch mehr Freunde zu holen, dann habe ich das Recht diese unerwünschten Gäste rauszuschmeißen bzw. an der Tür gar nicht erst rein zu lassen. Und genau diese Funktion erfüllt meiner Meinung nach ein Adblocker.

    Das ist nichts anderes als die Durchsetzung
    * des Hausrechtes,
    * des Datenschutzrechtes,
    * des Recht auf informationelle Selbstbestimmung,
    * des Grundrechts auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme

    Also wenn es zu einem Verfahren kommt, dann sollte die Verteidigung meiner Meinung nach genau darauf aufbauen. Oder sehe ich das falsch?

  2. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: TC 28.01.17 - 13:43

    Kompliment für den Vergleich!

  3. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: divStar 28.01.17 - 14:30

    @frustbox : sehr guter und in allen Punkten richtiger Vergleich.

    Im Prinzip ist es so: man ruft jemanden an (http-request) und sagt ihm die eigene Adresse, beschreibt das Haus oder was auch immer (request header / request payload). Nun kann der mir gegenüber zu mir vorbeikommen, um mir die Info / Daten / Pakete / was auch immer zu liefern, die ich haben möchte.
    Dabei ist allerdings nur er eingeladen - und nicht seine gesamte Clique. Insofern macht der AdBlocker schlicht einen Türsteher (man könnte natürlich selbst Mukkis machen und zum Türsteher werden - also manuell dafür sorgen, dass nur das reinkommt was man möchte - aber wozu wenn AdBlock funktioniert?).

    Insofern stimmt das, was du geschrieben hast, genau: man ist nicht zu Besuch auf irgendeiner Website, sondern die Website ist bei einem selbst zu Besuch - aber man bestimmt immer noch selbst was von der Website "rein" kann und was draußen bleiben muss - ganz egal wie sehr der AS-Verlag das anders sieht oder gerne sehen würde.

    Ist übrigens ein ganz schön plumper Einschüchterungsversuch. Ich kann nur hoffen, dass die Werbeindustrie bald ausstirbt - und die Einschüchterer a la Bild gleich mit.

  4. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: blubberer 28.01.17 - 15:12

    Kurzum, falsch.

    Du gehst zum Server. Das ist der initiale Schritt. Damit gilt das Hausrecht bei der Seite bzw. dem Server.
    Es gibt genügend Urteile dazu. Einfach mal googeln. Ausserdem kann man einem Besicher sogar ein Hausverbot aussprechen. Und bei Nachweis, dass dies ignoriert wurde greift der entsprechende Paragraph sogar. Auch hierzu gab es inSchland schon Urteile.

    Und nein, ich bin nicht pro AS oder pro AB.

  5. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: User_x 28.01.17 - 15:33

    das hausverbot will ich mal gerne sehen...

  6. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: lear 28.01.17 - 15:40

    s. Stuttgarter Urteil zu Springer ./. blockr.
    Tenor: was der Nutzer bei sich macht, ist mal komplett seine Sache. Sphärenmodell.

    Eine Klage gegen *Benutzer* von Adblockern würde auf den Anspruch der Rezeptionsvorschrift hinauslaufen, ie. Springer dürfte Dir vorschreiben, wie Du was zu betrachten hast, was im Ergebnis bedeutet, daß Du die Werbung/"Inhalte" nicht nur herunterladen, sondern auch betrachten mußt. Sowas wird nie kommen.
    Es gibt keine Rechtsgrundlage für einen solchen Anspruch und das BVerfG würde jedwede derartige Volte mit direktem Verweis auf Artikel 5 GG der Legislative umgehend kassieren.

    Mach Dir also keinen Kopf, selbst Springer wird sich die Blöße nicht geben. Grundsätzlich besteht nur Aussicht wg. UWG, dh. wenn der Adblocker, wie im Fall von eyeo, seine Maklerposition mißbraucht.

