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Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

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  1. Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: nixalsverdrussbit 19.11.15 - 16:02

    Muss auch sagen, daß ich mehr Chancen in der Big Data Auswertung sehe,
    als Risiken. Es kommt doch nur darauf an, persönliche Daten korrekt zu anonymisieren.

    Z.B. Gesundheitdaten: Du hast irgendwelche Symptome, irgendwann gibt es eine Diagnose. Diese alles wird erfaßt,
    nebst vieler Daten aus deinem Leben, wie Alter, Geschlecht, Essgewohnheiten,
    welche Sport du machst, wie oft, etc.
    Das ganze wird von Daten befreit, die dich persönlich identfizieren.

    Wenn es genügen Daten gibt, kann eines Tages ein großer Big Data Service,
    viel schneller und viel zuverlässiger Diagnosen stellen und vielleicht auch die effektivste Therapie - basierend auf deinen Daten - vorschlagen.



    So kann man auch über Big Data sprechen.

  2. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: ghost92 19.11.15 - 16:09

    Und wie willst du später hinzukommende Daten einer schon existierenden anonymen Person hinzufügen?

  3. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: r3verend 19.11.15 - 16:12

    nixalsverdrussbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muss auch sagen, daß ich mehr Chancen in der Big Data Auswertung sehe,
    > als Risiken. Es kommt doch nur darauf an, persönliche Daten korrekt zu
    > anonymisieren.

    Die Frage ist halt ob es so gemacht wird, oder ob einfach bestehende Datentöpfe dazu verwendet werden.
    Wenn große Mengen an Daten bestehen dann gibt es immer die Möglichkeit des Missbrauchs. Deswegen gibt es ja Datensparsamkeit als Datenschutz - Gelegenheit macht Diebe.

    Und Datensparsamkeit ergibt ja auch Sinn. Wenn Daten zweckbezogen gespeichert werden dann kann man sie auch noch halbwegs vernünftig auswerten. Wenn einfach alles gespeichert wird was technisch möglich ist dann bekommst du einfach einen gigantischen Berg an Daten bei dem es dann auch immer schwerer wird das noch gescheit zu anonymisieren.
    Deshalb wird das undifferenzierte Aussprechen von "Big-Data" auch oft als Bullshit Bingo bezeichnet. Man muss schon sehr konkret werden damit es nicht in diese Kategorie der Lautäußerung fällt.

  4. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: nixalsverdrussbit 19.11.15 - 16:16

    Zuordnung:
    Mit einem Hashwert ?

    Ich glaube wir müssen wirklich umdenken, was unsere Anonymität anbelangt.

    Ich habe kein Facebook Account. Weil ich meine mich damit vollkommen öffentlich zu machen, mich auch auszuliefern. Viele von euch haben wahrscheinlich einen
    und sind trotzdem gegen Big Data.

    Die Welt wird komplexer, bzw. die Komplexität steigt rasant an. Wir brauchen
    andere Tools.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.15 16:18 durch nixalsverdrussbit.

  5. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: Shadow27374 19.11.15 - 16:21

    nixalsverdrussbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube wir müssen wirklich umdenken, was unsere Anonymität anbelangt.


    Da hast Du Recht, von Anonymität brauchen wir noch viel viel viel mehr.

  6. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: nixalsverdrussbit 19.11.15 - 16:25

    "Da hast Du Recht, von Anonymität brauchen wir noch viel viel viel mehr."

    Wenn du das meinst, darfst du hier noch nicht mal prosten, äh posten.

    Aber du willst an der Diskussion teilhaben. Kannst du auch, sollst du auch,
    andererseits, geht ein wenig Anonymität flöten.

  7. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: Érdna Ldierk 19.11.15 - 16:26

    nixalsverdrussbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe kein Facebook Account. Weil ich meine mich damit vollkommen
    > öffentlich zu machen, mich auch auszuliefern. Viele von euch haben
    > wahrscheinlich einen
    > und sind trotzdem gegen Big Data.

