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  5. › Apple Pay: EU will Apple zur Freigabe…

Willkürliche gesetzliche Eingriffe

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  1. Willkürliche gesetzliche Eingriffe

    Autor: Phonehoppy 21.09.20 - 10:42

    Auf den ersten Blick ist der Gedanke nachvollziehbar, den Wettbewerb um drahtlose Zahlungssysteme möglichst offen halten zu wollen.

    Andererseits ist ja z.B. Apple Pay nur ein reiner Basisdienst, jeder Karten- und Zahlungsanbieter kann ihn nutzen, um seine eigenen Karten und Zahlungssysteme per Smartphone nutzbar zu machen. daran sehe ich weder ein Monopol noch etwas verwerfliches.
    So etwas wie Apple Pay ist ja kein Zahlungssystem an sich, nur eine Brücke zwischen dem Kartenanbieter und dem Zahlterminal. Die Bedenken, hier könnte es sich um eine Monopolstellung handeln, sind daher von der veralteten Vorstellung geprägt, dass Softwarekomponenten immer austauschbar sein müssen, damit kein Monopol entsteht, egal auf welcher Ebene, dass dies aber für Hardware nicht gelten soll. Mt der gleichen Argumentation könnte man z.B. fordern, dass die interne Kameraschnittstelle des iPhone offengelegt werden und dass die Kamera mit einem genormten Stecker angeschlossen werden muss, denn sonst hätte Apple ja das Monopol auf die Kamera im iPhone - es könnte ja Anbieter geben, die Kameras für das iPhone zum Nachrüsten anbieten wollen, und die wären dann benachteiligt.
    Wenn man dann auf dieser Schiene weiterdenkt, merkt man schnell, dass das zu völlig unpraktikablen Vorschriften führt.
    Dass der Zugriff auf die NFC-Hardware von den Smartphone-Herstellern beschränkt wird, hat gute Gründe, und man muss diese Technologie einfach als internen Bestandteil des Smartphones sehen, genauso wie die softwaremäßige Zahlsystem-Schnittstelle, die ja bereits jetzt jeder Anbieter nutzen kann. Wenn ich mir so manche App einer deutschen Endkundenbank ansehe, graust es mir bei dem Gedanken, dass diese im Hintergrund auf drahtlose Schnittstellen des Geräts zugreifen kann.
    Banking-Apps gehören mit zu den am schlechtesten programmierten Stücken Software, die man auf Smartphones findet, vielleicht ausgenommen die Apps von den Banken, die sich auf das App-Geschäft spezialisiert haben.

  2. Re: Willkürliche gesetzliche Eingriffe

    Autor: Tito-Jarvis 21.09.20 - 13:52

    > Dass der Zugriff auf die NFC-Hardware von den Smartphone-Herstellern
    > beschränkt wird, hat gute Gründe, und man muss diese Technologie einfach
    > als internen Bestandteil des Smartphones sehen,

    Apple ist der EINZIGE HERSTELLER, der den Zugriff auf den NFC-Chip beschränkt, bzw. verhindert!

    Mein Xiaomi hat auch einen NFC-Chip und mit dem kann ich machen was ich will! Und so ist es auch gedacht, denn wenn man ein Konsumgut wie ein Smartphone kauft, dann erwirbt man Eigentum an diesem Gut und die uneingeschränkten Nutzungsrechte an seinem Eigentum.

    Man stelle sich vor, andere Hersteller von Konsumgütern würden sich genauso verhalten und den Käufern ihrer Geräte vorschreiben, wie sie diese zu nutzen haben. Wie absurd und eingeschränkt wäre doch diese Welt! Man wäre Sklave der Konzerne, 100% fremdbestimmt was wir mit unseren Gebrauchsgegenständen machen dürften und was nicht.

    Mit einem Samsung-TV Netflix gucken oder ARD und RTL? Gibt's nicht! Es gibt Samsung-TV und Samsung-Streaming. Schöne neue Welt! Die Konzerne bestimmen, was wir mit unseren für teures Geld gekauften Besitztümern anstellen dürfen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.09.20 13:57 durch sfe (Golem.de).

  3. Re: Willkürliche gesetzliche Eingriffe

    Autor: Phonehoppy 21.09.20 - 14:13

    Tito-Jarvis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > denn wenn man ein Konsumgut wie ein
    > Smartphone kauft, dann erwirbt man Eigentum an diesem Gut und die
    > uneingeschränkten Nutzungsrechte an seinem Eigentum.

