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Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

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  1. Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: Grimreaper 20.08.21 - 14:07

    Die Taliban haben Afghanistan zweimal davor geschützt, dass eine Fremde Macht sie dauerhaft erobert und ihnen ihre Staatsform (sowjeteische Kommunismusdiktatur oder marktkapitalistisch-korrupte Demokratie nach amerikanischem Vorbild) aufzwingt. Demzufolge hatte die ganz große Mehrheit der Afghanen auch nichts dagegen, dass die Taiban wieder Macht übernehmen. Es gab keinen nennenswerten Widerstand dagegen.
    Die Taliban leben die Auslegung der reinen islamischen Lehre und deren Gesetze, ähnlich wie der Iran und Saudi-Arabien. Eine Trennung zwischen Staat und Kirche ist im Islam nicht vorgesehen. Die politische Anwendung ist eine tragende Säule des Islam. Dazu gehört natürlich auch die islamische Ordnung aufrecht zu erhalten - mittels Scharia-Gesetzgebung und Sanktionierung von Abweichlern - auch mit modernen Mitteln, wie in dem Artikel beschrieben. Wenn man hier meint westliche Standards wären besser oder etwa überlegen, der spiegelt eine gehörige Form von Arroganz und mangelndem Respekt wider.
    Das Einzige, was man meiner Meinung nach den Taliban vorwerfen kann, ist dass sie in den 90er Jahren den Terroristen von Al Kaida einen Rückzugsort geboten haben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.08.21 14:08 durch Grimreaper.

  2. Mudschahidin != Taliban

    Autor: franzropen 20.08.21 - 14:32

    Die Mudschahidin kämpften gegen die Sowjets, die Taliban gibt es erst seit 1996. Viele der ersten Taliban waren zwar Mudschahidin aber ebenso auch die Kämpfer der Nord-Allianz.
    Die Mudschahidin wurden von den USA unterstützt um der UdSSR ihr Vietnam zu bescheren, dafür wurden arabische Kämpfer importiert, die dem Wahabismus angehören.
    Die Taliban folgen der aus Indien stammenden Lehre des Deoband.

    Und man kann den Taliban eine Menge vorwerfen: Sklaverei, Flugzeugentführung, Folter, Mord, Vergewaltigung

  3. Re: Mudschahidin != Taliban

    Autor: Grimreaper 20.08.21 - 15:12

    franzropen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Mudschahidin kämpften gegen die Sowjets, die Taliban gibt es erst seit
    > 1996. Viele der ersten Taliban waren zwar Mudschahidin aber ebenso auch die
    > Kämpfer der Nord-Allianz.
    > Die Mudschahidin wurden von den USA unterstützt um der UdSSR ihr Vietnam zu
    > bescheren, dafür wurden arabische Kämpfer importiert, die dem Wahabismus
    > angehören.
    > Die Taliban folgen der aus Indien stammenden Lehre des Deoband.
    Für mich ist die Ideologie denen de beiden genannten Gruppen folgen nahezu deckungsgleich, genauso wie die Personen die sich zu denen zählen.

    > Und man kann den Taliban eine Menge vorwerfen: Sklaverei,
    > Flugzeugentführung, Folter, Mord, Vergewaltigung

    Gut, sowas nennen die dort Rechtsprechung. Aus einer anderen Perspektive betrachtet, verwenden sowohl die USA als auch Russland ganz ähnliche Maßnahmen an, um ihre Interessen durchzusetzen.

  4. Re: Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: Emulex 20.08.21 - 20:44

    Grimreaper schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > marktkapitalistisch-korrupte Demokratie nach
    > amerikanischem Vorbild)

    Alles klar...

    > Wenn man hier meint westliche Standards wären besser
    > oder etwa überlegen, der spiegelt eine gehörige Form von Arroganz und
    > mangelndem Respekt wider.

    Respekt vor einer Frauen unterdrückenden, minderjährige Mädchen verschachernden, Tiere quälenden, ... Gesellschaft/Religion?
    Ganz sicher niemals.

  5. Re: Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: Knuspermaus 21.08.21 - 10:09

    Der Geschäftsmann macht es richtig, der deutsche Wähler macht es falsch.

    Der Geschäftsmann fordert ein für ihn lukratives Gesetz, hilft bei der Ausarbeitung und bezahlt "die Politik" erst nach dem das Gesetz verabschiedet und die Mandate der beteiligten Politiker beendet sind.

    ... im Gegenzug der Wähler:

    Die Politiker versprechen dem Wähler das was sie hören wollen, (die Wähler/Steuerzahler) bezahlen die gewählten Politiker im voraus, helfen nicht bei der Ausarbeitung der ihnen versprochenen Gesetze und hoffen dennoch darauf, das die Wahlversprechen eingehalten werden.

    Wie man sieht, ist das Belohnungssystem in Deutschland verkehrt, dieses sollte geändert werden!

    Eine Lobbygruppe für Schüler könnte (bei einer Beteiligung von einem ¤/Schüler) 10 Millionen Euro stark sein, da könnte man doch den ein oder anderen Kultusminister eine "nachmandatliche" Zukunft eröffnen, nicht?