    Ich habe einen Facebook-Account, bin aber trotzdem für Datenschutz und versuche den und auch die Datensparsamkeit zu leben, soweit möglich. Ich sehe da keinen großen Interessenskonflikt. Diesen sehe ich aber bei unseren Regierungen in der EU - die wollen die Wirtschaft einfach alles sammeln und verwerten lassen, was nur geht und nicht bei 11 auf den Bäumen ist. Losgelöst davon will natürlich unsere Regierung am liebsten auch an diese DAten ran, wie ja auch Herr de Maizière heute wieder deutlich gemacht hat.

  8. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: addik5 19.11.15 - 18:04

    Es ist naiv zu glauben, dass man viele Daten über eine Anonyme Person erheben kann und diese Daten niemals zu dieser konkreten Person zurückverfolgt werden können. Einer der großen Zaubertricks von Big-Data ist die indirekte Deanonymisierung. Wenn genug Daten über eine Anonyme Person hast (z.B.: Arztdaten) und gleichzeitig viele Daten über eine Menge von bekannten Personen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass mittels Big-Data Mechanismen diese Daten so verknüpft werden können, dass diese bisher anonyme Person in der Menge der bekannten Personen identifiziert werden kann.

    Beispiel (stark vereinfacht): In einer anonymen Krankenakte ist vermerkt, dass der Patient jeden Donnerstag Ofenkäse isst und davon ab einem bestimmten Zeitpunkt plötzlich Magenbeschwerden bekommt, als Diagnose ist eine Geschlechtskrankheit vermerkt. Gleichzeitig ist bekannt das Max Mustermann jeden Donnerstagmorgen beim lokalen Aldi Ofenkäse mit seiner Kreditkarte gekauft hat und bei besagtem Datum plötzlich damit aufgehört hat. Schlussfolgerung: Max Mustermann hat eine Geschlechtskrankheit und ist damit Erpressbar.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.15 18:06 durch addik5.

  9. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: Anonymer Nutzer 19.11.15 - 20:19

    nixalsverdrussbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muss auch sagen, daß ich mehr Chancen in der Big Data Auswertung sehe,
    > als Risiken. Es kommt doch nur darauf an, persönliche Daten korrekt zu
    > anonymisieren.

    Das ist ein Aspekt, der aber nicht ausreicht.

    > Z.B. Gesundheitdaten: Du hast irgendwelche Symptome, irgendwann gibt es
    > eine Diagnose. Diese alles wird erfaßt,
    > nebst vieler Daten aus deinem Leben, wie Alter, Geschlecht,
    > Essgewohnheiten,
    > welche Sport du machst, wie oft, etc.
    > Das ganze wird von Daten befreit, die dich persönlich identfizieren.

    Das wäre zB Geburtsdatum, Adresse, Name.
    Was aber die NSA seit längerewm schon betreibt ist die Metadatenerfassung.
    IP, welcher Rechner, welcher Browser, welches handy, welcher Standort, welches Bewegungsprofil, Zeit, Datum. Wenn man das regelmäßig betreibt braucht man keinen Namen mehr.

    > Wenn es genügen Daten gibt, kann eines Tages ein großer Big Data Service,
    > viel schneller und viel zuverlässiger Diagnosen stellen und vielleicht auch
    > die effektivste Therapie - basierend auf deinen Daten - vorschlagen.

    Klar. Aber es ist doch auch klar, dass dei Idustrie nichts besser für uns will, sondern für sich. Udn warum sollte das jemand wollen, der davon keinen Nutzen hat?

    > So kann man auch über Big Data sprechen.

    Kann man. Aber Einfalt hat einen selten weitergebracht.

  10. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: Cok3.Zer0 19.11.15 - 20:51

    Da gab an die Ansage, dass - wenn ich mich recht erinnere - man bei Netflix einen Nutzer anhand von wenigen angeschauten Episoden eindeutig identifizieren kann.
    Daher muss man sich fragen, ob "anonym" bedeutet, dass keine direkte Folgerung auf den Namen stattfindet, oder eher, dass nicht einmal mit zukünftigen Daten eine 95%-ige Zuweisung auf einen/ein Namen/Benutzerkonto möglich ist.