    Diese Vorstellung ist doch längst nicht mehr haltbar. Die meisten technischen Geräte, die wir heute benutzen, lassen sich nicht nach belieben den eigenen Wünschen anpassen. Das gilt für Autos genauso wie für Kühlschranke und alles andere.
    Nur weil aus technischer Sicht Software und Hardware relativ gut voneinander abgrenzbar sind, bedeutet das nicht, dass dies aus rechtlicher Sicht auch so sein muss. Wenn man ein Smartphone kauft, kauft man ein Produkt, das teilweise aus Hardware und teilweise aus Software besteht. Dennoch handelt es sich um ein einziges, integriertes Produkt. Und man kauft es so, wie es eben ist, und (im Idealfall) wie es beworben wurde. Ein Anspruch, aufgrund eigener Softwareentwicklung daran beliebige Eigenschaften ändern zu können, besteht nicht. Genauso wenig muss ein Smartphone-Hersteller überhaupt ermöglichen, dass von Drittparteien entwickelte Software auf dem Gerät läuft. Sonst wäre Blackberry schon vor Jahren verboten worden. Darum sehe ich auch keinen Grund, warum man die Öffnung der App Stores erzwingen sollte und ähnliche Dinge. Wer ein System möchte, an dem er beliebige herumprogrammieren kann, kann sich dies ja kaufen, es gibt da durchaus Angebote.
    Dass jetzt anderslautende Regeln eingeführt werden sollen, ist reiner Wirtschaftsprotektionismus und geht letztendlich auf Kosten der Verbraucher. Und noch etwas: Die Gefahr, das Apple ein Monopol aufbaut, besteht überhaupt nicht. Es gibt etliche andere Smartphone-Hersteller, und jeder kann sich das gerät zulegen, was er will. Wenn jemand aber unbedingt Apple haben will, sollte er/sie auch akzeptieren, was dafür geboten wird.

  4. Re: Willkürliche gesetzliche Eingriffe

    Autor: Tommy_Hewitt 21.09.20 - 16:47

    Tito-Jarvis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und so ist es auch gedacht, denn wenn man ein Konsumgut wie ein
    > Smartphone kauft, dann erwirbt man Eigentum an diesem Gut und die
    > uneingeschränkten Nutzungsrechte an seinem Eigentum.

    Mit deinem iPhone kannst du auch machen was du willst. Du kannst es auf den Boden werfen, es backen, von mir aus auch eine große Antenne drauf löten. Apple muss dir allerdings nicht Zugriff auf alles über ihre Software erlauben. Hier wurde halt der Closed-Source-Ansatz gewählt. Wieso man das jetzt plötzlich ändern will, versteh ich nicht. Gibt doch genug Alternativen.

    > Man stelle sich vor, andere Hersteller von Konsumgütern würden sich genauso
    > verhalten und den Käufern ihrer Geräte vorschreiben, wie sie diese zu
    > nutzen haben.

    Das ist doch schon lange der Fall? Gerade dein Beispiel mit dem Fernseher ist doch wirklich der Fall. Probier mal auf einem älteren Samsung Smart-TV Youtube zu nutzen. Geht nicht? Oh......wurde von Samsung abgedreht nachdem die Geräte veraltet werden.

  5. Re: Willkürliche gesetzliche Eingriffe

    Autor: Tito-Jarvis 23.09.20 - 17:08

    Tommy_Hewitt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tito-Jarvis schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und so ist es auch gedacht, denn wenn man ein Konsumgut wie ein
    > > Smartphone kauft, dann erwirbt man Eigentum an diesem Gut und die
    > > uneingeschränkten Nutzungsrechte an seinem Eigentum.
    >
    > Mit deinem iPhone kannst du auch machen was du willst. Du kannst es auf den
    > Boden werfen, es backen, von mir aus auch eine große Antenne drauf löten.
    > Apple muss dir allerdings nicht Zugriff auf alles über ihre Software
    > erlauben. Hier wurde halt der Closed-Source-Ansatz gewählt. Wieso man das
    > jetzt plötzlich ändern will, versteh ich nicht. Gibt doch genug
    > Alternativen.
    >
    > > Man stelle sich vor, andere Hersteller von Konsumgütern würden sich
    > genauso
    > > verhalten und den Käufern ihrer Geräte vorschreiben, wie sie diese zu
    > > nutzen haben.
    >
    > Das ist doch schon lange der Fall?

    Im Bezug auf Smartphones gibt es außer Apple keinen anderen Hersteller, der seine Hardware verdongelt. Da kannst du die NFC-Schnittstelle für sämtliche Anwendungen nutzen, du kannst in die 3,5 mm Klinkenbuchse (sofern noch vorhanden) jeden x-beliebigen Kopfhörer anstecken und du brauchst auch kein "zertifiziertes Zubehör" zu kaufen, weil es diesen Blödsinn auch nur bei Apple gibt.

    > Gerade dein Beispiel mit dem Fernseher
    > ist doch wirklich der Fall. Probier mal auf einem älteren Samsung Smart-TV
    > Youtube zu nutzen. Geht nicht? Oh......wurde von Samsung abgedreht nachdem
    > die Geräte veraltet werden.

    Nicht alles was hinkt, ist auch ein Vergleich. Du kannst dir auch ein TV mit Android OS kaufen, dann stehen dir sämtliche Apps zur Verfügung.

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