    (viele ältere Links sind mittels Leerzeichen deaktiviert, da ich bis vor kurzem noch keine Posten durfte)
    Alles was ich schreibe ist meine persönliche Meinung. Nicht immer gebe ich dem Leser genehme Quellen an.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.08.21 10:11 durch Knuspermaus.

  6. Re: Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: Mafjol 21.08.21 - 19:16

    Grimreaper schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Taliban haben Afghanistan zweimal davor geschützt, dass eine Fremde
    > Macht sie dauerhaft erobert und ihnen ihre Staatsform (sowjeteische
    > Kommunismusdiktatur oder marktkapitalistisch-korrupte Demokratie nach
    > amerikanischem Vorbild) aufzwingt. Demzufolge hatte die ganz große
    > Mehrheit der Afghanen auch nichts dagegen, dass die Taiban wieder Macht
    > übernehmen. Es gab keinen nennenswerten Widerstand dagegen.
    > Die Taliban leben die Auslegung der reinen islamischen Lehre und deren
    > Gesetze, ähnlich wie der Iran und Saudi-Arabien. Eine Trennung zwischen
    > Staat und Kirche ist im Islam nicht vorgesehen. Die politische Anwendung
    > ist eine tragende Säule des Islam. Dazu gehört natürlich auch die
    > islamische Ordnung aufrecht zu erhalten - mittels Scharia-Gesetzgebung und
    > Sanktionierung von Abweichlern - auch mit modernen Mitteln, wie in dem
    > Artikel beschrieben. Wenn man hier meint westliche Standards wären besser
    > oder etwa überlegen, der spiegelt eine gehörige Form von Arroganz und
    > mangelndem Respekt wider.
    > Das Einzige, was man meiner Meinung nach den Taliban vorwerfen kann, ist
    > dass sie in den 90er Jahren den Terroristen von Al Kaida einen Rückzugsort
    > geboten haben.
    Religionen sind immer mist. Genau wie bei uns.

  7. Re: Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: leonardo-nav 21.08.21 - 19:30

    > Religionen sind immer mist.

    Weiß ich nicht. Mir ist es ziemlich gleich, was die Leute auf metaphysischer Ebene so glauben mögen; solange sie gute Menschen sind.

    Ja, man kann als Christ, Moslem, Jude, Zeuge Jehovas, Scientologist, Buddhist oder Hindu ein furchtbarer Mensch sein. Als Atheist, Daoist oder Agnostiker aber leider auch. Meiner Meinung nach passen sich die Menschen ihren Glauben eher ihrem Charakter an als umgedreht.

  8. Re: Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: Pantsu 21.08.21 - 22:00

    Ich bin ja auch dafür, sich aus Afrika und dem nahen Osten fernzuhalten, aber leider bringen diese "Interventionen" die Segnungen des Islams hier her nach Hause, und dafür wird auch noch geklatscht. Grenzschutz ist nur bei Corona möglich ...

    Natürlich, ZUHAUSE können die soviel Religiotentum ausleben bis sie am Baukran hängen, aber hier dachte ich, würde man diesem Treiben Einhalt gebieten.
    Früher war es auch unter Linken eigentlich angesagt, Religion möglichst aus der Öffentlichkeit zu drängen (haben ja Marxismus) ...

  9. Re: Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: Emulex 22.08.21 - 08:04

    Pantsu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Früher war es auch unter Linken eigentlich angesagt, Religion möglichst aus
    > der Öffentlichkeit zu drängen (haben ja Marxismus) ...

    Das ist eben der Interessenskonflikt bei den Linken.
    Man möchte einerseits genau das Gegenteil der Rechten tun/fordern, die Wählerbasis stärken und sich national wie international generös zeigen (zumindest bis einem das Geld anderer Leute ausgeht).
    Gerät dadurch aber in das Dilemma, dass Punkte wie Frauenrechte, Religionsfreiheit und weitere Tugenden konterkariert werden.

    Zwei Beispiele der schieren Irrationalität, welcher das linke Lager mittlerweile unterliegt:
    1. die Berliner Senatorin für Integration & Soziales, Elke Breitenbach, hat nach einem Ehrenmord den Begriff kritisiert und von einem Femizid gesprochen. Es wäre keine Frage der Herkunft, sondern des Geschlechts. Sie wisse auch nicht, wie man Männer besser integrieren könnte.
    2. Im Spiegel gab es einen Artikel, in dem der massive Männerüberschuss bei Flüchtenden thematisiert wurde. Immerhin, möchte man nach 6 Jahren Realität und falscher Bilder denken. Aber da stand dann wirklich der Satz "So frauenfeindlich ist das europäische Asylsystem" mit der Forderung, einfach Ausgleich in Form von direktem Resettlement zu schaffen.

    Und nun stehen wir wieder an dem Punkt, an dem medialer und parlamentarischer Druck von Links zu folgender Aussage der Verteidigungsministerin geführt hat: "Wir nehmen jeden mit der am Flugzeug steht".
    Wer wird das wohl mehrheitlich sein? Alte? Schwache? Kranke? Frauen und Kinder?
    Wohl kaum.
    Wir können ja nichtmal sicherstellen, dass es nicht Taliban sind.