  11. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: ustas04 19.11.15 - 21:23

    nixalsverdrussbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muss auch sagen, daß ich mehr Chancen in der Big Data Auswertung sehe,
    > als Risiken. Es kommt doch nur darauf an, persönliche Daten korrekt zu
    > anonymisieren.
    >
    > Z.B. Gesundheitdaten: Du hast irgendwelche Symptome, irgendwann gibt es
    > eine Diagnose. Diese alles wird erfaßt,
    > nebst vieler Daten aus deinem Leben, wie Alter, Geschlecht,
    > Essgewohnheiten,
    > welche Sport du machst, wie oft, etc.
    > Das ganze wird von Daten befreit, die dich persönlich identfizieren.
    >
    > Wenn es genügen Daten gibt, kann eines Tages ein großer Big Data Service,
    > viel schneller und viel zuverlässiger Diagnosen stellen und vielleicht auch
    > die effektivste Therapie - basierend auf deinen Daten - vorschlagen.
    >
    > So kann man auch über Big Data sprechen.

    Das ist eine sehr naive sicht der dinge...

    Es kann auch so laufen:
    Deine versicherung ermittelt dank automatischer(pflicht) abfragen, das du in letzter zeit deine leber mehr beanspruchst als sonst...
    eine automatische routine sorgr dafür das du in die "high risk" ketegorie eingestuft wirst. dein beitrag steigt noch im selben monat an...
    es ist NIEMALS sinnvoll alle deine daten extern abzulegen nur damit dritte einfacher darauf zugreifen können! dieser "internetminister" lässt sich einfach nur bequatschen. er ist auch nur da weil unsere endlosen rentner blind cdu wählen.

  12. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: Iruwen 20.11.15 - 07:06

    Anonymisierte Daten sind keine personenbezogenen Daten mehr und unterliegen deshalb ohnehin nicht den relevanten Datenschutzgesetzen.
    Ich hab auch einen Facebook Account - aber wer meine Daten bekommen, und welche, möchte ich selbst entscheiden.

  13. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: derdiedas 20.11.15 - 09:29

    Nennt sich tokenization - gibt es seit einer Ewigkeit.

    Die Datenbank an sich kennt nur dein Token (Ein reiner Zufallswert). Nur wenige Teile der Applikation müssen wirklich wissen wer Du bist. Diese müssen wesentlich höheren Complianceanforderungen(Etwa des Datenschutzbeauftragten) Standhalten und sich gegen den Tokenserver autorisieren.

    Die Datenbank aber an sich, wie auch alle Schattensysteme (Staging, Development, Backup) usw... usw... enthalten keine PII (Personal Identifiable Information).

    Bei Medizindaten ist das der Königsweg um auf der einen Seite etwa die Daten kohärent zu halten, auf der anderen Seite aber den Datenschutz des Patienten zu gewährleisten.

    Gruß H.

  14. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: derdiedas 20.11.15 - 09:46

    So weit so fast richtig (Die Technik nennt sich Tokenization), das Grundproblem in Europa ist das fehlen von starken Regelungen wie sicher diese Daten geschützt werden müssen. Und das komplette fehlen von Strafzahlungen für nicht Regelkonforme(Compliant) Implementationen.

  15. Re: Ja, so wie es aufgezogen wird.

    Autor: Bigfoo29 20.11.15 - 09:55

    Tja, leider wird das nur - um bei Deinem Gesundheitsthema zu bleiben - nur wie immer völlig falsch angegangen. Die Daten werden auf über die "Gesundheitskarten" in Datenzentren gezwungen. Die Schweigepflicht des Arztes ist schlagartig nichts mehr wert. Und da man die Daten (z.B. Röntgenbilder) ja dann eh schon im RZ hat, kann man dann auch gleich BD drüber fahren.

    Der Weg wäre hier anders herum zu gehen gewesen. Die Ärzte erfassen ihre Daten wie bisher auch. Einmal im Monat gibt es einen vom Arzt (!) gesteuerten, anonymisierten Abzug der Krankheitsakten (Symptome, Diagnosen, Behandlungswege). Dort lässt sich dann vielleicht noch festlegen, ob das Geschlecht des Patienten relevant ist oder eine grobe Altersklassifizierung im 20-Jahre-Schritten.
    DANN wäre es auch kein Problem.