  7. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: frustbox 28.01.17 - 15:40

    blubberer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du gehst zum Server. Das ist der initiale Schritt. Damit gilt das Hausrecht
    > bei der Seite bzw. dem Server.
    Ich lade auch zur Party ein. Verliere ich damit mein Hausrecht? Verliere ich damit das Recht zu kontrollieren, welcher Code auf meinem Prozessor ausgeführt werden darf und welcher nicht?

    Und ich mache die Anfrage bei einem Server ja. Von dem erwarte ich auch eine Antwort. In dieser Antwort sind Verweise (Links, Bilder, IFrames, JavaScripte) enthalten die mein Browser ebenfalls entweder anfordern muss oder das halt sein lassen kann. Und der Adblocker sorgt dafür, dass die Verweise auf Werbenetzwerke (die unerwünschten Gäste im Beispiel mit der Party) nicht angefragt werden.

  8. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: User_x 28.01.17 - 16:13

    Springer stützt sich ja aktuell nur auf das recht, Zeitanzeigegeräte aufzuheben.

    wogegen ja nur nicht angedatscht werden darf, was nicht gelesen werden kann...?

  9. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: violator 29.01.17 - 01:19

    blubberer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kurzum, falsch.
    >
    > Du gehst zum Server. Das ist der initiale Schritt. Damit gilt das Hausrecht
    > bei der Seite bzw. dem Server.

    Nö, ich geh zum Server und sag ihm, dass er die Daten zu mir nach Hause schicken kann. Sonst könnte ich sie ja schlecht auf meinem Bildschirm anzeigen. Und was auf meinem PC ist unterliegt meinem Hausrecht.

    Das Hausrecht des Servers kann auch gar nicht gelten, da die Art der Darstellung der Inhalte ja von sich aus schon total unterschiedlich ist, je nachdem welchen Browser ich nutze und wie der eingestellt ist.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 29.01.17 01:22 durch violator.

  10. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: Zensurfeind 29.01.17 - 04:02

    Super Vergleich. Nun müssten Anwälte und Richter das auch begreifen.

  11. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: Schnarchnase 05.02.17 - 22:14

    blubberer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du gehst zum Server. Das ist der initiale Schritt. Damit gilt das Hausrecht
    > bei der Seite bzw. dem Server.

    Kurzum, falsch.

    Erstens weißt du bei der Anfrage noch gar nicht was dich erwartet, zweitens regelt das Protokoll klar, dass der Client entscheidet welche Ressourcen abgerufen werden. Letztendlich wird der Code auf dem Client ausgeführt, somit ist ganz klar, dass das Hausrecht des Clients gilt.

  12. Re: Juristische Verteidigung?

    Autor: bombinho 11.03.17 - 01:26

    Die Adblocker sind ja nur Programme, die das bequemer machen. Das Blocken (oder Nichtblocken) von Scripten etc. anhand der URL/Domain kann (fast) jeder Browser. Bei Windows 10 sind die Einstellungen gar ins Betriebssystem gewandert.

    Wenn Blocken via Software verboten wuerde, muessten mindestens die Top5 - Browser und Windows10 ebenfalls verboten werden. Die Chancen stehen schlecht.
    Und wenn Adblocker respektive BlockerBlockerBlocker ;) verboten wuerden, dann koennten sich die Leute schlicht mit Listen in Textform behelfen, die dann in den jeweiligen Browsern an der richtigen Stelle eingegeben (Copy/Paste) werden muessen.
    Findige Leute werden dann Scripte schreiben, die dieses vereinfachen und voila, wir sind wieder da wo wir vorher waren.

    Eventuell steigt dann der Verkauf von Pis an, da es dort schon fertige Distros fuer Adblocking via DNS gibt.

    Manche Antivirensoftware blockt ebenfalls diverse Kommunikation via URL und/oder IP.

    Quasi das einzig wirksame Mittel waere das Verbot von Rechnern.
    Mit anderen Worten, ein Verbot ist schlicht unmoeglich oder voellig sinnfrei.
    Und ein Verbot von Kommunikation ueber auffaellige Werbeserver wird wohl vermutlich auch rechtlich hoechst zweifelhaft bleiben und nicht in Reichweite sein.

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