    Und um zurück zum Thema des Artikels zu kommen:
    Ich verstehe die ganze Hysterie um diese "Ortskräfte" nicht.
    Das waren für afghanische Verhältnisse gut bezahlte Mitarbeiter (ich habe von einem gelesen der 200¤ pro Woche bekommen hat, bar auf die Kralle, bei 500$ jährliches pro Kopf BIP), welche ihrem eigenen Land geholfen haben, nicht uns. Die Bundeswehr war da nicht zum Spaß, es sind nicht 59 Menschen gestorben, weil sie schon immer mal in Afghanistan über Minenfelder laufen wollten.

    Diese Tendenz zur Selbstgeißelung erschließt sich mir wirklich in keiner Weise mehr - bei egal welchem Thema.
    Auch das hat bereits religiöse Züge.

  10. Re: Was haben hier denn alle gegen die Taliban?

    Autor: Grimreaper 22.08.21 - 11:50

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und nun stehen wir wieder an dem Punkt, an dem medialer und
    > parlamentarischer Druck von Links zu folgender Aussage der
    > Verteidigungsministerin geführt hat: "Wir nehmen jeden mit der am Flugzeug
    > steht".
    > Wer wird das wohl mehrheitlich sein? Alte? Schwache? Kranke? Frauen und
    > Kinder?
    > Wohl kaum.
    Es ist genau wie hier seit den 1960er Jahren die Migration läuft (komischerweise wollte nach Kriegsende bis dahin keiner hierher - da gabs ja auch nix zu holen):
    Es kommen und bleiben haubtsächlich diejenigen die am dreistesten sind, und die es in ihrem Land zu nix gebracht haben, geschweige denn dazu beizutragen wollen, dass in dem Herkunftsland wieder bessere Verhältnisse herrschen. Es sind dann halt fast nur junge Männer die nichts zu verlieren haben, auch Desperados genannt.

    > Wir können ja nichtmal sicherstellen, dass es nicht Taliban sind.
    Was denkst du denn, wer da wohl am einfachsten Zugang zu den Flugzeugen hat? Die anderen werden ja nur in die Flugzeuge (Richtung Deutschland) gelassen, weil unsere Regierung tausende Euro (quasi Lösegeld) dafür zahlt. Sowas wird ja traditionell geheim gehalten - ein sehr einträgliches Geschäft für die Taliban.

    > Und um zurück zum Thema des Artikels zu kommen:
    > Ich verstehe die ganze Hysterie um diese "Ortskräfte" nicht.
    > Das waren für afghanische Verhältnisse gut bezahlte Mitarbeiter (ich habe
    > von einem gelesen der 200¤ pro Woche bekommen hat, bar auf die Kralle, bei
    > 500$ jährliches pro Kopf BIP), welche ihrem eigenen Land geholfen haben,

    Was glaubst du weshalb die Machtübernahme Taliban von den allermeisten Afghanen so gefeiert wird? Es ist nämlich eine riesige Ungleichheit zwischen den "normalen" Afghanen entstanden die nahe am Existenzminimum leben und denen, die mit den Besatzern kollaboriert haben. Diese wurden von der Besatzungsmacht (auch Bundeswehr) mit für dortige Verhältnisse hohem Wohlstand entlohnt. Die Korruption blühte, weil die Demokraten nachweisbar hauptsächlich in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Diese Ungleichheit führte bei der großen Mehrheit der Bevölkerung natürlich zu dem Wunsch die alte Regierung nach dem Abzug der Besatzer und ihrer Marionettenregierung wieder an die Macht zu bringen.

    > nicht uns. Die Bundeswehr war da nicht zum Spaß, es sind nicht 59 Menschen
    > gestorben, weil sie schon immer mal in Afghanistan über Minenfelder laufen
    > wollten.
    Die sind gestorben, weil eine Bundesregierung hier keine eigene außenpolitische Haltung gegenüber den USA hatte und meinte man könnte denen Afghanen halbherzig eine westliche Demokratie überstülpen. SPD-Struck hat ja gesagt "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt". Naiv und dumm, wie auch damals schon absehbar war - der kann ja leider nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, weil er mittlerweile das Zeitliche gesegnet hat. Nun ja, die Mehrheit wollte es hierzulande ja offenbar so, sonst hätten sie diese Partei ja nicht wieder und wieder in die Regierung gewählt. Solche Entscheidungen sind also ganz klar in ihrer Konsequenz nicht "zum Wohle des deutschen Volkes" getroffen worden, worauf sie vereidigt wurden - im Gegenteil.

    > Diese Tendenz zur Selbstgeißelung erschließt sich mir wirklich in keiner
    > Weise mehr - bei egal welchem Thema.
    > Auch das hat bereits religiöse Züge.
    Selbsgeißelung ist hier zum Staatsprinzip geworden, seit Kriegsende.

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