    Wenn man aber wie ich von meiner Krankenkasse Post bekommt, dass man ja dieses und jenes Medikament verschrieben bekam und ob man dann nicht an Vorbeuge-Kursen teilnehmen möchte, bekommt das Ganze ein LEICHTES "Gschmäckle". Diese Beratung ist alleinige Aufgabe meines Arztes. Nicht von Dritten, die damit ihren Profit steigern wollen. (In dem Fall hofft man wohl, dass ich zukünftig weniger Ausgaben für diese Medikamente verursache, wenn ich mich anders verhalten würde. Und nein, es waren keine sexuell übertragbaren Krankheiten. ^^ )

    Regards.

  16. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: M.P. 20.11.15 - 12:07

    FAKE-ZITAT Dobrindt: "Diese Vorsichtsmaßnahmen sind zu teuer, und schwierig zu implementieren, und müssen deshalb weg"

  17. Re: Ja, so wie es aufgezogen wird.

    Autor: Palerider 20.11.15 - 12:15

    >
    > Wenn man aber wie ich von meiner Krankenkasse Post bekommt, dass man ja
    > dieses und jenes Medikament verschrieben bekam und ob man dann nicht an
    > Vorbeuge-Kursen teilnehmen möchte, bekommt das Ganze ein LEICHTES
    > "Gschmäckle". Diese Beratung ist alleinige Aufgabe meines Arztes. Nicht von
    > Dritten, die damit ihren Profit steigern wollen. (In dem Fall hofft man
    > wohl, dass ich zukünftig weniger Ausgaben für diese Medikamente verursache,
    > wenn ich mich anders verhalten würde. Und nein, es waren keine sexuell
    > übertragbaren Krankheiten. ^^ )
    >
    Du hast in gewisser Weise Recht, der Krankenkasse geht´s ums Geld - denn sie sparen eine Menge davon wenn Du gesund bleibst. Sie wollen aber keinen Profit mit der Vorbeugung machen sondern Dich und damit ihre Geldbörse gesund halten.
    Ist m.E. immer noch problematisch, denn (da hast Du Recht) das sollte Sache des Arztes sein. Es wäre pfiffiger diese entsprechend zu schulen und ihnen mehr Geld/Zeit für die Beratung der Patienten zu geben als dies dann weniger qualifiziert selber tun zu wollen.

  18. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: Palerider 20.11.15 - 12:21

    Es muss/müsste keins sein, da hast Du Recht - Du beschreibst einen Fall wie sein sollte/könnte. Ich habe aber große Zweifel, dass es so läuft. Es ist eben zum einen zu befürchten, das der Datenschutz auf der Strecke bleibt und gleichzeitig auch der Nutzen nicht in dem Maße entsteht, wie er entstehen könnte.

  19. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: MickeyKay 20.11.15 - 13:58

    addik5 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gleichzeitig ist bekannt das Max
    > Mustermann jeden Donnerstagmorgen beim lokalen Aldi Ofenkäse mit seiner
    > Kreditkarte gekauft hat und bei besagtem Datum plötzlich damit aufgehört
    > hat.
    Diese Daten wären aber auch anonymisiert. Da würde dann nur stehen, dass JEMAND bei Aldi mit seiner Kreditkarte EIN PRODUKT für z.B. 1,99 ¤ gekauft hat.
    Wegfall der Datensparsamkeit bedeutet ja nicht Wegfall der Anonymisierung.

  20. Re: Big Data und Datenschutz - wirklich ein Problem?

    Autor: Bigfoo29 20.11.15 - 14:24

    Diese Dinge speichert man schon heute, um rechtzeitig nachbestellen zu können. addik5 hat in dieser Hinsicht Recht. Man weiß zwar im Markt selbst möglicherweise nicht, dass Max Müller jetzt plötzlich da aufgehört hat, besagte Produkte zu kaufen, aber "eine Ebene Höher" bekommt man das durchaus mit, wenn auch die Kreditkartenfirmen mit den Kundendaten um sich werfen (dürfen).

    Regards, Bigfoot29

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